Nr. 4 - Oktober 2018
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, Ihnen heute die 4. Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen/Haft und Spritzenautomaten in NRW in diesem Jahr zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen,

Brigitte Bersch            
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
   
Drogen|Strafvollzug


A K T U E L L E S


Studienergebnisse: Bereitstellung von Harm-Reduction-Materialien über Automaten für Drogengebrauchende in NRW
Spritzenautomaten sind in Nordrhein-Westfalen eine etablierte und anerkannte Maßnahme der Schadensminimierung sowie der HIV- und Hepatitis-Prävention. Seit 1989 existiert das Spritzenautomatenprojekt NRW, derzeit werden über 100 Automaten von über 60 Einrichtungen der Aidshilfe, Drogen-/Suchthilfe und Drogenselbsthilfe betrieben. Nun wurde erstmal eine wissenschaftliche Evaluation des Automatenprojekts unter der Leitung von Prof. Dr. Daniel Deimel (Katholische Hochschule NRW) in Kooperation mit der Aidshilfe NRW (Brigitte Bersch) sowie dem Deutschen Institut für Sucht- und Präventionsforschung durch das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW in Auftrag gegeben. Ausgewertet wurden die Ergebnisse einer systematischen Literaturrecherche, eine Befragung der Betreiber und Nutzer*innen sowie von der Aidshilfe NRW zur Verfügung gestellte Informationen zum Projekt und Daten zu Standorten und Abgabezahlen. Weitere Informationen sowie einen Link zur gesamten Studie finden Sie hier.

Expertenrunde zu Spritzenautomaten in Hamburg
NRW und Berlin gehören bundesweit zu den Spitzenreitern, was die Bereitstellung von Spritzenautomaten angeht – eines der Schlusslichter unter den deutschen Großstädten ist Hamburg. Dort fand am 24. September auf Einladung des Sankt Pauli Bürgervereins, der sich seit Jahren für Spritzenautomaten und Entsorgungscontainer im Stadtteil einsetzt, eine Expertenrunde zum Thema statt. Geladen als Expertinnen waren unter anderem Brigitte Bersch, Aidshilfe NRW, und Astrid Leicht, Fixpunkt (Berlin). Über die Diskussion berichtete u.a. die Hamburger Morgenpost.

Erstes verschreibungsfähiges Naloxon-Nasenspray ist auf dem Markt
Ab sofort ist auch in Deutschland ein verschreibungspflichtiges und erstattungsfähiges Naloxon-Nasenspray erhältlich, das bei Opioid-Überdosierungen Leben retten kann. Dies teilte das Bundesgesundheitsministerium am 13. September 2018 mit. Bisher war Naloxon in Deutschland nur für die intravenöse, intramuskuläre oder subkutane Anwendung erhältlich, die neue Applikationsform bringt eine erhebliche Vereinfachung der Anwendung mit sich. Weitere Informationen finden Sie unter saferuse-nrw.de.

"My first 48 hours out": Naloxon-Vergabe vor der Haftentlassung
Ein besonders wichtiger und sinnvoller Einsatz für Naloxon wäre der Strafvollzug bzw. insbesondere die Schnittstelle zwischen Haft und Freiheit. Unmittelbar nach der Haftentlassung sind Gefangene mit aktuellem oder ehemaligem Drogengebrauch aufgrund geringerer Opioidtoleranz besonders vulnerabel für Überdosierungen und auch Todesfälle. Diese kritische Phase wurde im Rahmen des EU-geförderten Projekts "My first 48 hours out" unter der Federführung des Instituts für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences untersucht. Ein Ergebnis ist der (englischsprachige) Leitfaden "Naloxone-on-release" (PDF), der praktische Hinweise zur Ein- und Durchführung von Naloxon-Schulungen und Naloxon-Vergabe vor der Haftentlassung bietet.

Hepatitis-C-Medikament Sofosbuvir bleibt für viele unerschwinglich
Zivilgesellschaftliche Organisationen aus 17 europäischen Ländern, darunter Ärzte der Welt, Ärzte ohne Grenzen und AIDES, hatten im März 2017 beim Europäischen Patentamt [EPA] beantragt, das Patent für das Hepatitis-C-Medikament Sofosbuvir (Handelsname: Sovaldi) zu widerrufen. Ihr Argument: Es handele sich nicht um eine Innovation. Ziel war es, den Import und Vertrieb kostengünstiger Nachahmerpräparate auch in Europa zu ermöglichen. Nach einer Anhörung am 13. September 2018, bei der es um die chemische Basisverbindung von Sovaldi ging, entschied das EPA jedoch: Gileads Patent bleibt bestehen. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

Online-Befragung gestartet: Lust & Rausch durch Chemsex bei schwulen und bisexuellen Männern
Am 1. September ist eine Studie gestartet, die dem Phänomen "Chemsex" [Sex unter dem Einfluss von Substanzen, die unmittelbar vor oder während dem Sex konsumiert werden] auf den Grund geht. Auf chemsexstudy.de werden schwule und bisexuelle Männer zum Substanzkonsum und ihrem psychischen Wohlbefinden befragt. Sie sind eine Personengruppe, die aufgrund von Stigmatisierungs- und Diskriminierungserfahrungen anfällig für psychische Erkrankungen und HIV-Infektionen ist. Vermutlich ist deshalb auch der Substanzkonsum hier höher als im Bundesdurchschnitt, wie einige Studien nahelegen. "Wir wollen mehr über die Motive, Hintergründe und Dynamiken von Chemsex in dieser spezifischen Gruppe wissen" sagt Prof. Dr. Daniel Deimel. Er ist Professor für Klinische Sozialarbeit an der KatHO NRW und leitet die Studie. An der Umfrage können und sollen auch Menschen mitmachen, die zum Beispiel "nur" Alkohol trinken oder deren Chemsex-Erfahrungen vielleicht schon länger zurückliegen.

Welt-Hepatitis-Tag: Aidshilfe NRW kritisiert mangelhafte Diagnostik und Behandlung
Am 28. Juli fand der Welt-Hepatitis-Tag statt, der seit 2011 als offizieller Gesundheitstag der Weltgesundheitsorganisation [WHO] durchgeführt wird. Zu diesem Anlass kritisierte die Aidshilfe NRW die mangelhafte HCV-Diagnostik und Behandlung. Trotz politischer Lippenbekenntnisse sind die Fortschritte in Prävention, Diagnostik und Behandlung viel zu langsam, um die international vereinbarten Zielsetzungen einhalten zu können. Die seit einigen Jahren verfügbaren neuen HCV-Therapien versprechen Heilungschancen von nahezu 100 Prozent, und das bei deutlich weniger Nebenwirkungen und einer deutlich verkürzten Behandlungszeit. Trotzdem sind die Behandlungszahlen nach 2015 wieder kontinuierlich zurückgegangen. Um die mit Hepatitis verbundenen Herausforderungen zu erfüllen, bedarf es einer gemeinsamen Kraftanstrengung und der Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen. Lesen Sie dazu die Stellungnahme (PDF) unseres Landesvorsitzenden Arne Kayser.

Robert-Koch-Institut: Hepatitis im Jahr 2017
Auch das Robert-Koch-Institut [RKI] hat sich der Berichterstattung rund um den Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli wieder angeschlossen und mehrere Epidemiologische Bulletins mit Hepatitis-Schwerpunkt veröffentlicht. Begonnen hat diese Reihe mit dem Titelthema "Hepatitis C im Jahr 2017". 4.798 Fälle erstdiagnostizierter Hepatitis C wurden 2017 an das RKI übermittelt, davon 999 in NRW. Dies entspricht einem landesweiten Anstieg von 25 Prozent im Vergleich zu 2016. Am stärksten betroffen sind nach wie vor intravenös Drogengebrauchende [IVD] (78 Prozent der Fälle mit ausgewertetem Übertragungsweg; darunter 4,6 Prozent IVD in Haft). Weitere Veröffentlichungen des RKI enthalten entsprechende Informationen zu Hepatitis B und C (PDF) sowie den vor kurzem aktualisierte RKI-Ratgeber zu Hepatitis C (PDF).

Aktionsplan gegen Sucht NRW
Der Aktionsplan baut auf dem Landeskonzept gegen Sucht NRW auf und zeigt prioritäre Handlungsfelder und Handlungsbedarfe in den Bereichen Prävention und Hilfe auf. Er konkretisiert die im Landeskonzept gegen Sucht NRW festgeschriebenen fachlichen Grundsätze und Rahmenvorgaben zur Weiterentwicklung von Suchtprävention und Suchthilfe in NRW. Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen [MAGS NRW] fördert innovative Projekte und Maßnahmen, die dazu beitragen sollen, die mit dem Aktionsplan verfolgten Ziele zu erreichen. Informationen zum Antragsverfahren finden Sie unter landesstelle-sucht.de. Die nächste Antragsfrist ist der 30. November 2018.


M E D I Z I N  U N D  G E S U N D H E I T

Aktion für Geflüchtete und Migrant*innen: Kondome werben für den HIV-Test
Mit Hilfe von 350.000 Kondomen informiert die Deutsche AIDS-Hilfe seit Ende September geflüchtete Menschen und andere Migrant*innen über das Gesundheitssystem in Deutschland, HIV und andere sexuell übertragbare Infektionen. Die Aktion mit dem Titel "Your health!" soll insbesondere das Bewusstsein dafür fördern, dass ein HIV-Test sich lohnt, weil HIV heute bei rechtzeitiger Diagnose gut behandelbar ist, Aids-Erkrankungen sind so vermeidbar. HIV ist zudem unter Therapie nicht mehr übertragbar. Die Initiative ist Teil der Kampagne "Kein Aids für alle – bis 2020!". Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

HCV-Therapie bei Drogengebrauchenden hoch effektiv
Eine systematische Meta-Analyse von 38 Studien, die in der Fachzeitschrift "The Lancet Gastroenterology and Hepatology" veröffentlicht wurde, hat erneut gezeigt, dass die mittlerweile nicht mehr ganz neuen HCV-Medikamente [Direct Acting Antivirals, oder kurz: DAAs] höchst effektiv Drogengebrauchende sowie Substituierte von einer Hepatitis-C-Infektion heilen. Knapp 98 Prozent in beiden Gruppen schlossen ihre Therapie erfolgreich ab, eine nachhaltig unterdrückte Viruslast [Sustained Virological Response, oder kurz: SVR] konnte bei knapp 88 Prozent der Drogengebrauchenden und knapp 91 Prozent der Substituierten erreicht werden. Ob der Drogengebrauch aktuell oder länger zurückliegend war, machte für beide Ergebnisse kaum einen Unterschied. Dementsprechend empfehlen die Autor*innen der australischen Studie, internationalen (wie auch vielen nationalen) Leitlinien entsprechend auch aktiv Drogengebrauchenden die lebensrettende Medikation zukommen zu lassen. Sie aufgrund des Konsums oder der Konsumvergangenheit zu verweigern sei unakzeptabel und basiere auf Diskriminierung statt Evidenz. Näheres zur Studie finden Sie hier.  

Substitutionsgestützte Therapie von Opioidabhängigen: Klarstellungen zum GKV-Leistungsangebot beschlossen
Der Gemeinsame Bundesausschuss [G-BA] hat in seiner Sitzung am 6. September 2018 die Leistungen zulasten der Gesetzlichen Krankenversicherung [GKV] im Rahmen der substitutionsgestützten Therapie Opioidabhängiger an die Novellierung der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung [BtMVV] und der Substitutions-Richtlinie der Bundesärztekammer [BÄK] aus dem vergangenen Jahr angepasst. Betroffen sind von der Anpassung insbesondere die Therapieziele der Substitution, die Indikationsstellung und das Therapiekonzept. Weitere Informationen finden Sie in der Pressemitteilung des G-BA (PDF).

Neue Hepatitis-C-Behandlungsleitlinien
Sowohl die WHO als auch der Bund der niedergelassenen Gastroenterologen haben aktualisierte Hepatitis-C-Behandlungsleitlinien herausgegeben. Die WHO-Leitlinien, veröffentlicht im Juli 2018, empfehlen eine Behandlung ALLER Hepatitis-C-Patient*innen, mit spezifischen Empfehlungen für besonders vulnerable Gruppen wie Drogengebrauchende, Menschen in Haft und Männer, die Sex mit Männern haben [MSM]. Die bng-Empfehlung soll als Ergänzung zur ausführlichen Leitlinie der DGSV [Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten] eine praxisorientierte, komprimierte Empfehlung zur Therapie der chronischen Hepatitis C bieten. Sie soll den behandelnden Ärzt*innen in der Praxis mehr Klarheit und Sicherheit geben, indem sie über prägnante praktische Hilfen für die täglichen Therapiefragen hinaus auch Aspekte wie Wirtschaftlichkeitsgebot, Struktur- und Rabattverträge beleuchtet.

Kosten für Prä-Expositions-Prophylaxe [PrEP] sollen zukünftig von Krankenkasse übernommen warden
Zukünftig sollen die Krankenkassen die Kosten für die Präexpositions-Prophylaxe [PrEP] zum Schutz vor HIV übernehmen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt. Die Aidshilfe NRW begrüßt dieses Vorhaben. Sie fordert seit langem, die PrEP allen zugänglich zu machen, die sie brauchen und wollen. Das darf nicht am geringen Einkommen der Leute scheitern. Weitere Informationen erfahren Sie unter ahnrw.de.

Der HIV-Selbsttest kommt
Voraussichtlich ab Oktober werden in Deutschland HIV-Selbsttests erhältlich sein. Die dafür notwendige Änderung der Medizinprodukteabgabeverordnung hat Gesundheitsminister Jens Spahn Anfang Juni angekündigt, nun wurde sie auch vom Bundesrat bestätigt. Den HIV-Test selbst zu Hause durchführen zu können, kann die Hemmschwelle senken. Manche Menschen scheuen sich, in einer Arztpraxis, im Gesundheitsamt oder in einem Checkpoint der Aidshilfe danach zu fragen. Gründe können zum Beispiel Scham oder Angst vor einer negativen Bewertung ihres sexuellen Verhaltens sein. Andere Menschen schieben den Test vor sich her. Wenn sie den Selbsttest einfach in der Apotheke, der Drogerie oder im Online-Handel kaufen können, kann das motivieren, sich früher oder häufiger auf HIV zu testen. Begleitende (anonyme) Beratung durch Angebote der Aidshilfen ist persönlich, telefonisch und per E-Mail möglich. Mehr Informationen finden Sie unter ahnrw.de und aidshilfe.de.


G E S E L L S C H A F T  U N D  S O Z I A L E S

Migration und Sucht: Erfahrungen aus der Versorgung suchtmittelkonsumierender geflüchteter Menschen
In den letzten Jahren kamen viele aus ihren Heimatländern geflüchtete Menschen nach Deutschland. Im Heimatland und auf der Flucht haben sie zum großen Teil traumatisierende Erfahrungen gemacht. Nicht selten werden diese durch Suchtmittelkonsum ‚behandelt‘. Aber auch die Lebensumstände nach der Ankunft in Deutschland – gezeichnet durch Warten, Ungewissheit, Langeweile und Angst – können den Konsum von Suchtmitteln verstärken. Eva Egartner und Beate Zornig-Jelen berichten auf konturen.de über Erfahrungen aus der Versorgung suchtmittelkonsumierender geflüchteter Menschen und leiten daraus Forderungen für bessere Hilfeangebote ab.

Empfehlungen der Deutschen Rentenversicherung zur Zusammenarbeit bei der Unterstützung arbeitssuchender abhängigkeitskranker Menschen veröffentlicht
Zum 1. Juli 2018 sind Empfehlungen der Deutschen Rentenversicherung, der Bundesagentur für Arbeit, des deutschen Landkreistages und des Städtetages zur Zusammenarbeit bei der Unterstützung arbeitssuchender abhängigkeitskranker Menschen veröffentlicht worden. Die gemeinsam geschlossene Empfehlung soll bei dem Zugang in eine medizinische Rehabilitation Abhängigkeitskranker und die anschließende berufliche (Wieder-)eingliederung unterstützen. Weitere Informationen finden Sie hier.

P U B L I K A T I O N E N

Neue Ausgabe des Drogenkuriers
Die aktuelle Ausgabe des Drogenkuriers, des Magazins bundesweiten JES-Netzwerks [Junkies, Ehemalige und Substituierte], ist erschienen und sowohl als Print-Ausgabe sowie als PDF erhältlich. Im Mittelpunkt der Ausgabe steht die Berichterstattung über die zahlreichen Gedenk-, Protest- und Traueraktionen, die bundesweit wie international zum Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher*innen am 21. Juli diesen Jahres stattfanden.

Tätigkeitsbericht des JES-Bundesvorstands 2018
Ebenso frisch erschienen ist der Tätigkeitsbericht 2017 - 2018 des Bundesvorstands von JES (PDF). Der Bericht des Vorstands gibt allen Mitgliedern und Interessierten einen Überblick über die Themen und Tätigkeiten des JES-Bundesverbands in den Jahren 2017 - 2018.  Neben der Arbeit an neuen Medien stand vor allem die Arbeit im Gemeinsamen Bundesausschuss [G-BA] im Zentrum. Darüber hinaus gibt der Tätigkeitsbericht einen Einblick in die Finanzentwicklung und die Vielfalt  der JES-Netzwerkarbeit.

Jahresbericht 2017 der Aidshilfe NRW
Der Bericht über die Aktivitäten unseres Landesverbands aus dem vergangenen Jahr liegt jetzt vor. Unter anderem ist dort eine Kurzdokumentation des großen Verbandstags zu finden. Der Jahresbericht in Printversion ist über die Landesgeschäftsstelle erhältlich. Online finden Sie ihn hier.

Trainingsmanual zur HIV- und HCV-Testung in niedrigschwelligen Drogenhilfeeinrichtungen
Das u.a. von der EU geförderte Projekt HA-REACT [The Joint Action on HIV and Co-Infection Prevention and Harm Reduction] hat es sich zum Ziel gesetzt, Lücken in der Prävention von HIV und Ko-Infektionen wie Tuberkulose und Hepatitis bei intravenös Drogengebrauchenden zu identifizieren und zu schließen. Insgesamt 22 Organisationen aus 18 EU-Mitgliedsstaaten sind Teil des Projekts, darunter die Deutsche AIDS-Hilfe. Als Teil des Projekts wurde ein Trainingsmanual für HIV- und HCV-Tests in Einrichtungen der niedrigschwelligen Drogenhilfe entwickelt, das in acht Modulen einen Leitfaden für Basisinfos zu den Infektionskrankheiten, zu Beratungstechniken sowie zu praktischen Fragestellungen bei der Implementation eines Testangebots bietet. Das Trainingsmanual (bisher nur auf Englisch verfügbar) kann unter aidshilfe.de kostenlos bestellt oder als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Die Arbeit der Drogenkonsumräume in NRW – Jahresbericht 2017
In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit zehn Drogenkonsumräume (in Bielefeld, Bochum, Bonn, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Köln, Münster, Troisdorf und Wuppertal). Die Inanspruchnahme und Nutzung der Konsumräume wird entsprechend der gültigen Rechtsverordnung dokumentiert und evaluiert. Die Landesstelle Sucht NRW unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW die Drogenkonsumraum-Betreiber bei der Erhebung und Auswertung der Daten. Aktuell erschienen ist die Statistik für das Jahr 2017. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter saferuse-nrw.de.

M E D I E N

Neue DAH-Broschüre zu „Drogen und HIV“
Ergänzend zur Informationsbroschüre "Drogen und Hepatitis" (PDF), die Drogengebrauchenden Informationen zu Schutz-, Test- und Behandlungsmöglichkeiten für Hepatitis-Infektionen bietet, hat die Deutsche AIDS-Hilfe [DAH] nun auch eine neue Broschüre zum Thema "Drogen und HIV" (PDF) herausgegeben. Beide Broschüren können kostenlos über den Verand der Deutschen AIDS-Hilfe bestellt werden.

Drugs - Just Say Know: Neue Website und Broschüre
DRUGS - JUST SAY KNOW informiert über psychoaktive Substanzen, ihre Wirkungen, Nebenwirkungen und Risiken und weist auf die Möglichkeiten zu Safer Use hin. Die Website umfasst allgemeine Informationen rund ums Thema Drogenkonsum und Substanz-Informationen zu 30 bewusstseinsverändernden Drogen sowie zum verbreiteten Mischkonsum. Die Online-Präsenz know-drugs.ch ist nun mit einem neuen Layout online, die kürzlich überarbeitete Broschüre ist ebenfalls über die Website bestellbar.

DRK: Neue Kurzfilme u.a. zur Suchthilfe in fünf Sprachen
Das Deutsche Rote Kreuz [DRK] hat sein Informationsangebot für eine gleichberechtigte medizinische Versorgung für Migrant*innen und Geflüchtete weiter ausgebaut. Die Gesundheitsfilme zu Fragen rund um Gesundheits- und Krankenversorgung, u.a. auch zu den Themen „psychische Gesundheit“ und „Suchthilfe“, sind in Arabisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Paschtu und Sorani unter drk-gesundheitsfilme.de abrufbar.


T E R M I N E

11. bis 12. Oktober 2018 in Hamburg: 12. internationaler akzept-Kongress
Vom 11. bis 12. Oktober findet in Hamburg der 12. Internationale akzept-Kongress statt. Die Fachveranstaltung steht unter dem Motto „Gesundheitsförderung 3.0 – Harm Reduction, Verhältnisprävention und Versorgung“ und deckt ein breites Themenspektrum ab, von Safer-Nightlife-Projekten über die besonderen Anforderungen an die Arbeit mit Migrant*innen und Geflüchteten bis hin zu Drogenkonsumräumen und Drug Checking. Aktuelle Informationen zum Programm sowie zum Anmeldeverfahren finden Sie auf der Homepage des akzept-Bundesverbands.

30. Oktober 2018 in Münster: 36. Jahrestagung der LWL-Koordinationsstelle Sucht
Mit der 36. Jahrestagung der LWL-Koordinationsstelle Sucht am 30. Oktober 2018 in Münster sollen Gewohnheiten durchbrochen und neue Einsichten ermöglicht werden. Mit dem Blick auf die "Drug Science" möchte die Tagung sich dieser entwickelnden Disziplin annähern. Bei der Drug Science stehen psychoaktive Substanzen wissenschaftlich im Spannungsfeld zwischen einer neurobiologischen, klinisch-pharmakologischen, psychotherapeutischen, suchtmedizinischen, sozialwissenschaftlichen und politischen Perspektive. Besonders dabei ist der transdisziplinäre Ansatz, der neue Impulse zum Quer-, Neu- oder Weiterdenken in den Fokus rückt. Hier finden Sie weitere Informationen zu der Veranstaltung.

2. bis 4. November 2018 in Berlin: 27. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin
"Sucht – You never walk alone" – unter diesem Titel findet der 27. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin vom 2. bis 4. November 2018 in Berlin statt: Neben den Abhängigkeitserkrankten selbst ist immer auch das persönliche Umfeld  von Alkohol- und Substanzmittelkonsumstörungen betroffen. Deshalb soll bei diesem Kongress die Perspektive auf Angehörige und Therapeut*innen erweitert werden. Im Eröffnungssymposium stehen deshalb in diesem Jahr Sucht und Suchttherapie in verschiedenen Umweltbedingungen wie Familie, Haft und Freizeitumgebung im Fokus. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter dgsuchtmedizin.de.

20. bis 22. März 2019 in Bonn: Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft
Die 10. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft wird vom 20. bis 22. März 2019 im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn stattfinden. Motto der Konferenz ist: "Gesundheitsförderung leicht gemacht – Praktische Modelle für Gefangene und Bedienstete". Bis zum 30. Oktober werden noch Vorschläge für das Programm (z.B. Vortrag, Workshop, Poster) entgegengenommen. Den Call for abstracts sowie Informationen zur Anmeldung finden Sie hier.


A U S S C H R E I B U N G E N

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.

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