Nr. 3 - Mai 2020

Sehr geehrte Leser*innen,

mehr als zwei Monate sind nun vergangen, seitdem die WHO die Ausbreitung des neuartigen Coronavirus zur weltweiten Pandemie erklärt hat und landes- sowie bundesweit von den Regierungen und Behörden weitreichende Maßnahmen zur Eindämmung des Virus beschlossen wurden. Drogengebrauchende Menschen, viele von ihnen vorerkrankt oder wohnungslos, wurden von Beginn an als besonders vulnerable und schützenswerte Gruppe identifiziert. Die Sucht- und Aidshilfe hat darauf reagiert und im Rahmen der Möglichkeiten und notwendigen Schutzmaßnahmen Angebote aufrechterhalten, umgestrickt oder zum Teil sogar ausgebaut, um weiterhin für die Besucher*innen, Klient*innen und Nutzer*innen der Angebote da zu sein.

Die Aidshilfe NRW hat die Einrichtungen vor Ort durch verschiedene Maßnahmen in ihren Bemühungen unterstützt, zum einen durch die regelmäßige Aufbereitung und Bündelung von Informationen für die Bereiche Drogen und Strafvollzug, zum anderen durch konkrete Corona-bedingte Sofortmaßnahmen in der Vor-Ort-Arbeit, die durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes NRW gefördert wurden. So wurden in einem ersten Schritt die Spritzenpacks in den Spritzenautomaten doppelt befüllt, um eine längerfristige Versorgung der drogengebrauchenden Menschen zu erleichtern, Kontakte und Wege zu reduzieren. Darüber hinaus wurden knapp 80 Einrichtungen, darunter Aidshilfen und Drogenberatungsstellen, die über das Spritzenautomatenprojekt oder über andere Formen der Zusammenarbeit an die Aidshilfe NRW angebunden sind, mit Pauschalen für die Zusammenstellung von Care- und Lunch-Paketen für die aufsuchende Arbeit, Schutzausrüstung (Hygienemasken und Desinfektionsmittel) sowie Konsumutensilien ausgestattet oder aktuell noch beliefert.

Hiermit möchten wir auch die Kolleg*innen würdigen, die letztlich in den Einrichtungen die Sofortmaßnahmen umsetzen, die vor Ort die Stellung halten und die kreative Lösungen gefunden haben, um ihre Arbeit aufrechtzuerhalten und auch gesteigerten Bedarfen in dieser schwierigen Zeit gerecht zu werden. Ein herzliches Dankeschön!

Mit der hiermit vorliegenden dritten Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen, Strafvollzug und Spritzenautomaten in diesem Jahr möchten wir nun wieder wichtige Entwicklungen aus Politik und Gesellschaft, Medizin und Forschung, aus dem Verband sowie kooperierenden Einrichtungen mit Ihnen teilen.

Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder weitere Termine über den Newsletter.  Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen, bleiben Sie gesund,

Brigitte Bersch            
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
   
Drogen|Strafvollzug 
 


A K T U E L L E S  &  P R E S S E

Aktuelles rund um Corona
Aktuelle Informationen rund um Corona in Hinblick auf drogengebrauchende Menschen sowie Menschen in Haft finden Sie weiterhin unter saferuse-nrw.de. Dort stellen wir sowohl allgemeine Hinweise wie zum Beispiel Informationsmaterialien und Stellungnahmen als auch aktuelle Informationen etwa aus der Politik und den Medien zur Verfügung.

Cafe kick: 18 Jahre Drogenkonsumraum in Dortmund

Vor 18 Jahren, im Mai 2002, wurde in Dortmund in Trägerschaft der aidshilfe dortmund der erst vierte Drogenkonsumraum in NRW in der Drogenhilfeeinrichtung kick eröffnet – damals noch ein Politikum, heute fest etablierter Bestandteil des Dortmunder Drogenhilfesystems. Der Bedarf und die Sinnhaftigkeit eines solchen Angebots sind heute nahezu unbestritten, die Zahlen der Nutzer*innen und Konsumvorgänge sind im Laufe der Jahre erheblich gestiegen. Mehr hierzu lesen Sie unter saferuse-nrw.de.

Zahl der Drogentoten bundesweit sowie in NRW signifikant gestiegen
1.398 Menschen sind 2019 an den Folgen ihres Drogenkonsums gestorben – fast 10 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Hauptursache sind, wie auch in den vergangenen fünf Jahren, Überdosierungen von Opioiden wie Heroin oder Morphin sowie die Kombination mit anderen Substanzen. Dies berichtet die Deutsche Aidshilfe unter Berufung auf die Bundesdrogenbeauftragte und fordert in der Konsequenz, alle Möglichkeiten der Schadensminderung konsequent zu nutzen, einschließlich Substitution, Naloxon und Drug Checking. In NRW sind 292 Menschen an den Folgen des Drogenkonsums gestorben, dies entspricht einer Steigerung um 22 Prozent, wie etwa sueddeutsche.de berichtet. NRW steht im Vergleich zu anderen Bundesländern in vielen Harm-Reduction-Maßnahmen recht gut da, hinkt jedoch hinterher was beispielsweise die Förderung von Naloxonprojekten oder die Einrichtung von Drug-Checking-Angeboten angeht.

Drug Checking Day: Drug Checking ist ein wichtiger Beitrag, um Drogentode zu verhindern
Am 31. März wird seit einigen Jahren der International Drug Checking Day genutzt, um auf Drug-Checking-Angebote und ihren Nutzen und ihre Erfolge aufmerksam zu machen. Deutschland ist auf diesem Gebiet, vom derzeit anlaufendem Modellprojekt in Berlin abgesehen, immer noch ein weißer Fleck auf der europäischen Landkarte, während viele Nachbarländer schon längst solche Angebote etabliert haben. Die Aidshilfe NRW, akzept NRW und JES NRW fordern anlässlich des Aktionstages, auch in NRW diese Möglichkeit endlich zu schaffen. Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier. Darüber hinaus hat die Aidshilfe NRW eine neue Haltungskarte im Rahmen ihrer Kampagne „Wir meinen das ernst!“ entwickelt, die hier abgerufen und bei der Aidshillfe NRW auch als Postkarte bestellt werden kann.


M E D I Z I N  &  G E S U N D H E I T

„Initiative Substitutionsversorgung“ warnt vor Versorgungsengpässen
In der gegenwärtigen Coronakrise hat sich einmal mehr gezeigt, wie essenziell die Substitutionsbehandlung für die Stabilisierung und die Gesundheit opioidabhängiger Menschen ist. Zugleich hat die Krise einmal mehr die Schwächen in der Versorgungslandschaft aufgezeigt: Immer mehr substituierende Ärzt*innen gehen in Rente oder stehen kurz vor dem Ruhestand, die Fachrichtung gilt als wenig attraktiv und lukrativ für den medizinischen Nachwuchs, und der bürokratische Aufwand ist hoch. Um den Zugang zu erleichtern, wurden kürzlich weitere Flexibilisierungen beschlossen (s. unter „Politik & Recht“) – Berichte aus der Praxis zeigen aber, dass diese nicht immer auch bei den Patient*innen ankommen. Um auf die immer akuter drohenden Engpässe hinzuweisen, hat sich nun die „Initiative für Substitutionsversorgung“ aus 20 Fachgesellschaften von akzept über die Deutsche Aidshilfe bis hin zum Zentrum für Suchtforschung zusammengeschlossen und ein 10-Punkte-Papier zur Versorgungssicherheit bei der Therapie Opioidabhängiger vorgelegt. Mehr hierzu lesen Sie unter aidshilfe.de.

Substitutionsbehandlung in Haft in NRW: Eine Erfolgsgeschichte?
Bei allem Entwicklungspotenzial, das man der medizinischen Versorgung und der Achtung des Äquivalenzprinzips im Strafvollzug attestieren kann: Bei der Substitutionsbehandlung Gefangener gilt NRW bundesweit als Spitzenreiter. Das war nicht immer so: Noch in 2008 waren lediglich 3,3 Prozent der opioidabhängigen Menschen in Haft substituiert. 2016 waren es bereits 38,7 Prozent, dies entspricht fast der Substitutionsquote außerhalb der Haftanstalten. Als ein Erfolgsfaktor neben der Kooperation mit haftexternen Expert*innen bei der Entwicklung von neuen Leitlinien gilt die zentrale Steuerung und Kommunikation durch das Ministerium der Justiz bei der Umsetzung in den einzelnen Anstalten. Nichtsdestotrotz: Die Kontinuität der Behandlung nach der Entlassung ist immer noch ein wesentliches Problem. Die Fachzeitschrift „Substance Abuse Treatment, Prevention, and Policy“ hat in einem Fachartikel die Erfolgsbedingungen und bestehenden Hürden bei der Substitutionsbehandlung in Haft in NRW dargestellt.

Empfehlung zu Hepatitis B und C bei Beschäftigten im Gesundheitswesen
Die Deutsche Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten (DVV) hat eine neue Empfehlung zur Prävention der nosokomialen Übertragung von Hepatitis-B-Virus (HBV) und Hepatitis-C-Virus (HCV) durch im Gesundheitswesen Tätige herausgegeben. Nosokomiale Übertragungen sind solche, die im Zusammenhang mit einer medizinischen Maßnahme geschehen, zum Beispiel während eines Krankenhausaufenthalts. Die DVV stellt fest, dass eine Infektion von Beschäftigten offenzulegen und kontinuierlich zu beobachten ist, dass aber nur bei chirurgischen Tätigkeiten relevante Auflagen und Einschränkungen über die üblichen Schutz- und Hygienemaßnahmen hinaus notwendig sind.


P O L I T I K  &  R E C H T 

Corona-Schutzverordnung: Selbsthilfe-Treffen und Bildungsveranstaltungen sind  wieder zulässig
Externe, außerschulische Bildungsangebote sowie auch Treffen von Selbsthilfegruppen sind gemäß der aktuellen Corona-Schutzverordnung (CoronaSchVO) in NRW seit dem 11. Mai wieder zulässig. Hierbei sind geeignete Vorkehrungen zur Hygiene und zur Gewährleistung eines Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen Personen sicherzustellen; der Zutritt zu Schulungsräumen ist auf maximal eine Person pro fünf Quadratmeter Raumfläche zu begrenzen, soweit nicht durch einen Raumplan die Einhaltung der Mindestabstände auch bei einer Nutzung mit mehr Personen dargestellt werden kann. Mehr hierzu lesen Sie unter aids-nrw.de. Die Regelung hat auch in der aktuellsten Fassung der CoronaSchVO vom 20. Mai weiter Bestand.

Betäubungsmittelverschreibungsverordnung: Substitutionsbehandlung vorübergehend flexibilisiert
Der Substitutionsbehandlung kommt in der aktuellen Coronakrise eine besondere Bedeutung zu, dies wurde mittlerweile von zahlreichen Verbänden und Akteuren bekräftigt. Für bereits substituierte Patient*innen ist die Substitution dringend aufrechtzuerhalten, bei bestmöglicher Wahrung von Abstands- und Schutzmaßnahmen, und der Zugang für bislang nicht substituierte drogengebrauchende Menschen, die nun durch den Wegfall irregulärer Verdienstmöglichkeiten und den Einbruch des Schwarzmarkts in neue Notlagen geraten sind, ist zu schaffen. Die Verschreibung und Abgabe von Substitutionsmedikamenten wurde nun durch entsprechende Änderungerungen in der Betäubungsmittelverschreibungsverordnung (BtMMV) vorübergehend erleichtert, um dies auch rechtlich abzusichern. Weiteres hierzu lesen Sie unter saferuse-nrw.de.

Hartz IV: Jobcenter übernimmt Fahrtkosten zur Substitutionsbehandlung
Die tägliche Fahrt zur Substitutionspraxis oder Suchtklinik ist für viele drogengebrauchende Menschen, insbesondere im ländlichen Raum, eine erhebliche auch finanzielle Mehrbelastung. Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat nun entschieden, dass das Jobcenter die Fahrtkosten zur Substitutionsbehandlung für Hartz-IV-Empfänger übernimmt, wie forum-substitutionspraxis.de berichtet.


M E D I E N  &  I N F O R M A T I O N S M A T E R I A L I E N

COVID-19: Infos von und für Menschen, die Drogen konsumieren
Informationen über COVID-19 von und für Menschen, die Drogen konsumieren: Übertragungswege, Vorbeugung, Symptome und insbesondere über COVID-19 und Drogenkonsum sowie COVID-19 und Substitution: Diese hat die Deutsche Aidshilfe in einem Flyer, mittlerweile bereits in der zweiten Auflage verfügbar, knapp und präzise auf den Punkt gebracht. Ergänzt wird der Flyer durch ein Plakat mit den fünf wichtigsten Kernbotschaften.

Drogenkurier Nr. 122   

Coronavirus: Drogengebrauchende und Drogenhilfe in Gefahr – so titelt die neue Ausgabe des Drogenkuriers. Die Mehrheit der Themen in der neuen Ausgabe des Magazins des JES-Bundesverbands kommt jedoch ohne direkten Corona-Bezug aus, etwa eine bundesweite Auswertung der Notfallstatistik aus Drogenkonsumräumen des Jahres 2019, die „Bochumer Erklärung“ zur Elimination von Hepatitis C im Suchtumfeld und mehrere Artikel rund um die Substitutionsbehandlung. Die gesamte Ausgabe können Sie hier als PDF-Datei runterladen.

Substitutionsapp CHECKPOINT-S
Für fast alle Lebensbereiche, inklusive des medizinischen Bereichs, gibt es mittlerweile passgenaue Apps für Nutzer*innen, Konsument*innen und Patient*innen. Die neue App CHECKPOINT-S soll Substierte dabei unterstützen, ihre tägliche Einnahme des Substitutionsmedikaments, aber auch das psychische Wohlbefinden und möglichen Beikonsum zu dokumentieren. Hier gibt es weitere Informationen zur App sowie den Link zum Download.

Du liebes Kind! Drogen und Schwangerschaft
Drogengebrauch, Substitution, HIV und Hepatitis in der Schwangerschaft – viele dieser Fragen, mit denen sich drogengebrauchende Frauen oder Paare mit Kinderwunsch beschäftigen, werden in einer aktualisierten Broschüre der Deutschen Aidshilfe inkl. Adressen von Beratungsstellen aufgegriffen.

Wegweiser für Inhaftierte, Entlassene und deren Familien
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe (BAG-S) hat ihren Ratgeber für Inhaftierte, Entlassene und deren Familien aktualisiert. Der Wegweiser enthält Informationen zu häufigen Fragen wie zum Beispiel Arbeit, Wohnen, Finanzen und Aufenthaltsrecht und ist auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Russisch verfügbar. Der Flyer kann per Mail bei der BAG bestellt werden, weitere Infos finden sich hier.


F O R S C H U N G  &  S T U D I E N

Umfrage zum Leben mit HIV sucht Interviewpartner*innen mit Drogengebrauch oder Hafterfahrung
Für das Interviewprojekt Positive Stimmen 2.0 werden in Deutschland mindestens 500 Interviewpartner*innen mit HIV gesucht. Sie sollen in den nächsten Monaten von ebenfalls HIV-positiven Interviewer*innen insbesondere zu Erfahrungen mit HIV-bezogener Stigmatisierung und Diskriminierung befragt werden. Im Juni startet zudem eine ergänzende Online-Umfrage zum Leben mit HIV in Deutschland. Gesucht werden u.a. auch noch drogengebrauchende Menschen und Menschen mit Hafterfahrung. Weitere Informationen erhalten Sie unter aidshilfe.de.

Corona und Drogenhilfe: Erste Zwischenergebnisse einer qualitativen Erhebung
Ende März hatte das Centre for Drug Research an der Frankfurter Goethe-Universität einen Aufruf an die ambulante Drogenhilfe geschickt, Corona-bedingte Veränderungen in den Drogenszenen und der Drogenhilfe zu dokumentieren. Hierzu liegt nun eine erste Zwischenauswertung vor, die unter magazin.hiv zusammengefasst wird. Die Rückmeldungen sind sehr divers und selbstverständlich noch nicht abschließend – um weitere Berichte wird gebeten. Hier finden Sie den ursprünglichen Aufruf inkl. der Kontaktdaten.

Global Drug Survey: COVID-19-Sonderausgabe
Neben der oben genannten Studie der Uni Frankfurt laufen derzeit u.a. zwei weitere große Online-Erhebungen zum Drogengebrauch im Kontext von Corona: Der Global Drug Survey, die weltweit größte Drogenumfrage, fragt in diesem Jahr zu veränderten Konsumgewohnheiten durch die Krise, aber auch etwa zu Auswirkungen auf die psychische Gesundheit und Erfahrungen mit häuslicher Gewalt. Auch die Arbeitsgruppe Psychotrope Substanzen der Charité - Universitätsmedizin Berlin untersucht im Corona Drug Survey veränderte Konsummuster im Zuge der Pandemie.


P R O J E K T E  &  F I N A N Z E N

Projekte zur politischen Bildung im Jugendstrafvollzug
Eine von der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) in Auftrag gegebene Studie in Jugendstrafanstalten (JSA) hat ausgeprägten Bedarf für neue Projekte zur politischen Bildung für junge Menschen, die eine Haftstrafe verbüßen, aufgezeigt. Abwertungsmechanismen von anderen Menschen etwa aufgrund ihrer Ethnie, Sexualität oder Religion können im geschlossenen Haftsetting auf besonders fruchtbaren Boden stoßen. Solche Haltungen, die sich im jungen Alter festigen, werden häufig nicht mehr abgelegt, und gefährden beispielsweise auch die Bedingungen, unter denen Prävention und Gesundheitsförderung stattfinden können. Die bpb fördert nun Projekte zur politischen Bildung im Jugendstrafvollzug, die Einsendefrist für Projektanträge ist der 30. Juni. Weitere Informationen finden Sie unter bpd.de

Aktionsplan gegen Sucht NRW: verlängerte Antragsfrist
Den Ergebnissen der Erhebung und Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen in NRW folgend liegt der Förderschwerpunkt der nächsten Förderrunde des Aktionsplans gegen Sucht NRW auf dem  Auf- und Ausbau von vernetzter Suchthilfe in NRW. Gefördert werden sollen bis zu fünf regionale Suchthilfenetzwerke im Sinne nutzer- und zielorientierter „Versorgungspfade“, die kreisweit bzw. kreisübergreifend, sektorübergreifend oder über verschiedene Beratungsangebote hinweg vernetzen. Weitere Informationen sowie die Antragsformulare finden Sie unter landesstellesucht-nrw.de. Die Abgabefrist für Projektanträge im Rahmen des aktuellen Projektaufrufs wurde im Zuge der Coronakrise bis zum 18. Juni verlängert.

 

T E R M I N E  &  V E R A N S T A L T U N G E N

Zahlreiche Workshops, Fachtagungen und Konferenzen, die im Laufe der letzten beiden Monate sowie im Laufe der kommenden Monate geplant waren, mussten im Zuge der aktuell geltenden  Kontaktsperren und Versammlungsverbote auf digitale Formate umgestellt, verschoben oder abgesagt werden. Eine aktuelle Übersicht finden Sie unter saferuse-nrw.de. Auf folgende Veranstaltungen, die bislang noch im ursprünglichen Format geplant sind, möchten wir unter Vorbehalt hinweisen: 

16. bis 18. September 2020 in Heidelberg: Motivierende Gesprächsführung
Die motivierende Gesprächsführung stellt eine wichtige Basisqualifikation für die psychosoziale Arbeit dar. Die Fortbildung für Mitarbeitende mit Schwerpunkt Beratung und Betreuung aus Aids- und Drogen(selbst)hilfen führt in das „Motivational Interviewing“ ein und ermöglicht den Erwerb von Grundkenntnissen und -fertigkeiten. Das Gelernte kann anhand von ausgewählten Therapiesituationen und Fallbeispielen ausprobiert werden. Anmeldeschluss ist der 5. August 2020, weitere Informationen gibt es hier.

24. Oktober 2020 in Mülheim an der Ruhr: Suchtselbsthilfe-Tag NRW
Die ehemals unter dem Namen „Fachtagung Garath“ bekannte Veranstaltung des Fachausschusses Suchtselbsthilfe (FAS) NRW wird dieses Jahr an einem neuen Austragungsort in Mülheim an der Ruhr stattfinden. Weitere Informationen zum Programm folgen unter fas-nrw.de.

17. bis 18. November 2020 in Bonn: Bundestagung BAG-S „Drogenpolitik – Einfallstor in die Straffälligkeit?“
Auf ihrer diesjährigen Bundestagung möchte die Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe (BAG-S) sich mit dem Themenkomplex Drogenpolitik, Kriminalisierung und Entkriminalisierung beschäftigen. Weitere Informationen zu der Tagung, die im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn stattfinden wird, werden unter bag-s.de abrufbar sein.

27. bis 29. November 2020 in Eisenach: Medizinische Versorgung in Haft
Dieses Konzeptseminar richtet sich an die Mitarbeitende der medizinischen Dienste des Justizvollzugs. Die Veranstaltung, die einmal jährlich stattfindet, dient dem Austausch und der Vermittlung von neuen medizinischen Entwicklungen in den Bereichen Sucht- und Infektionserkrankungen, zudem sollen Wege und Möglichkeiten gefunden werden, wie die neuen Erkenntnisse in den Vollzug übernommen werden können. Ziel ist es, Behandlungswege zu erarbeiten und aufzuzeigen, damit der Justizvollzug den Versorgungserfordernissen besser entsprechen kann, und Gefangene zukünftig von einer verbesserten HIV-, HCV-Therapie und Substitution profitieren. Die Anmeldung erfolgt bis zum 1. September 2020 unter aidshilfe.de.


A U S S C H R E I B U N G E N

Ausschreibungen im Landesverband

Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

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