Juni 2019
Liebe Leser*innen!
Auf dem Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress (DÖAK) Mitte Juni trafen wir viele Frauen. Nicht nur Behandlerinnen aus ganz Deutschland und Österreich waren nach Hamburg gekommen, auch Frauen mit HIV zeigten Gesicht und viele Kolleginnen aus den Aidshilfen und Selbsthilfeprojekten, mit denen wir kooperieren. Von den vielen Gelegenheiten, über Fragestellungen von Frauen mit HIV zu diskutieren, wollen wir besonders einen Vortrag von Annette Haberl aus Frankfurt hervorheben, der sich mit dem Älterwerden von HIV-Positiven beschäftigte. Dabei wurde deutlich, dass sich der Blickwinkel auf ein neues Themenfeld verlagert hat, die Frau in der Menopause. Das verwundert nicht, da es inzwischen immer mehr Frauen gibt, die sich in dieser Lebensphase befinden. In diesem Zusammenhang hat sie Ergebnisse der englischen PRIME Study vorgestellt, die als eine der wenigen die Interessen der Community von Anfang an mit einbezogen hat. Dieses Prinzip der Beteiligung wird zukünftig nicht nur für Studien wichtig sein, wie die Bonner Medizinerin Carolynne Schwarze-Zander herausstellte, auch das Design von Konferenzen und Kongressen sollte die Anliegen und die Fragestellungen von Menschen mit HIV immer mehr berücksichtigen, gemäß dem Grundsatz "Greater Involvement of People with Aids" (GIPA). Berichte und Tagebuchnotizen über weitere spannende Veranstaltungen im Rahmen des DÖAK finden Sie auf der Homepage der Aidshilfe NRW.
Viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters.
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Deutsch-Österreichischer AIDS-Kongress
Mitte Juni fand in Hamburg der 9. Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress unter dem Motto "Visionen & Wirklichkeit" statt, das sowohl die Darstellung des aktuellen Wissensstandes und neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse als auch den Blick in die Zukunft beinhaltet. Die Aidshilfe NRW war mit mehreren Mitarbeiter*innen vor Ort. Eine Folge tagebuchartiger Berichte von interessanten Veranstaltungen lesen Sie unter ahnrw.de

HIV-Community-Preis 2019 für einen Raum für Austausch und Empowerment
Die Selbsthilfegruppe "frau+mama" und die russischsprachige Drogenselbsthilfe-Initiative BerLUN wurden auf dem Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongress (DÖAK) mit dem HIV-Community-Preis geehrt. Der Preis der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG), der Deutschen Aidshilfe (DAH), der Deutschen Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter (dagnä) und des forschenden Pharmaunternehmens Janssen Deutschland wurde in diesem Jahr zum vierten Mal verliehen. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de. Dort wird auch über die Preisträger*innen des Medienpreises der deutschen AIDS-Stiftung berichtet.

Johannas Kolumne
Über 30 Jahre Spritzenautomatenprojekt und den Jahresempfang der Aidshilfe NRW berichtet Vorstandsmitglied Johanna Verhoven in ihrer jüngsten Kolumne. Diese finden Sie unter xxelle-nrw.de.

Das Prostituiertenschutzgesetz schützt nicht
Zwei Jahre nach Inkrafttreten des sogenannten Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) zeigt sich: Viele der im Vorfeld, unter anderem von Aidshilfe NRW und Deutscher Aidshilfe, geäußerten Befürchtungen haben sich bewahrheitet. Sexarbeiter*innen sind zusätzlicher Kriminalisierung und neuen Gefahren ausgesetzt, statt geschützt zu werden. Das geht aus einem Sachstandsbericht der Landesregierung zur Umsetzung des Gesetzes in Nordrhein-Westfalen hervor, der am 9. Mai 2019 in der Sitzung des Ausschusses für Gleichstellung und Frauen des Düsseldorfer Landtags vorgelegt wurde. Den vollständigen Sachstandsbericht von KOBER finden Sie hier (PDF-Datei).

Presseerklärung, Forderungspapier und Videoclips der Aidshilfe NRW 
Anlässlich des Internationalen Hurentags am 2. Juni kritisiert die Aidshilfe NRW das ProstSchG erneut und wendet sich mit konkreten Forderungen an die Bundes-, Landes- und Kommunalpolitik, kurzfristige Maßnahmen zur Abmilderung der Folgen des Gesetzes zu ergreifen. Die Presseerklärung finden Sie hier (PDF-Datei). Um die Kritik anhand von konkreten Beispielen zu verdeutlichen, wurden Videoclips gedreht, die in den kommenden Wochen auf Facebook erscheinen. Das Forderungspapier und die Videos finden Sie unter ahnrw.de. Die Pressemitteilung des Berufsverbands erotische und sexuelle Dienstleistungen finden Sie hier (PDF-Datei).


P O L I T I K

Deutscher Juristinnenbund (djb) fordert bessere Schutzmaßnahmen für Frauen im Internet
Hate speech und die Androhung von Gewalt über die sozialen Netzwerke gehört für Frauen zur täglichen Realität im World Wide Web. Der Deutsche Juristinnenbund (djb) attestiert der Bundesregierung im Zuge des Netzwerkdurchsetzungsgesetzes (NetzDG) erheblichen Handlungsbedarf beim Schutz von Frauen und Mädchen. Anlässlich einer öffentlichen Anhörung von Sachverständigen aus Justiz, Wissenschaft, Medien und Medienrecht zum NetzDG im Rechtsausschuss des Bundestags forderte der djb eine zügige Weiterentwicklung des Gesetzes. Es verpflichtet Betreiber*innen von Internet-Plattformen wie Facebook, Twitter oder Instagram zur schnellen Entfernung strafbarer Inhalte. Weitere Informationen lesen Sie unter djb.de


S O Z I A L E S

Deklaration gegen Diskriminierung im Arbeitsleben
Mehr als 50 namhafte Unternehmen und Organisationen, darunter auch die Aidshilfe NRW, haben eine Deklaration gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben unterzeichnet. Im Vorfeld des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses (DÖAK) setzten sie damit öffentlich ein Zeichen, vermittelten ein zeitgemäßes Bild vom Leben mit HIV und kündigten konkrete Maßnahmen für einen respektvollen und selbstverständlichen Umgang mit HIV-positiven Kolleg*innen an. Die Liste der Unterzeichnenden reicht von weltweit tätigen Großunternehmen bis zu Einzelhandelsgeschäften, von Verbänden über Städte bis zu lokalen Einrichtungen. Die Deklaration finden Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

HIV-Prophylaxe PrEP wird Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung
Am 11. Mai trat das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft. Es regelt auch den Anspruch gesetzlich Krankenversicherter auf Finanzierung der HIV-Prophylaxe PrEP. Abgerechnet werden kann die Leistung voraussichtlich ab dem 1. September. Laut TSVG haben gesetzlich krankenversicherte Menschen ab 16 Jahren mit einem substanziellen Infektionsrisiko einen gesetzlichen Anspruch auf die Beratungen, Vor- und Begleituntersuchungen sowie Medikamente, die für diese Form der HIV-Prophylaxe nötig sind. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

Einsendetest auf HIV und STI erfolgreich gestartet
Der vor einem dreiviertel Jahr gestartete "S.A.M" Heimtest kann mit ersten positiven Ergebnissen aufwarten. Sie zeigen, dass der Einsendetest auf HIV und STI, gemeinsam entwickelt von der Münchener Aids-Hilfe, der Deutschen Aidshilfe, ViiV Healthcare und einem Hamburger Labor, genau das tut, was er soll: einfachere und frühere Diagnosen ermöglichen. Die Möglichkeit, zu Hause zu testen, senkt Hemmschwellen und spricht auch bisher nicht erreichte Zielgruppen an. In Bayern wird "S.A.M Mein Heimtest" nach dem Ende der Pilotphase im August 2019 fortgesetzt. Darüber hinaus prüfen die S.A.M-Partner eine Ausweitung des Testangebots auf andere Regionen in Deutschland. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

6. Juli 2017 | Köln
CSD-Empfang der Aidshilfe NRW und des Schwulen Netzwerks NRW
Beide Landesverbände laden auch in diesem Jahr wieder gemeinsam zu der großen Veranstaltung im Rahmen des ColognePride in den Kölner Gürzenich ein. Auch Sie sind herzlich dazu eingeladen. Die Einladung finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 14. Juli 2019 | Waldschlösschen
Bundesweites Treffen für HIV-positive Jugendliche
Die Deutsche Aidshilfe lädt Jugendliche mit HIV von 14 bis 21 Jahren ein, sich kennenzulernen, miteinander zu reden und gemeinsam etwas zu unternehmen. Gut möglich, dass dabei auch dauerhafte Kontakte oder sogar Freundschaften entstehen. Das Treffen wird zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft "Kinder im Umfeld von HIV/Aids" durchgeführt. Zur Anmeldung gelangen Sie unter aidshilfe.de.

11. Juli 2019 | Essen
"Hand in Hand-Empowerment für geflüchtete Frauen*"
Am 11. Juli findet in der Zeit von 9.45 Uhr bis 12.30 Uhr die Abschlussveranstaltung des von der Aktion Mensch geförderten AWO-Projektes "Hand in Hand-Empowerment für geflüchtete Frauen*" statt. Neben der Vorstellung und Auswertung unseres Projektes wird es einen Vortrag über "Selbstbestimmungsmöglichkeiten geflüchteter Frauen*" geben. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

9. bis 11. August 2019 | Hattingen
"Achtsamkeit und Selbstmitgefühl"
Beim vierten landesweiten Positiventreffen in NRW wird es um die Einübung von Selbstmitgefühl durch Achtsamkeit gehen. Selbstmitgefühl-Training kann helfen, sich mit der eigenen HIV Infektion zu versöhnen, innere Sicherheit und Selbstvertrauen zu fördern und sich vor Burnout und Depressionen zu schützen. Zugleich kann es die psychische Gesundheit und Beziehungen zu anderen stärken. Weitere Informationen und eine Möglichkeit der Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

17. August 2019 | Berlin
"World of Whorecraft"
Der Berufsverband für erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) organisiert diese Messe rund um Themen im Bereich erotischer und sexueller Dienstleistungen. Die "World of Whorecraft" bietet den in der Sexarbeit tätigen und vor allem an der Sexarbeit interessierten Menschen Informationen über Angebote in der Branche, Weiterbildung im Rahmen von Workshops, Diskussionen und Vorträgen, sowie eine Gelegenheit zum Netzwerken. Weitere Informationen bei messe@worldofwhorecraft.de.

20. bis 22. September 2019 | Planetal
Treffen für junge Mütter
Die Deutsche Aidshilfe bietet jungen Müttern aus dem gesamten Bundesgebiet ein Wochenende an um sich kennenzulernen, sich zu vernetzen und Erfahrungen auszutauschen. Mit Absicht wurde für dieses erste Wochenende kein dezidiertes Programm erarbeitet, da genügend Raum für eigene Bedarfe und Wünsche geschaffen werden soll. Selbstverständlich steht eine Kinderbetreuung zur Verfügung. Nähere Informationen und Anmeldung unter aidshilfe.de.

23. bis 24. September 2019 | Berlin
Wie kann man Menschen aus neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

27. und 28. September 2019 | Berlin
4. Fachtag "Sexuelle Gesundheit: Forschung zur Sexarbeit & STI-Forschung"
Trotz zahlreicher guter Präventionsangebote und zunehmender öffentlicher Wahrnehmung für die sexuelle Gesundheit sind sexuell übertragbare Infektionen weiter auf dem Vormarsch. Wie können Erkenntnisse und Fortschritte in der STI-Forschung, neue Techniken in der Diagnostik und Therapiestrategien zur besseren Versorgung genutzt werden? Wie gestaltet sich der Umgang mit der Ausbreitung der Erregervielfalt, neuen Übertragungswegen und breiten Resistenzen? Diesen und weiteren Fragen widmet sich der Fachtag "Sexuelle Gesundheit Special" der Deutschen STI-Gesellschaft. Das Programm finden Sie hier (PDF-Datei).

3. bis 6. Oktober 2019 | Bad Herrenalb
Bundesweites Treffen für Jugendliche mit HIV und jugendliche Angehörige von Menschen mit HIV
Die Deutsche Aidshilfe lädt Jugendliche von 14 bis 21 Jahren ein, die entweder selbst HIV-positiv sind oder Angehörige haben, die mit HIV leben. Hier kann man sich kennenlernen, miteinander reden, gemeinsam etwas unternehmen. Gut möglich, dass dabei auch dauerhafte Kontakte oder sogar Freundschaften entstehen. Das Treffen wird zusammen mit der Bundesarbeitsgemeinschaft „Kinder im Umfeld von HIV/Aids“ durchgeführt. Zur Anmeldung gelangen Sie unter aidshilfe.de.

25. bis 27.Oktober 2019 | Hattingen
Werkstatt "Selbststigma ? - Da gibt`s doch was von......"
Eines der wichtigsten Themen, das Menschen mit HIV/Aids beschäftigt, ist die Selbststigmatisierung. Daher ist „Sich selber und andere stärker machen“ Thema der Werkstatt der Aidshilfe NRW. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

15. bis 17. November 2019 | Berlin
Eine Diskriminierung kommt selten allein – Intersektionalität in die Praxis umsetzen
Der Begriff "Diskriminierung" ist uns allen geläufig und fester Bestandteil unserer Sprache. Was wir damit assoziieren, ist dabei sehr unterschiedlich. Was also heißt Diskriminierung eigentlich? Bin ich dagegen gefeit, andere zu diskriminieren, wenn ich selbst diskriminiert werde? Wie wirken unterschiedliche Formen von Diskriminierung zusammen? Was ist mit Intersektionalität gemeint? Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

15. bis 17. November 2019 | Graz
Netzwerk Kritische Sexarbeitsforschung
Gerne möchten wir Sie auf den Call for Contributions für den diesjährigen interdisziplinären Workshop "Aktuelle Ansätze zur Forschung von Sexarbeit in Kontexten" des Netzwerkes Kritische Sexarbeitsforschung aufmerksam machen. Die Veranstaltung richtet sich an Nachwuchswissenschaftler*innen (Bachelor-/Masterstudierende bis anfängliche Post-Docs) aller Fachrichtungen, die zu und rund um das Thema Sexarbeit forschen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

6. bis 9. Mai 2020 | Bochum
STI-Kongress
Der STI-Kongress 2020 findet vom 6. bis 9. Mai in Bochum statt. Vorträge und Diskussionen werden unter anderem zu folgenden Themen angeboten: Epidemiologie und Prävention; Mehr Tests, mehr Gesundheit? Sexualität in allen Lebensphasen; Sexualität und psychische Gesundheit; Resistenzen und STI Diagnostik; Sex und Darm; Trans* und sexuelle Gesundheit und Impfung und PrEP. Weitere Informationen erfolgen rechtzeitig. 


S O N S T I G E S

Gilead Förderprogramm 2019
Das Unternehmen Gilead Sciences fördert lokale, regionale oder nationale Projekte im Bereich HIV und Hepatitis C. Der Fokus liegt auf größeren Initiativen mit speziellen Zielen wie z.B. Förderung der Diagnoserate, der Behandlung, Versorgungsforschung usw. Bewerbungen können noch bis zum 30. Juni 2019 eingereicht werden. Teilnahmebedingungen und nähere Informationen finden Sie unter gilead-grants.de.  

Belegungen für Veranstaltungen in Zülpich
Ab dem 1. Juni bietet das queer_feministische Bildungshaus #lila_bunt Interessent*innen die Möglichkeit, Unterkünfte für Fortbildungen, Freizeiten, Feiern und alle anderen Formen von Veranstaltungen zu buchen. Zudem wird eine Vollverpflegung mit vegetarischer und veganer Küche angeboten. Weitere Infos finden Sie unter lila-bunt-zuelpich.de.

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Mitte August 2019
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese bis Anfang August per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
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