Nr. 2 - März 2020

Sehr geehrte Leser*innen,

die aktuelle Situation rund um die Ausbreitung des neuen Coronavirus betrifft und beeinflusst uns alle erheblich im öffentlichen wie privaten Leben. Mitarbeitende sowie Klient*innen, Besucher*innen und Nutzer*innen der Angebote aus der Aids-, Sucht- und Drogenhilfe, aber auch Menschen in Haft sind alle betroffen von den aktuellen Einschränkungen, die zum Schutz des Einzelnen sowie zur Verlangsamung der weiteren Ausbreitung erlassen wurden. Viele Einrichtungen müssen ihre Angebote reduzieren, auf telefonische oder Online-Beratung umstellen, oder sogar schließen. Safer Use und Harm Reduction bleiben dennoch auch unter den aktuellen Umständen essenzielle Bausteine des Hilfesystems. Deshalb möchten wir Ihnen auch unter diesen Umständen hiermit die zweite Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen, Strafvollzug und Spritzenautomaten in diesem Jahr zusenden und wichtige Entwicklungen aus Politik und Gesellschaft, Medizin und Forschung, aus dem Verband sowie kooperierenden Einrichtungen mit Ihnen teilen.

Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder weitere Termine über den Newsletter.  Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen, bleiben Sie gesund,

Brigitte Bersch            
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
   
Drogen|Strafvollzug 
 


A K T U E L L E S

Aktuelles rund um Corona

Informationen rund um das neue Coronavirus werden aktuell über viele Kanäle geteilt. Wir möchten deshalb an dieser Stelle lediglich auf die aus unserer Sicht für den Aids, Drogen- und Haftbereich wichtigsten Mitteilungen und Websites hinweisen:

  • Informationen für drogengebrauchende Menschen sowie Beratungsstellen mit weiterführenden Links unter saferuse-nrw.de. Die Website wird fortlaufend mit wichtigen Informationen aktualisiert.
  • Hilferuf der ambulanten Drogen-, Aids- und Suchthilfe unter saferuse-nrw.de.
  • Aktuelle Aidshilfe-Infos zu Corona unter aidshilfe.de.
  • Handreichung der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin (DGS) zu Corona und Substitution (Link). Eine der wichtigsten empfohlenen Maßnahmen ist die Ausweitung von Take-Home-Verordnungen für substituierte Patient*innen.
  • Sonderseite des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW unter mags.nrw.
  • Bericht des Ministeriums der Justiz NRW an den Rechtsausschuss im Landtag NRW zu den Maßnahmen, die den Justizvollzug betreffen (ab S. 3) unter landtag.nrw.de.
  • Richtlinien der WHO zum Umgang mit Corona im Justizvollzug unter who.euro.int. Die WHO weist hier u.a. darauf hin, dass auch während der aktuellen Ausnahmesituation weiterhin sicherzustellen ist, dass Menschenrechte gewahrt werden, dass der Kontakt zur Außenwelt nicht völlig abgeschnitten ist, und dass der Zugang zu Information und medizinischer Versorgung gewährleistet bleibt.

Abwasseranalysen zum Drogenkonsum in europäischen Städten

Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) hat kürzlich ihre aktuelle Studie zur Analyse von Drogenrückständen im Abwasser von 68 Städten in 23 europäischen Staaten vorgelegt, darunter auch Deutschland. Im Vergleich zu den Vorjahresanalysen ist insgesamt ein Anstieg der untersuchten Stoffe (Amphetamine, Kokain, Ecstasy und Crystal Meth) bei insgesamt hoher Varianz zwischen den einzelnen Standorten zu verzeichnen. Weitere Informationen finden Sie unter saferuse-nrw.de.

Abgabe von Einmalspritzen – Rundschreiben aus dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW

Die Ergebnisse der "Umfrage zur Abgabe von Einmalspritzen 2019 in NRW" liegen vor. Die Auswertung macht deutlich, dass die Abgabe von sterilen Einmalspritzen und weiterer Präventionsmaterialien sowohl über die persönliche Vergabe in den Einrichtungen als auch über Spritzenautomaten auch in Zukunft ein unverzichtbarer Beitrag der HIV- und Hepatitisprävention darstellt. Die Statistik zeigt auch die Leerstellen der Versorgungssituation in NRW auf. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen hat kürzlich ein Rundschreiben (PDF) an das Innenministerium, die Bezirksregierungen und kommunalen Spritzenverbände und an die Gesundheitsämter in NRW mit der Bitte um Unterstützung bei der Aufstellung von weiteren Spritzenautomaten verschickt. Die Gesamtübersicht der Abgabezahlen von 2017 bis 2019 finden Sie unter saferuse-nrw.de.

Europäische HIV- und Hepatitis-Testwoche im Frühling 2020

Vom 15. bis 22. Mai findet erneut die Frühlingsausgabe der Europäischen HIV- und Hepatitis-Testwoche statt. Die Initiative möchte dazu beitragen, den Zugang zum Test zu erleichtern und über die Vorteile eines frühen Tests aufklären. Weitere Informationen finden Sie unter aids-nrw.de.

Drogenarbeit in der Aidshilfe NRW

Drogengebrauchende Menschen gehörten von Anfang an auf Bundes- wie Landesebene zu den Gründungsmitgliedern der Aidshilfe sowie den Haupt-Zielgruppen der Aidsarbeit. Dies spiegelt sich auch in den Angeboten der Mitgliedsorganisationen der Aidshilfe NRW wider: Während die allgemeine Präventions- und Beratungsarbeit grundsätzlich allen Menschen mit HIV oder in HIV-spezifischen Lebenslagen offen steht, verfügt knapp die Hälfte der rund 40 Mitgliedsorganisationen über spezifische Angebote für drogengebrauchende Menschen, wie eine Auswertung der Aidshilfe NRW ergeben hat. Weitere Ergebnisse finden Sie unter saferuse-nrw.de.


M E D I Z I N  U N D  G E S U N D H E I T

Bericht zum  Substitutionsregister 2019

Der neue Bericht zum Substitutionsregister 2019 wurde kürzlich vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) veröffentlicht. Der Bericht enthält Daten u.a. zur Zahl der gemeldeten Substitutionspatient*innen und substituierenden Ärzt*innen sowie zu den verwendeten Substitutionsmitteln. Die Zahl der Substitutionspatient*innen ist seit der Erfassung der Daten nahezu konstant gestiegen und hat zum Stichtag am 1. Juli 2019 mit 79.700 Patient*innen einen neuen Höchststand erreicht. Die Zahl substituierender Ärzt*innen dagegen sinkt seit einigen Jahren bzw. stagniert auf niedrigem Niveau, in 2019 waren 2.607 substituierende Ärzt*innen gemeldet (gegenüber 2.585 in 2018). Der Anteil von Methadon an allen verschriebenen Substitutionsmitteln ist in den vergangenen Jahren stetig gesunken, jedoch immer noch der höchste (38,1 Prozent), gefolgt von Levomethadon (35,9 Prozent) und Buprenorphin (23,2 Prozent).

In NRW waren zum Stichtag 25.765 Patient*innen gemeldet gegenüber 726 Ärzt*innen. Somit sind in NRW pro Substitutionsärzt*in 35,5 Patient*innen gemeldet, damit liegt das Bundesland gemeinsam mit Hessen auf Platz 3 hinter den Stadtstaaten Hamburg und Berlin. Weitere Informationen, u.a. eine graphische Übersicht unterteilt nach Kreisen bzw. kreisfreien Städten, finden Sie unter bfarm.de.

Nadelstichverletzungen und HIV-Infektionen: Risiko sehr gering

Die Angst vor einer HIV- oder Hepatitis-Infektion durch Nadelstichverletzungen ist nicht nur im Gesundheitswesen ein Thema, sondern auch im öffentlichen Raum – etwa durch nicht fachgerecht entsorgte Konsumutensilien, zum Beispiel im Umfeld von Spritzenautomaten. In aller Regel entsorgen drogengebrauchende Menschen ihr Konsumzubehör fachgerecht, zum Beispiel im eigens dafür angebrachten Entsorgungsschacht im Spritzenautomaten. Werden doch einmal gebrauchte Spritzen aufgefunden, löst dies oft Ängste vor einer möglichen Ansteckung mit Infektionskrankheiten aus. Eine Auswertung aus dem Vereinigten Königreich hat nun bestätigt, dass das Infektionsrisiko nach einer Nadelstichverletzung sehr gering ist, und bislang keine dokumentierten Fälle einer HIV-Infektion durch Kontakt mit Nadeln oder Spritzen im öffentlichen Raum vorliegen. Weitere Informationen lesen Sie unter saferuse-nrw.de.


P O L I T I K  U N D  R E C H T 

Arztvorbehalt für Schnelltests auf HIV, HCV und Syphilis entfällt

Zum 1. März 2020 ist mit Inkrafttreten des Masernschutzgesetzes auch der sogenannte Arztvorbehalt für Schnelltests (Antikörpernachweis) auf HIV, Hepatitis C und Syphilis entfallen. Das bedeutet, dass ab sofort für die Durchführung eines solchen Tests die Anwesenheit ärztlichen Personals nicht mehr zwingend notwendig ist. Mehr hierzu lesen Sie unter saferuse-nrw.de.


P R O J E K T E  U N D  F I N A N Z E N

Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit

Der zweite Baustein der Landesinitiative gegen Wohnungslosigkeit „Endlich ein ZUHAUSE!“ des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW stell zwei Millionen Euro für die aufsuchende Suchtberatung bei wohnungslosen Menschen zur Verfügung. Im Rahmen der Ausschreibung können Gelder für zusätzliche Personal- sowie Sachkosten beantragt werden. Bis zum 31. März 2020 werden zunächst bevorzugt die 20 Kommunen und kreisfreien Städte berücksichtigt, in denen besonders viele Menschen von Wohnungslosigkeit betroffen sind, ab dem 1. April 2020 sind ausdrücklich auch alle übrigen Kommunen aufgerufen, Anträge zu stellen. Weitere Informationen finden Sie unter landesstelle-sucht.nrw.de.

Aktionsplan gegen Sucht NRW: Förderschwerpunkt vernetzte Suchthilfe

Den Ergebnissen der Erhebung und Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen in NRW (PDF) folgend liegt der Förderschwerpunkt der nächsten Förderrunde des Aktionsplans gegen Sucht NRW auf dem  Auf- und Ausbau von vernetzter Suchthilfe in NRW. Gefördert werden sollen bis zu fünf regionale Suchthilfenetzwerke im Sinne nutzer- und zielorientierter „Versorgungspfade“, die kreisweit bzw. kreisübergreifend, sektorübergreifend oder über verschiedene Beratungsangebote hinweg vernetzen. Weitere Informationen sowie die Antragsformulare finden Sie unter landesstellesucht-nrw.de. Die Abgabefrist für Projektanträge im Rahmen des aktuellen Projektaufrufs ist der 31. Mai 2020.


P U B L I K A T I O N E N

Umgang mit Hass und Hetze in den Sozialen Medien

Hate Speech, Hassrede und Hetze im Internet, betrifft auch die Träger Sozialer Arbeit und der Freien Wohlfahrt sowie die Menschen, die ihre Angebote nutzen. Hauptzielgruppen von Hate Speech sind LGBTIQ*, muslimische Menschen und Frauen. Der Paritätische hat eine Handreichung für den Umgang mit Hass und Hetze in den Sozialen Medien entwickelt, die Sie hier finden. Die Handreichung bietet eine Orientierungshilfe zu den verschiedenen Ausprägungen, zu Prävention, Gegenstrategien und juristischen Mitteln. Weitere Handlungshilfen des Partitätischen im Umgang mit Rechtsextremismus, Rassismus und weiteren Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit finden Sie unter der-paritaetische.de.

PaSuMi-Handbuch: Partizipation, Sucht und Migration 

Das Projekt PaSuMi (Diversity-orientierte und partizipative Entwicklung der Suchtprävention und Suchthilfe für und mit Migrant*innen) hat unter Federführung der Deutschen Aidshilfe bundesweit acht Projekte mit rund 150 Peers zusammengebracht, um gemeinsam mit den beteiligten Communitys die Schnittstellen zwischen den Handlungsfeldern Partizipation, Migration und Sucht zu erkunden. Die vielen wichtigen Erkenntnisse, Ergebnisse und Empfehlungen, die dabei zustande gebracht wurden, sind im PaSuMi-Handbuch zusammengetragen worden, das unter aidshilfe.de heruntergeladen oder als Printversion kostenlos bestellt werden kann.

Handreichungen für den Bereich Migration und Versorgung

Die gesundheitliche und soziale Versorgung von zugewanderten Menschen stellt Beratungsstellen wie Arztpraxen oft vor Herausforderungen. Zwei neue bzw. aktualisierte Broschüre bieten Hilfestellung: Die „Arbeitshilfe zum Thema Flucht und Migration. Soziale Rechte für Geflüchtete“ vom Paritätischen Gesamtverband sowie die Handreichung „Zugang zum Gesundheitssystem für Unionsbürgerinnen und Unionsbürger, Angehörige des EWR und der Schweiz“, herausgegeben von der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration und der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege. Weitere Informationen sowie Links zu beiden Publikationen finden Sie unter aids-nrw.de.  

Monitoringbericht der ambulanten Sucht- und Drogenhilfe in Nordrhein-Westfalen 2018

Der jährliche Monitoringbericht der ambulanten Sucht- und Drogenhilfe beschreibt Stand und Entwicklung der Sucht- und Drogenberatungsstellen in NRW und lädt zu einer vertiefenden Analyse ein. 178 Einrichtungen haben sich in 2018 beteiligt und Daten erhoben, die im vorliegenden Bericht vorgestellt werden. Eine Sonderauswertung nach Kreisen hat ergeben, dass Klient*innen mit vordergründiger Alkoholproblematik in eher ländlichen Kreisen anteilsmäßig im Vordergrund stehen, während Klient*innen mit vordergründiger Opioidproblematik in den kreisfreien Großstädten den größten Anteil darstellen. Cannabiskonsument*innen stehen jeweils an zweiter Stelle. Ein weiteres Ergebnis des diesjährigen Schwerpunktthemas „Klientinnen und Klienten in stabilen und prekären Wohnverhältnissen“ ist, dass von den Betreuten 6 Prozent wohnungslos sind und 11 Prozent in „instabilen Wohnverhältnissen“ leben. Den vollständigen Bericht finden Sie unter landesstellesucht-nrw.de.


M E D I E N

Drogenkurier Nr. 121: Schwerpunkt Substanzmonitoring

In der neuen Ausgabe des Drogenkuriers liegt der Schwerpunkt auf den bisherigen Ergebnissen des Forschungsprojekts DRUSEC. Teil des Projekts ist ein Substanzmonitoring an der Universität Freiburg, das eingesendete Proben zum Beispiel aus Drogenkonsumräumen (in Form von Restanhaftungen an Konsumutensilien oder Verpackungen) analysiert und die Ergebnisse an die Einrichtungen zurücksendet. Anders als beim Drug Checking erfolgt also keine individualisierte Rückmeldung an die Konsument*innen, dennoch erlauben die Analysen gewisse Trendaussagen in einzelnen Städten und im Zeitverlauf. Mehr hierzu und zu weiteren aktuellen Themen, etwa zum Anstieg von Kokain- und Crackkonsum abseits der bislang bekannten Zentren oder zum Tattoo-Projekt in Haft aus Luxemburg, lesen Sie im Drogenkurier Nr. 121 (PDF).

Naloxon-Website

Rund um die Anwendung von Naloxon, das bei Opioid-Überdosierungen zum Einsatz kommt und in Deutschland seit September 2018 als einfach anwendbares Nasenspray auf Kassenrezept verfügbar ist, kursieren immer noch viele Mythen bei Ärzt*innen wie Patient*innen. Die australische Website „overdose lifesavers“ hat es sich zum Ziel gesetzt, mit diesen Mythen aufzuräumen, und objektive aber auch persönliche Geschichten von Naloxon-Einsätzen zu erzählen. Deutschsprachige Infos sind u.a. über die Website naloxoninfo.de von akzept zu beziehen.

sniff it! Medien der Deutschen Aidshilfe zum Umstieg auf risikoärmere Konsumformen

Der nasale Konsum stellt eine Konsumform dar, die weniger Risiken im Hinblick auf die Übertragung von HIV und Hepatitis sowie Überdosierungen aufweist als z.B der intravenöse Konsum. Ziel einer neuen Medienserie der Deutschen Aidshilfe ist es daher, drogengebrauchende Menschen zum Wechsel der Konsumform zu motivieren. Im Shop der DAH finden Sie zum Thema ein Plakat, ein Faltblatt und einen Aufkleber zum Download sowie kostenlosen Versand.

Videos zu alternativen Konsumformen

Ergänzend zu neuen Informationsmaterialien hat die Deutsche Aidshilfe zwei Videos produziert, die den Umstieg auf risikoärmere Konsumformen – nasal (sniefen) sowie inhalativ (auf Folie rauchen) – erleichtern sollen. Die Filme können zur Fortbildung von Mitarbeitenden und Konsument*innen eingesetzt werden.

Safer Use - Risiken minimieren beim Drogengebrauch

Die aktualisierte Broschüre der Deutschen Aidshilfe zeigt, wie Infektionen (zum Beispiel mit HIV und Hepatitis) vermieden werden können. Im Mittelpunkt stehen Safer-Use-Tipps zum i.v. Konsum, denn Heroin wird in Deutschland meistens gespritzt. Daneben enthält die Broschüre auch Informationen zu Risiken und Nebenwirkungen von Heroin, Kokain, Crack und Tabletten sowie über andere Konsumformen wie Sniefen und Rauchen oder die Po-Injektion („up your bum“). Die Broschüre kann über den Versand der DAH als PDF heruntergeladen oder als Printversion kostenlos bestellt werden. Ein Überblick über die genannten Konsumformen ist auch als DINA2-Poster erhältlich.

 

T E R M I N E

Bitte beachten Sie, dass untenstehende Terminankündigungen unter Vorbehalt stehen unter Berücksichtigung der aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus. Einige Kongresse wurden bereits abgesagt, etwa die Müncher Aids- und Hepatitistage (geplant für den 27. bis 29. März in München) und der fdr+sucht+kongress des Fachverbandes Drogen- und Suchthilfe (geplant für den 25. bis 26. Mai in Berlin), die weitere Empfehlungslage zur Abhaltung von Großveranstaltungen bleibt abzuwarten. Bitte überprüfen Sie regelmäßig die Websites der jeweiligen Veranstalter, um auf dem Laufenden zu bleiben.

Veranstaltungen der Aidshilfe NRW sowie der Deutschen Aidshilfe sind zunächst bis Ende April abgesagt.

2. bis 5. Juni 2020 in Hamburg: Suchttherapietage

Das 25. Jubiläum der Hamburger Suchttherapietage, das im Juni 2020 gefeiert wird, soll als Anlass dienen, wichtige Herausforderungen zu diskutieren, vor die sich die Suchthilfe gestellt sieht, aber auch wie sich Suchtprävention und -therapie selbst in den zurückliegenden Jahren entwickelt haben. Welche Anforderungen bringen aktuelle soziale, ökonomische und kulturelle Entwicklungen mit sich? Konnten die Veränderungen in Prävention und Therapie mit dem Wandel im Konsumverhalten und in den Zielgruppen Schritt halten? Sind die aktuellen Ansätze in Beratung und Behandlung ausreichend flexibel und „kundenorientiert“? Wie haben sich Haltung und Selbstverständnis in der Suchthilfe über die Jahre gewandelt? Aktuelle Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter suchttherapietage.de.

2. bis 4. Juli 2020 in München: Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin

Die 21. Ausgabe des Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin, der sich als fachintegrierendes Forum für Suchttherapie, Suchtfolgekrankheiten und Akutversorgung Suchtkranker versteht, wird im Juli 2020 in München tagen. Weitere Informationen finden Sie hier.

2. September 2020 in Bochum: Kooperationstag Sucht und Drogen NRW

Die zehnte Ausgabe des Kooperationstags „Sucht und Drogen NRW“ wird am 2. September diesen Jahres auf dem Campus der Hochschule für Gesundheit in Bochum unter dem Titel „Gemeinsam handeln. Gestern - heute – morgen“ stattfinden. Weitere Informationen werden mit ausreichend Vorlauf unter wissensuchtwege.de veröffentlicht werden.

14. bis 16. September 2020 in Berlin: Deutscher Suchtkongress

Auf dem Deutschen Suchtkongress werden aktuelle empirische Befunde und theoretische Erklärungsansätze aus den neurokognitiven, medizinischen, psychologischen und anderen grundlagenorientierten Biowissenschaften unter einer interdisziplinären Perspektive vorgestellt und mit Ergebnissen anwendungsbezogener Therapie- und Versorgungsforschung sowie Berichten aus der Versorgungspraxis verzahnt.

In diesem Jahr soll u.a. verstärkt die somatische und psychische Komorbidität von Suchterkrankungen thematisiert und die damit verbundenen Konsequenzen für das Versorgungssystem und für langfristige gesundheitspolitische Planungen diskutiert werden. Dabei werden auch einige der aktuellen gesundheitspolitischen Kontroversen und gesellschaftlichen Trends in diesem Feld aufgegriffen, zum Beispiele veränderte Konsummuster (Partydrogen, Chemsex), Sucht und Alter oder die Regulierung von Cannabis. Der Call for abstracts ist noch geöffnet bis zum 16. April, die Frühbucher-Anmeldung läuft noch bis zum 13. Juni. Weitere Informationen finden Sie unter deutschersuchtkongress.de.

16. bis 18. September 2020 in Heidelberg: Motivierende Gesprächsführung

Die motivierende Gesprächsführung stellt eine wichtige Basisqualifikation für die psychosoziale Arbeit dar. Die Fortbildung für Mitarbeitende mit Schwerpunkt Beratung und Betreuung aus Aids- und Drogen(selbst)hilfen führt in das „Motivational Interviewing“ ein und ermöglicht den Erwerb von Grundkenntnissen und -fertigkeiten. Das Gelernte kann anhand von ausgewählten Therapiesituationen und Fallbeispielen ausprobiert werden. Anmeldeschluss ist der 5. August 2020, weitere Informationen gibt es hier.

17. bis 18. September 2020 in Berlin: Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft

Die 11. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft wird am 17. und 18. September 2020 in Berlin stattfinden. Zum Motto „Wenn die Seele an der Pforte bleibt – psychische Störungen und Erkrankungen im Vollzug“ rufen die Veranstalter wiederum zur Einreichung von Beiträgen für das Konferenzprogramm auf. Weitere Informationen zur Programmplanung sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie unter gesundinhaft.eu.

24. bis 25. September 2020 in Nürnberg: Internationaler akzept-Kongress

Im September findet die 13. Ausgabe des Internationalen akzept-Kongresses erstmalig in Bayern statt. Unter dem Titel „Barrieren in der Gesundheitsversorgung Drogenabhängiger überwinden“ sollen die Themenblöcke „Gesundheitliche und soziale Folgen der Prohibition“, „Harm Reduction in allen Drogenhilfebereichen“ und „Suchthilfe praktisch“ eine Rolle spielen. Weitere Informationen folgen unter akzept.eu.

17. bis 18. November 2020 in Bonn: Bundestagung BAG-S „Drogenpolitik – Einfallstor in die Straffälligkeit?“

Auf ihrer diesjährigen Bundestagung möchte die Bundesarbeitsgemeinschaft Straffälligenhilfe (BAG-S) sich mit dem Themenkomplex Drogenpolitik, Kriminalisierung und Entkriminalisierung beschäftigen. Weitere Informationen zu der Tagung, die im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn stattfinden wird, werden unter bag-s.de abrufbar sein.

27. bis 29. November 2020 in Eisenach: Medizinische Versorgung in Haft

Jeder hundertste Inhaftierte hat eine HIV-Infektion. Fast jeder fünfte Gefangene ist HCV-positiv. Es wird davon ausgegangen, dass bei jedem sechsten bis siebten eine behandlungsbedürftige HCV-Infektion vorliegt. Zudem sind schätzungsweise 20–30 % der Inhaftierten abhängig von illegalisierten Drogen, d. h. bei ca. 16.000 Gefangenen in Deutschland liegt eine behandlungsbedürftige Suchterkrankung vor.

Dieses Konzeptseminar richtet sich an die Mitarbeitende der medizinischen Dienste des Justizvollzugs. Die Veranstaltung, die einmal jährlich stattfindet, dient dem Austausch und der Vermittlung von neuen medizinischen Entwicklungen in den Bereichen Sucht- und Infektionserkrankungen, zudem sollen Wege und Möglichkeiten gefunden werden, wie die neuen Erkenntnisse in den Vollzug übernommen werden können. Ziel ist es, Behandlungswege zu erarbeiten und aufzuzeigen, damit der Justizvollzug den Versorgungserfordernissen besser entsprechen kann, und Gefangene zukünftig von einer verbesserten HIV-, HCV-Therapie und Substitution profitieren. Die Anmeldung erfolgt bis zum 1. September 2020 unter aidshilfe.de.


A U S S C H R E I B U N G E N

Ausschreibungen im Landesverband

Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

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