Januar 2019
Liebe Leser*innen!
Im alltäglichen Miteinander, in der Freizeit, bei der Arbeit oder beim Sport kann HIV bekanntermaßen nicht übertragen werden. Bei einer HIV-Therapie unterdrücken Medikamente das Virus im Körper. Dann besteht überhaupt kein Risiko mehr – selbst beim Sex nicht. Das wurde inzwischen wissenschaftlich bewiesen und auf der Welt-Aids-Konferenz vergangenen Sommer in Amsterdam als DIE Botschaft in die Welt geschickt. „n=n (nicht nachweisbar = nicht übertragbar). HIV ist unter Therapie selbst beim Sex nicht übertragbar“: Diese Botschaft will die Kampagne #wissenverdoppeln der Deutschen AIDS-Hilfe auch in Deutschland in die Öffentlichkeit tragen, denn aus Erhebungen der BZgA wissen wir, dass nur ein ganz geringer Teil der Bevölkerung das weiß. Auf der Seite wissen-verdoppeln.hiv konnten seit dem Kampagnenstart zum Welt-Aids-Tag schon mehrere Millionen Menschen in Deutschland erreicht werden. Viele Prominente haben mit Tweets, Videobotschaften und Pressemitteilungen die Kampagne #wissenverdoppeln unterstützt. Als Botschafterinnen treten auf der Homepage die Frankfurter Ärztin Annette Haberl und die Aidsaktivistin Franziska auf. Sie werben in persönlichen Statements dafür, wie wichtig es ist „n=n“ bekannt zu machen. Um die Angst vor Diskriminierung, Ablehnung und Ausgrenzung zu beseitigen und das Selbstbewusstsein der Menschen mit HIV zu stärken. Und um bekannt zu machen, dass Frauen mit HIV auf natürliche Weise schwanger werden und Kinder zur Welt bringen können, ohne dass die Kinder oder Väter mit HIV in Berührung kommen. Es gibt also keinen Grund und keine Entschuldigung mehr, es NICHT überall zu vermitteln: „n=n. HIV ist unter Therapie nicht übertragbar!“ Unterstützen auch Sie diese Kampagne und haben Sie viel Spaß beim Lesen unseres Newsletters.

Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Marianne Rademacher in den Ruhestand verabschiedet
Fast ihr ganzes Berufsleben hat Marianne Rademacher dem Thema HIV und Aids gewidmet. Zum Jahreswechsel gingen die DAH-Frauenreferentin und ihr Kollege Karl Lemmen, der Leiter des Fachbereichs Psychosoziales und Qualitätsentwicklung, in den Ruhestand. Ein Gespräch mit beiden zum Abschied über Erfolge, Versäumnisse und den Generationenwechsel in den Aidshilfen lesen Sie unter magazin.hiv.


P O L I T I K

Webseite hiv-diskriminierung.de
Interessante Artikel rund um das Leben mit HIV und insbesondere zum Thema Diskriminierung oder Verweise auf aktuelle Veranstaltungen für Menschen mit HIV stellt die Deutsche AIDS-Hilfe regelmäßig zur Verfügung. Auch werden in Kürze die von der Werkstatt "Reha wir kommen" erarbeitete Checkliste für Menschen mit HIV, die in Reha gehen wollen und eine Broschüre zum Thema "Umgang mit HIV-Patient*innen in Rehakliniken" für die Kliniken vorgestellt. Die Website finden Sie unter hiv-diskriminierung.de.


S O Z I A L E S


Empfehlung der AG AIDS-Prävention zu "Diskriminierung, Stigmatisierung & Management"

Die Lebenssituation von Menschen mit HIV hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Trotzdem spielen Diskriminierung und Stigmatisierung im Alltag HIV-Positiver immer noch eine erhebliche Rolle. Dies bleibt nicht ohne Folgen: Diskriminierung in der Arbeitswelt kann zu sehr belastenden Situationen bis hin zum Verlust der Arbeitsstelle führen. Menschen mit HIV vermeiden notwendige Besuche ärztlicher Praxen. Es besteht die Gefahr, dass diskriminierende Vorstellungen der Gesellschaft verinnerlicht werden, was zu einem geringen Selbstwertgefühl und zum Rückzug aus sozialen Bezügen führen kann. Die AG AIDS-Prävention NRW hat eine Empfehlung zur Sekundärprävention mit dem Schwerpunkt "Diskriminierung, Stigmatisierung, Management" erarbeitet. Die Empfehlung beleuchtet die Handlungsfelder, in denen die örtlichen Akteure der HIV/AIDS-Prävention in der Freien Trägerschaft und den Kommunen aktiv gegen Diskriminierung werden können. Mehr hierzu lesen Sie unter aids-nrw.de.

ICH ZEIGE DAS AN! - Neue Kampagne der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW
ICH ZEIGE DAS AN! lautet die landesweite Kampagne, die von der Landeskoordination der Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben, Schwule und Trans* in NRW erarbeitet wurde. Damit möchte die Fachstelle mit Sitz im rubicon, Köln, Menschen ermutigen, Strafanzeige zu stellen, wenn sie wegen ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität verbal oder körperlich angegriffen werden. Auf der Webseite ich-zeige-das-an.de können alle Informationen auch online vom Smartphone oder PC abgerufen werden. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

Überarbeitete PEP-Leitlinie
Die Deutsch-Österreichische hat ihre Leitlinie zur HIV-Postexpositionsprophylaxe (PEP) überarbeitet. Die wichtigste Änderung betrifft die empfohlenen Medikamente zur PEP, eine Zusammenfassung finden Sie unter hivandmore.de bzw. auf der Internetseite der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG) daignet.de als PDF-Datei.

Schweizer Empfehlung MTCT
Die Eidgenössische Kommission veröffentlichte eine sehr moderne Empfehlung zur Verhinderung der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind (MTCT). Eine HIV-positive Frau, die während der Schwangerschaft unter einer gut wirksamen HIV Therapie stand, kann eine ganz normale Geburt haben. Solange sie die Therapie weiterhin optimal einnimmt, kann sie nach einer offenen Beratung mit Nutzen-Risiko-Abwägung das Kind stillen. Die Empfehlung der Schweizer Eidgenössischen Kommission für Sexuelle Gesundheit zur Verhinderung der HIV-Übertragung von der Mutter auf das Kind finden Sie hier (PDF-Datei).


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

1. bis 3. Februar 2019 | Waldschlösschen
Bundesweites Treffen von Frauen mit HIV
Das Frauentreffen mit dem Thema "HIV im Wandel der Zeit" möchte Frauen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Herkunft ansprechen. Wir möchten Raum für das Kennenlernen und den Austausch unter Frauen bieten, unabhängig davon, ob die HIV-Diagnose schon lange zurückliegt oder erst in jüngerer Vergangenheit bekannt wurde. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

1. bis 3. Februar 2019 | Hattingen
"HIV und Sexualität. Selbstverständlich! Selbstbewusst!"
Beim ersten Positiventreffen NRW 2019 geht es um Selbstbewusstsein und Sexualität. Wie zufrieden bin ich mit meiner Sexualität? Welche Bedeutung und welchen Stellenwert hat Sexualität für mich persönlich? Welche Bedürfnisse habe ich? Kann ich meine Wünsche ausleben und welche Rolle spielt HIV dabei? Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

1. bis 3. Februar 2019 | Berlin
Werkstatt chronische Erkrankung am Arbeitsplatz 1. Termin
Die meisten Menschen mit HIV sind heute erwerbsfähig und arbeiten. Aber damit sind noch nicht alle Probleme im Bereich Arbeit gelöst. Einerseits gibt es immer noch Diskriminierungserfahrungen, zum Beispiel bei Einstellungen oder wenn die HIV-Infektion auf der Arbeit bekannt wird. Andererseits stellen wir uns heute die Frage, wie die chronische Erkrankung HIV das Arbeitsleben beeinflusst. Weitere Informationen zu diesem Treffen finden Sie hier (PDF-Datei).

14. Februar 2019 | Düsseldorf
"Gegensteuern – Rechtspopulismus und Gleichstellungsgegner*innen die Stirn bieten"
Mit diffamierenden Kampfbegriffen machen Rechtspopulist*innen und Gleichstellungsgegner*innen nicht nur Stimmung gegen die Akzeptanz von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, trans*- und intergeschlechtlichen Menschen (LSBTI*) sondern auch gegen viele weitere Gruppen und Organisationen. Gewerkschaften und andere zivilgesellschaftliche Organisationen werden ebenso zur Zielscheibe wie Akteur*innen der politischen Bildung. Hierzu findet eine Konferenz des Projekts "Miteinander stärken" statt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

21. Februar 2019 | Dortmund
Datenschutz in der Frauen-, Mädchen- und Migrationsarbeit
Müssen Klient*innen-Unterlagen vernichtet werden oder kann man sie für den Fall weiterer Gespräche aufheben? Was ist bei der Kommunikation per Mail, über Whatsapp oder Facebook zu beachten? Wie muss die Homepage angepasst werden? Braucht man eine*n Datenschutzbeauftragte*n? Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

1. bis 3. März 2019 | Berlin
Diversity. Ein Anfang. Das Basistraining
Ratsuchende und Nutzer*innen der HIV/STI-Beratung und Prävention wenden sich in all ihrer Unterschiedlichkeit mit sehr sensiblen Themen und Anliegen an die lokalen Aidshilfen, MSM-, Sexwork- oder Drogen-Projekte. Dabei sind die Bedürfnisse und Ansprüche an eine vertrauensvolle Atmosphäre und einen geschützten Raum so vielfältig wie die Adressat*innen selbst. Damit man als kompetente*r Ansprechpartner*in wahrgenommen wird, braucht es ein Grundverständnis von Diversität und den daraus resultierenden Bedarfen. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

1. bis 3. März 2019 | Berlin
Streetwork für Frauen
Dieses Fortbildungsangebot zur Steigerung der Streetwork-Qualität eignet sich auch für Anfängerinnen und besteht aus drei Seminaren mit je eigenen Themenschwerpunkten. Im ersten Seminar steht die Reflexion der eigenen Rolle als Streetworkerin und der eigenen Haltung zu Sexualität und Sexarbeit im Mittelpunkt. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

1. und 2. April 2019 | Düsseldorf
Aufenthalts- und Sozialrechte von Geflüchteten und Unionsbürger*innen
Um im Feld "HIV/STI- und Hepatitis-Prävention und Migration" kompetent beraten zu können, ist es notwendig, in punkto Aufenthalts- und Sozialrecht ständig auf dem Laufenden zu sein. Dieses Seminar dient dem Erwerb von Grundlagen in diesen Rechtsbereichen sowie der Aktualisierung des Fachwissens, vor allem für die Beratung von Geflüchteten und Unionsbürger*innen. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

10. bis 12. Mai 2019 | Remagen
Beratung und Betreuung von Drogengebraucher*innen (Reflexion)
In Teil II des Seminars stehen die Erfahrungen im Mittelpunkt, welche die Teilnehmer*innen bei der Anwendung der im ersten Teil gelernten Methoden der Gestaltung von Beratungs- und Betreuungs-prozessen gemacht haben. Diese Erfahrungen sollen reflektiert werden, um gegebenenfalls Korrekturen vornehmen oder Lösungen für erkannte Probleme entwickeln zu können. Zugleich geht es darum, die persönlichen Ressourcen für die Arbeit mit Drogengebraucher*innen wie auch die Grenzen des eigenen Handelns zu erkennen. Darüber hinaus werden Techniken der Fallbearbeitung und der Intervision (kollegiale Beratung) vermittelt – auch dies ein wichtiger Beitrag zur Qualitätssicherung in der Beratung und Betreuung. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

18 bis 26. Mai 2019
"Aktionswoche Selbsthilfe"
Im Mai 2019 wird es erstmalig eine vom Paritätischen initiierte bundesweite "Aktionswoche Selbsthilfe" geben. Ziel der Aktionswoche ist es, die Selbsthilfe zu fördern und deren Sichtbarkeit in der Öffentlichkeit zu stärken. Alle wichtigen Informationen finden Sie unter wir-hilft.de. Der Paritätische NRW lädt alle Mitgliedsorganisationen mit Bezug zur Selbsthilfe ein, sich an der Aktionswoche zu beteiligen.

S O N S T I G E S

Umsetzung des Modells der verbindlichen Einbeziehung von Menschen mit HIV im Verband
Im Jahr 2014 hat die Deutsche AIDS-Hilfe das Modell zur verbindlichen Einbeziehung von Menschen mit HIV verabschiedet. 2017 wurde beschlossen, dass überprüft werden soll, "ob die Einrichtung des besonderen Organs 'PositHIVe Gesichter' sich bewährt hat, was gut funktioniert, welche Schwierigkeiten auftreten und was optimiert werden muss, damit das Organ seine satzungsgemäßen Aufgaben erfüllen kann". Das soll ausdrücklich auch die Umsetzung der Selbstverpflichtungserklärung zur verbindlichen Beteiligung von Menschen mit HIV an der verbandlichen Arbeit beinhalten. Die DAH möchte sich daher ein Bild machen, wie sich diese beiden Säulen des Beteiligungsmodells entwickelt haben, und bittet dabei um Unterstützung. Den Umfragebogen finden Sie hier (PDF-Datei).


Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Februar 2019
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Februar per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
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