März 2021
Liebe Leser*innen!
Das Thema ist nicht neu und doch nach wie vor aktuell. Es sind nicht Frauen, die in den Blick kommen, wenn es um den Schutz vor HIV durch die Prae-Expositions-Prophylaxe, kurz PrEP, geht. Schwule Männer „outeten“ sich bereits an verschiedenen Stellen, die PrEP zu nehmen. Jetzt griffen wir die Anregung einer jungen Frau auf, die über ihre „Odyssee auf dem Weg zur PrEP“ berichten wollten. Endlich zeigte jemand Gesicht, was für uns aus zwei Gründen ganz besonders hilfreich erschien. Zum einen wird deutlich, dass die PrEP im Gegensatz zu den beiden anderen Methoden der HIV-Prävention, nämlich Kondome und Schutz durch Therapie Frauen die Möglichkeit gibt, sich aktiv vor einer möglichen HIV-Infektion zu schützen. Zum anderen zeigt sich eine selbstbewusste Frau öffentlich und spricht darüber, Sex mit verschiedenen Partnern zu haben. Beides sollte viele andere Frauen motivieren, sich mit ihrer gelebten Sexualität offener umzugehen und sich mit anderen über die für sie adäquaten Schutzmöglichkeiten auszutauschen. Die Hindernisse, die unserer Protagonistin in den Weg gelegt wurden, zeigen, auf wieviel Unwissen und Ignoranz Frauen, die Interesse an der PrEP haben, in der medizinischen Praxis stoßen. Gründe genug also, die PrEP für Frauen in den Fokus unserer Öffentlichkeitsarbeit zum Internationalen Frauentag am 8. März zu rücken. Die Resonanz auf die Erklärung der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW und den auf unseren Seiten zu lesenden Artikel waren entsprechend groß. Demnächst wird der Artikel auch auf den Seiten der Deutschen Aidshilfe und im Magazin „HIV & more“ zu finden sein. Wir danken Anna für ihre Bereitschaft, über ihre Geschichte zu berichten, und wünschen dem Thema weiterhin viel Interesse und Auseinandersetzung.
Ihnen allen frohe Frühlings- und Ostertage, eine anregende Lektüre unseres Newsletters und bleiben Sie gesund!
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Aktuelle Infos zu Corona
Die von der Deutschen Aidshilfe veröffentlichte Internetseite mit Informationen zu Corona wird laufend aktualisiert. Sie finden die Seite unter aidshilfe.de. Auch die Seiten von „HIV & more“ zu Corona werden laufend aktualisiert, zu finden sind sie unter hivandmore.de. Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Sie unter infektionsschutz.de.

Informationsveranstaltung zum Thema Covid-19-Impfung für Menschen mit HIV und PrEP-Gebrauchende
Im Rahmen des 10. Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses lädt die Deutsche AIDS-Gesellschaft zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Covid-19-Impfung für Menschen mit HIV und PrEP-Gebrauchende ein. PD Dr. Christoph Boesecke, Bonn, Prof. Dr. Christan Hoffmann, Hamburg und PD Dr. Christoph Spinner, München, geben am 25. März 2021 um 19.00 Uhr einen aktuellen Überblick zur Studienlage und beantworten Fragen der Teilnehmenden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Aus technischen Gründen ist die Teilnahme allerdings auf 1.000 Personen begrenzt. Mehr unter sv-veranstaltungen.de.


G E S U N D H E I T

Corona-Krise als zusätzliche Last für Frauengesundheit
Die Corona-Krise als eine Public-Health-Krise, aber auch als eine ökonomische Krise, trifft Frauen und Männer unterschiedlich und verstärkt Ungleichheiten. Ein Grund, dass sich das Wiener Programm für Frauengesundheit mit der Corona-Krise und ihren Auswirkungen auf Frauengesundheit näher auseinandersetzt. Die verschiedenen Facetten des Zusammenhangs von Frauengesundheit und Corona-Krise werden in einem von der Stadt Wien herausgegebenen umfassenden Sammelband aufgezeigt. Das Heft "Frauengesundheit und Corona" finden Sie als PDF unter wien.gv.at.


I N T E R N A T I O N A L E R   F R A U E N T A G

Frauen mit HIV werden zu oft übersehen
Auch die Deutsche AIDS-Gesellschaft äußerte sich anlässlich des Internationalen Frauentags und weist in einer Presseerklärung auf die besonderen Herausforderungen für Frauen hin, die bei uns mit HIV leben. Von den 90.700 Menschen, die bundesweit mit HIV leben, sind schätzungsweise 17.600 Frauen, ein Anteil von 19 Prozent. Weltweit machen Frauen allerdings die Hälfte aller HIV-positiven Menschen aus. Je geringer der Anteil in einem Land ist, desto größer ist das Risiko für Frauen, im Kontext von HIV "übersehen" zu werden. Das betrifft sowohl HIV-Präventionsangebote als auch Therapiestrategien oder Selbsthilfeangebote. Die Presseerklärung finden Sie unter daignet.de.

#CoronaIstWeiblich
Auch der Paritätische Gesamtverband äußert sich anlässlich des Frauentags 2021 unter dem Hastag #CoronaIstWeiblich. Frauen tragen einen Großteil der privaten Sorgearbeit und arbeiten überproportional in den unverzichtbaren und systemrelevanten Care-Berufen. Einen Beitrag von Katrin Frank, Referentin für Familienhilfe/-politik, Frauen und Frühe Hilfen beim Paritätischen Gesamtverband lesen Sie unter der-paritaetische.de


S O Z I A L E S

Hilfesystem zum Schutz von Frauen vor Gewalt weiterentwickeln
Um Frauen, die in ihrer Partnerschaft körperliche, psychische und sexuelle Gewalt erleben, besser zu schützen, wurde von 2017 bis 2019 das Modellprojekt "Bedarfsanalyse und -planung zur Weiterentwicklung des Hilfesystems zum Schutz von Frauen vor Gewalt und häuslicher Gewalt" durchgeführt. Im Auftrag des Bundesfrauenministeriums wurde das Bundesmodellprojekt wissenschaftlich begleitet. Nun liegt der Abschlussbericht mit Handlungsempfehlungen vor, den Sie als PDF einsehen können unter bmfsfj.de.

Studie zu Problemen von LSBTIQ*
Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans*, Inter* und queere Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen, psychischen und sonstigen Beeinträchtigungen waren bisher kaum ein Thema in der Gesundheitspflege und Wissenschaft. Das Projekt NRW LSBTIQ*inklusiv hat es sich zur Aufgabe gemacht, Lebenswirklichkeiten und Problemlagen von LSBTIQ* mit unterschiedlichen Formen der Behinderung, chronischen Erkrankungen, psychischen und sonstigen Beeinträchtigungen zu untersuchen. Die Ergebnisse zeigen differenziert, dass LSBTIQ* mit Beeinträchtigungen überdurchschnittlich häufig Stigmatisierung erleben und Mehrfachdiskriminierungen ein prägender Teil ihrer Biographie und ihrer Lebenswirklichkeit sind. Allein zwei Drittel (64 Prozent) der Befragten wurden bezüglich der Behinderung, chronischer Erkrankung, psychischer oder sonstiger Beeinträchtigung diskriminiert. Den Untersuchungsbericht finden Sie als PDF unter aidshilfe.de.

Engagementstrategie für das Land Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen gibt es eine vielfältige Engagementlandschaft. Bürgerschaftliches Engagement in Vereinen, Gruppen und Initiativen hat einen hohen Stellenwert im Land und nimmt eine wichtige Funktion in der Gesellschaft ein. Mit der Entwicklung einer Engagementstrategie möchte die Landesregierung, unter Mitwirkung möglichst vieler Akteure und Initiativen, die Rahmenbedingungen für das bürgerschaftliche Engagement verbessern und dazu beitragen, neue Engagierte zu gewinnen sowie gemeinsam eine solidarische und vielfältige Gesellschaft zu gestalten. Den Engagierten vor Ort, den zivilgesellschaftlichen Organisationen, den Kommunen, den Unternehmen, den Universitäten und den vielen freien Trägern in Nordrhein-Westfalen soll ein ermöglichender Rahmen geboten werden, um bürgerschaftliches Engagement vor Ort auf- und auszubauen sowie Hemmnisse abzubauen. Weitere Informationen finden Sie unter engagiert-in-nrw.de.


T H E M A

Vernetzung stärkt und zeigt neue Wege auf
Die Diagnose HIV-positiv kann für Frauen viele Fragen und Ängste aufwerfen. Oft ist zunächst nicht klar inwieweit das Virus z.B. die berufliche und private Lebensgestaltung betrifft. Wie wird es sich auf Beziehungen zu Partner*innen oder Kindern auswirken? Wie wird es die Suche nach einer*einem Partner*in oder einem Job beeinflussen? Die HIV-Aktivistin und gebürtige Brasilianerin Kelly Cavalcanti weiß das aus eigener Erfahrung und plante und organisierte vor diesem Hintergrund für die Aidshilfe NRW einen Workshop, der sich an HIV-positive Migrantinnen richtete. Mehr dazu lesen Sie auf unserer Homepage unter xxelle-nrw.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

1. bis 4. April 2021 | Ellwangen 
30. September bis 3. Oktober 2021 | Kleve
Bundesweite Treffen für HIV-positive heterosexuelle Frauen und Männer
Die Treffen dienen dem Erfahrungs- und Wissensaustausch rund um den Alltag mit der HIV-Infektion. Zugleich erhalten die Teilnehmer*innen Einblick in die Ziele und Aufgaben des Selbsthilfenetzwerks, was vor allem für diejenigen wichtig ist, die zum ersten Mal dabei sind. Einander zuhören, sich gegenseitig informieren, miteinander arbeiten: So wird man fit, um in Selbsthilfegruppen vor Ort und in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen als kompetente Multiplikator*innen wirken zu können. Anmeldung unter booking.seminardesk.de

8. bis 11. April 2021 | Remagen
Landesweites Positiventreffen NRW
Krisen, Rückschläge oder Verluste zu meistern, ohne sich davon dauerhaft unterkriegen zu lassen? Das kann man trainieren. Sich selber zu stärken und Freundschaft mit sich schließen hilft, wenn es mal schwierig wird. Man kann lernen, mit seinen Energien gut umzugehen. Das gibt mehr Kraft, die Herausforderungen des Lebens zu meistern. Optimismus, (Selbst-)Akzeptanz, Lösungsorientierung und Zukunftsplanung sind hier wichtige Punkte, um die es an diesem Wochenende gehen soll. Das Formular zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

19. Mai 2021 | Wuppertal
Fortbildungsveranstaltung Hepatitis
Die AIDS-Hilfe Wuppertal bietet eine Fortbildung zu Hepatitis an, in der unter anderem auf die Grundlagen zu Leber und Leberentzündung, den Krankheitsverlauf und die Diagnose von Hepatitis A und E, B und D, sowie Hepatitis C eingegangen wird. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende April 2021
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte des Monats per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
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