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04 | 2018
IDAHOBIT 2018

Liebe Leser*innen,

am 17. Mai findet bereits zum 13. Mal der IDAHOBIT (Internationaler Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie) statt. Im vergangenem Jahr konnten wir zwar mit der "Ehe Für Alle" und der Rehabilitation der Opfer des § 175 wichtige Erfolge feiern. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass es noch viel zu tun gibt. Eine Reform des Transsexuellengesetztes, für mehr Selbstbestimmung von Trans*personen oder die Erweiterung des Artikel 3, Absatz 3 GG um die Merkmale sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität seien nur als zwei von vielen Beispielen genannt.  Gleichzeitig geht es darum, den internationalen Charakter dieses Tages ernst zu nehmen. So müssen wir auch in der HIV-Prävention verstärkt versuchen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Geflüchtete mit unseren Botschaften zu erreichen, sie zu empowern und Vorurteilen ihnen gegenüber - die es leider auch innerhalb der Szene gibt - entgegentreten. Besonders den Kollegen* unseres Herzenslust-Projektes "Mashallah – You’re Welcome"  möchten wir deswegen für ihren Einsatz und ihre wichtige Arbeit danken! Wir werden euch weiterhin unterstützen!
 
Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt

"Konfliktfeld Safer Sex 3.0 - Ein Tag mit Herzenslust" am 9. Juni 2018 in Essen
Zu unserem neuen Format "Ein Tag mit Herzenslust" laden wir euch am Samstag, den 9. Juni von 10.00 bis 17.00 Uhr in die Aidshilfe Essen ein. Das Auftaktthema ist "Konfliktfeld Safer Sex 3.0". Schutz durch Therapie und die PrEP machen auch kondomlosen Sex als Safer Sex möglich. Das Wissen um diese neuen Präventionsstrategien verbreiten wir genauso wie die Verwendung von Kondomen. Dennoch kommt es innerhalb der Szene häufig zu Konflikten. Menschen entscheiden sich nicht nur selbstbestimmt für eine Variante von Safer Sex, sondern werten häufiger auch jene ab, die sich anders entscheiden. Wir wollen über die Gründe dafür und die Auswirkungen in der Vor-Ort-Arbeit sprechen. Neben einem kurzen theoretischen Input nehmen die interaktiven Teile, in denen die Teilnehmer*innen ihre eigenen Sichtweisen erarbeiten und reflektieren, einen großen Raum ein. Wir beschäftigen uns vor allem mit den Mechanismen hinter dem Konflikt. Dabei schauen wir uns die Gründe für die Abwertung anderer an und üben für die Praxis, welche Haltung wir selbst in der Vor-Ort-Arbeit zeigen wollen und sollten. Mehr Informationen findest du in der Einladung (PDF-Datei).

Einladung "Generationencafé mit Herzenslust" am 29. Mai 2018 in Düsseldorf
Was verbindet und was trennt die verschiedenen LSBTIQ*-Generationen? Im Generationencafé wollen wir sie miteinander ins Gespräch bringen, Unterschiede und Gemeinsamkeiten aufzeigen und voneinander lernen. Auch "Queer" soll im Talk Thema sein. Was bedeutet diese (Selbst)Bezeichnung überhaupt? Warum definieren sich viele jüngere Menschen nicht mehr als rein schwul, lesbisch, bi, trans*, inter* und wieso hat die ältere Generation oft Probleme mit diesem Ettiket? Vor welche Herausforderungen stellt uns dies in der HIV-Prävention, wenn wir junge Menschen erreichen wollen? Nach dem Talk hat auch das Publikum die Möglichkeit, offene Fragen zu stellen und mit dem Podium in die Diskussion zu gehen. Talkgäste sind Marco Grober (Aidshilfe Düsseldorf), Georg Roth (Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren, Köln) und Stephan Weber (Jugendzentrum PULS, Düsseldorf). Die Moderation übernimmt Marcel Dams (Aidshilfe NRW, Köln). Mehr erfährst du in unserer Einladung (PDF-Datei).
 
Medizinische Rundreise in Wuppertal: Neue Ansätze in der Prävention
Die AIDS-Hilfe Wuppertal lädt am 20. Juni 2018 in Kooperation mit der Deutschen AIDS-Hilfe zur Fortbildung "Die Medizinische Rundreise: Neue Erkenntnisse in der Grundlagenforschung - Neue Ansätze in der Prävention" ein. Die HIV-Prävention, und damit Safer Sex, ist vielfältiger geworden. Die Fortbildung bietet einen Überblick über neuere Erkenntnisse zur HIV-Übertragung, zu Testverfahren sowie verschiedenen Präventionsstrategien wie PrEP und Schutz durch Therapie. Die Veranstaltung richtet sich insbesondere an Mitarbeiter*innen von Aidshilfen, HIV-positive Menschen, die als Multiplikator*innen tätig sind, und andere Multiplikator*innen, sowie Mitarbeiter*innen kooperierender Institutionen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Mehr Infos findest du hier (PDF-Datei).

Niederlande: Gesundheitsrat empfiehlt Einführung der HIV-PrEP
Der niederländische Gesundheitsrat hat die Einführung der HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) für Männer, die Sex mit Männern haben, mit hohem HIV-Risiko empfohlen. In seiner am 27. März 2018 veröffentlichten Empfehlung weist das unabhängige Beratungsgremium für Parlament und Regierung darauf hin, dass in den Niederlanden trotz Kondomgebrauch, regelmäßigen HIV-Tests und frühem Behandlungsbeginn jährlich immer noch rund 800 neue HIV-Diagnosen gestellt werden. Zwei Drittel dieser Diagnosen entfallen auf Männer, die Sex mit Männern haben. Schätzungsweise 2.000 Menschen leben in den Niederlanden außerdem mit HIV, ohne es zu wissen. Die Zahl der HIV-Infektionen lasse sich durch die PrEP, die wirksam vor HIV schütze, samt guter medizinischer Begleitung weiter senken, so der Gesundheitsrat. Die PrEP erleichtere es Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko, Verantwortung für ihren eigenen Schutz zu übernehmen, weil keine Zustimmung des Partners nötig sei. Mehr Infos findest du unter niederlande-gesundheitsrat-hiv-prep.

Keine Regressangst mehr bei HIV-Notfallmaßnahme PEP
Kondom abgerutscht, gerissen oder einfach vergessen? Ist bei so einem "Safer-Sex-Unfall" eine Person mit HIV beteiligt, die (mit großer Wahrscheinlichkeit) keine HIV-Therapie macht, kann eine Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) eine HIV-Infektion mit hoher Wahrscheinlichkeit verhindern. In den letzten Jahren aber gab es Verunsicherung hinsichtlich der Finanzierung. Ausdrücklich zugelassen sind die für die PEP verwendeten HIV-Medikamente nämlich für diesen Zweck nicht. "Der Gemeinsame Bundesausschuss sagt nun: Ärztinnen und Ärzte, die eine PEP nach der Leitlinie der medizinischen Fachgesellschaft verordnen, müssen sich keine Sorgen machen", so interpretiert es Armin Schafberger, Referent für Medizin und Gesundheitspolitik der Deutschen AIDS-Hilfe. "Alle haben ein Interesse daran, dass diese wichtige Maßnahme HIV-Infektionen verhindert", so Schafberger weiter, "in erster Linie natürlich die Menschen, die einen Safer-Sex-Unfall hatten, aber auch und gerade die Kassen, denn die lebenslange Behandlung einer Infektion kostet natürlich viel mehr Geld als die PEP." Ausführliche Informationen findest du unter magazin.hiv.

Früher HIV-Test = kein Aids: Deutsche AIDS-Hilfe verteilt Broschüren an Arztpraxen
Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 1.000 Menschen an Aids oder einem schweren Immundefekt, weil sie nichts von ihrer HIV-Infektion wissen und deswegen nicht behandelt werden können. Oft haben sie vorher mit vielfältigen Symptomen, die auf einen Immundefekt hinweisen, Praxen besucht, ohne dass ein HIV-Test durchgeführt wurde. Rund 12.700 Menschen leben in Deutschland nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts unwissentlich mit HIV – teilweise schon viele Jahre. Ihnen droht eine vermeidbare Aids-Erkrankung, während eine Behandlung ihnen ein langes und weitgehend normales Leben ermöglichen würde. "Spätdiagnosen betreffen oft Menschen, bei denen man nicht mit HIV rechnet", weiß Armin Schafberger, Medizinreferent der Deutschen AIDS-Hilfe und selbst Arzt. Und weiter: "Den HIV-Test und damit Sexualität zu thematisieren fällt vielen Ärzten schwer. Wir geben Tipps, wie man gut ins Gespräch kommt und auch schwierige Situationen meistert." Mehr dazu erfährst findest du unter aidshilfe.de.

Chemsex-Experte David Stuart im Interview
"Chemsex ist nicht einfach nur eine Bezeichnung für den Konsum von Alkohol oder Drogen beim Sex", sagt David Stuart. Drugreporter sprach mit dem Experten, der den Begriff Chemsex prägte und dessen Arbeit auch in der Dokumentation "Chemsex" von VICE UK vorgestellt wurde. Stuart ist außerdem einer der Mitbegründer des European Chemsex Forum, dessen zweite Auflage im März 2018 in Berlin stattfand. "Das Wort Chemsex beschreibt ein Phänomen, das nur in der modernen schwulen Kultur zu finden ist. Es ist spezifisch und ausschließlich mit Trends der schwulen Kennenlernkultur und den Eigenarten verbunden, die sich rund um das Online-Dating und den Gebrauch von Sex-Apps entwickelt haben und andere Formen der HIV-bezogenen Stigmatisierung, Abwertung von 'Tunten' oder im Gegenteil von 'Männlichkeit', Identifizierung mit und Zurückweisung von 'Tribes'." Das ganze Interview kannst du auf Deutsch unter magazin.hiv nachlesen.

Safer Use: Empfehlungen für die Vergabe von Konsumutensilien veröffentlicht
Die Vergabe von sauberen Spritzen und Nadeln ist erwiesenermaßen ein effektives Instrument der HIV-Prävention bei Menschen, die Drogen gebrauchen. Viele Drogenhilfe-Einrichtungen halten deshalb entsprechende Angebote vor. Doch auch die gemeinsame Verwendung von anderen Konsumutensilien wie etwa Filter, Löffel, Wasser, aber auch von Crackpfeifen und Sniffröhrchen birgt gesundheitliche Risiken – zum Beispiel das Risiko einer Hepatitis-C-Infektion. Aus diesem Grund, so die Deutsche AIDS-Hilfe in ihren nun veröffentlichten Empfehlungen für die Vergabe von Drogenkonsumutensilien, sollten alle Einrichtungen, die Drogenkonsument*innen zu ihren Nutzer*innen zählen, mit einem erweiterten Service reagieren. Mehr erfährst du unter magazin.hiv.

Gefährlich und menschenverachtend: Russlands repressive Drogenpolitik
Während die Zahl der HIV- und Hepatitis-C-Neuinfektionen in Russland rapide steigt, wird die Präventionsarbeit und Gesundheitsversorgung gerade unter den besonders gefährdeten Drogengebrauchenden immer schwieriger. Alexander Delphinov engagiert sich seit 1998 für eine bessere gesundheitliche Versorgung von Drogengebraucher*innen in Russland, unter anderem in der Drogenaufklärungsinitiative "Narcophobia" sowie in der Andrey-Rylkov-Stiftung. Im Interview mit der Deutschen AIDS-Hilfe erfährst du mehr über die Situation in Russland unter magazin.hiv.

Queere Geflüchtete auf der Suche nach einem gewaltfreien Ort zum Leben
Sie flohen vor Unterdrückung und Verfolgung. In Deutschland angekommen, machen viele LSBTIQ*-Geflüchtete erneut homo- oder transphobe Erfahrungen; sie sind Rassismus ausgesetzt und haben mit einem erschwerten Zugang zu medizinischer Versorgung und Wohnraum zu kämpfen. Umso wichtiger sind auf sie zugeschnittene sensible Angebote. Einen spannenden Artikel darüber findest du unter magazin.hiv.

Stellenausschreibung für das "Stricherprojekt" neonlicht der aidshilfe Dortmund
Für die Mitarbeit im "Stricherprojekt" neonlicht sucht die aidshilfe Dortmund zum nächstmöglichen Zeitpunkt einen Diplom-Sozialarbeiter (oder vergleichbare Qualifikation) für ca. 21 Stunden pro Woche. neonlicht wendet sich an junge Männer, die in Dortmund der mann-männlichen Prostitution nachgehen. Zu den Aufgaben des Mitarbeiters gehören u. a. die aufsuchende Sozialarbeit in der Szene, HIV/STI-Prävention, Beratung und Begleitung bei psychosozialen Problemen und die Unterstützung der Projektkoordination bei Außenvertretung, Vernetzung sowie Öffentlichkeitsarbeit. Mehr Informationen bekommst du in der Ausschreibung (PDF-Datei).

Stellausschreibung Aids-Hilfe Bonn
Zur Verstärkung ihres Teams sucht die Aids-Hilfe Bonn zum nächstmöglichen Zeitpunkt eine erfahrene Verwaltungskraft mit einem Stellenumfang von ca. 11 Stunden pro Woche. Zu den Aufgaben gehören u. a. allgemeine Buchhaltungsaufgaben, allgemeine Verwaltungsaufgaben, allgemeine organisatorische Aufgaben und Unterstützung im laufenden Betriebsalltag, Personalverwaltung, Vereinsverwaltung, Betreuung und Pflege der Mitgliederdaten sowie Einladung und Vorbereitung der Mitgliederversammlung und Kassenprüfung. Die Kolleg*innen in Bonn freuen sich über Bewerbungen bis zum 30. Mai 2018. Mehr erfährst du in der Stellenausschreibung (PDF-Datei).

Gerne wollen wir nochmal daran erinnern, dass du uns interessante News, Tipps, Termine, Aktionen vor Ort etc. zusenden kannst, die wir hier im Newsletter veröffentlichen. Diese einfach per Mail an herzenslust-newsletter@nrw.aidshilfe.de senden.

 
 
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