Februar 2018
Liebe Leser*innen!
Im November 1918, also vor 100 Jahren, erhielten Frauen in Deutschland erstmals das aktive und passive Wahlrecht. Lange musste die Arbeiterinnenbewegung dafür kämpfen. In 1949 fand dieser historisch bedeutsame Durchbruch für die Gleichberechtigung dann seinen Niederschlag im Grundgesetz. "Männer und Frauen sind gleichberechtigt" heißt es dort in Artikel 3. Nach der in zähem Ringen erkämpften rechtlichen Gleichstellung gilt es seitdem, auch die tatsächliche Gleichstellung der Geschlechter in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft durchzusetzen. Es klingt in den Ohren mancher vielleicht merkwürdig, dass es auch in der Aidshilfe manchmal schwierig ist, den Anliegen der Frauen Gehör zu verschaffen. Verfolgt man in den zurückliegenden Monaten die Diskussionen über die Prä-Expositionsprophylaxe, die so genannte PrEP, könnte der Eindruck entstehen, diese jetzt auch in Deutschland zugängliche Methode der HIV-Prävention sei nur für schwule Männer geeignet. Doch die PrEP wirkt auch bei Frauen. Für manche Frauen kann die PrEP eine interessante Möglichkeit sein, sich aktiv vor HIV zu schützen. Die LAG Frauen und HIV/Aids in NRW nutzt den Internationalen Frauentag, um auf diese Tatsache und auf die Beratungsmöglichkeiten zur PrEP in den Aidshilfen hinzuweisen. Den genauen Wortlaut publizieren wir an dieser Stelle im nächsten Newsletter. Wir verfolgen gespannt, wie sich die Nachfrage nach einer PrEP-Beratung speziell für Frauen in den kommenden Monaten entwickelt.
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


P O L I T I K

Istanbul-Konvention ohne Vorbehalte umsetzen
Zum Inkrafttreten der Istanbul-Konvention in Deutschland am 1. Februar 2018 fordert die Frauenhauskoordinierung (FHK), für alle Frauen in der Bundesrepublik den Schutz vor Gewalt zu gewährleisten. Dies müsse auch für Migrantinnen ohne gesicherten Aufenthaltsstatus und für geflüchtete Frauen gelten. Die Presseinformation der Frauenhauskoordinierung dazu finden Sie hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

"frau+mama" Selbsthilfegruppe für Frauen und Mütter mit HIV
Da unser Newsletter nicht nur in NRW gelesen wird, hier ein Hinweis auf eine Berliner Selbsthilfegruppe für Frauen mit HIV, mit und ohne Kinder. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

Zehn Jahre Swiss Statement zu Schutz durch Therapie
HIV kann unter einer wirksamen antiretroviralen Therapie beim Sex nicht übertragen werden. Am 30. Januar 2008 wurde dieser Fakt erstmals im sogenannten EKAF-Papier veröffentlicht, international als Swiss Statement bekannt. Das Papier hat einen Meilenstein in der modernen HIV-Prävention gesetzt. Denn seitdem gilt: Schutz durch Therapie wirkt. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums des EKAF-Statements berichtet die Deutsche AIDS-Hilfe über die Vorgeschichte dieser wichtigen Veröffentlichung, fragt Menschen mit HIV nach ihren Erfahrungen und bietet Informationen und Hintergründe zum Thema. Das ausführliche Dossier finden Sie unter magazin.hiv.

Online-Befragung: Chronisch krank am Arbeitsplatz
Zu der im Editorial des Januar-Newsletters besprochenen Befragung zum Projekt "Chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz" der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft, Landesverband NRW, der Aidshilfe NRW und der Deutschen Rheuma-Liga NRW liegt jetzt auch ein Flyer vor. Diesen finden Sie hier (PDF-Datei). Wir bitten um weitere Verbreitung! Die Befragung läuft noch bis zum 15. März 2018.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

10. März 2018 | Essen
Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN
Die Einladung, Anmeldung und Tagesordnung der 2. Sitzung der LAG 2018 finden Sie hier (PDF-Datei).

19. März 2018 | Dortmund
Fortbildung zum Datenschutz
Am 25. Mai 2018 tritt die EU Datenschutz-Grundverordnung in Kraft. Vielen ist nicht klar, was das für die tägliche Arbeit bedeutet. Der Paritätische Landesverband bietet daher eine Fortbildung für Mitgliedsorganisationen an. Dozentin ist Prof. Dr. Brigitta Goldberg, Professorin an der Evangelische Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe Dortmund und dort für das Lehrgebiet Jugenhilferecht/ (Jugend-) Strafrecht/ Kriminologie verantwortlich. Weitere Informationen gibt Kordula Gützlag, Bildungsreferentin beim Paritätischen NRW, Telefon (0521) 96 40 667, guetzlag@paritaet-nrw.org

23. bis 25. März 2018 | Berlin
17. Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage
Zehn Jahre nach dem ersten Betriebsausflug folgt nun der zweite: Die Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage sind erneut in Berlin zu Gast. Wie schon 2008 soll auch jetzt wieder die große Kompetenz der Berliner Praxen, Kliniken und Versorgungsysteme eingebunden werden. Die Erfahrungen aus der Hauptstadt im Kampf gegen Aids und Hepatitis werden das bewährte, auf Interaktion und Austausch setzende System der Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage bereichern. Neue Medikamente und Strategien gegen HIV, Hepatitis und STIs werden ebenso wie die Prävention wichtige Themenschwerpunkte sein. Weitere Informationen finden Sie unter sv-veranstaltungen.de.

21. bis 23. März 2018 | Akademie Waldschlösschen
HIV/STI-Prävention in der Beratung für Sexarbeiterinnen Teil 1
Aufgrund der veränderten Strukturen in der weiblichen Prostitution wird es für Sexarbeiterinnen immer schwieriger Informationen zu sicheren, professionellen Arbeitsweisen zu bekommen. Das neue Prostituiertenschutzgesetz wird die Arbeitsbedingungen und den Zugang zu Prävention noch weiter erschweren. Vielen Sexarbeiterinnen fehlen Grundkenntnisse zum Thema sexuelle Gesundheit. Im Beratungsalltag steigt die Nachfrage nach berufsspezifischen Informationen zur Prostitution. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

23. bis 25. März 2018 | Hattingen
Empowerment: HIV und Psyche
Beim zweiten landesweiten Positiventreffen NRW im Jahr 2018 geht es um die persönliche Versöhnung mit alten hemmenden Einstellungen, Verletzungen und Mustern, um diese als Herausforderung anzunehmen und für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung mit HIV zu nutzen. Das Wieder- und Neuentdecken eigener Stärken und Talente soll dabei im Mittelpunkt stehen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

29. März bis 1. April 2018 | Travemünde
Bundesweites Treffen für HIV-positive heterosexuelle Frauen und Männer - 1. Treffen
Die Positiventreffen dienen dem Erfahrungs- und Wissensaustausch rund um den Alltag mit der HIV-Infektion. Zugleich erhalten die Teilnehmer*innen Einblick in die Ziele und Aufgaben des Selbsthilfenetzwerks, was vor allem für diejenigen wichtig ist, die zum ersten Mal dabei sind. Einander zuhören, sich gegenseitig informieren, miteinander arbeiten, um in Selbsthilfegruppen vor Ort und in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen als kompetente Multiplikator*innen wirken zu können. Weitere Informationen unter aidshilfe.de.

12. bis 15. April 2018
22. bis 23. Juni 2018
5. bis 7. Oktober 2018 | Köln 
Fortbildungsprogramm zu HIV- und STI-Tests 2018
Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet in 2018 ein Fortbildungsprogramm zu HIV- und STI-Tests an. Hierzu gehört ein Grundkurs HIV-Testberatung, ein Aufbaukurs HIV-Testberatung und ein Kurs zur HIV-Testberatung in Englisch. Mehr Infos zu den Inhalten und Zeiten finden Sie unter aidshilfe.de.

14. April 2018 | Köln
Wissen macht mächtig - Spaß!
Obwohl Kongressveranstalter oft betonen, dass sie sich die Beteiligung der Community wünschen, stellt das viele Frauen aus dem HIV-Bereich vor größere Herausforderungen. Frauen mit HIV und Frauen aus dem Arbeitskontext HIV trauen sich oft nicht zu, sich aktiv an Fachtagungen und -kongressen zu beteiligen. Das Seminar will dazu beitragen, auch Frauen Forschung und Wissenschaft im HIV-Bereich leichter zugänglich zu machen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

20. bis 22. April 2018 | Berlin
Streetwork für Frauen I
Das Arbeitsfeld "Streetwork bei Sexarbeiterinnen" wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist (z. B. in Clubs, auf der Straße) und wer aufgesucht wird (z. B. professionelle Sexarbeiterinnen, Gelegenheits- oder Beschaffungsprostituierte, Frauen mit oder ohne deutschen Pass, Minderjährige oder Volljährige). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen – sowohl deutscher als auch nichtdeutscher – seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Weitere Informationen zu diesem Seminar der Deutschen AIDS-Hilfe finden Sie hier (PDF-Datei).

6. bis 9. Juni 2018 | Bochum
Deutscher STI-Kongress
Sexuell übertragbare Infektionen (STI) sind häufig, verändern das Selbstwertgefühl und betreffen viele Menschen in ganz unterschiedlichen Lebenswelten und Lebenssituationen. STI umfassen nicht nur die allgemein bekannten Erreger, sondern auch Infektionen, die nicht auf den ersten Blick als sexuell übertragbar angesehen werden, wie etwa Hepatitis B und C oder Skabies. Aus diesem Grund verfolgt die Deutsche STI-Gesellschaft seit Jahren einen interdisziplinären und Sektor übergreifenden Ansatz zur Entwicklung neuer Strategien, für die Prävention und frühzeitige Diagnostik von STI. Dieser umfassende Ansatz wird beim Deutschen STI-Kongress gespiegelt. Weitere Informationen finden Sie unter mciberlin.de.

23. bis 27. Juli 2018 | Amsterdam
22nd International-AIDS-Conference AIDS2018
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt für die Internationale AIDS-Konferenz AIDS2018 zur Communitybeteiligung ein und schreibt dafür ein Scholarship für die Teilnahme aus. AIDS2018 hat einen starken Communitybezug und bietet neben dem Programm der Hauptkonferenz in einem eigenen Community-Bereich, dem sogenannten Global Village, die Möglichkeit des Austauschs unter Selbsthilfeaktivist*innen, NGO-Vertreter*innen und dem allgemeinen Konferenzpublikum. An Informationsständen können Gruppen und NGOs ihre Arbeit präsentieren oder Aktionen anbieten. Es gibt ein eigenes Workshopprogramm, und in sogenannten Networking Zones werden Plattformen für gemeinsame Diskussionen und die Präsentation von Projekten und Initiativen angeboten. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

2. bis 5. August 2018 | Düsseldorf
Treffen für HIV-positive Migrant*innen und Geflüchtete
Die Deutsche AIDS-Hilfe lädt zum bundesweiten Treffen für HIV-positive Migrant*innen, einschließlich Geflüchtete, und ihre Kinder ein. Das bundesweite Treffen, das gemeinsam mit dem Netzwerk AfroLeben+ konzipiert und vorbereitet wurde, dient dem Austausch und der Vernetzung und will für den Alltag mit HIV stärken. Mehr Informationen unter aidshilfe.de.

23. bis 26. August 2018 | Stuttgart
Positive Begegnungen
Zum 20. Mal treffen sich Menschen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet, um gemeinsam mit An- und Zugehörigen, Mitstreiter*innen aus den Aidshilfen, dem Medizinbetrieb, dem Rechtswesen, aus Wissenschaft, Politik und Medien über die Herausforderungen des heutigen Lebens mit HIV zu diskutieren. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

15. September 2018 | Köln
Fachtag "Migration im Verband"
Schwerpunkte sind die Erhöhung der inner- und außerverbandlichen Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit des Themas. Die Vernetzung von Zielgruppen, Projekten und der vor- Ort Arbeit mit Politik, Versorgung, Geldgeber*innen, Kollg*innen und anderen Stakeholder*innen stehen im Fokus. Eine detaillierte Einladung kommt Mitte Juni. Wer sich jetzt schon anmelden möchte kann das formlos per E-Mail tun: stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de.

S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende März 2018 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte März 2018 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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