Juli/August 2018
Liebe Leser*innen!
Regelmäßige Treffen, fachlicher Input und Gespräche zum persönlichen Austausch, das sind die Elemente guter Vernetzung. In den kommenden Wochen kann ich an zwei herausragenden Veranstaltungen teilnehmen, um genau dem nachzukommen. Seit heute Vormittag nehme ich in Amsterdam an der Welt-AIDS-Konferenz teil, dem wichtigen Treffen von Wissenschaftler*innen und Nichtwissenschaftler*innen. Ein wichtiges Charakteristikum der Konferenz ist das "Global Village" als Treffpunkt von Menschen mit HIV, Angehörigen und Vertreter*innen der helfenden und heilenden Berufe, in dem sich die weltweite Community austauscht. Hier interessieren mich natürlich insbesondere Projekte für Frauen aus aller Welt, die sich hier vorstellen und mit denen ich und meine Kolleginnen aus NRW und der Deutschen AIDS-Hilfe ins Gespräch kommen möchten. In einem der nächsten Newsletter wird über meine Erlebnisse in Amsterdam berichtet. Ende August werde ich dann in Stuttgart bei den Positiven Begegnungen dabei sein. Diese Selbsthilfe-Konferenz zum Leben mit HIV mit mehr als 500 Teilnehmer*innen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist die größte dieser Art in Europa. Es freut es mich besonders, wenn ich mit Mitgliedern des Betreuungsteams zusammenkomme, die das Begleitprogramm für junge Menschen mit HIV organisieren und begleiten, denn die guten Erfahrungen der vergangenen Jahre haben dazu geführt, dass die Aidshilfe NRW gemeinsam mit den Aidshilfen in Dortmund und Düsseldorf im Oktober ein erstes Treffen für Jugendliche mit HIV in NRW ausrichtet.

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Aidshilfe NRW begrüßt Minister Spahns Plan, die PrEP von den Kassen bezahlen zu lassen
Zukünftig sollen die Krankenkassen die Kosten für die Präexpositions-Prophylaxe (PrEP) übernehmen. Das hat Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) rechtzeitig zur Welt-AIDS-Konferenz kommende Woche in Amsterdam angekündigt. Die Aidshilfe NRW begrüßt dieses Vorhaben. Sie fordert seit langem, die PrEP allen zugänglich zu machen, die sie brauchen und wollen. Das darf nicht am geringen Einkommen der Leute scheitern. Weitere Informationen erfahren Sie unter ahnrw.de

23. bis 27. Juli 2018 | Amsterdam
22nd International-AIDS-Conference AIDS2018
Die 22. Internationale AIDS-Konferenz (AIDS2018) wird wichtige Fortschritte in der HIV-Prävention und Wissenschaft einschließlich der neuesten Forschung zu Impfstoffen und anderen zukünftigen Präventionsmethoden vorstellen. Die Homepage der Konferenz finden Sie unter aids2018.org. Einen Newsticker der Deutschen AIDS-Hilfe von der AIDS2018 finden Sie unter aidshilfe.de.


P O L I T I K

Aidshilfe NRW kritisiert das vor einem Jahr in Kraft getretene ProstSchG
Am 1. Juli jährte sich das Inkrafttreten des Prostituiertenschutzgesetzes (ProstSchG) zum ersten Mal. Die Aidshilfe NRW kritisiert, dass dieses Gesetz die Menschen, die es vorgibt zu schützen, tatsächlich daran hindert, Hilfs- und Beratungsangebote in Anspruch zu nehmen. Insbesondere den in der Sexarbeit Tätigen in prekären Lebenslagen geht es schlechter als zuvor. Für die Erweiterung der Beratungsstrukturen für diese Menschen fordert die Aidshilfe NRW von der Landesregierung ein entsprechendes Förderprogramm. Die Presseerklärung dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Landesregierung NRW nimmt Stellung zur HIV-PrEP
"Um das Potenzial der PrEP für die zielgruppenspezifische HIV-Prävention nutzen zu können, ist vor allem Aufklärung über Anwendung, Nutzen und Risiken notwendig", äußerte die Landesregierung NRW in der Antwort auf die Kleine Anfrage von Bündnis90/Die Grünen zur HIV-Präventionsprophylaxe. Ebenso stellt sie fest, dass die HIV-Prävention in den letzten Jahren vielfältiger geworden sei. "Neben den wichtigsten Strategien der Aufklärung sowie der Verwendung eines Kondoms haben sich in wissenschaftlichen Studien 'Schutz durch Therapie' und die Präexpositionsprophylaxe bei korrekter Anwendung als gleichermaßen wirksam erwiesen. Erste Studien aus dem Ausland zeigen, dass mit der PrEP Menschen erreicht werden können, die zu einer Personengruppe mit hohem HIV-Risiko gehören, bislang aber von der HIV-Prävention nicht oder nicht hinreichend erreicht wurden. In einer lebensweltorientierten und zielgruppenspezifischen HIV-Prävention kann die PrEP daher ein wichtiger Baustein sein. Allerdings ist zu beachten, dass die PrEP keinen Schutz vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen bietet. Es besteht daher die Gefahr, dass diese zunehmen, wenn aufgrund der Anwendung der PrEP auf das Kondom verzichtet wird." Den Text der Antwort der Landesregierung auf die Kleine Anfrage finden Sie unter landtag.nrw.de


S O Z I A L E S

pro familia Nordrhein-Westfalen: Hilfe für geflüchtete Familien
Gesundheitliche und psychosoziale Informations- und Beratungsangebote für Geflüchtete standen im Mittelpunkt eines Modellprojekts der pro familia Nordrhein-Westfalen. Ziel des Projektes war die Verbesserung der Gesundheit geflüchteter Menschen, vor allem im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit und Rechte. Ideen und Erfahrungen aus den letzten drei Jahren des Projektes sind nun in einer Handreichung zusammengefasst, die auch beispielhafte Hinweise auf nützliche Materialien, (Internet-)Angebote und Broschüren beinhaltet. Die Handreichung beantwortet unter anderem folgende Fragen: Welche guten Beispiele aus der Praxis mit geflüchteten Familien gibt es? Wie gelingt eine aufsuchende Ansprache und Beratungsarbeit? Wie gestaltet sich die Arbeit mit Ehrenamtlichen? Und was brauchen Fachkräfte? Mehr unter aids-nrw.de.


G E S U N D H E I T

Schutz durch Therapie: Ein Erfahrungsbericht
Kurz bevor Rebecca Jackson das erste Mal Sex mit ihrem Freund haben wollte, sagte er ihr: "Ich bin HIV-positiv." Die Nachricht war für sie zunächst ein Schock. Ihren Weg zu einer entspannten Sexualität dank Schutz durch Therapie hat sie aufgeschrieben. Den lesenswerten Beitrag finden Sie unter magazin.hiv.

Der HIV-Selbsttest kommt
Voraussichtlich ab Herbst werden in Deutschland HIV-Selbsttests erhältlich sein. Die dafür notwendige Änderung der Medizinprodukteabgabeverordnung hat Gesundheitsminister Jens Spahn Anfang Juni angekündigt. Den HIV-Test selbst zu Hause durchführen zu können, kann die Hemmschwelle senken. Manche Menschen scheuen sich, in einer Arztpraxis, im Gesundheitsamt oder in einem Checkpoint der Aidshilfe danach zu fragen. Gründe können zum Beispiel Scham oder Angst vor einer negativen Bewertung ihres sexuellen Verhaltens sein. Andere Menschen schieben den Test vor sich her. Wenn sie den Selbsttest einfach in der Apotheke, der Drogerie oder im Online-Handel kaufen können, kann das motivieren, sich früher oder häufiger auf HIV zu testen. Begleitende (anonyme) Beratung durch Angebote der Aidshilfen ist persönlich, telefonisch und per E-Mail möglich. Mehr Informationen finden Sie unter ahnrw.de


M E D I E N

Social-Media-Aktion "Mein Beitrag gegen Aids" gestartet
Menschen, die sich für die Ziele der Kampagne "Kein AIDS für alle!" einsetzen, können ihr Engagement mit Fotos zeigen, die sie unter dem Hashtag #keinaids2020 veröffentlichen. Egal, ob jemand fünf Euro spendet, mit der Nachbarin ins Gespräch kommt oder eine größere Aktion umsetzt, die auf unsere Kampagnenziele einzahlt. Allen Unterstützer*innen soll eine Plattform gegeben werden, um zu zeigen: Wir können nur gemeinsam Geschichte schreiben. Mehr Infos zur Aktion und Druckvorlagen für die Schilder finden Sie unter kein-aids-fuer-alle.de.

Qualifizierungsreihe zur gender- und diversitätsreflektierten Arbeit im Kontext von Migration und Flucht
Die FUMA Fachstelle Gender & Diversität NRW bietet pädagogischen Fachkräften eine nachhaltige Blended-Learning-Qualifizierungsreihe zur Stärkung der Handlungssicherheit in der Begleitung und Unterstützung von geflüchteten Jugendlichen sowie zur Vernetzung der Akteur*innen. Ziel ist durch Wissen, Reflexion, Haltung, Austausch und Praxistransfer gemeinsam eine gender- und diversitätsreflektierte Arbeit im Kontext von Migration und Flucht zu gestalten und weiterzuentwickeln. Die Anmeldung zur Qualifizierungsreihe #connect ist bis zum 17. August möglich. Weitere Informationen finden Sie unter gender-nrw.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

2. bis 5. August 2018 | Waldschlösschen
Bundesweites Treffen von Frauen mit HIV
Manche Frauen mit HIV kommen häufig mit anderen betroffenen Frauen zusammen, so etwa in ihrer Selbsthilfegruppe oder durch Mitarbeit im „Netzwerk Frauen und Aids“. Auf andere trifft dies nicht zu, weil sie in einer Kleinstadt leben oder keinen Kontakt zur Aidshilfe haben, mitunter aus Angst, dass dadurch ihre HIV-Infektion bekannt werden könnte. Wie auch immer die Situation ist: Diese Fortbildung ermöglicht es, sich über aktuelle gesundheitliche und soziale Fragen zu informieren und an Themen zu arbeiten, die für HIV-positive Frauen besondere Bedeutung haben oder ihnen am Herzen liegen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

2. bis 5. August 2018 | Düsseldorf
Treffen für HIV-positive Migrant*innen und Geflüchtete
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt zum bundesweiten Treffen für HIV-positive Migrant*innen, einschließlich Geflüchtete, und ihre Kinder ein. Das Treffen, das gemeinsam mit dem Netzwerk AfroLeben+ konzipiert und vorbereitet wurde, dient dem Austausch und der Vernetzung und will für den Alltag mit HIV stärken. Mehr Informationen unter aidshilfe.de.

16. August 2018 | Haltern
Ausflug für Familien mit HIV
XXelle Ruhrgebiet mit den Aidshilfen in Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg und Essen organisieren diesen gemeinsamen Tag für Familien mit HIV. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

23. bis 26. August 2018 | Stuttgart
Positive Begegnungen
Zum 20. Mal treffen sich Menschen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet, um gemeinsam mit An- und Zugehörigen, Mitstreiter*innen aus den Aidshilfen, dem Medizinbetrieb, dem Rechtswesen, aus Wissenschaft, Politik und Medien über die Herausforderungen des heutigen Lebens mit HIV zu diskutieren. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

3. September 2018 | Hannover
Frauengesundheitskonferenz 
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veranstalten die 3. gemeinsame Frauengesundheitskonferenz "Frauen – Arbeit – Gesundheit: Aktuelle Herausforderungen, neue Perspektiven". Auf der Veranstaltung diskutieren Expertinnen unter anderem, welche Risiken und Ressourcen das Erwerbsleben für die Gesundheit von Frauen mit sich bringt und was Frauen bei der Förderung ihrer Gesundheit unterstützen kann. Weitere Informationen und die Anmeldung folgen in Kürze.

6. bis 7. September 2018 | Berlin
Flucht und Trauma: Arbeit mit queeren Geflüchteten
Dieses Seminar ermöglicht den Erwerb von Grundkenntnissen für die Beratungsarbeit mit geflüchteten LSBTIQ*, Migrant*innen und MSM, die unter einer akuten oder posttraumatischen Belastungsstörung leiden. Im Mittelpunkt stehen Trauma und Folgeerkrankungen, Beziehungsgestaltung und Krisenintervention. Die Veranstaltung führt in die traumazentrierte Gesprächsführung ein und vermittelt Kenntnisse zu diagnostischen Leitlinien. Zugleich befasst sie sich mit den besonderen Bedürfnissen dieser Menschen, seien sie kulturell, biografisch, durch die Flucht oder eine HIV-Infektion bedingt: Sie zu erkennen, ist wichtig, um neue Perspektiven aufzeigen zu können. Weitere Informationen zum Seminar finden Sie hier (PDF-Datei).

7. bis 9. September 2018 | Berlin
Netzwerk Frauen und Aids II – HIV, Sex und Alter
Die Menopause stellt für viele Frauen mit HIV eine besondere Herausforderung dar. Oft entstehen Unsicherheiten in der Symptomzuschreibung, über Wechselwirkungen oder über die Möglichkeit einer Hormontherapie. Neben körperlichen Beschwerden können sich auch psychische Symptome entwickeln und das sexuelle Interesse kann gemindert werden. Die HIV-Diagnose an sich hat bereits Auswirkungen auf den Umgang mit der eigenen Sexualität, unabhängig vom Alter der Frauen. Trotz des Wissens um die Nicht-Infektiosität durch den Schutz durch Therapie kann es Ängste vor Zurückweisung oder einer Ansteckungsgefahr geben. Obwohl Frauen mit HIV haben dank der erfolgreichen antiretroviralen Therapien eine normale Lebenserwartung haben, birgt das Älterwerden mit HIV körperliche, psychische wie auch soziale Herausforderungen, die sich von denen der Männer mit HIV unterscheiden können. Weitere Informationen zum Treffen finden Sie hier (PDF-Datei).

14. September 2018 | Neuss
Migrantenorganisationen als Teil der Sozialen Arbeit in NRW
Die Fachberatung MigrantInnenselbsthilfe des Paritätischen NRW lädt alle Migrantenselbstorganisationen, Mitgliedsorganisationen und Einrichtungen sowie Interessierte zu dem fachübergreifenden Themenkomplex "Migrantenorganisationen als Teil der Sozialen Arbeit in NRW“ in das Kulturforum Alte Post in Neuss ein. Seit vielen Jahren sind Migrantenselbstorganisationen (MSO) wichtige und zentrale Akteure einer von Vielfalt geprägten demokratischen Zivilgesellschaft. Mit Blick auf NRW stellt man fest, dass die MSO-Landschaft hinsichtlich ihrer Zielgruppe, des erreichten Professionalisierungsgrad, der Tätigkeitsfelder und der Organisationsentwicklung genauso vielfältig und differenziert ist wie in ihrer kulturellen und sprachlichen Homogenität bzw. Heterogenität. Im Rahmen der Veranstaltung werden die unterschiedlichen Handlungsfelder von MSOs näher beleuchtet. Die Einladung mit ausführlichen Informationen erfolgt in Kürze.

15. September 2018 | Köln
Fachtag "Migration im Verband"
Die Erhöhung der inner- und außerverbandlichen Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit des Themas bildet den Schwerpunkt der Tagung. Die Vernetzung von Zielgruppen, Projekten und der Vor-Ort-Arbeit mit Politik, Versorgung, Geldgeber*innen, Kolleg*innen und anderen Stakeholder*innen stehen dabei im Fokus. Die Einladung geht in diesen Tagen raus.

12. bis 14. Oktober 2018 | Berlin
Streetwork für Frauen III
Das dritte Seminar dieser Reihe wird sich mit transkultureller Bildung beschäftigen und mit dem Prostituiertenschutzgesetz auseinandersetzen. Weitere Informationen zum Seminar finden Sie hier (PDF-Datei).

27. bis 28. Oktober 2018 | Essen
Treffen für Jugendliche mit HIV in NRW
Dieses erste landesweite Treffen für junge Leute mit HIV organisiert die Aidshilfe NRW gemeinsam mit den Aidshilfen in Düsseldorf und Dortmund. Wir bitten um rege Weiterleitung des Einladungsflyers, den Sie hier (PDF-Datei) finden.

18. und 19. Januar 2019 | Bochum
8. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
"Die Zyklen des Begehrens: Heute Jung, morgen Erwachsen, übermorgen Alt" Weitere Informationen folgen.


S O N S T I G E S

Jahresbericht der Aidshilfe NRW 2017
Der Bericht über die Aktivitäten unseres Landesverbands aus dem vergangenen Jahr liegt jetzt vor. Unter anderem ist dort eine Kurzdokumentation des großen Verbandstags zu finden. Der Jahresbericht in Printversion ist über die Landesgeschäftsstelle erhältlich. Online finden Sie ihn hier (PDF-Datei).

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Mitte/Ende September 2018 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte September 2018 per E-Mail an Petra Hielscher.
 
 
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