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NEWSLETTER 1 | 2020
Liebe*r Leser*in,
 
zunächst einmal wünschen wir ein frohes neues Jahr. Wir hoffen du bist gut hinein gestartet. 2019 war ein Jahr mit spannenden Themen und engagierter Arbeit. Neben der landesweiten Vernetzung gab es etliche Aus- und Fortbildungsangebote durch Herzenslust NRW, wir haben eine Safer Sex 3.0 Kampagne erarbeitet, welche nun im Frühjahr 2020 an den Start geht, die PrEP App "Prepared" wurde auf den Markt gebracht und die erfolgreiche CSD-Aktion NETWIX durchgeführt. Hinzu kommt natürlich das Engagement der zahlreichen Herzenslust Gruppen auf der örtlichen Ebene, die vielfach wahrgenommen werden. Nach dem Jahreswechsel geht es nun tatkräftig weiter, denn neben der alltäglichen Arbeit wartet das 25-jährige Jubiläum von Herzenslust NRW auf uns. Hierzu wird es viele Aktionen inhaltlicher Art, aber auch viele Möglichkeiten zu feiern geben. Darauf freuen wir uns bereits jetzt. Ein großer Dank gilt allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihren Einsatz bei Herzenslust sowie den befreundeten Kooperationspartner*innen und Multiplikator*innen, die mit uns gemeinsam tätig waren. Wir freuen uns auf das gemeinsame neue Jahr.
 
Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt
 

HERZENSLUST NRW

Jahresprogramm 2020
Auch für dieses Jahr sind zahlreiche Termine und Veranstaltungen geplant, die du in unserem aktuellen Jahresprogramm 2020 findest. Neben der Möglichkeit zur landesweiten Vernetzung, gibt es wieder diverse Trainings zur Aus- und Weiterbildung oder Fachtage und Runde Tische. Außerdem erwarten dich interaktive Events wie unser CSD Auftritt oder "Let's Slam - Poetry & Sex" im November. Wir freuen uns über rege Teilnahme.

Save the Date: "Basistraining für Neueinsteiger*innen in die Prävention mit und rund um Herzenslust" am 21. und 22. März 2020 in Köln
Für Neueinsteiger*innen bieten wir am 21. und 22. März 2020 ein Basistraining in Köln an. Multiplikator*innen, Interessierte und Herzenslust vor Ort Koordinatoren, die neue Ehrenamtliche haben, sollten sich diesen Termin vormerken. Eine detaillierte Einladung gibt es im nächsten Jahr über diesen Newsletter und unseren E-Mail Verteiler. Das Herzenslust Basistraining informiert über die Entwicklung der Aidshilfearbeit und HIV-Prävention in Deutschland. Hier werden die Werte und Haltungen von Herzenslust vermittelt und diskutiert. Des Weiteren werden Kenntnisse zu Übertragungswegen und Symptomen von HIV und anderen STIs erläutert. Ferner werden die Methoden der Verhaltens- und Verhältnisprävention sowie die Verbindungen zwischen Primär- und Sekundärprävention beschrieben. Das Training individueller Kommunikationsfähigkeiten und die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit eigenen Grenzen runden das Trainingsprogramm ab. Referenten sind Rainer Rybak (Gesundheitstrainer für Menschen mit HIV, Köln) und Marcel Dams (Aidshilfe NRW).


NEWS

WIR MEINEN DAS ERNST! - Neue Kampagne der Aidshilfe NRW
Zum Welt-Aids-Tag 2019 brachte die Aidshilfe NRW Haltungskarten zur Aktion WIR MEINEN DAS ERNST in Umlauf. Thematisiert werden Safer Sex 3.0, Sexarbeit, sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität, Integration, rechtzeitige HIV-Tests, die Finanzierung von STI/HIV-Tests und der PrEP, Versorgung außerhalb von Großstädten, Naloxon, Prävention im Knast, Spritzenautomaten und die Refinanzierung unserer Arbeit. Sie dienen als Gesprächseinladung an Politiker*innen, Kooperationspartner*innen und Sponsor*innen und sollen überall da zum Einsatz kommen, wo vertiefte Gespräche möglich sind. Es finden sich auch viele Themen wieder, die auch für die Arbeit von Herzenslust wichtig sind. Die Motive und Texte zur Kampagne findest du unter nrw.aidshilfe.de.

Deutsche Aidshilfe startete zweite Staffel der Kampagne "Wissen verdoppeln": HIV ist unter Therapie nicht übertragbar.
"Manchmal dauert es, bis die Öffentlichkeit von Sensationen Notiz nimmt. So zum Beispiel bei den medizinischen Möglichkeiten, die heute bei HIV bestehen.", so die Deutsche Aidshilfe zur zweiten Auflage der Kampaggne "Wissen verdoppeln". Menschen mit HIV können längst leben wie alle anderen. Die Medikamente erhalten die Gesundheit. Und mehr noch: HIV ist unter Therapie nicht übertragbar. Diese wissenschaftliche Tatsache kennen aber nur 10 Prozent der Bevölkerung, ergab eine Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung 2017. Die Kampagne soll dazu beitragen, dass alle Menschen Bescheid wissen. Kurz vor dem Weltaidstag ging diese in die zweite Runde. Die Kampagnenwebsite mit Videos, Statements und Fakten findest du unter wissen-verdoppeln.hiv.

Schnelltest auf HIV, Syphilis und Hep C ohne Arztvorbehalt

Mit dem Mitte September verabschiedeten Masernschutzgesetz sind auch Änderungen des Infektionsschutzgesetzes und der Medizinprodukte-Abgabeverordnung beschlossen worden, die die Rahmenbedingungen für Schnelltests auf HIV, Hepatitis C und Syphilis verändern. Bisher legte das Infektionsschutzgesetz fest, dass die Behandlung von Personen, die an bestimmten übertragbaren Krankheiten erkrankt oder mit einem entsprechenden Krankheitserreger infiziert sind (so auch HIV, HCV und Syphilis), nur Ärzt*innen gestattet ist. Als Behandlung galt auch, wenn der direkte und indirekte Nachweis eines Krankheitserregers für die Feststellung einer Infektion oder übertragbaren Krankheit geführt wird. Mit dem Beschluss des Masernschutzgesetzes wurden nun Schnelltests auf HIV, Hepatitis C und Syphilis von diesem sog. "Arztvorbehalt" ausgenommen. Die Anwesenheit von Ärzt*innen ist für die Durchführung dieser Schnelltests nun nicht mehr zwingend notwendig. Die Änderung wird wahrscheinlich im 2. Quartal 2020 wirksam. Mehr erfährst du unter aids-nrw.de.

quapsss: Neue Wege für Chemsex-User

Immer mehr schwule Männer haben Probleme mit dem Konsum pyschoaktiver Substanzen beim Sex. Im professionellen Hilfesystem fehlen spezielle Angebote. Die Deutsche Aidshilfe und ihre Mitgliedsorganisationen starten nun ein innovatives Angebot: quapsss (kurz für Qualitätsentwicklung in der Selbsthilfe für MSM*, die psychoaktive Substanzen im sexuellen Setting konsumieren). Mit eigens ausgebildeten Trainer*innen werden Gruppenangebote initiiert, die genau die Bedürfnisse dieser speziellen Zielgruppe treffen und Probleme mit Chemsex ganzheitlich angehen. Los geht’s im Januar 2020 zunächst in sechs Städten: Berlin, Kassel, Frankfurt/Main, Hamburg, Köln und München. Projektleiter Urs Gamsavar erläutert das Pilotprojekt im Interview mit der Deutschen Aidshilfe. Das Interview findest du unter magazin.hiv.
 
TIPPS UND TERMINE

Save the Date: HIV Kontrovers 2020
"Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers!" Unter diesem Motto laden die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft am 15. Februar 2020 zur Fachtagung HIV-KONTROVERS ins Kölner KOMED ein. HIV-KONTROVERS richtet sich an Ärzt*innen sowie Expert*innen aus Aidshilfen, Positiven-Selbsthilfe, Prävention, Öffentlichem Gesundheitswesen, ambulanter und stationärer Versorgung, Politik und Verwaltung sowie an Menschen mit HIV und Aids. Der Kongress bietet den Rahmen für einen interaktiven Diskurs rund um HIV und Aids. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referent*innen in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert gegensätzliche Positionen und bieten so den Einstieg für eine Diskussion. Weitere Infos und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung findest du unter hiv-kontrovers.de.

Positive Begegnungen 2020 vom 6. bis 9. August 2020 in Bremen: Jetzt anmelden!

 
SELBSTVERSTÄNDLICH POSITIV: unter diesem Motto finden vom 6. bis 9. August 2020 die Positiven Begegnungen statt, Europas größte Konferenz zum Leben mit HIV. Anmeldungen sind ab sofort möglich. Rund 400 Menschen mit und ohne HIV aus dem ganzen Bundegebiet werden zu den 21. Positiven Begegnungen erwartet. Sie werden dort in über 50 Veranstaltungen gemeinsam über die Herausforderungen des heutigen Lebens mit HIV diskutieren. Das Motto der Konferenz, "SELBSTVERSTÄNDLICH POSITIV", soll Mut machen für ein selbstverständliches und damit auch offeneres Leben mit der Infektion. Gemeinsam mit An- und Zugehörigen sowie Mitstreiter_innen aus Aidshilfen, dem Medizinbetrieb und Rechtsbereich sowie aus Wissenschaft, Politik und Medien sollen Forderungen an Politik, Gesundheitssystem und Aidshilfe-Bewegung formuliert und Veränderungen der eigenen Lebenssituation in die Wege geleitet werden. Anmeldungen sind ab sofort unter aidshilfe.de möglich.

HIV2020 in Mexico City vom 5.bis 7. Juli 2020: Jetzt für Community-Platz bewerben
Menschen aus der HIV-Community aufgepasst: Ab sofort sind Bewerbungen um Stipendien für die alternative internationale HIV-Konferenz HIV2020 möglich. Bewerbungsschluss ist der 10. Februar. Vom 5. bis zum 7. Juli 2020 findet in Mexico City die Konferenz "HIV2020: Community Reclaiming the Global Response" statt. Damit auch Menschen aus der HIV-Community teilnehmen können, die die Kosten nicht selbst tragen können, will die Deutsche Aidshilfe "Scholarships" vergeben, das heißt die Kosten für Reise, Unterkunft und Teilnahme an der Konferenz übernehmen. Bewerben können sich Menschen aus der Selbsthilfe und den Communities im HIV-Bereich. Die Deutsche Aidshilfe begrüßt ausdrücklich die Bewerbung von offen mit HIV lebenden Personen. Weitere Informationen findest du unter aidshilfe.de.
 

INFORMATIONEN

Zahl der HIV-Infektion in Deutschland erneut gesunken
2.400 Menschen infizierten sich im Jahr 2018. Damit geht die Zahl seit 2015 zurück. Bei Männern, die Sex mit Männer haben, der am stärksten betroffenen Gruppe, ist die Zahl der Neuinfektionen seit 2012 um mehr als ein Viertel zurückgegangen. Hauptgrund: HIV-Infektionen werden in dieser Gruppe in den letzten Jahren früher diagnostiziert und behandelt – damit werden auch weitere Infektionen verhindert. Das Potenzial der HIV-Prophylaxe PrEP ist ebenfalls bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Zur sinkenden Zahl der Neuinfektionen hat sie aller Wahrscheinlichkeit nach bereits beigetragen. Seit Herbst 2017 ist sie zu erschwinglichen Preisen auf Privatrezept erhältlich, seit dem 1. September 2019 übernehmen die Gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Die PrEP muss nun noch bekannter gemacht werden. Zudem fehlen in manchen Städten und Regionen abseits von Ballungsgebieten ärztliche Einrichtungen, die die PrEP verschreiben dürfen. Mehr erfährst du unter aidshilfe.de.

Aids beenden – ein realistisches Ziel für alle?

Bis 2020 wollen die Vereinten Nationen die 90-90-90-Ziele erreichen, damit bis 2030 niemand mehr an Aids erkranken muss. Das heißt: 90 Prozent aller Menschen mit HIV sollen eine HIV-Diagnose bekommen haben. 90 Prozent der Menschen mit einer HIV-Diagnose sollen eine lebensrettende antiretrovirale Therapie machen. Und 90 Prozent der Menschen unter einer HIV-Therapie sollen eine Viruslast unter der Nachweisgrenze haben – HIV kann dann auch beim Sex nicht mehr übertragen werden. Dafür ist unter anderem ein einfacher Zugang zu HIV-Tests und zu medikamentöser Therapie nötig – und der Abbau von Stigmatisierung und Diskriminierung, denn viele Menschen lassen sich aus Angst vor Ausgrenzung nicht auf HIV testen. Häufig wird darum mittlerweile von den 90-90-90-0-Zielen gesprochen: 0 steht dabei für null Diskriminierung. Doch sind diese Ziele erreichbar? Auf dem Fachtag "90-90-90-0 – ein realistisches Ziel für alle!?" der Deutschen Aidshilfe diskutierten am 11. Oktober rund 70 Teilnehmer*innen über Diskriminierung und Zugangsbeschränkungen zum deutschen Gesundheitssystem. Mehr erfährst du unter magazin.hiv.

Weitere Informationen
Weitere Infos zur Safer Sex und zu vielen weiteren Themen findest du unter herzenslust.de.





 
 
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