Mai 2018
Liebe Leser*innen!
Gestern Abend (24. April) fand in Düsseldorf der Jahresempfang der Aidshilfe NRW statt. Auch in diesem Jahr zeichnete die Aidshilfe NRW Menschen, die durch ihr ehrenamtliches Engagement besonders hervortreten und die Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen stark beeinflusst und geprägt haben, mit dem Ehrenamtspreis „merk|würdig“ aus. Neben Lucy Njonjo, George Duncan und Mamadou Moussa Conde von MiSSA wurden gestern Ehrenamtliche des Frauen- und Familienzentrums der Aidshilfe Köln geehrt. Heidemarie Eigenfeld, Nicole Bachmann, Mariette Heckers und Rolf Kursawe engagieren sich teilweise bereits seit der Gründung der ehrenamtlichen Gruppe des FFZ im Jahr 2002. Sie helfen Kindern– meist von alleinerziehenden Müttern mit Flucht- und Migrationsbiografie – bei den Hausaufgaben, geben Nachhilfe, betreuen die Kinder bei Gruppentreffen oder den beliebten Wochenendfahrten, unterstützen, moderieren und organisieren die Frauengruppe, helfen beim Frauenbrunch und dem internationalen Café, geben Deutschkurse, juristischen Rat, begleiten Klientinnen als Sprachmittlerinnen und vieles mehr. Wir freuen uns über diese Ehrung des FFZ, das ja in der LAG Frauen und HIV/Aids bestens auf der Landesebene vernetzt ist, und gratulieren den fünf Ehrenamtlichen ganz herzlich.

Gratulieren möchten wir auch den Kolleginnen der Dortmunder Mitternachtsmission, die vergangene Woche ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hat. Wir sind stolz, eine solch traditionsreiche Organisation, immerhin ja auch Mitgründerin unserer LAG, in unseren Reihen zu haben. Programmatisch ist die Mitternachtsmission trotz ihres Alters absolut auf der Höhe der Zeit und die Kolleginnen, die sich für die Interessen von Frauen in der Sexarbeit einsetzen, sind eine Bereicherung für unsere Vernetzung.Allen Genannten also herzlichen Glückwunsch und Ihnen allenviel Spaß beim Lesen des Newsletters!

Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Conchita outet sich als HIV-positiv
Zahlreiche Organisationen äußerten sich zu dieser Schlagzeile der vergangenen Woche. Die Aidshilfe NRW postete auf Facebook: Dass Mut dazu gehört, sich heute als HIV-positiv zu outen, ist ein Problem, nicht, mit HIV zu leben. Conchita unterstützt auf vielfältige Weise seit Jahren Projekte, die sich gegen Diskriminierung von Menschen mit HIV/Aids richten. Wir freuen uns, dass Conchita dank ihrer Therapie offenbar gut mit der Infektion lebt und dass es für sie konsequent war, den Schritt an die Öffentlichkeit zu gehen. In unserem Engagement dafür, dass sich in Deutschland niemand mehr mit HIV infizieren und an Aids erkranken muss und dass es irrelevant ist, ob eine prominente Persönlichkeit oder Menschen in unserem Umfeld mit HIV leben, wissen wir Conchita an unserer Seite.


P O L I T I K

Aidshilfe NRW zum Drug Checking Day
Am 31. März wurde international der Drug Checking Day begangen. Er geht auf die Initiative einer Reihe von Organisationen zurück, die schadensminimierende Angebote für Drogengebrauchende anbieten und fördern. Bisher beteiligt sind Organisationen aus Australien, Dänemark, Irland, Italien, Großbritannien, Kanada, Portugal, der Slowakei, Spanien und den USA. Gemeinsam mit JES NRW und akzept – NRW nahm auch die Aidshilfe NRW Stellung und forderte, dass Drug Checking auch in NRW als wirksame Maßnahme der Schadensminimierung in bestehende Safer-Use-Angebote integriert wird. Die Presseerklärung finden Sie hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

Stadt Wuppertal für eine nachteilsfreie Beteiligung von Menschen mit HIV am Arbeitsleben
Die Lebenssituation von Menschen mit HIV hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Gleichzeitig spielt Diskriminierung im Alltag HIV-Positiver immer noch eine erhebliche Rolle, unter anderem im Arbeitsleben. Deswegen will die Stadt Wuppertal für eine nachteilsfreie Beteiligung von Menschen mit HIV am Arbeitsleben eintreten und ein Vorbild für andere Arbeitsgeber sein. Mehr erfahren Sie unter aids-nrw.de.

Handreichung "Was tun bei Gewalt gegen geflüchtete Frauen und LSBTI in Unterkünften?"
In Berlin haben die Landesstelle für Gleichbehandlung – gegen Diskriminierung (LADS) der Senatsverwaltung für Justiz, Verbraucherschutz und Antidiskriminierung und die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung eine Handreichung entwickelt, die Leitungspersonal, Mitarbeitende und ehrenamtlich Engagierte in Unterkünften dabei unterstützen soll, bei Gewalt gegen Frauen und LSBTI-Geflüchtete angemessen und professionell zu reagieren. Die Handreichung "Was tun bei Gewalt gegen geflüchtete Frauen und LSBTI in Unterkünften?" ist in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit Berliner Anti-Gewalt-Projekten, der Polizei und Staatsanwaltschaft sowie dem Landesamt für Flüchtlingsangelegenheiten entwickelt worden. Die Handreichung finden Sie hier (PDF-Datei).

Queer Refugees Welcome
Eine Webseite der Deutschen AIDS-Hilfe richtet sich an lesbische, schwule, bisexuelle, trans*, inter* und queere (LGBTIQ*) Geflüchtete. Sie wurde mit queeren Migrant*innen entwickelt, um ihnen das Ankommen in Deutschland zu erleichtern. Hier sind hilfreiche Informationen über Rechte in Deutschland, über das deutsche Gesundheitssystem, über HIV/Aids, andere Geschlechtskrankheiten und Safer Sex zu finden. Queer Refugees Welcome heißt es unter queerrefugeeswelcome.de.


G E S U N D H E I T

Menschen ohne Papiere: "Wir wollen, dass die Leute behandelt werden können!"
Wer eine Krankenkassenkarte besitzt, hat in Deutschland Zugang zur Gesundheitsversorgung. Doch was, wenn jemand keine Krankenversicherung hat – oder sogar keine Aufenthaltspapiere? Im März hat ein Aktionsbündnis ein Zeichen für das Menschenrecht auf Gesundheit gesetzt. "Wir wollen, dass die Leute behandelt werden können", sagen die Initiator*innen in einem Interview mit der Deutschen AIDS-Hilfe. Dieses finden Sie unter magazin.hiv.

Erstes lang wirksames HIV-Medikament mit Antikörpern
Trogarzo ist das erste kommerziell vermarktete HIV-Medikament, das Antikörper einsetzt und das erste HIV-Medikament mit einem neuen Wirkprinzip seit fast zehn Jahren. Es ist auch das erste lang wirksame HIV-Medikament, das nicht täglich eingenommen werden muss. Zugelassen ist Trogarzo nur zur Behandlung von therapieerfahrenen Menschen mit HIV, die Resistenzen gegen HIV-Medikamente aufweisen, und zwar in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten, die zumindest teilweise noch gegen die HIV-Stämme der Patient*innen wirken. Mehr erfahren Sie unter magazin.hiv.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

5. Mai 2018 | Köln
Fachtag Lust + Rausch
Im Mai findet die zweite Ausgabe des Fachtags "Lust + Rausch" zu Sexualität und Substanzkonsum im KOMED in Köln statt. Der Fachtag wird auch in diesem Jahr als Kooperationsveranstaltung von der Aidshilfe Köln, der Drogenhilfe Köln und der Aidshilfe NRW ausgerichtet. Weitere Informationen werden bald unter lustundrausch.de verfügbar sein.

10. bis 13. Mai 2018 | Hattingen
XL-Wochenende von POSITHIV HANDELN NRW
Der Theaterworkshop soll die seelische Widerstandskraft von Menschen mit HIV stärken, im Programmteil Struktur geht es darum, Talente und Fähigkeiten und das Engagement von Mitgliedern der Positiven-Community zu kräftigen, damit diese sich in die Selbsthilfe-Arbeit einbringen und ihr Know-how an andere weitergeben können. Weitere Informationen erfahren Sie hier (PDF-Datei).

23. bis 25. Mai 2018 | Nürnberg
Was macht die HIV-Infektion als chronische Erkrankung für Frauen so besonders?
Hier steht der Austausch über aktuelle medizinische Fragestellungen und psychosozialen Themen, die das Leben als Frau mit HIV betreffen, im Mittelpunkt. Dazu gehören neben dem Umgang mit Stigmatisierung und Diskriminierung auch Lebensperspektiven und Lebensqualität sowie das Entdecken und Stärken eigener Ressourcen. Informationen und Austausch über die Arbeit des Netzwerks Frauen und Aids und der verschiedenen Arbeitsgruppen gehören wie immer dazu. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

6. bis 9. Juni 2018 | Bochum
Deutscher STI-Kongress
Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind häufig, verändern das Selbstwertgefühl und betreffen viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenswelten und Lebenssituationen. STI umfassen nicht nur die allgemein bekannten Erreger, sondern auch Infektionen, die nicht auf den ersten Blick als sexuell übertragbar angesehen werden, wie etwa Hepatitis B und C oder Skabies. Aus diesem Grund verfolgt die Deutsche STI-Gesellschaft seit Jahren einen interdisziplinären und sektorübergreifenden Ansatz zur Entwicklung neuer Strategien für die Prävention und frühzeitige Diagnostik von STI. Dieser umfassende Ansatz wird beim Deutschen STI-Kongress gespiegelt. Die Möglichkeit zur Onlineanmeldung besteht unter sti-kongress2018.de.

9. Juni 2018 | Berlin
Mein geheimes HIV
Für Frauen mit HIV stellt sich in verschiedenen Lebenssituationen und Lebensphasen die Frage, ob sie ihre HIV-Infektion offenbaren oder besser verbergen sollten. Das „Geheimnis HIV“ zu lüften kann ein Risiko sein, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Es kann zu Ausgrenzung führen, andererseits bietet es aber auch die Chance, Beziehungen zu vertiefen und verbindlicher zu machen. Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung bei Pluspunkt finden Sie hier (PDF-Datei).

23. bis 27. Juli 2018 | Amsterdam
22nd International-AIDS-Conference AIDS2018
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt für die Internationale AIDS-Konferenz AIDS2018 zur Communitybeteiligung ein und schreibt dafür ein Scholarship für die Teilnahme aus. AIDS2018 hat einen starken Communitybezug und bietet neben dem Programm der Hauptkonferenz in einem eigenen Communitybereich, dem sogenannten Global Village, die Möglichkeit des Austauschs zwischen Selbsthilfeaktivist*innen, NGO-Vertreter*innen und dem allgemeinen Konferenzpublikum. An Informationsständen können Gruppen und NGOs ihre Arbeit präsentieren oder Aktionen anbieten. Es gibt ein eigenes Workshopprogramm, und in sogenannten Networking Zones werden Plattformen für gemeinsame Diskussionen und die Präsentation von Projekten und Initiativen angeboten. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

2. bis 5. August 2018 | Düsseldorf
Treffen für HIV-positive Migrant*innen und Geflüchtete
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt zum bundesweiten Treffen für HIV-positive Migrant*innen, einschließlich Geflüchtete, und ihre Kinder ein. Das bundesweite Treffen, das gemeinsam mit dem Netzwerk AfroLeben+ konzipiert und vorbereitet wurde, dient dem Austausch und der Vernetzung und will für den Alltag mit HIV stärken. Mehr Informationen unter aidshilfe.de.

23. bis 26. August 2018 | Stuttgart
Positive Begegnungen
Zum 20. Mal treffen sich Menschen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet, um gemeinsam mit An- und Zugehörigen, Mitstreiter*innen aus den Aidshilfen, dem Medizinbetrieb, dem Rechtswesen, aus Wissenschaft, Politik und Medien über die Herausforderungen des heutigen Lebens mit HIV zu diskutieren. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

15. September 2018 | Köln
Fachtag "Migration im Verband"
Die Erhöhung der inner- und außerverbandlichen Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit des Themas bildet den Schwerpunkt der Tagung. Die Vernetzung von Zielgruppen, Projekten und der Vor-Ort-Arbeit mit Politik, Versorgung, Geldgeber*innen, Kolleg*innen und anderen Stakeholder*innen stehen dabei im Fokus. Eine detaillierte Einladung kommt Mitte Juni. Wer sich jetzt schon anmelden möchte, kann das formlos per E-Mail tun: stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de.

S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Mai 2018 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Mai 2018 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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