September 2018
Liebe Leser*innen!
Am vergangenen Wochenende fand in Köln der große Fachtag "Migration im Verband" statt, an dem auch einige Frauen aus unseren Reihen teilgenommen haben. Mit ihnen kamen Expert*innen aus unseren Mitgliedsorganisationen, aus befreundeten Verbänden und von Kooperationspartnern der Aidshilfe NRW zusammen, um über bessere Vernetzungsstrukturen "für die gesundheitliche Versorgung und Integration von Menschen mit HIV" zu beraten. Dabei sind zwei Aspekte besonders deutlich geworden: Zum einen braucht es engagierte Menschen in allen Strukturen des Hilfe- und Medizinsystems, die die besonderen Lebensumstände, Probleme und Herausforderungen der Migrant*innen im Blick haben und die bereit sind, unbürokratisch und interdisziplinär zu helfen. Zum anderen brauchen wir Migrant*innen, die Gesicht zeigen, die ihren jeweiligen Communities und der Gesellschaft vermitteln, dass HIV kein Thema der Randständigen ist, sondern mitten unter uns präsent und normal ist. Zudem helfen sie uns, nicht über sie, sondern mit ihnen ins Gespräch zu kommen, sie nehmen ihre Geschicke selbst in die Hand und belegen damit einen alten Grundsatz der Aidshilfe: Selbstvertretung vor Stellvertretung. Eine der Gruppen, die sich beim Fachtag präsentiert haben, war HABARI aus Bonn, über die Sie seit kurzem einen Text auf unserer Homepage finden können.

Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Menschen mit HIV verabschieden Resolutionen gegen Diskriminierung
Die Teilnehmer*innen der Konferenz Positive Begegnungen in Stuttgart haben zwei Resolutionen beschlossen. Freiheit von Diskriminierung soll als Grundlage aller Maßnahmen gegen Aids anerkannt werden. Außerdem soll die breite Öffentlichkeit wirksam darüber informiert werden, dass HIV unter Therapie nicht übertragbar ist. Mehr dazu erfahren Sie unter aidshilfe.de.

U = U: Undetectable = Untransmittable
Eine der eindrücklichsten Botschaften, die von der 22. Internationalen AIDS-Konferenz in die ganze Welt ging, lautet U = U: Undetectable = Untransmittable, also auf Deutsch N = N: Nicht nachweisbar = Nicht übertragbar oder nicht infektiös. U = U ist eine Botschaft, die Menschen mit HIV ermutigen will, Scham und Angst abzulegen, an der Gesellschaft teilzuhaben, ihre Sexualität zu leben und Kinder zu bekommen. Weiteres finden Sie unter aids-nrw.de.

Aidshilfen: Online-Angebot erweitert
Die Online-Beratung der Aidshilfen zu HIV und Geschlechtskrankheiten gibt es demnächst auch auf Englisch und Französisch. Die Online-Beratung kann als Chat oder als Email gewählt werden. Die Anfragenden bleiben dabei anonym. Auch die Website der aidshilfe-beratung.de wurde neu überarbeitet und ist jetzt auch auf Englisch verfügbar.


S O Z I A L E S

Trauma Aids: Wie die kollektiven Folgen der Aids-Krise nachwirken
Die 1980er- und 1990er-Jahre waren der Höhepunkt der so genannten Aids-Krise, die zahllosen Menschen Leid und Tod brachte. Das Trauma Aids und seine kollektiven Folgen wirken bis heute nach. Die Deutsche AIDS-Hilfe hat ein Dossier zusammengestellt mit mehreren unterschiedlichen Beiträgen zum Thema. Sie finden es unter magazin.hiv


G E S U N D H E I T

Noch einmal: Der HIV-Selbsttest kommt
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat alle wichtigen Informationen zum Thema "HIV-Selbsttest" zusammengestellt, damit die Vorbereitung auf den Start der "neuen Ära" in der HIV-Testung in Deutschland gut gelingt. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei). Für Rückfragen stehen Armin Schafberger und Michael Tappe gerne zur Verfügung.

HIV-PrEP für Fauen: "Es sollte selbstverständlich sein, offen über Schutz beim Sex zu kommunizieren"
Miriam ist 35, lebt seit mehr als zehn Jahren in Berlin, wo sie auch studiert hat, und arbeitet als Marketingexpertin. Das Magazin der Deutschen AIDS-Hilfe hat mit ihr über die HIV-PrEP für Frauen gesprochen – über ahnungslose Männer und ablehnende Ärzt*innen, aber auch über aktive Kommunikation rund um die sexuelle Gesundheit. Das lesenswerte Interview finden Sie unter magazin.hiv.

"test it": Neues Test- und Präventionsangebot gestartet
In enger Zusammenarbeit mit der Aidshilfe NRW hat das "Walk In Ruhr (WIR) – Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin" in Bochum ein neues Testangebot zur Prävention sexuell übertragbarer Infektionen entwickelt: "test it". Es ermöglicht die Selbstabnahme von Proben zu Hause, die anschließend per Post zur Untersuchung auf HIV und andere Geschlechtskrankheiten in ein Labor geschickt werden. Die Ergebnisse werden telefonisch übermittelt. Getestet werden kann auf HIV, Syphilis, Chlamydien, Gonokokken und Mykoplasmen. Mehr erfahren Sie unter wir-ruhr.de

HIV-Spätdiagnosen in den Niederlanden: Gründe und Folgen
Die qualitative Interview-Studie "Late Presentation of HIV Infection in the Netherlands: Reasons for Late Diagnoses and Impact on Vocational Functioning" ging den Gründen für  HIV-Spätdiagnosen und ihren Auswirkungen auf die Arbeitsfähigkeit nach. Gleichzeitig werden Wege aufgezeigt, um Spätdiagnosen zu vermeiden. Mehr dazu erfahren Sie unter magazin.hiv.

Stillen mit HIV?
Über ein Positionspapier Schweizer Expert*innen, in welchem das Stillen eines Kindes einer HIV-positiven Mutter unter bestimmten Bedingungen als durchaus vertretbare Option diskutiert wird, äußert sich Pietro Vernazza vom Kantonsspital St. Gallen. Weiteres lesen Sie unter infekt.ch


M E D I E N

"Umgang und Gewaltschutz im Konflikt - professionelle Perspektiven"
Zu diesem Thema fand im November 2017 in der Berliner Stadtmission eine Fachtagung statt. Hier diskutierten die Teilnehmer*innen über praktische Probleme im Zusammenhang mit richterlichen Entscheidungen sowie über die Rollen der Jugendämter, der Verfahrensbeistände, der Anwaltschaft und der Gutachten. Des Weiteren wurden die Möglichkeiten der Fachberatungsstellen und Frauenhäuser sich in die Verfahren einzubringen, besprochen. Die Dokumentation finden Sie unter frauenhauskoordinierung.de



T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


12. bis 14. Oktober 2018 | Berlin
Streetwork für Frauen III
Das dritte Seminar dieser Reihe wird sich mit transkultureller Bildung beschäftigen und mit dem Prostituiertenschutzgesetz auseinandersetzen. Weitere Informationen zum Seminar finden Sie hier (PDF-Datei).

27. bis 28. Oktober 2018 | Essen
Treffen für Jugendliche mit HIV in NRW
Dieses erste landesweite Treffen für junge Leute mit HIV organisiert die Aidshilfe NRW gemeinsam mit den Aidshilfen in Düsseldorf und Dortmund. Wir bitten um rege Weiterleitung des Einladungsflyers, den Sie hier (PDF-Datei) finden.

2. bis 3. November 2018 | Berlin
Zero Discrimination – mit dieser Null muss man rechnen! 
Antidiskriminierungsarbeit gehört schon immer zu Aidshilfe – als Aufgabe, als Identität, als Realität. Schon in den 80er Jahren haben wir die Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids bekämpft auf allen Ebenen. Die – scheinbare – Unsichtbarkeit von HIV veränderte über die Jahrzehnte die Erscheinungsformen der Diskriminierung und manchmal auch die Formen der Arbeit gegen diese. Geblieben ist dennoch vieles: die Vorteile, die Unwissenheit, die Ängste. Der Bedarf an Aufklärung, an langem Atem, an Empowerment, an Unterstützung. Antidiskriminierungsarbeit ist Teil des Markenkerns von Aidshilfe. Informationen und Anmeldemöglichkeit finden Sie hier (PDF-Datei).

21. November 2018 bis 21. September 2019 | Wuppertal
Zertifikats-Basiskurs nach dem Ansatz der Positiven Psychotherapie zur Positiven Familien- und Konfliktberatung
Fach- und Führungskräfte der sozialen Arbeit wirken über ihre Person/Persönlichkeit und ihre professionellen Handlungskompetenzen. Dabei nehmen folgende Kompetenzen eine zentrale Rolle ein: die Fähigkeit zur Gestaltung von Beziehungen, zur zielgerichteten Kommunikation und strukturierten Beratung, zur Problem- bzw. Konfliktlösung, zur Aktivierung von Ressourcen, zur Nutzung transkultureller Vielfalt und zur Gesundheitsförderung. Das Beratungskonzept zeichnet sich besonders durch sein verständliches Modell und seine sowohl effektiven als auch kreativen Methoden aus. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de

18. und 19. Januar 2019 | Bochum
8. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
"Die Zyklen des Begehrens: Heute Jung, morgen Erwachsen, übermorgen Alt". Geplant sind Vorträge bzw. Workshops zu: Dating-Apps und deren Einfluss auf Sexualität, Normierte Sexualität durch Pornografie, Als neue Psychotherapeut*in im HIV-Bereich, Psychotherapie und der Umgang mit der eigenen Sexualität als Therapeut*in, PrEP und die psychosexuelle Gesundheit, Intersexualität, Kinder und Sexualität, Trans bei Jugendlichen sowie Sex im Alter. Den Flyer zur Veranstaltung finden Sie hier (PDF-Datei).

21. Februar 2019 | Dortmund
Datenschutz in der Frauen-, Mädchen- und Migrationsarbeit
Müssen Klient*innen-Unterlagen vernichtet werden, oder kann man sie aufheben, für den Fall weiterer Gespräche? Was ist bei der Kommunikation per Mail, über Whatsapp oder Facebook zu beachten? Wie muss die Homepage angepasst werden? Braucht man eine*n Datenschutzbeauftragte*n? Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Oktober 2018 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Oktober 2018 per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
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