Februar 2020
Liebe Leser*in!
Seit 1911 feiern Frauen am 8. März den "Internationalen Tag der Frauen", an dem weltweit auf Frauenrechte und Gleichstellung der Geschlechter aufmerksam gemacht wird. Der Tag soll die bisherigen Errungenschaften der Frauenrechtsbewegung begehen, Aufmerksamkeit für bestehende Diskriminierung und Ungleichheiten schaffen und dazu ermuntern, sich selbst für eine Gleichstellung der Geschlechter einzusetzen. 2020 lautet das Thema der Vereinten Nationen zum Internationalen Frauentag "Each for Equal". Ins Deutsche übersetzt bedeutet das "Jede*r für Gleichberechtigung". Frauen mit HIV erleben die mangelnde Gleichstellung, wenn nicht gar fehlende Akzeptanz in den unterschiedlichen Situationen. Nicht zuletzt kommt es nicht selten vor, dass sie sich auch innerhalb des Aidshilfekontextes immer wieder legitimieren und durchsetzen müssen. Bei unserer Fachtagung HIV-KONTROVERS, die am 15. Februar auch von erfreulich vielen Frauen besucht wurde, haben wir das thematisiert. Immer noch sind Frauen in medizinischen Forschungsprojekten unterrepräsentiert. Das mag an verschiedenen Faktoren liegen. Tatsache ist, dass Frauen mit HIV sowohl im medizinischen Umfeld als auch innerhalb der Aidshilfe wahrgenommen werden wollen, dass sie ihre Bedürfnisse klar äußern und auf oft erschwerte Bedingungen aufmerksam machen müssen. XXelle unterstützt sie dabei mit einer Vielzahl an Angeboten, natürlich nicht nur zum Internationalen Frauentag ;-)
Wir hier in Köln wechseln jetzt gleich in den "Feiermodus". Daher wünschen wir – je nach Disposition – schöne Feiertage oder ein ruhiges Wochenende, auf jeden Fall aber viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters!
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

50.000 neue HIV-Diagnosen jährlich bei Frauen in Europa
Weltweit leben mit HIV mehr Frauen als Männer, aber in der Europäischen Region der Weltgesundheitsorganisation (WHO) werden jedes Jahr doppelt so viele Männer wie Frauen neu mit HIV diagnostiziert. Dies zeigt eine kürzlich in Eurosurveillance veröffentlichte Studie. Das European Centre for Disease Prevention and Control untersuchte demografische und klinische Merkmale und Trends bei Frauen, bei denen HIV in der Europäischen Region der WHO diagnostiziert wurde. Dabei wurde festgestellt, dass die Hälfte der Frauen ihre Diagnose erst spät erhielten. Weitere Informationen lesen Sie unter aidsmap.com.

P O L I T i K

Aufbau einer Monitoringstelle gegen Gewalt an Frauen
Bundesfrauenministerin Giffey hat den Startschuss zum Aufbau einer Monitoringstelle gegen Gewalt an Frauen und zur Bekämpfung des Menschenhandels gegeben. Das Ministerium fördert dazu seit Januar 2020 mit rund 500.000 Euro ein Projekt des Deutschen Instituts für Menschenrechte (DIMR). Ziel ist es, bis Ende des Jahres ein konkretes Konzept für die neue Monitoringstelle fertigzustellen. Das Vorhaben ist Teil der Umsetzung der sogenannten Istanbul-Konvention ("Europaratsübereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt") sowie der Europaratskonvention zur Bekämpfung des Menschenhandels. Weitere Informationen lesen Sie unter bmfsfj.de.


G E S U N D H E I T

Rückschlag für die HIV-Impfstoff-Forschung
Die Suche nach einem HIV-Impfstoff hat einen schweren Rückschlag erlitten. Die groß angelegte Studie HVTN 702 wurde abgebrochen, da kein Erfolg zu verzeichnen war. An der Studie nahmen 5.407 HIV-negative, sexuell aktive Personen zwischen 18 und 35 Jahren aus ganz Südafrika teil. Im Januar 2020 stellte ein unabhängiges Gremium bei einer Analyse der Daten fest, dass die eingesetzten Impfstoffe keine Wirkung zeigten: Unter den geimpften Proband*innen gab es 129 HIV-Infektionen, bei den Placebo-Empfänger*innen 123. Mehr erfahren Sie unter aidshilfe.de

Unterstützung der Online-Petition der Arbeitsgruppe "Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern"
Anlässlich des Abschlussberichts der Arbeitsgruppe "Kinder psychisch und suchterkrankter Eltern" hat der Verein zur Hilfe suchtmittelabhängiger Frauen Essen, Träger der Drogenberatungsstelle für Mädchen und Frauen, BELLA DONNA, und der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA, eine Petition an die Bundesfamilienministerin, den Bundesgesundheitsminister und den Bundessozialminister gerichtet. Diese Petition bittet darum, dass die Empfehlungen dieser Arbeitsgruppe, die im Auftrag des Deutschen Bundestags tätig war und ihren Abschlussbericht im Dezember 2019 dem Bundestag zugeleitet hat, umgesetzt werden. Zudem ist es das zentrale Interesse, dass parallel zu dieser Umsetzung, die zwangsläufig mittel- und langfristige Prozesse erfordert, bereits kurzfristig finanzielle Mittel für die Praxis zur Verfügung gestellt werden. Die Petition finden Sie unter chng.it.


M E D I E N

HIV auch Thema in der Bundeswehr
"Y - Das Magazin der Bundeswehr" ist eine zweimonatlich erscheinende Zeitschrift, die vom Bundesministerium der Verteidigung herausgegeben wird. Mit einer Auflage von 32.700 Exemplaren geht es an die Mitglieder der Streitkräfte. Ein von Florian Stöhr verfasster knapp achtseitiger Bericht über "HIV - ein Thema in der Truppe" stellt anhand der Geschichte von Frank Gertz das Leben mit HIV vor und informiert zugleich über die Schutzmöglichkeiten. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.

Zwei Broschüren im Bereich Migration und Versorgung
Auf zwei neue beziehungsweise überarbeitete Broschüren, die praxisorientiertes Licht in das Dunkel der komplizierten Materie der gesundheitlichen und sozialen Versorgung von Zugewanderten bringen, wollen wir an dieser Stelle hinweisen: eine Arbeitshilfe zum Thema Flucht und Migration sowie eine Broschüre zum Zugang zum Gesundheitssystem. Weitere Informationen lesen Sie unter aids-nrw.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

13. März 2020 | Köln
5. Mai 2020 | Bielefeld
5. Juni 2020| Dortmund
Fachtage "Vielfalt ohne Alternative"
In diesem Jahr stehen in NRW die Kommunalwahlen an. Für viele auch Grund zur Sorge,  denn demokratiefeindliche Kräfte erstarken, demokratische Strukturen werden bedroht, soziale Themen werden von rechtspopulistischen Parteien und Akteur*innen eingenommen. Wie können wir als menschenwürdige- und menschenrechtsorientierte Berufsgruppe, als Verband und Mitgliedsorganisationen mit diesen Herausforderungen umgehen? Der Paritätische Landesverband NRW möchte seine Mitgliedschaft stärken und lädt zu drei Fachtagen ein. Ein Save the Date finden Sie hier (PDF-Datei).

19. bis 20. März 2020 | Waldschlösschen
"1 Pille und unter der Nachweisgrenze = alle zufrieden?"
Die Situation von Menschen mit HIV hat sich im Laufe der vergangenen Jahre dank der Entwicklungen im medizinisch-therapeutischen Bereich sehr verändert. Die meisten HIV-Positiven, die in Behandlung sind, haben eine Viruslast unter der Nachweisgrenze. HIV ist eine chronische Erkrankung mit einer möglichen Lebenserwartung wie die von Nicht-Infizierten. Viele stehen heute im Berufsleben und Nebenwirkungen der Therapien werden immer seltener. Sind also alle zufrieden? Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

27. bis 29. März 2020 | München
18. Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage
Ziel des Kongresses ist es, die mit HIV- und Hepatitispatienten arbeitenden Berufsgruppen mit dem derzeitigen Wissens- und Forschungsstand und neuen Wegen der Behandlung vertraut zu machen. Wie in den vergangenen Jahren trägt die interdisziplinäre Themenauswahl und -bearbeitung diesem Ansatz Rechnung. Weitere Informationen finden Sie unter sv-veranstaltungen.de.

27. bis 29. März 2020 | Hannover
HIV/STI-Prävention in der Beratung für Sexarbeiter*innen
Die Arbeitsstrukturen und -bedingungen für Menschen in der Sexarbeit haben sich seit dem Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG), durch die Erweiterung der Europäischen Union sowie vielfältige wirtschaftliche Entwicklungen verändert. In Beratungsstellen werden mehr und mehr Fragen zur Sexarbeit als Beruf, aber auch zur beruflichen Umorientierung bis hin zum Ausstieg aus der Sexarbeit erörtert. Präventionsangebote müssen sich deshalb stets neu an den unterschiedlichen Bedürfnissen, Lebens- und Arbeitswelten der Sexarbeiter*innen orientieren, um wirksam zu werden. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

3. bis 5. April 2020 | Hückeswagen
Positiventreffen NRW
Das Thema des zweiten landesweiten Positiventreffens ist "HIV und Altern". Unter einer wirksamen Therapie haben Menschen mit HIV eine ganz normale Lebenserwartung. Daher geht es bei diesem Treffen um Fragen rund um das Älter werden. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

16. bis 19. April 2020 | Bremen
Bundesweites Treffen für HIV-positive Jugendliche
Hier ein Angebot für junge Leute mit HIV: "Du bist HIV-positiv und suchst Kontakt zu anderen, denen es genauso geht?... Du möchtest dich über das Leben mit HIV mit Leuten austauschen, die wissen worum es geht, weil sie in einer ähnlichen Situation sind wie du?... Du willst deine Fragen mal loswerden bei Leuten, die Ahnung haben? Dann melde dich an zum Bundesweiten Treffen für HIV-positive Jugendliche." Weitere Informationen unter aidshilfe.de.

28. April 2020 | Düsseldorf
Jahresempfang der Aidshilfe NRW – Verleihung des Ehrenamtspreises "merk|würdig"
An diesem Abend werfen wir besonders einen Blick auf 25 Jahre LAG Frauen und HIV/Aids in NRW und 25 Jahre Herzenslust. Die Einladungen werden demnächst versandt.

6. bis 9. Mai 2020 | Bochum
65. Deutscher STI-Kongress "STI – wen juckt´s?"
Der STI-Kongress 2020 findet vom 6. bis 9. Mai in Bochum statt. Vorträge und Diskussionen werden unter anderem zu folgenden Themen angeboten: Epidemiologie und Prävention; Mehr Tests, mehr Gesundheit? Sexualität in allen Lebensphasen; Sexualität und psychische Gesundheit; Resistenzen und STI-Diagnostik; Sex und Darm; Trans* und sexuelle Gesundheit und Impfung und PrEP. Weitere Informationen finden Sie laufend unter dstig.de.

19. Juni 2020 | Köln
Wir werden 25: "XXelle und Herzenslust an Bord!"
Nähere Informationen erfolgen in Kürze.

25. bis 28. Juni 2020 | Waldschlösschen
Bundesweites Treffen von Frauen mit HIV
Obwohl sich vieles im Leben HIV-Positiver normalisiert hat, bleibt HIV eine "schmuddelige" chronische Erkrankung, mit der sich manche trotz der deutlich verbesserten Lebensperspektive schwertun. Ein Ort, an dem sich Frauen mit HIV auseinandersetzen können, ist seit 30 Jahren das dreimal im Jahr in der Akademie Waldschlösschen stattfindende bundesweite Treffen für Frauen mit HIV. Das zweite Treffen 2020 steht unter dem Motto "30 Jahre bundesweite Treffen für Frauen mit HIV" und wendet sich an Langzeitpositive. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

5.bis 7. Juli 2020 | Mexico City
HIV2020
Ab sofort sind Bewerbungen um Stipendien für die alternative internationale HIV-Konferenz HIV2020 möglich. Bewerbungsschluss ist der 10. Februar. Damit auch Menschen aus der HIV-Community teilnehmen können, die die Kosten nicht selbst tragen können, will die Deutsche Aidshilfe "Scholarships" vergeben, das heißt die Kosten für Reise, Unterkunft und Teilnahme an der Konferenz übernehmen. Bewerben können sich Menschen aus der Selbsthilfe und den Communities im HIV-Bereich. Die Deutsche Aidshilfe begrüßt ausdrücklich die Bewerbung von offen mit HIV lebenden Personen. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

6. bis 9. August 2020 | Bremen
Positive Begegnungen 2020
Rund 400 Menschen mit und ohne HIV aus dem ganzen Bundesgebiet werden zu den 21. Positiven Begegnungen erwartet. Sie werden dort in über 50 Veranstaltungen gemeinsam über die Herausforderungen des heutigen Lebens mit HIV diskutieren. Das Motto der Konferenz, "SELBSTVERSTÄNDLICH POSITIV", soll Mut machen für ein selbstverständliches und damit auch offeneres Leben mit der Infektion. Anmeldungen sind ab sofort möglich unter aidshilfe.de.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende März 2020
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte März per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden