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07 | 2018
Herzenslust bei  "Vielfalt statt Einfalt" - Kundgebung gegen die "Demo für alle" in Köln
 
Liebe Leser*innen,
 
mit unserer CSD-Kampagne "Mutburger", die in Köln startete und auf vielen CSDs in NRW fortgeführt wird, stellen wir die drei Safer Sex Strategien Kondome, PrEP und Schutz durch Therapie gleichwertig nebeneinander. Gleichzeitig finden auch regelmäßige Checks auf andere sexuell übertragbare Infektionen ihren Platz. Umso mehr freut es uns, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die PrEP und die dazugehörige medizinische Begleitung für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko über die Krankenkassen finanzieren möchte. Dies ist vor allem wichtig, damit sich auch Menschen mit geringem Einkommen auf diese Art und Weise vor einer HIV-Infektion schützen können. Wichtig ist nun, dass wir weiterhin oder sogar verstärkt offen über die PrEP sowie Schutz durch Therapie und Kondome informieren. Denn nur so kann jede*r für sich selbst herausfinden, welche Art von Schutz am besten für die eigene, individuelle Situation passt. Wir freuen uns dies gemeinsam mit unseren Teams vor Ort anzugehen.
 
Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt


Einladung: Fachtag "jung & schwul mit Herzenslust am 1. September in Bochum
Am 1. September findet bereits zum 7. Mal der Fachtag "jung & schwul mit Herzenslust" in der Rosa Strippe in Bochum statt. Die Schwerpunktthemen sind "Queer" und "Coming-out". Antke Engel (Philosophie und Queer Theory, Berlin) wird den Begriff "Queer" und seine möglichen Auswirkungen auf die LSBTTIQ*-Szene und die Prävention erläutern, Kira Splitt und Jan Gentsch (Queere Jugend NRW, Köln) stellen ihre Arbeit auf Landesebene vor und ein Vertreter der "ICH WEISS WAS ICH TU" Kampagne wird die Planungen für eine neue Microside (Themenwebsite) zum Thema Coming Out präsentieren. Durch unser Feedback können wir hier auch noch inhaltliche Anstöße geben. Die Einladung inklusive der Tagesordnung findest du hier (PDF-Datei).

Fachtag "MIGRATION IM VERBAND" der Aidshilfe NRW am 15. September 2018 in Köln
Zu unserem Fachtag "MIGRATION IM VERBAND" lädt die Aidshilfe NRW am 15. September 2018 nach Köln ein. Dort soll inner- und außerverbandlich mehr Sichtbarkeit, mehr Aufmerksamkeit und eine bessere Vernetzung der unterschiedlichen Akteur*innen im Bereich Migration und HIV erreicht werden. Im Mittelpunkt des Fachtags stehen Erfahrungen und Fragen zu unterschiedlichen Themen aus den Bereichen der Arbeit von und mit Migrant*innen aus Sub-Sahara Afrika (MiSSA), der LSBTI*- Community (You’re welcome – Mashallah!) und Menschen ohne Papiere. Es werden außerdem Aspekte und aktuelle Fragestellungen betrachtet, die den Zugang zum deutschen Gesundheitssystem betreffen. Es soll voneinander erfahren und gelernt werden. Kooperationspartner*innen sollen gefunden und die unterschiedlichen Rollen aller relevanten Akteur*innen verdeutlicht werden. Neben den Workshops und Referaten bietet der Fachtag die Möglichkeit zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch der Teilnehmenden. Mehr Infos zum Programm und eine Anmeldemöglichkeit findest du unter ahnrw.de.
 
Save the Date: Fachtag "gerne anders!" am 23. November 2018 in Bielefeld
Die scheinbar wachsenden Differenzierungen und zunehmenden Selbstdefinitionen nicht-heteronormativ-lebender Menschen lösen Irritationen, Unsicherheiten, Ängste und manchmal sogar Widerstände aus. Zugleich machen sie allerdings gesellschaftliche Vielfalt von sexuellen und geschlechtlichen Identität*en sichtbar, benennbar und damit verstehbar. Gerade für junge Menschen bietet diese (neue) Vielfalt scheinbar ganz neue Möglichkeiten der Identitätsbildung und -inszenierung, allerdings auch das Potential für Verwirrung, Orientierungslosigkeit und Missverständnisse. Als Fachkräfte der Jugendhilfe möchten wir die jungen Menschen bei ihrer Suche und Identitätsbildung unterstützen. Dazu müssen wir uns auskennen. Der "gerne anders!" Fachtag 2018 möchte Orientierung bieten und gibt die Gelegenheit, sexuelle und geschlechtliche Vielfalt im Kontext der Identitätsbildung zu diskutieren. Mehr dazu erfährst du unter gerne-anders.de.
 
U = U: Undetectable = Untransmittable
Eine der eindrücklichsten Botschaften, die von der 22. Internationalen AIDS-Konferenz in die ganze Welt ging, lautet U = U: Undetectable = Untransmittable, also auf Deutsch N = N: Nicht nachweisbar = Nicht übertragbar oder nicht infektiös. U = U ist eine Botschaft, die Menschen mit HIV ermutigen will, Scham und Angst abzulegen, an der Gesellschaft teilzuhaben, ihre Sexualität zu leben und Kinder zu bekommen. Weitere Infos findest du unter aids-nrw.de und unter herzenslust.de.

Das RKI startet Befragung für Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben, zur HIV-PrEP
Seit 2016 ist in der Europäischen Union das Medikament Truvada zur Prä-Expositionprophylaxe (PrEP) bei HIV-negativen Erwachsenen zugelassen. Bislang fehlen umfassende Daten zu Motivation und Erfahrungen zur PrEP bei Schwulen und anderen Männern, die Sex mit Männern haben, in Deutschland. Erste Ergebnisse werden zum Jahresende erwartet. Die Studie soll vor allem über Dating Apps beworben werden. Deswegen wird sie als "PrApp-Studie" betitelt. Gleichwohl ist der Fragebogen ab jetzt in sechs Sprachen auch ohne Dating-App zugänglich unter befragungen.rki.de.

Jens Spahn: Die gesetzlichen Krankenkassen sollen die Kosten für die HIV-Prophylaxe PrEP übernehmen
Gesundheitsminister Jens Spahn will für Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko einen gesetzlichen Anspruch auf die Medikamente sowie medizinische Begleitung schaffen. Das erklärte er gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Bisher müssen PrEP-Nutzer*innen die Kosten selber tragen. Die Medikamente schlagen dabei mit 50 bis 70 Euro zu Buche, hinzu kommen ärztliche Beratung und die erforderlichen Begleituntersuchungen. Menschen mit geringem Einkommen sind praktisch ausgeschlossen. Schätzungsweise 5.000 Menschen lassen sich bisher die PrEP verschreiben – laut einer Studie der Universität Essen überwiegend Besserverdienende. Bei der HIV-Prophylaxe PrEP nehmen HIV-negative Menschen mit besonders hohem HIV-Risiko vorsorglich ein HIV-Medikament mit zwei Wirkstoffen. Es schützt zuverlässig vor einer Ansteckung. Wichtig ist dabei eine fachlich versierte medizinische Begleitung, bei der unter anderem regelmäßige HIV-Tests und Untersuchungen auf Geschlechtskrankheiten durchgeführt werden. Mehr Infos erhältst du in der Pressemitteilung der Deutschen AIDS-Hilfe unter aidshilfe.de.

Klare Regeln für die HIV-Prophylaxe PrEP
Für die HIV-Prophylaxe PrEP liegen erstmals medizinische Leitlinien vor. Sie regeln detailliert, wie die PrEP in Deutschland und Österreich verordnet, eingenommen und ärztlich begleitet werden soll. Die zuständigen Fachgesellschaften verabschiedeten die Leitlinien unter Federführung der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG) in Köln. Die Leitlinien schreiben fest, dass Menschen mit „"ubstanziellem Risiko" einer HIV-Infektion die PrEP angeboten werden soll. Entsprechend der Zulassung des Medikaments ist eine dauerhafte Einnahme vorgesehen. Eine phasenweise Einnahme zu bestimmten Anlässen ist möglich ("Off-Label-Gebrauch") und bedarf besonders eingehender Beratung. Bedingungen für die PrEP sind ein negativer HIV-Test zu Beginn der Einnahme und ein weiterer vier Wochen danach, außerdem eingehende Aufklärung und Beratung. Während der Einnahme der Prophylaxe sollen alle drei Monate ein HIV-Test sowie Tests auf weitere sexuell übertragbare Infektionen in verschiedenen Abständen erfolgen, damit diese gegebenenfalls schnell behandelt werden können. Mehr erfährst du unter aidshilfe.de.


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