Mai 2020
Liebe Leser*innen!
Die Zeiten der Pandemie sind noch nicht vorbei. Trotz einzelner Lockerungen der Kontaktbeschränkungen wird uns der Umgang mit SarsCov2/Covid-19 bis zur Entwicklung einer Impfung oder einer wirksamen Therapie weiter beschäftigen und unser soziales Miteinander bestimmen. Die Pandemie verstärkt Einsamkeit und Isolation. Schon letzten Monat wiesen wir darauf hin, dass vielfach Menschen aus unseren Zielgruppen gezwungen waren, isoliert und ohne unterstützende Strukturen Zuhause bleiben zu müssen. Dies bleibt nicht ohne Folgen. Die Maßnahmen zum Schutz der physischen Gesundheit einerseits verursach(t)en nicht selten eine Verschlechterung des psychischen Wohlergehens andererseits. Viele unserer Kolleg*innen in den regionalen Aidshilfen haben die Herausforderung angenommen und überlegt, welche Angebote in dieser speziellen Situation gefragt sind. Vielfach kam und kommt es darauf an, ganz individuell auf die Bedürfnisse unser Klient*innen einzugehen. Wir hörten von Kolleg*innen, die sich mit ihnen zum Spaziergang im Park verabredet haben, die Videokonferenzen organisiert oder Beratungen am Telefon durchgeführt haben. Vielen war allein damit geholfen, dass ihnen jemand zuhörte und auf ihre Ängste und Fragen einging. POSITHIV HANDELN NRW hat diesen Monat ein spezielles Telefonangebot für Menschen mit HIV gestartet. Sie haben hier die Möglichkeit, mit "Call-Buddys" zu sprechen und sich auszutauschen. Hier soll keine klassische Beratung erfolgen, sondern es sollen ungezwungene Gespräche „unter Positiven“ ermöglicht werden. Ein gutes Beispiel für ein kreatives Angebot, um die Menschen ganzheitlich in den Blick zu nehmen und ihnen die Möglichkeit zu geben, neben ganz sachlichen Fragen auch ihre psychische Situation zu besprechen.
Bitte bleiben Sie gesund!
Eine anregende Lektüre unseres Newsletters!
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

POSITHIV HANDELN am Telefon 
Am 4. Mai startete das neue Angebot von POSITHIV HANDELN. Die "Call-Buddys" sind am Kontakttelefon in Zeiten von Corona montags, mittwochs und freitags zwischen 18 und 21 Uhr unter 0221-925996-26 zu erreichen.

Aktuelle Infos zu Corona
Die von der Deutschen Aidshilfe veröffentlichte Internetseite mit Informationen zu Corona wird laufend aktualisiert. Sie finden die Seite unter aidshilfe.de.


P O L I T i K

Geplante Änderung könnte Arbeitgeber*innen veranlassen, nach dem HIV-Status zu fragen
Die angesichts der Corona-Pandemie geplanten neuen Regelungen des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), könnten teilweise Diskriminierung von Menschen mit HIV zur Folge haben. So sollen laut Gesetzentwurf Arbeitgeber*innen im Gesundheitswesen künftig Beschäftige nach dem "Impf- und Serostatus" von Infektionserkrankungen befragen und entsprechende Informationen speichern dürfen. Die Arbeitgeber*innen sollen so überprüfen können, ob von (potenziell) Beschäftigten ein Übertragungsrisiko ausgehen könnte oder ob sie durch Immunität vor Erwerb und Weitergabe der Krankheitserreger geschützt sind. Diese Regelung könnte Arbeitgeber*innen auch veranlassen, nach einer HIV-Infektion zu fragen. Weiteres hierzu lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Zuhause nicht sicher?
Das eigene Zuhause ist in der Corona-Krise nicht für alle ein sicherer Ort. Kontaktbeschränkungen und Existenzängste belasten Familien und Partnerschaften – in dieser Ausnahmesituation können Konflikte und häusliche Gewalt zunehmen. Zugleich wird es für Betroffene schwieriger, sich zu informieren, wo es Hilfe gibt, und diese Unterstützung auch in Anspruch zu nehmen. Aus diesem Grund startete Ministerin Giffey eine bundesweite Kooperation gegen häusliche Gewalt. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

Leitfaden für die persönliche Vorsorge
Die Ärztekammer Nordrhein hat einen Leitfaden zu Thema Patient*innenvorsorge vorgelegt, der auch am Computer ausgefüllt werden kann. Er beinhaltet Vorlagen zu Vollmachten in Gesundheitsangelegenheiten wie Patient*innenverfügung, Betreuungsvollmachten usw. Die Kammer stellt verschiedene Möglichkeiten der rechtlichen Vorsorge für den Fall vor, dass ein*e  Patient*in zum Beispiel aufgrund von chronischen oder altersbedingten Krankheiten oder von Unfällen nicht mehr in der Lage ist, selbstständig zu handeln oder Entscheidungen zu treffen. Der kostenfrei erhältliche Ratgeber im Umfang von 21 Seiten enthält Mustervordrucke zur Vollmacht für Gesundheitsangelegenheiten, Betreuungsverfügung, Patient*innenverfügung und zur sogenannten Generalvollmacht. Sie finden die Broschüre hier (PDF-Datei).

Selbst.verständlich Vielfalt
Seit dem 1. Januar gibt es in Deutschland erstmals ein "Kompetenznetzwerk zum Abbau von Homosexuellen- und Transfeindlichkeit. Für die Akzeptanz von sexueller und geschlechtlicher Selbstbestimmung und Vielfalt!". In Vielfaltswerkstätten und im Rahmen der Regenbogenparlamente sollen Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe, der politischen Bildung und weitere zivilgesellschaftliche Akteur*innen sowie Vertretungen aus Verwaltung und Politik zusammengebracht und qualifiziert werden. So soll dem Rechtsruck und der Homosexuellen-, Trans*- und Inter*-Feindlichkeit effektiv entgegengewirkt werden. Weiteres hierzu lesen Sie unter lsvd.de.


G E S U N D H E I T

Proteasehemmer bei Coronavirus?
Die Mortalität von COVID-19 scheint niedriger als bei SARS und MERS, aber deutlich höher als bei Influenza zu sein. Mindestens fünf Prozent der Patienten erkranken schwer. Schon die große Zahl an Infektionen wird also zu einer enormen Anzahl behandlungsbedürftiger Patienten führen. Medikamentöse Optionen sind dringend notwendig. Lesen Sie dazu einen Artikel von Prof. Christian Hoffmann vom ICH Stadtmitte in Hamburg unter hivandmore.de.

HIV und Schwangerschaft
Seit zwanzig Jahren richtet das HIVCENTER des Frankfurter Universitätsklinikums im Januar die Interdisziplinäre Fachtagung HIV und Schwangerschaft aus. Die wissenschaftliche Leitung hat seit der ersten Tagung Dr. Annette Haberl vom HIVCENTER. Auf der diesjährigen Veranstaltung konnte nun das 20. Jubiläum gefeiert werden. Einen Bericht lesen Sie unter hivandmore.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

25.05.2020, 17:00 bis 19:00 Uhr | Webinar
Mit Resilienz durch die Krisenzeit
Dieser Online-Kurs setzt sich mit den Basics der Resilienztheorie auseinander. Hilfreiche Faktoren wie Optimismus, Zielorientierung und Selbstwirksamkeit werden vermittelt und anhand von interaktiven Übungen wird ein persönliches Resilienzprofil erstellt. Weiteres unter paritaetische-akademie-nrw.de.

25. bis 28. Juni 2020 | Waldschlösschen
Bundesweites Treffen von Frauen mit HIV
Durch Verordnung des Landes Niedersachsen Mitte April ist die Schließung der Akademie Waldschlösschen bis zum 6. Mai 2020 verlängert worden. Daher wurde das zweite bundesweite Treffen für Frauen mit HIV 2020 bislang nicht abgesagt. Es steht unter dem Motto „30 Jahre bundesweite Treffen für Frauen mit HIV“ und wendet sich an Langzeitpositive. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

5.bis 7. Juli 2020 | online
HIV2020
Wegen COVID-19 wird die im Juli in Mexico City geplante alternative internationale HIV-Konferenz HIV2020 online stattfinden. Weitere Informationen finden Sie unter hiv2020.org.

6. bis 10. Juli 2020 | online
23rd International AIDS Conference virtual
Wegen COVID-19 wird die im Juli in San Francisco geplante 23. WeltAidsKonderenz nur online stattfinden. Weitere Informationen finden Sie unter aids2020.org

Juli/August 2020 | Bochum
Deutscher STI-Kongress
Vor dem Hintergrund der aktuellen Situation um die Ausbreitung des Coronavirus musste der 65. Deutsche STI-Kongress verschoben werden. Die Deutsche STI-Gesellschaft arbeitet derzeit mit Hochdruck daran, einen neuen Termin zu finden, und wird diesen so zeitnah wie möglich kommunizieren. Weiterführende Infos finden Sie zu gegebener Zeit unter dstig.de.

6. bis 9. August 2020 | Bremen
Positive Begegnungen 2020
Die aktuelle Situation rund um COVID-19 betrifft natürlich auch die Positiven Begegnungen 2020. Die Bundesregierung hat ein Verbot von Großveranstaltungen bis Ende August verhängt. Die Deutsche AIDS-Hilfe geht davon aus, dass die PoBe als Konferenz davon nicht betroffen ist, jedoch unterliegt die endgültige Entscheidung darüber dem Land Bremen. Neben der Prüfung einer Durchführbarkeit in Bremen ist man mit der Vorbereitungsgruppe aktuell dabei, alternative Optionen zu prüfen. Das könnte eine alternative Form der PoBe oder auch eine Verschiebung auf nächstes Jahr bedeuten. Weitere Informationen folgen.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Juni 2020
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Juni per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
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