Nr. 3 - November 2019

Sehr geehrte Leser*innen,

wir freuen uns sehr, Ihnen heute die aktuelle Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen, Strafvollzug und Spritzenautomaten in NRW zusenden zu können. Schwerpunktmäßig möchten wir Ihnen dieses Mal eine Übersicht über Seminare, Fachtage und Konferenzen für das kommende Jahr vorstellen. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder weitere Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen,

Brigitte Bersch            
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
   
Drogen|Strafvollzug 
 


A K T U E L L E S

HIV und Aids in Deutschland und NRW 2018: Insgesamt Rückgang der Neuinfektionen, Anstieg bei Drogengebrauchenden setzt sich fort
Zum Welt-Aids-Tag am 1. Dezember 2019 hat das Robert-Koch-Institut (RKI) im jüngsten Epidemiologischen Bulletin die aktuellen Zahlen zu HIV und Aids in Deutschland sowie den einzelnen Bundesländern veröffentlicht: Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland wird für das Jahr 2018 auf 2.400 geschätzt, dies entspricht einem Rückgang gegenüber der Schätzung für 2017 (2.500 Neuinfektionen). Dieser Rückgang verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig über alle Zielgruppen: Während die Zahl der HIV-Neuinfektionen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), erneut gesunken ist, steigen die Infektionen durch injizierenden Drogenkonsum seit 2012 auf niedrigem Niveau, aber konstant an. Weitere Informationen finden Sie unter saferuse-nrw.de.

Erster Runder Tisch Spritzenautomaten in NRW
Am 30. Oktober 2019 fand in Düsseldorf der 1. Runde Tisch Spritzenautomaten in NRW statt. Vormittags stellte Prof. Dr. Daniel Deimel die Studie: „Die Versorgung von harm reduction Materialien über Automaten für Drogenkonsumenten in NRW“ vor. Weitere Themen waren die Akzeptanz von Spritzenautomaten, Abgabe von Konsumutensilien über Automaten sowie die mögliche Ausweitung des Spritzenautomatenprojektes. Das Protokoll finden Sie hier.

30 Jahre JES – für Menschenwürde und eine liberale Drogenpolitik
Auch wenn drogenpolitisch immer noch viele Hürden zu nehmen sind – zahlreiche Errungenschaften konnte bereits verbucht werden, seitdem sich Ende der 1980er Jahre das JES-Netzwerk (Junkies, Ehemalige und Substituierte) gegen eine repressive Drogenpolitik und strafrechtliche Verfolgung formiert hat, seit 2004 in Nordrhein-Westfalen auf Landesebene als JES NRW vertreten. 30 Jahre JES-Netzwerk, 15 Jahre JES NRW – diese beiden Jubiläen waren Anlass des gemeinsamen Jubiläumsfachtags am 27. September 2019 in Köln, zu dem Sie weitere Informationen unter jes-bundesverband.de sowie in der gemeinsamen Pressemitteilung der Verbände finden können. Die Aidshilfe NRW gratuliert herzlich!

Landeskommission AIDS: HIV: nicht nachweisbar = nicht übertragbar (n = n)
Menschen mit einer HIV-Infektion und einer nicht nachweisbaren Viruslast unter Therapie können das Virus sexuell nicht übertragen. Darauf weist die Landeskommission AIDS, die die Landesregierung Nordrhein-Westfalen in grundsätzlichen Fragen der Weiterentwicklung von Maßnahmen zur Eindämmung von Aids berät, mit ihrem Statement "n = n: nicht nachweisbar = nicht übertragbar" hin. Die Landeskommission will mit der Botschaft n = n Menschen mit HIV ermutigen, Scham und Angst abzulegen und an der Gesellschaft teilzuhaben wie andere Menschen auch. Die Landeskommission hofft, dass die Verbreitung der Botschaft n = n zum Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung in der Gesellschaft und dem Gesundheitssystem beiträgt, und damit den Zugang zu Test und Behandlung verbessert. Weitere Informationen zum Hintergrund von n=n und zur Landeskommission finden Sie unter aids-nrw.de.

Neuer Baustein in der Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit: Zwei Millionen Euro für aufsuchende Suchtberatung bei Obdachlosen
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann baut die Suchtberatung für obdachlose Menschen in Nordrhein-Westfalen aus. Mit jährlich zwei Millionen Euro fördert das Land ab 2020 die ambulante Suchthilfe insbesondere in Städten mit hoher Wohnungslosigkeit. Damit startet der Minister den zweiten Baustein der Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE!“. Das nordrhein-westfälische Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales hat jetzt eine Ausschreibung veröffentlicht, nach der Träger von Sucht- und Drogenberatungsstellen Gelder für zusätzliche Personalstellen inklusive Sachkosten beantragen können. Die Ausschreibung richtet sich zunächst an die 20 Kreise und kreisfreien Städte in Nordrhein-Westfalen, in denen besonders viele Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen sind. Mehr Informationen zum Antragsverfahren finden Sie unter landesstellesucht-nrw.de.

Drug Checking: Überdosierungen durch Wissen vermeiden
Drug Checking ist nicht nur ein wirkungsvolles Instrument, um Überdosierungen und Vergiftungen durch Streckmittel in illegalisierten Substanzen zu verhindern, sondern auch eine wirksame Maßnahme zur Gesundheitsförderung und für einen risikobewussten, aufgeklärten Konsum. Einer der frühesten Pionier*innen in Deutschland für das Thema Drug Checking war Pharmazeut Tibor Harrach, der nun auch das Berliner Drug-Checking-Modellprojekt, getragen von Vista, Fixpunkt und der Berliner Schwulenberatung, koordiniert. Im Interview mit magazin.hiv berichtet Tibor Harrach über Chancen und Grenzen von Drug Checking sowie den aktuellen Stand in Berlin. Felix Betzler, Psychiater an der Berliner Charité, sprach mit rbb24 über die Potenziale des Projekts. Auch aus anderen Teilen der Republik werden die Rufe nach Drug-Checking-Projekten lauter, so u.a. kürzlich aus Bremen (s. unter „Politik und Recht“) und Baden-Württemberg (s. hier).


M E D I Z I N  U N D  G E S U N D H E I T


Schnelltest auf HIV, Hepatitis C und Syphilis bald auch ohne Anwesenheit von Ärzt*innen möglich
Mit dem am 14. November 2019 verabschiedeten Masernschutzgesetz sind auch Änderungen des Infektionsschutzgesetzes und der Medizinprodukte-Abgabeverordnung beschlossen worden, die die Rahmenbedingungen für Schnelltests auf HIV, Hepatitis C und Syphilis verändern. Mit dem Beschluss wurden nun Schnelltests auf HIV, Hepatitis C und Syphilis vom sogenannten "Arztvorbehalt" ausgenommen. Die Anwesenheit von Ärzt*innen ist für die Durchführung dieser Schnelltests nun nicht mehr zwingend notwendig. Der Bundestag will damit insbesondere die Arbeit der niedrigschwelligen Beratungs- und Testeinrichtungen, unter anderem von Aidshilfen, Suchtberatungsstellen und Gesundheitsämtern für besonders gefährdete Personengruppen erleichtern, die zukünftig entsprechende patientennahe Schnelltests ohne die zwingende Anwesenheit von Ärzt*innen durchführen können. So sollen die Zugangshürden zu Testangeboten weiter gesenkt, und damit die Anzahl der diagnostizierten HIV-, Hepatitis C- und Syphilisinfektionen weiter erhöht werden. Weitere Informationen finden Sie hier

Alkohol und Cannabis mindern den Erfolg einer Hepatitis-C-Therapie nicht
Viele Ärzt*innen haben immer noch Vorbehalte, aktiv drogengebrauchende Menschen zu einer Hepatitis-C-Behandlung zuzulassen - obwohl längst aus zahlreichen Studien bekannt ist, dass auch Drogengebrauchende (mit und ohne Substitutionstherapie) eine hohe Compliance zeigen und die Therapie bei ihnen genauso wirksam und erfolgreich ist wie bei Menschen ohne Substanzkonsum. Eine weitere Studie (PDF) auf Grundlage des deutschen Hepatitis-C-Registers hat nun gezeigt, dass auch der Konsum von Alkohol und Cannabis keinen signifikanten Einfluss auf den Behandlungserfolg haben. Diese beiden Faktoren sprechen also genauso wenig gegen eine Behandlung wie der Konsum sonstiger Substanzen.

Menschen ohne Papiere im Krankenhaus: erhebliche Versorgungslücken
Die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Gesundheit/Illegalität weist mit einem Arbeitspapier auf eine erhebliche Lücke in der Versorgung von Menschen ohne Papiere im Krankenhaus hin. Während sich für die ambulante medizinische Versorgung inzwischen bundesweit ein vielfältiges Netz medizinischer Anlaufstellen etabliert hat, die spendenbasiert und mit ehrenamtlichen Kräften eine notdürftige medizinische Primärversorgung anbieten können, stellen stationäre Behandlungen einen zentralen Versorgungsengpass für Menschen ohne Papiere dar. Mit einem Arbeitspapier macht die BAG, die aus über 100 medizinischen und sozialpolitischen Akteuren besteht, auf zwei zentrale Probleme aufmerksam: Erstens können die Menschen sich nicht ausreichend sicher sein, dass ihre Daten nicht an die Ausländerbehörde weitergereicht werden, wenn sie im Notfall ein Krankenhaus aufsuchen. Und zweitens greift eine Kostenerstattung durch das Sozialamt im Notfall nur in einem Bruchteil der Fälle. Teils wird deshalb den Betroffenen eine sofortige Behandlung im medizinisch notwendigen Umfang verwehrt. Weiteres lesen Sie unter aids-nrw.de.

P O L I T I K  U N D  R E C H T

Neue Bundesdrogenbeauftragte befürwortet Bemühungen um mehr substituierende Ärzt*innen
Die neue Bundesdrogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig, stellte sich Ende Oktober in einer Pressekonferenz anlässlich der Veröffentlichung des REITOX-Berichts 2019 (s. unter „Publikationen“) zur Situation illegaler Drogen in Deutschland den Fragen der Medienvertreter*innen. Ludwig erkannte an, dass es einen Mangel an substituierenden Ärzt*innen gebe, dem es entgegenzuwirken gelte. In Bezug auf weitere drogenpolitische Maßnahmen, wie etwa Drug Checking, Drogenkonsumräume und Naloxonprojekte wolle Ludwig erst die Ergebnisse aus Modellprojekten abwarten, berichtet das Deutsche Ärzteblatt. Für weitere Drug-Checking-Modellprojekte – bislang ist Berlin das einzige Bundesland, das ein entsprechendes Projekt in die Wege geleitet hat – lägen Anträge vor, die nun geprüft werden müssten.

Drogen – und Suchtbericht der Bundesregierung 2019
Kurz nach ihrem Amtsantritt stellte die neue Bundesdrogenbeauftragte Daniela Ludwig auch den diesjährigen Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung vor. Laut Ludwig sei es an der Zeit, in der Drogen- und Suchtpolitik „endlich mehr offene Dialoge zu führen statt ideologiebasierter Debatten“. Die zugehörige Pressemeldung sowie den Link zum Bericht finden Sie unter drogenbeauftragte.de. Eine Möglichkeit zum Dialog bietet der Alternative Drogen- und Suchtbericht, den der Bundesverband von akzept und die Deutsche Aidshife bereits im Mai diesen Jahres veröffentlicht haben und der hier abgerufen werden kann.

Neue Wege in der Drogenpolitik: Positionspapier des PARITÄTISCHEN Bremen
„Drogen sind gefährlich, aber noch gefährlicher ist die globale Drogenpolitik. Wir brauchen eine neue. Es ist Zeit für eine klügere, gesundheitsorientierte Drogenpolitik.“ Mit diesem Zitat von Kofi Annan beginnt ein neues Positionspapier des Landesverbands Bremen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands, das neue Wege in der Bremer Drogenpolitik fordert, die durchaus auch bundesweite Strahlkraft haben. Der Verband fordert unter anderem die Entkriminalisierung sowie kontrollierte und geregelte Freigabe von Cannabis, die Einrichtung eines Drogenkonsumraums sowie die Möglichkeit zum Drug Checking. Unter paritaet-bremen.de können Sie das Papier herunterladen.

Der verlorene Kampf gegen die Drogen – ein Film von Anna Feist
Statt Aufklärung und Prävention heißt es Strafverfolgung, statt staatlicher Regulierung ein stetig wachsender Schwarzmarkt. Immer mehr Expert*innen, Ärzt*innen und Strafverfolger*innen kritisieren das, weshalb die Sendung "ZDFzoom" sich gefragt hat: Wie kann eine sinnvolle Drogenpolitik aussehen? "ZDFzoom"-Reporterin Anna Feist trifft Konsument*innen, die stigmatisiert werden, Dealer*innen, die ein Riesengeschäft machen, und ehemalige Staatschef*innen in Sorge. Die Recherche führt bis nach Westafrika, in das Transitparadies für Kokain auf dem Weg nach Europa. Eine mögliche Lösung im Kampf gegen die Drogen: Entkriminalisierung und staatliche Regulierung. Doch bisher traute sich da nur ein europäisches Land ran: Portugal. Hier wurden Drogen entkriminalisiert. Entgegen aller Befürchtungen hat der Konsum nicht zugenommen. "ZDFzoom" (Link) über einen langen Kampf und seine verheerenden Folgen.

P U B L I K A T I O N E N

HIV, Hepatitis und STI: Beratung und Test für Drogengebrauchende Menschen in niedrigschwelligen Einrichtungen
Die Deutsche Aidshilfe (DAH) und die Aidshilfe NRW (AHNRW) haben ein Praxishandbuch herausgebracht. Um aktive Konsument*innen über die neuen Möglichkeiten der Heilung (HCV) und der gesundheitlichen Stabilisierung (HIV) zu informieren, bedarf es eines breiteren Angebots von Beratungs- und Testangeboten in niedrigschwelligen Einrichtungen. DAH und AHNRW haben daher verschiedene Angebote entwickelt, die dazu beitragen sollen, Mitarbeiter*innen fortzubilden und Einrichtungen, die ein solches Angebot bereits vorhalten oder anstreben, mit den hierfür notwenigen Informationen zu versorgen. Neben der neuen "Fachberater*innen-Ausbildung" der DAH hat insbesondere das neue Praxishandbuch die Aufgabe jene Einrichtungen, die ein Beratungs- und Test-Projekt umsetzen möchten, mit allen notwendigen Informationen zu versorgen. Das mit Mitteln des Landes NRW realisierte Werk kann bestellt werden unter aidshilfe.de oder in größerer Stückzahl per Mail an domenico.fiorenza@nrw.aidshilfe.de. Darüber hinaus steht es zum Download als PDF zur Verfügung.

HIV bei Drogengebrauchenden in Europa und Zentralasien
Trotz sinkender Infektionszahlen in vielen Ländern ist HIV nach wie vor eine Herausforderung für drogengebrauchende Menschen in vielen europäischen und zentralasiatischen Staaten. In zahlreichen dieser Staaten trägt injizierender Drogenkonsum immer noch über ein Viertel zur allen HIV-Diagnosen bei, und in 19 der 53 Mitgliedsstaaten der WHO-Europaregion herrscht eine konzentrierte Epidemie innerhalb der Gruppe Drogengebrauchender (d.h. über fünf Prozent HIV-Prävalenz innerhalb einer Schlüsselgruppe). Vor diesem Hintergrund hat das European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) einen Bericht vorgelegt, der Prävention, Harm Reduction und Behandlung in den Staaten vergleicht und eine Reihe an Interventionen und Handlungsempfehlungen ausspricht. Den englischsprachigen Bericht können Sie unter ecdc.europa.eu  einsehen.

Reitox-Jahresbericht 2019 zur Situation illegaler Drogen in Deutschland
Mit dem Reitox-Jahresbericht 2019 für Deutschland legt die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht das „aktuelle Standardwerk zur Situation illegaler Drogen in Deutschland“ vor. Der Bericht liegt in Form von acht Workbooks vor, u.a. zu den Themen Drogenpolitik, Harm Reduction, und Haft. Diese sowie einen ca. 10-seitigen Kurzbericht und ein 3-seitiges Factsheet finden Sie unter dbdd.de. Einige zentrale Beobachtungen: Die steigende Zahl substituierter Patient*innen steht einer sinkenden Zahl substituierender Ärzt*innen gegenüber; die Beschaffungskriminalität befindet sich auf einem aktuellen Tiefstand, aber dennoch sind nach wie vor knapp 13 Prozent aller Inhaftierten wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz in Haft; insgesamt ist die Drogenkonsumprävalenz in der Bevölkerung seit vielen Jahren relativ stabil. Cannabis ist nach wie vor die am häufigsten konsumierte illegalisierte Substanz; geschätzt 166.294 Menschen sind opioidabhängig.

Tagungsdokumentation "Aktionsplan gegen Sucht NRW - Bilanz und Ausblick"
Am 27. März fand die Tagung „Aktionsplan gegen Sucht NRW – Bilanz und Ausblick“ der Landesstelle Sucht NRW statt. Den Ablauf und die wichtigsten Ergebnisse der Tagung, die wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Suchtprävention und Suchthilfe in NRW gesetzt hat, können Sie nun in der Tagungsdokumentation (PDF) nachlesen.

Best Practice Hepatitis-C-Interventionen
Correlation, das Europäische Harm-Reduction-Netzwerk, hat einen Report zu Hepatitis-C-Interventionen für Drogengebrauchende zusammengestellt, der Modelle guter Praxis aus den Bereichen Prävention, Test, Versorgung und Behandlung präsentiert. Zu den europaweiten Best-Practice-Beispielen gehören auch die Intregrative Drogenhilfe aus Frankfurt und Fixpunkt aus Berlin. Hier finden Sie den kompletten (englischsprachigen) Report.

Hepatitis C: Neue Versorgungsmodelle
Eine weitere Publikation zum Thema Hepatitis C bei Drogengebrauchenden hat die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, kurz EMCDDA) herausgegeben. Der vorliegende Bericht (PDF) stellt in mehreren Fallstudien „new models of care for drugs services“, also neue Versorgungsmodelle für Drogenhilfeeinrichtungen und Beratungsstellen, sowie ihre Übertragbarkeit auf andere Ländern und Settings vor.

Neue Arbeitshilfe zum Asylbewerberleistungsgesetz
Im Sommer 2019 sind im Rahmen des so genannten "Migrationspaketes" zahlreiche Gesetze im Bereich des Asyl- und Aufenthaltsrechts in Kraft getreten, zu denen auch umfangreiche Änderungen des Asylbewerberleistungsgesetzes gehören. Die Kurz-Arbeitshilfe des Paritätischen Gesamtverbandes ist eine teilweise Vorabveröffentlichung einer umfangreichen Arbeitshilfe "Soziale Rechte für Flüchtlinge", die Ende 2019 erscheinen soll. Aufgrund der umfangreichen gesetzlichen Neuerungen im Bereich des Asylbewerberleistungsgesetzes, die am 21. August bzw. am 1. September 2019 in Kraft getreten sind, hofft Der Paritätische, dass diese Vorabveröffentlichung die Arbeit in Beratungsstellen schon jetzt erleichtern kann. Weitere Informationen und einen Link zur Broschüre finden Sie hier.

M E D I E N

Spritzenautomaten-App
Die Standorte der Spritzenautomaten in NRW können nun auch ganz einfach per Smartphone abgerufen werden. Auf saferuse-nrw.de finden Sie eine Anleitung, wie Sie eine entsprechende Verknüpfung auf Ihrem Handy-Display einrichten können.

Konsumtagebuch-App von Arud
Arud, eine der führenden suchtmedizinischen Institutionen in der Schweiz, hat eine App mit Konsumtagebuch-Funktion herausgegeben, die hier zum Download bereitsteht. Die App ist für all jene gedacht, die sich entweder bewusst mit ihrem Konsum auseinandersetzen möchten oder die im Rahmen einer Therapie ein Konsumtagebuch führen, und erfasst verschiedenste Substanzen, aber auch nicht-stoffbezogene Süchte wie z.B. Online- oder Shoppingsucht.

Mehrsprachige Informationsmaterialien für Drogengebrauchende
Die Deutsche Aidshilfe hat verschiede Info-Flyer, zum Beispiel zu den Themen Substitution, Naloxon und Hepatitis, nun auch auf Arabisch, Farsi und Russisch veröffentlicht. Die Flyer können über aidshilfe.de heruntergeladen oder kostenlos als Printversion bestellt werden.

 

T E R M I N E

Jahresprogramm 2020 der LWL-Koordinationsstelle Sucht
Ein umfangreiches Programm an Weiterbildungen, Arbeitskreisen, Fortbildungsseminaren und Zertifikatskursen hat für das kommende Jahr erneut die Koordinationsstelle des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zusammengestellt. Unter lwl.org finden Sie eine Übersicht.

8. Januar 2020 in Unna: Arbeitstagung Substitutionsversorgung
Gemeinsam mit dem Kreis Unna und dem akzept-Bundesverband veranstaltet das LÜSA am 8. Januar 2020 in Unna eine Arbeitstagung zur unzureichenden Versorgungssituation in der  Substitutionsbehandlung. Die Zielsetzung der Tagung ist es, über den Austausch und eine aktive Vernetzung arbeitsfähige fachübergreifende Bündnisse zu schaffen, die den Aufbau einer verlässlichen und zukunftsfähigen Versorgungsstruktur – auch in ländlichen Regionen – ermöglichen. Weitere Informationen finden sich hier.

17. bis 18. Januar 2020 in Bochum: Fachtag Sexualität & Psyche
In seiner neunten Auflage beschäftigt sich der Fachtag mit dem Thema "Mann, Frau, Divers – kontrovers?“. Geplant sind u. a. Vorträge bzw. Workshops zu Sexualität und Wechseljahren bei Mann und Frau, Sexualität und Trans*, Beratung und Therapie zu sexuellen und geschlechtlichen Identitäten, Behandlung von Traumata, kindlicher Sexualität und nicht-binären Geschlechtsidentitäten. Weitere Informationen erfahren Sie unter wir-ruhr.de.

7. bis 9. Februar 2020 in Remagen: Beratung und Betreuung drogengebrauchender Menschen (Teil 1)
Die Drogenarbeit gehört zu den Bereichen mit der höchsten Mitarbeiterfluktuation im Hilfesystem. Gesundheitliche Probleme (z. B. HIV- und Hepatitis-Koinfektionen), Verelendung und Drogentodesfälle einerseits, die Ausgrenzung drogengebrauchender Menschen andererseits fördern Gefühle von Ohnmacht und Überforderung. Diese Fortbildung bietet einen geschützten Raum, in dem man das eigene Handeln reflektieren und offen über die persönlichen Grenzen des akzeptierenden Arbeitens sprechen kann. Im 1. Teil  stehen die Prinzipien „Niedrigschwelligkeit“ und „Akzeptanz des Drogenkonsums“ im Vordergrund. Außerdem werden Methoden der Gestaltung von Beratungs- und Betreuungsprozessen vermittelt. Der Anmeldeschluss ist der 12. Dezember 2019. Der zweite Teil der Fortbildungsreihe findet vom 10. bis 12. Juli statt. Hier geht es zur Online-Anmeldung.

14. bis 16. Februar 2020 in Remagen: Übergangsmanagement Sucht und Infektionserkrankungen im Vollzug
In Justizvollzugsanstalten sind viele Menschen mit Sucht- und Infektionserkrankungen untergebracht. Bei jedem dritten bis vierten Gefangenen liegt eine Abhängigkeitserkrankung, und bei jedem fünften bis sechsten Gefangenen eine behandlungsbedürftige Infektionserkrankung vor. Da weder die Sozialversicherungen in Haft fortgeführt werden, noch die Angebote innerhalb und außerhalb der Haft identisch sind, müssen Übergänge geschaffen werden, die eine notwendige und sinnvolle Behandlung ermöglichen. In diesem Seminar für Mitarbeitende aus aus Aids-, Drogen- und Gefangenenhilfe sowie der Justiz sollen Möglichkeiten eines guten Übergangsmanagements vom Vollzug in die Freiheit und umgekehrt aufgezeigt werden, um Lücken in der derzeitigen Versorgung von Drogengebrauchenden und HIV/HCV-positiven Gefangenen zu schließen. Auf Wunsch können auch eigene Fallbeispiele eingebracht werden, zu denen Lösungsansätze erarbeitet werden. Anmeldeschluss ist der 1. Dezember 2019, weitere Informationen finden Sie hier.

15. Februar 2020 in Köln: Fachtagung HIV-Kontrovers
"Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers!" Unter diesem Motto laden die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft am 15. Februar 2020 zur Fachtagung HIV-KONTROVERS ins Kölner KOMED ein. HIV-KONTROVERS richtet sich an Ärzt*innen sowie Expert*innen aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie an Menschen mit HIV und Aids. Der Kongress bietet den Rahmen für einen interaktiven Diskurs rund um HIV und Aids. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referent*innen in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert gegensätzliche Positionen und bieten so den Einstieg für eine Diskussion. Die Anmeldung ist aktuell noch möglich. Mehr erfahren Sie hier.

21. bis 23. Februar 2020 in Remagen: Beratung und Test für Drogengebraucher*innen in einer Hand
Die Bundesrepublik Deutschland hat sich mit ihrer Strategie BIS 2030 den WHO-Zielen angeschlossen und strebt eine Eliminierung des Hepatitis-C-Virus bis zum Jahr 2030 an. Um mehr drogengebrauchenden Menschen ein zielgruppen- und praxisnahes Beratungs- und Testangebot aus einer Hand zu ermöglichen, gilt es, verstärkt Mitarbeitende in der HIV- und Hepatitis-Testberatung fortzubilden. Beratung und Test sind flächendeckend in der Drogenhilfe – und hier insbesondere in Einrichtungen mit niedrigschwelligem Charakter – zu verankern. Das Seminar wendet sich an HIV/HCV-Berater*innen aus Aids- und Drogenhilfen, die ihre Kenntnisse zum Thema „Testberatung vor und nach dem Test“ sowie „Testdurchführung“ erweitern wollen. Dazu werden auch umfängliche Kenntnisse zur Durchführung eines HIV/HCV-Schnelltests sowie zur Implementierung eines Testprojektes in der eigenen Einrichtung vermittelt. Unter aidshilfe.de können Sie sich bis zum 10. Januar 2019 anmelden.

27. bis 29. März 2020 in München: Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage
Die 18. Ausgabe der AIDS- und Hepatitis-Tage findet vom 27. bis 29. März 2020 wieder im namensgebenden Ursprungsort München statt. Ziel des Kongresses ist es, die mit HIV- und Hepatitispatient*innen arbeitenden Berufsgruppen mit dem derzeitigen Wissens- und Forschungsstand und neuen Wegen der Behandlung vertraut zu machen. Wie in den vergangenen Jahren trägt die interdisziplinäre Themenauswahl und -bearbeitung diesem Ansatz Rechnung. Neben Ärzt*innen und Psycholog*innen werden auch Pflegepersonal, Sozialarbeiter*innen, Jurist*innen und viele andere mit der Thematik HIV/Aids und Hepatitis befasste Berufe zu Wort kommen. In Workshops und Seminaren können sich die Teilnehmenden sowohl mit den Grundlagen der Aids- und Hepatitisforschung vertraut machen als auch ihr Wissen über das klinische Management in interaktiven Veranstaltungen vertiefen. Dabei wird ganz bewusst auf eine Gleichgewichtung zwischen somatischen und psychosozialen Aspekten Wert gelegt, um der klinischen Wirklichkeit zu entsprechen. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldungen finden Sie hier.

30. März bis 1. April 2020 in Heidelberg: Konsumreduktionsprogramm – zweiteilige Trainer*innenausbildung
KISS (Kompetenz im selbstbestimmten Substanzkonsum) ist ein verhaltenstherapeutisches Selbstmanagement-Programm („Behavioral Self-Control Training“) zur gezielten Kontrolle und Reduktion des Konsums legaler und illegaler Drogen. Es besteht aus zwölf Sitzungen, in denen z. B. vermittelt wird, wie man ein Konsumtagebuch führt, wöchentlich Konsumziele festlegt, Risikosituationen erkennt und bewältigt oder mit „Ausrutschern“ umgeht. Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass das KISS-Programm von Drogengebrauchenden und Substituierten sehr gut angenommen wird. Dieses Gruppenangebot ist auch in der niedrigschwelligen Arbeit anwendbar. Daher bietet die Deutsche Aidshilfe auch 2020 wieder ein zweiteiliges Seminar an, das Mitarbeitende aus der Aids- und Drogen(selbst)hilfe zu KISS-Trainer*innen ausbildet. Anmeldeschluss ist der 14. Februar, der zweite Teil der Ausbildung findet vom 25. bis 27. Mai 2020 statt. Hier geht es zur Online-Anmeldung.

1. bis 3. Mai 2020 in Königswinter: Treffen für Angehörige drogengebrauchender Menschen
Wenn jemand in der Familie Drogen nimmt, sind davon meist auch die Angehörigen betroffen. Eltern sehen mit Angst und Sorge, welche Veränderungen sich im Leben ihrer Kinder vollziehen und welchen gesundheitlichen Risiken sie ausgesetzt sind. Das soziale Umfeld wiederum beschuldigt sie, für die Lebensweise ihres Sohnes oder ihrer Tochter und den möglichen Folgen – Verelendung, Inhaftierung, HIV- und/oder Hepatitis-Infektion – mitverantwortlich zu sein. Andererseits sind Angehörige oft eine wichtige Unterstützung: Sie setzen sich dafür ein, dass sich die Lebenssituation des drogengebrauchenden Familienmitglieds normalisiert, und engagieren sich in der Präventionsarbeit. Dieses Seminar ermöglicht es Eltern und anderen Angehörigen, sich über ihre Erfahrungen auszutauschen, die Strukturen und Arbeitsweisen der Angehörigenselbsthilfe kennenzulernen und sich über die Möglichkeiten eines Engagements in der HIV- und Hepatitis-Prävention zu informieren. Bis zum 20. Februar 2020 können Sie sich hier anmelden.

3. bis 5. April 2020 in Würzburg: Substitution in Haft praxisnah
Im Laufe der letzten zehn Jahre sind die Substitutionsangebote im Vollzug ausgebaut worden – eine Erweiterung der Angebote ist dennoch geboten. In diesem Seminar für Mitarbeitende aus den Fachdiensten der Justizvollzugsanstalten (Medizinischer Dienst, Sozialdienst) werden die rechtlichen und medizinischen Grundlagen, die für die Einrichtung und den Ausbau von Substitutionsangeboten im Vollzug zu beachten sind, vermittelt. Zudem werden zentrale Themen, die in der medizinischen und psychosozialen Beratung bestehen, behandelt. Die Veranstaltung ist praxisnah konzipiert und bietet auch die Möglichkeit, Fallbeispiele einzubringen, diese zu reflektieren und Lösungsansätze zu besprechen. Anmeldeschluss ist der 6. Dezember 2019, anmelden können Sie sich unter aidshilfe.de.

15. bis 17. Mai 2020 in Köln: Engagement in der Drogenselbsthilfe JES (Teil 1)

Teil 1 des zweiteiligen Seminars gibt einen Überblick über das Netzwerk von JES (Junkies, Ehemalige, Substituierte), die JES-Gruppen und ihre Arbeitsfelder. Anhand der Frage „Was erwarte ich von JES, und was erwartet JES von mir?“ werden die Voraussetzungen für eine Mitarbeit geklärt. Außerdem wird Grundwissen zur Geschichte und zur gesundheits- und drogenpolitischen Arbeit von JES vermittelt. Das Seminar will dabei helfen, die Fähigkeiten und Interessen im Hinblick auf ein Engagement bei JES einzuschätzen. Der zweite Teil der Veranstaltung findet vom 21. bis 22. August 2020 in Berlin statt, anmelden können sich Interessierte für beide Teile bis zum 6. März 2020 unter aidshilfe.de.

25. bis 26. Mai 2020 in Berlin: fdr+sucht+kongress „Update Konsum – Upgrade Hilfe“
Vom 25. bis 26. Mai 2020 findet der 42. fdr+sucht+kongress des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe e.V. (fdr+) statt. Er steht unter dem Titel „Update Konsum – Upgrade Hilfe“. Hintergrund des Kongresses sind die gesellschaftlichen und suchtspezifischen Entwicklungen und Herausforderungen sowie die Bedarfe der Zielgruppen und die daraus resultierende Notwendigkeit, Hilfeangebote und Zugangswege anzupassen bzw. zu optimieren. Dabei soll es auch um die Förderung des Bewusstseins für Diversity, Enttabuisierung und Entstigmatisierung gehen. Informationen zum Programm und zum Anmeldeverfahren werden in Kürze unter fdr-online.de veröffentlicht.

2. bis 5. Juni 2020 in Hamburg: Suchttherapietage

Das 25. Jubiläum der Hamburger Suchttherapietage, das im Juni 2020 gefeiert wird, soll als Anlass dienen, wichtige Herausforderungen zu diskutieren, vor die sich die Suchthilfe gestellt sieht, aber auch wie sich Suchtprävention und -therapie selbst in den zurückliegenden Jahren entwickelt haben. Welche Anforderungen bringen aktuelle soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklungen mit sich? Konnten die Veränderungen in Prävention und Therapie mit dem Wandel im Konsumverhalten und in den Zielgruppen Schritt halten? Sind die aktuellen Ansätze in Beratung und Behandlung ausreichend flexibel und „kundenorientiert“? Wie haben sich Haltung und Selbstverständnis in der Suchthilfe über die Jahre gewandelt? Aktuelle Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter suchttherapietage.de.

2. bis 4. Juli 2020 in München: Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin

Die 21. Ausgabe des Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin, der sich als fachintegrierendes Forum für Suchttherapie, Suchtfolgekrankheiten und Akutversorgung Suchtkranker versteht, wird im Juli 2020 in München tagen. Weitere Informationen finden Sie hier.

2. September 2020 in Bochum: Kooperationstag Sucht und Drogen NRW

Die zehnte Ausgabe des Kooperationstags „Sucht und Drogen NRW“ wird am 2. September diesen Jahres auf dem Campus der Hochschule für Gesundheit in Bochum unter dem Titel „Gemeinsam handeln. Gestern - heute – morgen“ stattfinden. Weitere Informationen werden mit ausreichend Vorlauf unter wissensuchtwege.de veröffentlicht werden.

16. bis 18. September 2020 in Heidelberg: Motivierende Gesprächsführung

Die motivierende Gesprächsführung stellt eine wichtige Basisqualifikation für die psychosoziale Arbeit dar. Die Fortbildung für Mitarbeitende mit Schwerpunkt Beratung und Betreuung aus Aids- und Drogen(selbst)hilfen führt in das „Motivational Interviewing“ ein und ermöglicht den Erwerb von Grundkenntnissen und -fertigkeiten. Das Gelernte kann anhand von ausgewählten Therapiesituationen und Fallbeispielen ausprobiert werden. Anmeldeschluss ist der 5. August 2020, weitere Informationen gibt es hier.

17. bis 18. September 2020 in Berlin: Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft

Die 11. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft wird am 17. und 18. September 2020 in Berlin stattfinden. Zum Motto „Wenn die Seele an der Pforte bleibt – psychische Störungen und Erkrankungen im Vollzug“ rufen die Veranstalter wiederum zur Einreichung von Beiträgen für das Konferenzprogramm auf. Weitere Informationen zur Programmplanung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter gesundinhaft.eu.

24. bis 25. September 2020 in Nürnberg: Internationaler akzept-Kongress

Im September findet die 13. Ausgabe des Internationalen akzept-Kongresses erstmalig in Bayern statt. Unter dem Titel „Barrieren in der Gesundheitsversorgung Drogenabhängiger überwinden“ sollen die Themenblöcke „Gesundheitliche und soziale Folgen der Prohibition“, „Harm Reduction in allen Drogenhilfebereichen“ und „Suchthilfe praktisch“ eine Rolle spielen. Weitere Informationen folgen unter akzept.eu.

27. bis 29. November 2020 in Eisenach: Medizinische Versorgung in Haft

Jeder hundertste Inhaftierte hat eine HIV-Infektion. Fast jeder fünfte Gefangene ist HCV-positiv. Es wird davon ausgegangen, dass bei jedem sechsten bis siebten eine behandlungsbedürftige HCV-Infektion vorliegt. Zudem sind schätzungsweise 20–30 % der Inhaftierten abhängig von illegalisierten Drogen, d. h. bei ca. 16.000 Gefangenen in Deutschland liegt eine behandlungsbedürftige Suchterkrankung vor.

Dieses Konzeptseminar richtet sich an die Mitarbeitende der medizinischen Dienste des Justizvollzugs. Die Veranstaltung, die einmal jährlich stattfindet, dient dem Austausch und der Vermittlung von neuen medizinischen Entwicklungen in den Bereichen Sucht- und Infektionserkrankungen, zudem sollen Wege und Möglichkeiten gefunden werden, wie die neuen Erkenntnisse in den Vollzug übernommen werden können. Ziel ist es, Behandlungswege zu erarbeiten und aufzuzeigen, damit der Justizvollzug den Versorgungserfordernissen besser entsprechen kann, und Gefangene zukünftig von einer verbesserten HIV-, HCV-Therapie und Substitution profitieren. Die Anmeldung erfolgt bis zum 1. September 2020 unter aidshilfe.de.


A U S S C H R E I B U N G E N

Ausschreibung der Aidshilfe Oberhausen
Die Aidshilfe Oberhausen sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine*n Erzieher*in/Sozialarbeiter*in/Sozialpädagogen*in oder vergleichbare Qualifikation mit Berufserfahrung für den Fachbereich Ambulant Betreutes Wohnen (gem. §§ 53 ff. SGB XII) in Voll- oder Teilzeit. Weitere Informationen finden Sie in der Stellenausschreibung (PDF).

Ausschreibungen im Landesverband

Weitere aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

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