Nr. 1 | April 2019
Sehr geehrte Leser*innen,

wir freuen uns sehr, Ihnen heute die 1. Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen/Haft und Spritzenautomaten in NRW in diesem Jahr zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. 

Mit herzlichen Grüßen,

Brigitte Bersch             
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
    
Drogen|Strafvollzug


A K T U E L L E S


Abgabe von Einmalspritzen in NRW
Die Ergebnisse Umfrage zur Abgabe von Einmalspritzen 2018 in NRW liegen vor. Im Jahr 2018 wurden über die Aidshilfe- und Drogenhilfe-Einrichtungen insgesamt 1.610.971 Einmalspritzen abgegeben, dies bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr von 4,79 Prozent (91.080 Spritzen). Über die Spritzenautomaten wurden 2018 insgesamt 124.895 Einmalspritzen abgegeben, dies bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr von 16 Prozent (23.801 Spritzen). Weitere Informationen sowie eine Gesamtübersicht der Abgabezahlen der vergangenen drei Jahre finden Sie unter saferuse-nrw.de

Europäische HIV- und Hepatitis-Testwoche 
Vom 17. bis 24. Mai 2019 findet die Frühlingsausgabe der Europäischen Testwoche statt. Die "European Testing Week", die seit 2013 jährlich und seit 2018 zweimal jährlich – einmal im Frühling, einmal im Herbst – stattfindet, soll dazu beitragen, den Zugang zu Testangeboten zu verbessern und Awareness für den (frühzeitigen) HIV- und Hepatitistest zu schaffen. Europaweit sind Organisationen und Einrichtungen aufgerufen, sich mit eigenen Aktionen an der Testwoche zu beteiligen. Die Möglichkeit zur Registrierung sowie umfangreiche Informationsmaterialien finden Sie unter testingweek.eu

10. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft in Bonn
Vom 21. bis 22. März 2019 fand im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn die 10. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft statt. Die Konferenz, die unter anderem von akzept, der Deutschen Aidshilfe und der Frankfurt University of Applied Sciences ausgerichtet wird, bietet eine einmalige Plattform der Vernetzung und des fachlichen Austauschs für Mitarbeitende des Vollzugs und externer Beratungsstellen sowie die interessierte Fachöffentlichkeit. Im Vorfeld der Konferenz berichtete u.a. jungewelt.de über die besonderen Herausforderungen beim Thema Gesundheit in Haft. Hier finden Sie rückblickend eine Übersicht über das inhaltlich breit aufgestellte Tagungsprogramm, die verschiedenen Beiträge werden Sie in Kürze unter gesundinhaft.de abrufen können. Die Eröffnungsrede von NRW-Justizstaatssekretär Dirk Weidel können Sie bereits unter justiz.nrw nachlesen.

Schätzungsweise 166.000 Menschen in Deutschland sind opioidabhängig
In Deutschland waren im Jahr 2016 rund 166.000 Menschen abhängig von Heroin und anderen Opioiden, das sind etwas mehr als drei Opioidabhängige pro 1.000 Einwohner*innen zwischen 15 und 64. Zu dieser Schätzung kommt das Münchner Institut für Therapieforschung durch Auswertung des Substitutionsregisters sowie Auswertung und Hochrechnung von Zahlen aus der Suchthilfe. Rund drei Viertel der Opioidabhängigen sind demnach Männer. Die Zahl der zum Stichtag 1.Juli registrierten Substitutionspatient*innen steigt seit Jahren tendenziell an und lag 2018 bei 79.400, die Zahl der substituierenden Ärzt*innen nimmt hingegen seit Jahren kontinuierlich ab. Weitere Hintergrundinfos hierzu finden Sie unter aidshilfe.de.

Kondomgipfel in Frankfurt: Expert*innen betonen Wichtigkeit der Kondomvergabe in Haft
Am 24. Januar 2019 fand unter Federführung der Frankfurt University of Applied Sciences im Rahmen des EU-Projekts "Joint Action on HIV and Co-infection Prevention and Harm Reduction" [HA-REACT] ein Gipfeltreffen zur Kondomvergabe in Haftanstalten statt. Die Ergebnisse des Fachtreffens können Sie im englischsprachigen Bericht "Availability, Coverage and Barriers Towards Condom Provision in Prisons: A Review of the Evidence" (PDF) nachlesen. Der Bericht ist ebenfalls auf Russisch, Polnisch und Litauisch verfügbar.


M E D I Z I N  U N D  G E S U N D H E I T

HCV-Therapie als Prävention
"Treatment as Prevention" ist bei HIV bereits eine gut dokumentierte Präventionsstrategie. Bei der Hepatitis C funktioniert das auch, wie das das Länderbeispiel Island zeigt: Durch gezielte, aufsuchende Arbeit in Schlüsselgruppen und umfassende Bereitstellung von Hepatitis-C-Therapien konnte die HCV-Prävalenz bei i.v. Drogengebrauchenden um 82 Prozent reduziert werden, bei Gefangenen um 20 Prozentpunkte. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter hepatitisandmore.de

HIV-PrEP auf Rezept nimmt die vorletzte Hürde
Der Bundestag hat am 14. März das Terminservice- und Versorgungsgesetz [TSVG] verabschiedet und damit auch den Weg zur HIV-PrEP auf Rezept freigemacht. Zu den Regelungen des Gesetzes gehört neben dem Ausbau der Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigungen auch, die HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe [PrEP] in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen aufzunehmen. Das Gesetz soll am 1. Mai in Kraft treten. Dazu Arne Kayser, Landesvorsitzender der Aidshilfe NRW: "Die PrEP ist in den letzten beiden Jahren zu einem unverzichtbaren Baustein der HIV-Prävention geworden. Sie ist jetzt schon eine wirksame Möglichkeit, sich aktiv vor einer HIV-Infektion zu schützen, für die, die es sich leisten können. Dass die Krankenkassen bei denen, die die PrEP brauchen und wollen, die Kosten übernimmt, ist ein ganz wichtiger Schritt!"

Die DAK übernimmt jetzt schon rückwirkend ab 1. Januar 2019 die Kosten für PrEP-Medikamente
Als erste gesetzliche Krankenkasse finanziert die DAK ihren Versicherten die Medikamente für die HIV-Prophylaxe PrEP – schon vor der allgemeinen Einführung der PrEP als Kassenleistung (bei der auch die Zusatzuntersuchungen abgerechnet werden können). Erstattet werden maximal 200 Euro pro Quartal abzüglich der gesetzlichen Zuzahlung, und zwar rückwirkend zum 1. Januar 2019. Das reicht für drei Monats-Rationen aktuell im Handel befindlicher Generika des PrEP-Medikaments Truvada aus. Weitere Informationen lesen Sie unter aidshilfe.de

Gesundheitliche Versorgung im Justizvollzug
Am 5. Februar 2019 ist der Bericht der Landesregierung Nordrhein-Westfalen zur gesundheitlichen Versorgung in Justizvollzugseinrichtungen des Landes NRW für die Sitzung des Ausschusses für Arbeit, Gesundheit und Soziales am 6. Februar 2019 veröffentlicht worden. Justizminister Peter Biesenbach stellt darin fest, dass 45 bis 49 Prozent der Gefangenen substanzabhängig seien, etwa die Hälfte hiervon opioidabhängig. Die Anzahl der Substituierten betrage über 1.600. Der Anteil der opioidabhängigen Gefangenen, die substituiert werden, läge derzeit bei ca. 40 Prozent.
Von 1985 bis 2017 hätten sich jährlich bei knapp einem Prozent der Gefangenen eine HIV-Infektionen nachweisen lassen. Datenerhebungen zur Anzahl der Hepatitis-C-infizierten Gefangenen im Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen würden nicht durchgeführt. In 2018 seien 448 Gefangene mit der Fragestellung der Indikation für eine Hepatitis-C-Therapie in der Hepatitis-Ambulanz des Justizvollzugskrankenhauses Nordrhein-Westfalen vorgestellt worden. Insgesamt hätte es im Jahr 2018 etwa 85 bewilligte Hepatitis-C-Therapien gegeben. Weitere Informationen finden Sie unter aids.nrw.de

Warum Menschen in Haft sich mit Hepatitis C infizieren, obwohl es nicht sein müsste
Der gesundheitlichen Versorgung von Menschen in Haft hat sich auch das Online-Magazin VICE angenommen. Interviewt wurden für den Artikel u.a. ehemalige Inhaftierte, Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug bei der Deutschen Aidshilfe, und Heino Stöver, Leitung des Studiengangs Suchttherapie und Sozialmanagement in der Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences.


P O L I T I K  U N D  R E C H T

Internationale Leitlinien zu Menschenrechten und Drogenpolitik veröffentlicht
Weg vom "Krieg gegen Drogen", hin zu einer an den wissenschaftlichen Fakten und den Menschenrechten orientierten Drogenpolitik - das fordern neue Internationale Leitlinien zu Menschenrechten und Drogenpolitik. Die Leitlinien wurden von UN-Organisationen wie dem Aids-Programm [UNAIDS], dem Entwicklungsprogramm UNDPF, der Weltgesundheitsorganisation [WHO], zahlreichen UN-Mitgliedsstaaten und führenden Menschenrechtsexpert*innen entwickelt und im März 2019 veröffentlicht. Anlass war die 62. Sitzung der Suchtstoffkommission der Vereinten Nationen [Commission on Narcotic Drugs/CND], die vom 14. bis zum 22. März 2019 in Wien getagt hat. An ihr nahmen rund 2.000 Delegierte aus den UN-Mitgliedsstaaten, der Wissenschaft und der Zivilgesellschaft teil. Mehr hierzu lesen Sie auf saferuse-nrw.de

Gesetzeshüter*innen fordern Entkriminalisierung von Drogengebrauchenden
LEAP Deutschland [Law Enforcement Against Prohibition, "Gesetzeshüter*innen gegen Prohibition"] hat einen Offenen Brief an alle Abgeordneten des Bundestages verschickt. LEAP fordert darin Verhältnismäßigkeit im Strafrecht, eine Entkriminalisierung der Drogengebrauchenden, Schritte zur Legalisierung, die Festlegung einer bundeseinheitlichen Geringen Menge im Betäubungsmittelgesetz [BtMG] und die Aufhebung der Strafbewehrung unterhalb dieser Menge, den Aufbau kommunaler Strukturen zur Beratung von User*innen und eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit im Bundestag für eine moderne Drogenpolitik. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de


P U B L I K A T I O N E N 

Erhebung und Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen in Nordrhein-Westfalen
Das Institut für interdisziplinäre Sucht- und Drogenforschung hat im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW eine umfassende Erhebung und Analyse der ambulanten Suchthilfestrukturen durchgeführt. Die Ergebnisse können Sie auf mags.nrw als PDF herunterladen oder kostenlos als Printversion bestellen. 

Info-Broschüre zu 30 Jahre Spritzenautomatenprojekt in NRW
Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des Spritzenautomatenprojekts in NRW hat die Aidshilfe NRW eine neue Infobroschüre erstellt, die Sie hier als PDF herunterladen können. Die Broschüre enthält u.a. ein Vorwort von Karl-Josef Laumann, Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen, Informationen zur Geschichte und zur gegenwärtigen Verortung des Projekts sowie Berichte aus der Arbeit von Automatenbetreibern. "Besonders freue ich mich, wenn mit dieser Broschüre weitere Vereine, Verbände und Initiativen sowie Kommunen davon überzeugt werden können, dieses bewährte und wirkungsvolle Projekt zu unterstützen", so Minister Laumann in seinem Vorwort. 

Drogenkurier 1/2019: Ein verlorenes Jahrzehnt für Harm Reduction?
Die erste Ausgabe des Drogenkuriers, des Magazins des JES-Bundesverbands, ist online abrufbar. Schwerpunkt der aktuellen Ausgabe ist der sechste Bericht von Harm Reduction International zur weltweiten Lage von Angeboten der Schadensminimierung für Drogengebrauchende (s.u.). Weitere Themen sind u.a. die drogenpolitische Debatte um Regulierung statt Repression und Behandlungsverträge für Substituierte.

Global State of Harm Reduction 2018
Der aktuelle und insgesamt bereits sechste „Global State of Harm Reduction“-Bericht von Harm Reduction International ist auch gleichzeitig die bisher umfassendste Ausgabe, die u.a. Informationen zur weltweiten Verfügbarkeit von Spritzenvergabeprogrammen, Substitutionstherapien, Drogenkonsumräumen und HIV-/HCV-Testangeboten für Drogengebrauchende bereitstellt. Nur die Hälfte der untersuchten Staaten hält Präventionsangebote für Infektionskrankheiten und Drogentodesfälle vor, insgesamt gesehen ist seit dem letzten Bericht für das Jahr 2016 ein Stillstand zu beobachten, was den Ausbau schadensminimierender Angebote angeht. Hier finden Sie den gesamten, englischsprachigen Bericht sowie eine Reihe interessanter Infographiken.


M E D I E N

Neue Safer-Use-Materialien der Aidshilfe NRW

Die Aidshilfe NRW hat neue Materialien mit Informationen zum Umstieg auf risikoärmere Konsumformen für intravenös Drogengebrauchende anfertigen lassen. Ein Baustein der Schadensminimierung beim intravenösen Drogenkonsum ist der Umstieg auf risikoärmere Konsumformen, z.B. nasal (sniefen), auf Folie rauchen (smoke it) und die Po-Injektion (up your bum). Zu diesen drei alternativen Konsumformen informiert ein neues Plakat, das den Mitgliedsorganisationen des Landesverbands und kooperierenden Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus hat die Aidshilfe NRW Sniefblöckchen mit den wichtigsten Safer-Use-Botschaften anfertigen lassen. Die Plakate und Sniefblöckchen können kostenlos mit diesem Vordruck entweder per Fax (0221-925996-9) oder per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de bestellt werden.

Infobroschüren für Drogengebrauchende auf Arabisch, Farsi und Russisch

Die Deutsche Aidshilfe hat die ersten drei Ausgaben ihrer Safer-Use-Kurzinfos auf mehreren Fremdsprachen herausgebracht. Die praktischen Flyer im Format A7 zu den Themen Mischkonsum, HIV- und Hepatitis-Test und Koks und Crack sind nun auf ArabischFarsi und Russisch kostenlos über den Versand der DAH zu beziehen.

Neue Informationsportale von akzept zu Naloxon und Patientenrechten

akzept hat im Jahr 2018 zwei neue Websites ins Netz gestellt: www.naloxoninfo.de und www.patientenrechteakzept.de. Eine weitere URL des Aktionsbündnis Hepatitis und Drogengebrauch (www.hepatitis-action.de) steht vor der Fertigstellung. 

Hepatitis C ist heilbar! Neue Informationsmaterialien der BZgA und der DAH

Hepatitis C ist heilbar, und das auch ohne Interferon – eine Tatsache, die auch vier Jahre nach Einführung der neuen, hochwirksamen und nebenwirkungsarmen Hepatitis-C-Therapien bei vielen Menschen immer noch nicht angekommen ist. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) hat zusammen mit dem Robert Koch-Institut, der Deutschen AIDS-Hilfe [DAH], medizinischen Fachgesellschaften und Patientenorganisationen ein Informationspaket zum Thema Hepatitis-Virusinfektionen für die ärztliche Praxis entwickelt, um auf Beratung- und Testangebote sowie die HCV-Behandlung aufmerksam zu machen. Die Pressemitteilung hierzu finden Sie unter bzga.de
Die neuen Materialien, bestehend aus einer Patientenbroschüre, einem Wartezimmerplakat und einer Übersicht für Ärzt*innen zu Prävention, Diagnostik und Therapie von Hepatitis-Virusinfektionen wurden im Rahmen der Testwoche bundesweit an Arztpraxen der Allgemeinmedizin, Gastroenterologie und Suchtmedizin versendet. Unter Federführung der DAH wurden zudem eine Patientenbroschüre und ein Wartezimmerplakat speziell für die suchtmedizinische Praxis erstellt. Diese und weitere Hepatitis-spezifische Informationsmaterialien der Deutschen AIDS-Hilfe können kostenlos über den DAH-Versand bezogen werden.

Broschüre zu HIV-/HCV-Tests in Haft
HIV- und HCV-Testungen in Haft sind genau wie Prävention und Behandlung, trotz des geltenden Äquivalenzprinzips der Gesundheitsversorgung Gefangener, einigen Einschränkungen und Besonderheiten unterworfen. Diese Besonderheiten – zum Beispiel die in Haft oftmals nur begrenzt gewährleistete Vertraulichkeit der Testergebnisse – werden genauso wie Basisinformationen zu Übertragungswegen, Schutzmöglichkeiten sowie Test- und Behandlungsoptionen für HIV, Hepatitis B und C in einer neuen Broschüre für Inhaftierte von der Deutschen Aidshilfe dargestellt. Die Broschüre kann auf aidshilfe.de als PDF heruntergeladen oder kostenfrei als Printversion bestellt werden.

Informationen für Trans*Menschen in Haft
Die Berliner Iniative Kiralina hat eine Broschüre zu Trans*Menschen in Haft herausgegeben. Die Broschüre als PDF-Datei sowie Infos zur Bestellmöglichkeit finden Sie unter bag-s.de.  


T E R M I N E

Naloxonworkshops der Deutschen AIDS-Hilfe
1.300 Menschen sind in Deutschland im vergangenen Jahr an Überdosierungen und anderen Folgen des Drogengebrauchs sowie der Konsumbedingungen verstorben. Zwischen 60 - 80% der Todesfälle fanden unter anderem nach dem Konsum von Opioiden statt. Nach langer Arbeit gibt es nun auch in Deutschland eine verschreibbares und erstattungsfähiges Naloxon-Nasenspray, das dazu beitragen könnte diese dramatisch hohe Zahl zu senken. Hierfür braucht es nicht viel. Drogen- und Suchthilfen, Aidshilfen und die Sebsthilfe sind gefordert, dass die Nutzer*innen ihrer Einrichtungen und Angebote von den neuen Möglichkeiten erfahren und eine Kurzintervention zur Anwendung erhalten. In diesem Jahr bietet die Deutsche Aidshilfe zum ersten Mal vier Regionalworkshops zum Thema „Naloxonprojekte“ an. Hierbei steht im Mittelpunkt, wie unter den neuen Voraussetzungen (Nasenspray, Abrechenbarkeit über GKV) Projekte vor Ort implementiert werden können. Hier besteht die Möglichkeit, Mitarbeitende aus den Einrichtung als Trainer*in ausbilden zu lassen. Der Workshop ist eintägig. Die Veranstaltungen sind kostenfrei und die Reisekosten werden übernommen. In NRW findet der Workshop am 23. Oktober 2019 in Köln statt. Weitere Informationen zum Programm sowie eine Übersicht über die Termine finden hier.

9. April 2019 in Düsseldorf: Jahresempfang der Aidshilfe NRW
Der diesjährige Jahresempfang der Aidshilfe NRW steht im Zuge des 30-jährigen Jubiläums des Spritzenautomatenprojekts in NRW unter dem Motto "Drogen | Gesundheit | Prävention". Dieses Themenspektrum wird u.a. aufgegriffen in einer Talkrunde, moderiert von der Kölner Journalistin Aslı Sevindim, mit Anke Follmann (Ärztekammer Westfalen-Lippe), Dr. Viviane Bremer (Robert Koch-Institut), Marco Jesse (VISION, Köln) und Trudpert Schoner (Stabsstelle Koordination Gesundheit der Stadt Düsseldorf - Sucht- und Psychiatriekoordination). Weitere Informationen finden Sie in der Einladungskarte. Sie sind herzlich eingeladen!

13. bis 15. Juni 2019 in Hamburg: Deutsch-Österreichischer AIDS-Kongress
Noch bis zum 15. April gilt der Frühbucherrabatt für den diesjährigen Deutsch-Österreichnischen AIDS-Kongress, der vom 13. bis 15. Juni in Hamburg tagt. Die Schwerpunkte sind Zukunft und Visionen I HIV-Therapie I Prävention und Heilung I Aktuelle Probleme der Infektiologie. Der Kongress soll für Mediziner*innen und Wissenschaftler*innen wie für die Community und andere Interessierte spannend und informativ gestaltet werden und neben Information und Wissensvermittlung eine "Meeting Experience" bieten. Er soll ein Forum für wissenschaftliche Diskussionen und Fortbildung auf höchstem Niveau in interessanten und ansprechenden Formaten bieten. Referate, interaktive Sitzungsformate und freie Beiträge im Vortrags- und Posterformat sollen ein Maximum an Austausch von Ergebnissen und Erfahrungen erlauben. Weitere, regelmäßig aktualisierte Informationen finden Sie unter doeak2019.de.  

28. bis 30. Juni 2019 in Eisenach: Drogenkonsum in Haftanstalten: neue psychoaktive Substanzen
Seit einigen Jahren werden vermehrt sogenannte neue psychoaktive Stoffe (NpS) konsumiert. Dabei handelt es sich um synthetische Substanzen, die ähnlich wirken wie altbekannte Betäubungsmittel, allerdings oft problemlos und bis November 2016 auch legal bezogen werden konnten. Dann trat das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG) in Kraft, das den Umgang mit NpS nunmehr unter Strafe stellt. Unabhängig von der strafrechtlichen Bewertung nimmt die Zahl von NpS konsumierenden Gefangenen jedoch zu. Das Wissen über Inhaltsstoffe, Wirkweisen, Überdosierungen und Umgang mit diesen Drogen ist allerdings noch nicht weit verbreitet, und es fehlen entsprechende Basisinformationen. Auch Mitarbeitende des Justizvollzugs sind mit diesen Themen daher häufig überfordert.
Dieses Seminar ermöglicht den Erwerb von Grundwissen zu NpS. Außerdem sollen der Umgang mit auffälligem Konsum und Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Überdosierung oder Intoxikation sowie Therapie- und Behandlungsansätze bei riskanten Konsummustern besprochen werden. Das Seminar soll den Teilnehmenden zu mehr Handlungssicherheit in diesem Feld verhelfen und dazu führen, dass NpS in der vollzugsinternen Beratung stärker berücksichtigt werden können. Informationen zur Anmeldung finden Sie hier

4. bis 6. Juli 2019 in München: 20. Interdisziplinärer Kongress für Suchtmedizin
Vom 4. bis 6. Juli findet die bereits 20. Ausgabe des Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin in München statt. Spielsucht, Mediensucht in Kindheit und Jugend, Alkoholabhängigkeit, Opioidabhängigkeit, Crystalkonsum und Essstörungen bilden Schwerpunkte des diesjährigen Kongresses unter besonderer Berücksichtigung möglicher Folgekrankheiten. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

16. bis 18. September in Mainz: Deutscher Suchtkongress
Der Deutsche Suchtkongress findet vom 16. bis zum 18. September 2019 in der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt. Der Kongress eröffnet einen Überblick aktueller Trends im Arbeitsfeld der Suchtforschung und -behandlung, ermöglicht Wissensvermittlung und Erfahrungsaustausch von Forschenden und Praktiker*innen sowie Verknüpfungen zwischen den Fachgebieten und den Akteuren. Gemeinsame Ausrichter des Deutschen Suchtkongresses sind die Deutsche Gesellschaft für Suchtpsychologie [DG-SPS] und die Deutsche Gesellschaft für Suchtforschung und Suchttherapie [DG-Sucht]. Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen zählt zu den unterstützenden Organisationen des Kongresses, beteiligt sich mit einem eigenen Symposium an dem Programm und ist im Leitungsrat vertreten. Informationen zum Programm, Anmeldung und Fristen zur Einrichtung von Abstracts erhalten Sie unter suchtkongress.org.

18. bis 20. Oktober 2019 in Remagen: Beratung und Betreuung in Haft
Beratung und Betreuung in Haftanstalten ist mit besonderen Herausforderungen verbunden; dies betrifft sowohl die Rahmenbedingungen, unter denen gearbeitet werden muss, als auch die besonderen Problemlagen der Gefangenen, die in der Beratung thematisiert werden. Damit in der Haftarbeit tätige Kolleg*innnen den vielfältigen Anforderungen gerecht werden können, werden in diesem Seminar methodische Hilfestellungen gegeben. Neben einer Einführung in die Beratungs- und Betreuungsarbeit mit Gefangenen werden theoretische und methodische Kenntnisse aufgefrischt. Dazu gehören u. a. Gesprächsführung, Planung und Zielsetzung der Beratung und Betreuung sowie sozialrechtliche Besonderheiten in Haftanstalten. Neben der Informationsvermittlung stehen die kollegiale Beratung und Fallbesprechung im Mittelpunkt der Veranstaltung. Hier sind Zeit und Raum, um über die Beratungs- und Betreuungsarbeit zu reflektieren und angstfrei über (persönliche) Möglichkeiten und Grenzen zu sprechen. Auf aidshilfe.de finden Sie weitere Details.

5. bis 6. Dezember 2019 in Frankfurt am Main: 4. Gefängnis-Medizin-Tage
Wie bisher auch widmen sich die GEFÄNGNISMEDIZIN-TAGE 2019 den wichtigen Themen der Medizin und Pflege unter Haftbedingungen, wie Substanzgebrauchsstörungen und Substitutionsbehandlung, Diagnostik und Therapie relevanter Infektionen wie HCV, HIV und TBC, Themen aus Psychiatrie und Allgemeinmedizin und vieles mehr. Weitere Themen sind u.a. die Vision HIV- und HCV-freier Gefängnisse in Deutschland bis 2030 und die Kooperation bei medizinisch-psycho-sozialen Problemen zwischen "Drinnen“ und „Draußen". Weitere Informationen gibt es hier

Nächste PSB-Weiterbildung startet im Dezember
Im Dezember 2019 startet bei der LWL-Koordinationsstelle Sucht die nächste Weiterbildung „Fachkunde Psychosoziale Beratung begleitend zur Substitutionsbehandlung“ (PSB). Die insgesamt 60-stündige Weiterbildung verteilt sich auf drei Seminarblöcke vom 11. bis 13. Dezember 2019, vom 29. bis 31. Januar 2020 und vom 11. bis 13. März 2020. Angesprochen werden Fachkräfte, die beruflich mit der psychosozialen Beratung Substituierter zu tun haben oder einen Einstieg in dieses Arbeitsfeld beabsichtigen. Sofern kein Hochschulabschluss in sozialer Arbeit vorliegt, wird erwartet, dass die Teilnehmenden über mindestens ein Jahr Praxiserfahrung in dem Fachgebiet verfügen. Inhaltlich geht es um medizinische Grundlagen der Substitutionsbehandlung und die Praxis der psychosozialen Betreuung. Im letztgenannten Inhaltsblock kommen unter anderem Motivierende Gesprächsführung, Konsumreduktionsprogramme und Kooperationsmöglichkeiten der Drogenhilfe mit der Jugendhilfe und den substituierenden Ärzt*innen zur Sprache. Weitere Informationen finden Sie unter lwl-ks.de


A U S S C H R E I B U N G E N

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.
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