Mai 2018
Liebe Leser*innen!
Am 5. Mai war der Internationale Hebammentag. Die Geburtshelferinnen sind für uns unverzichtbare Multiplikatorinnen und ihr Landesverband ist für die Aidshilfe NRW ein wichtiger Kooperationspartner. Seit einigen Jahren sind wir eingeladen, uns anlässlich der Landestagungen der Hebammen mit einem XXelle-Stand zu präsentieren. Hier stellen wir immer wieder fest, dass nach wie vor ein hoher Informationsbedarf besteht, etwa was die Betreuung und Versorgung von Schwangeren mit HIV betrifft, sei es in medizinischer oder auch in psychologischer Hinsicht. Wichtig ist für uns, den neu hinzugekommenen Hebammen das Wissen über die Nichtinfektiösität bei Frauen mit HIV in Therapie, deren Wirkungslast unter der Nachweisgrenze liegt, zu vermitteln. Das hat ja auch Konsequenzen für die Art der Geburt. Galt der Kaiserschnitt lange als einzige Möglichkeit, ein Kind einer HIV-positiven Frau gesund auf die Welt zu bringen, sind inzwischen "normale" Geburten an der Tagesordnung. Die Arbeitsbedingungen der Hebammen sind leider in den letzten Jahren nicht besser geworden. Hohe Haftpflichtprämien, schlechte Vergütung und die regelmäßige Betreuung mehrere Gebärender gleichzeitig sind nicht nur Probleme für die Hebammen, sondern letztendlich für alle werdenden Eltern. Hier ist Solidarität gefragt. Diese haben wir gegenüber dem Landesverband der Hebammen Nordrhein-Westfalen wiederholt bekundet und sie in ihren Forderungen nach verbesserten Arbeitsbedingungen ideell unterstützt. Wir freuen uns schon heute auf die nächste landesweite Tagung im Juni in Münster.

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


P O L I T I K

Eine moderne Drogenpolitik nützt allen
Drogenpolitik hat den Sinn, schädliche Folgen des Drogenkonsums zu verhindern. Menschen sollen vor gesundheitlichen Schäden geschützt, Todesfälle vermieden werden. Die Gesellschaft profitiert, wenn zum Beispiel Folgekosten im Gesundheitswesen reduziert werden, wenn Beschaffungskriminalität vermindert wird oder Wohngegenden vor Belastungen durch offene Drogenszenen bewahrt werden. Die deutsche Drogenpolitik hat diesen Anspruch in den letzten Jahren immer weniger einlösen können. Es gibt Alternativen. Denn wissenschaftlich erprobte Konzepte können Individuen und Gesellschaft sehr viel wirksamer schützen als bisher. In anderen Ländern sind sie bereits erfolgreich erprobt worden. Deutsche AIDS-Hilfe, akzept und JES haben gemeinsam eine Handreichung für die Politik herausgegeben, dessen Lektüre sehr lohnt. Sie finden die Broschüre hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

Frauennotrufe bieten professionelle Hilfe bei sexualisierter Gewalt
Frauennotrufe beraten bundesweit seit Jahrzehnten Frauen und Mädchen, deren Angehörige und Vertrauenspersonen nach sexualisierten Gewalterfahrungen. Die professionellen Beratungen erfolgen kostenlos, vertraulich und auf Wunsch anonym. Die Mitarbeiterinnen unterliegen keiner Anzeigepflicht und sind an die Schweigepflicht gebunden. Weitere Informationen hierzu finden Sie unter frauengesundheitsportal.de.

NRW Selbsthilfe Tour 2018
Verschiedene Fachstellen wie die Koordination für Selbsthilfeunterstützung und der Paritätische NRW haben eine Selbsthilfebroschüre herausgegeben, die ein leichtes Auffinden von Selbsthilfegruppen möglich macht. Sie finden diese Broschüre hier (PDF-Datei).

Die Städte Wuppertal und Düsseldorf für eine nachteilsfreie Beteiligung von Menschen mit HIV am Arbeitsleben
Die Lebenssituation von Menschen mit HIV hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Gleichwohl spielt Diskriminierung im Alltag von Menschen mit HIV immer noch eine erhebliche Rolle, unter anderem im Arbeitsleben. Deswegen will die Stadt Wuppertal für eine nachteilsfreie Beteiligung von Menschen mit HIV am Arbeitsleben eintreten und ein Vorbild für andere Arbeitsgeber sein. Mehr unter lesen Sie unter aids-nrw.de. Inzwischen hat die Stadt Düsseldorf nachgezogen und Richtlinien zum Thema "HIV/AIDS am Arbeitsplatz" erlassen. Mehr unter lesen Sie unter aids-nrw.de.

Land Nordrhein-Westfalen: App "RefuShe" für geflüchtete Frauen
Gerne weisen wir nochmals auf dieses Angebot des Landes hin. RefuShe bietet leicht verständliche Informationen unter anderem über Lebensweise und Gesellschaft in Deutschland, Grundwerte wie Gleichstellung und Selbstbestimmung sowie Hilfeangebote für Frauen, die grundsätzlich für alle Zugewanderten nützlich sein können. Von Gewalt betroffene Frauen finden Beratungs- und Unterstützungsangebote und im Notfall schnelle Hilfe, sodass die Anwendung präventiv dazu beitragen kann, Betroffene vor erneuten Übergriffen zu schützen. Die App für Android-Handys kann kostenlos im Google Playstore heruntergeladen werden.


G E S U N D H E I T

International Treatment Preparedness Coalition: Key Population Activist Toolkit PrEP. 2018
Die International Treatment Preparedness Coalition (ITPC) ist ein globales Netzwerk von Menschen mit HIV und weiteren Aktivist*innen aus 65 Ländern, die sich seit 2003 für einen universellen Zugang zu einer optimalen HIV-Behandlung einsetzen. Die ITPC hat ein Toolkit entwickelt, das zum Ziel hat, Aktivist*innen mit den notwendigen Kenntnissen und Fähigkeiten auszustatten, um den Zugang zur PrEP einzufordern. Der Werkzeugkasten ist ein Leitfaden für Trainer*innen, die Aktivist*innen dabei unterstützen, Wissen zu erwerben, Ideen und Erfahrungen auszutauschen, Probleme zu analysieren, Chancen zu erkennen, Lösungen für Probleme zu finden und entsprechende Aktivitäten zu planen. Ziel ist es, den Zugang zur PrEP auch Bedürftigen zu ermöglichen. Das heißt, die PrEP soll verfügbar, erschwinglich und zugänglich sein und in einer Weise angeboten werden, die den Bedürfnissen entspricht und auf die Anliegen der Communities eingeht. Auch wenn das Handbuch bezogen auf das Wissen zur PrEP fast ausschließlich auf die "daily PrEP" eingeht, könnte es dennoch auch für Frauen von Interesse sein. Das Toolkit (in englischer Sprache) finden Sie hier (PDF-Datei).

Neue Motive der BZgA-Kampagne LIEBESLEBEN
Die BZgA weist mit neuen Plakat- und Anzeigenmotiven ihrer LIEBESLEBEN-Kampagne auf die Nutzung von Kondomen in sexuellen Risikosituationen und auf den Arztbesuch bei Symptomen für eine Geschlechtskrankheit hin. Auf diese Weise will die BZgA Menschen informieren und dabei unterstützen, bei einer möglichen sexuell übertragbaren Infektion mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin zu sprechen. Leider legt die an sich begrüßenswerte Kampagne den Schwerpunkt auf die Wahrnehmung von Symptomen, anstatt bei Sex mit wechselnden Partner*innen grundsätzlich regelmäßige STI-Checks zu empfehlen. Die Motive der Cartoon-Kampagne finden Sie unter liebesleben.de.

Wenn’s juckt oder brennt
Passend zur Kampagne LIEBESLEBEN der BZgA ist auch die Meldung der Deutschen Krebsgesellschaft. Unangenehmes Jucken im Genitalbereich ist für die meisten - und das nicht unberechtigt – ein Anlass, an eine Infektion oder auch einen Mangel an Östrogenen, wie er in den Wechseljahren und danach vorkommt, zu denken. Doch kann sich, gerade bei älteren Frauen, auch Krebs hinter diesen Beschwerden verbergen. Weitere Informationen zu dieser Meldung finden Sie unter frauengesundheitsportal.de.

Dokumentation Fachtag HIV & Hepatitis 2017
Im Sommer 2017 veranstalteten die Aidshilfe NRW, Herzenslust, JES NRW, POSITHIV HANDELN und VISION den ersten landesweiten Fachtag „HIV & Hepatitis" in Köln. Der Fachtag brachte über 120 Expert*innen aus Aids- und Drogenhilfen, Selbsthilfe und Community, Öffentlichem Gesundheitsdienst und Justizvollzug zusammen und beschäftigte sich mit aktuellen epidemiologischen, politischen und medizinischen Entwicklungen in zielgruppenspezifischen Workshops. Die Dokumentation zum Fachtag steht nun unter saferuse-nrw.de zur Verfügung.


M E D I E N

Arbeitshilfe "Beratung für Frauen"
Der Fachbereich Frauen der Deutschen AIDS-Hilfe hat eine Handreichung "Beratung für Frauen" herausgebracht. Diese Arbeitshilfe zur Beratung von Frauen in Aidshilfen sowie anderen Beratungsstellen und Organisationen soll frauenspezifische Themenschwerpunkte (zum Beispiel Selbsthilfeangebote für Frauen, Medizinisches und Gesundheitsthemen, Sexualität, Kinderwunsch, Schwangerschaft, Geburt) benennen und zur Qualitätssicherung beitragen. Sie können die Arbeitshilfe unter aidshilfe.de bestellen.

Kurzfilm zu psychischen Symptomen nach Flucht
"Flucht und Migration" heißt der Kurzfilm des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie (MPI), der mit Hilfe von Bildern zeigt, dass Schlafstörungen, Grübeln oder auch körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Atemnot Symptome einer psychischen Erkrankung sein können. Der Film soll Betroffene entlasten und sie ermutigen, sich Hilfe zu suchen. Der zwei Minuten lange Film liegt in sieben Sprachen vor: Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Arabisch, Dari und Kurdisch (Kurmandschi), in Vorbereitung sind Pashto, Tigrinya und Somali. "Flucht und Migration" soll weitergeleitet werden, um möglichst viele Geflüchtete sowie ihre Helfer zu erreichen. Den Film finden Sie unter bit.ly.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

6. bis 9. Juni 2018 | Bochum
Deutscher STI-Kongress
Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind häufig, verändern das Selbstwertgefühl und betreffen viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenswelten und Lebenssituationen. STI umfassen nicht nur die allgemein bekannten Erreger, sondern auch Infektionen, die nicht auf den ersten Blick als sexuell übertragbar angesehen werden, wie etwa Hepatitis B und C oder Skabies. Aus diesem Grund verfolgt die Deutsche STI-Gesellschaft seit Jahren einen interdisziplinären und sektorübergreifenden Ansatz zur Entwicklung neuer Strategien für die Prävention und frühzeitige Diagnostik von STI. Dieser umfassende Ansatz wird beim Deutschen STI-Kongress gespiegelt. Die Möglichkeit zur Onlineanmeldung besteht unter sti-kongress2018.de.

9. Juni 2018 | Berlin
Mein geheimes HIV
Frauen mit HIV stellen sich in verschiedenen Lebenssituationen und Lebensphasen die Frage, ob sie ihre HIV-Infektion offenbaren oder besser verbergen sollten. Das „Geheimnis HIV“ zu lüften kann ein Risiko sein, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Es kann zu Ausgrenzung führen, andererseits bietet es aber auch die Chance, Beziehungen zu vertiefen und verbindlicher zu machen. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung bei Pluspunkt finden Sie hier (PDF-Datei).

13. Juli 2018 | Berlin
Streetwork für Frauen II
Das Arbeitsfeld "Streetwork bei Sexarbeiterinnen" wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist und wer aufgesucht wird. Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen – sowohl deutscher als auch nichtdeutscher – seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

23. bis 27. Juli 2018 | Amsterdam
22nd International-AIDS-Conference AIDS2018
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt für die Internationale AIDS-Konferenz AIDS2018 zur Communitybeteiligung ein und schreibt dafür ein Scholarship für die Teilnahme aus. AIDS2018 hat einen starken Communitybezug und bietet neben dem Programm der Hauptkonferenz in einem eigenen Communitybereich, dem sogenannten Global Village, die Möglichkeit des Austauschs zwischen Selbsthilfeaktivist*innen, NGO-Vertreter*innen und dem allgemeinen Konferenzpublikum. An Informationsständen können Gruppen und NGOs ihre Arbeit präsentieren oder Aktionen anbieten. Es gibt ein eigenes Workshopprogramm, und in sogenannten Networking Zones werden Plattformen für gemeinsame Diskussionen und die Präsentation von Projekten und Initiativen angeboten. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

2. bis 5. August 2018 | Düsseldorf
Treffen für HIV-positive Migrant*innen und Geflüchtete
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt zum bundesweiten Treffen für HIV-positive Migrant*innen, einschließlich Geflüchtete, und ihre Kinder ein. Das bundesweite Treffen, das gemeinsam mit dem Netzwerk AfroLeben+ konzipiert und vorbereitet wurde, dient dem Austausch und der Vernetzung und will für den Alltag mit HIV stärken. Mehr Informationen unter aidshilfe.de.

23. bis 26. August 2018 | Stuttgart
Positive Begegnungen
Zum 20. Mal treffen sich Menschen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet, um gemeinsam mit An- und Zugehörigen, Mitstreiter*innen aus den Aidshilfen, dem Medizinbetrieb, dem Rechtswesen, aus Wissenschaft, Politik und Medien über die Herausforderungen des heutigen Lebens mit HIV zu diskutieren. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

3. September 2018 | Hannover
Frauengesundheitskonferenz 
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) veranstalten die 3. gemeinsame Frauengesundheitskonferenz "Frauen – Arbeit – Gesundheit: Aktuelle Herausforderungen, neue Perspektiven". Auf der Veranstaltung diskutieren Expertinnen unter anderem, welche Risiken und Ressourcen das Erwerbsleben für die Gesundheit von Frauen mit sich bringt und was Frauen bei der Förderung ihrer Gesundheit unterstützen kann. Weitere Informationen und die Anmeldung folgen in Kürze.

15. September 2018 | Köln
Fachtag "Migration im Verband"
Die Erhöhung der inner- und außerverbandlichen Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit des Themas bildet den Schwerpunkt der Tagung. Die Vernetzung von Zielgruppen, Projekten und der Vor-Ort-Arbeit mit Politik, Versorgung, Geldgeber*innen, Kolleg*innen und anderen Stakeholder*innen stehen dabei im Fokus. Eine detaillierte Einladung kommt Mitte Juni. Wer sich jetzt schon anmelden möchte, kann das formlos per E-Mail tun: stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Juni 2018 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Juni 2018 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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