Nr. 1 - Februar 2018
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, Ihnen heute die 1. Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen/Haft und Spritzenautomaten in NRW in diesem Jahr zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen

Brigitte Bersch                         
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
Drogen/Haft


A K T U E L L E S


Medizinische Rundreise Hepatitis
Die Deutsche AIDS-Hilfe [DAH] bietet auch in diesem Jahr wieder ihre Seminarreihe "Medizinische Rundreise" an. In den Seminaren der Rundreise werden Grundlagen zu HIV, STIs und Hepatitis vermittelt und aktuelle Themen der Forschung diskutiert. DAH-Mitgliedsorganisationen können die Seminare zur Weiterbildung ihrer Mitarbeiter*innen buchen. Um die regionale Vernetzung zur fördern, ist die Einladung von Kolleg*innen aus Gesundheitsämtern, Drogenhilfen, Sexualberatungsstellen oder der Jugend- und Migrationsarbeit erwünscht. Die Seminarinhalte können in Absprache mit den Organisatoren modifiziert und auf den Bedarf vor Ort zugeschnitten werden. Derzeit sind noch Rundreisen mit dem Schwerpunkt Hepatitis (Übertragung, Prävention, Krankheitsverlauf, Symptome, Diagnostik und Therapie von Hepatitis A, B, C, Besonderheiten bei HIV/Hepatitis-Ko-Infektionen) verfügbar, die sich besonders dafür eignen, regionale Vernetzungen  in dem Themenbereich anzustoßen oder zu vertiefen. Weitere Informationen zum Ablauf der Medizinischen Rundreise finden Sie unter aidshilfe.de.

Lisbon Addictions 2017
Vom 24. bis 26. Oktober 2017 fand in Lissabon die zweite Europäische Konferenz zu Suchtverhalten und Abhängigkeiten, "Lisbon Addictions 2017", statt, die unter anderem von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht ausgerichtet wurde. Unter den mehr als 1.200 Teilnehmenden aus über 70 Ländern wurde ein breites Themenspektrum diskutiert, wie zum Beispiel der Umgang mit Neuen Psychoaktiven Substanzen (NPS), Drogengebrauch und Infektionskrankheiten oder das Modell der Entkriminalisierung in Portugal. Mittlerweile sind die mehr als 400 Präsentationen online und können auf der Konferenz-Homepage eingesehen werden. Die nächste Konferenz wird vom 23. bis 25. Oktober 2019 in Lissabon stattfinden.

G E S U N D H E I T

RKI-Ratgeber für Ärzte: Hepatitis C
Das Robert Koch-Institut [RKI] hat seinen Ratgeber für Ärzt*innen zum Thema Hepatitis aktualisiert. Der Ratgeber enthält Informationen u.a. zu Erregern, Vorkommen, Infektionswegen, Symptomatik, Diagnostik und Therapie. Der Ratgeber kann auf den Seiten des RKI abgerufen werden. Ebenfalls aktualisiert wurden die "Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Infektionsschutzgesetz und Meldewesen".

Reaktivierung von Hepatitis B durch Anti-HCV-Therapie bei chronisch Infizierten häufig
Seit Längerem ist bekannt, dass die Therapie einer Hepatitis-C-Virus-Infektion mit den sogenannten Direct Acting Antivirals (DAAs) bei HBV-Koinfizierten zur Reaktivierung der Hepatitis B führen kann. Eine Übersichtsstudie, die 17 Einzelstudien mit insgesamt 1.621 HCV-Patient*innen ausgewertet hat, bietet hierfür nun konkrete Zahlen: Die HCV-Therapie mit DAAs führt bei 25 % der chronisch HBV-koinfizierten Patient*innen zu einer Reaktivierung der Hepatitis B, aber nur bei 1,4 % der Patient*innen mit einer überwundenen Hepatitis B. Bei 9 % der Patient*innen mit HBV-Reaktivierung entwickelte sich eine Hepatitis. Weitere Informationen finden Sie unter univadis.de.

Aktiver Drogengebrauch kein Hindernis für HCV-Therapie
Die offiziellen Leitlinien zur HCV-Therapie sehen im aktiven Drogengebrauch keine grundsätzliche Kontraindikation für die Behandlung, trotzdem haben viele Ärzt*innen Vorbehalte, was die Zuverlässigkeit und das Reinfektionsrisiko bei Drogengebrauchenden betrifft. Eine aktuelle Studie hat nun wieder bestätigt, dass Drogengebrauchende im Vergleich zu Nicht-Drogengebrauchenden vergleichbare Werte nicht nur beim Ansprechen der Therapie [Sustained Virological Response, kurz SVR], sondern auch bei der Therapietreue [Compliance] aufwiesen. Reinfektionen wurden in der genannten Studie bei den drogengebrauchenden Teilnehmer*innen keine beobachtet. Hierüber berichteten u.a. der Drogenkurier [PDF-Datei] und das Magazin HIV & more.

P O L I T I K

Drogenpolitik in Portugal: Eine Erfolgsgeschichte
Seit Portugal im Jahr 2001 als weltweit erstes Jahr die Entkriminalisierung des Besitzes und Gebrauchs von Drogen beschlossen hat, hat nicht nur ein beeindruckender kultureller Wandel stattgefunden, auch die Zahlen sprechen für sich: Überdosierungen, HIV-Infektionsraten und drogenbezogene Verbrechen sind dramatisch zurückgegangen. Portugals Drogenpolitik ist, so sind sich Expert*innen einig, ist eine Erfolgsgeschichte und trotzdem zögert der Rest der Welt auch 17 Jahre später immer noch, nachzuziehen. Ein ausführliches und höchst aufschlussreiches Portrait der portugiesischen Drogenpolitik hat die britische Zeitschrift The Guardian veröffentlicht.

P U B L I K A T I O N E N

Jahresbericht der Weltkommission für Drogenpolitik veröffentlicht
Die Weltkommission für Drogenpolitik [Global Commission on Drug Policy], die 2011 von ehemaligen Staats- und Regierungschefs und weiteren hochrangigen Vertreter*innen aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft gegründet wurde, hat es sich zum Ziel gemacht, für eine Drogenpolitik zu streiten, die auf wissenschaftlicher Evidenz, Menschenrechten, öffentlicher Gesundheit und Sicherheit basiert. In ihren jährlichen Berichten machte die Kommission wiederholt darauf aufmerksam, wie die Kriminalisierung Drogengebrauchender und der sogenannte "Kriege gegen die Drogen" zur Ausbreitung u.a. von HIV und Hepatitis C und weiteren schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen beigetragen haben, aber keinerlei Beitrag dazu geleistet haben, Angebot und Nachfrage oder auch kriminelle Organisationen einzudämmen. Während die negativen Auswirkungen, die problematischer Drogenkonsum an sich haben kann, anerkannt werden, fokussiert der aktuelle Bericht mit dem Titel "The World Drug Perception Problem" darauf, wie nicht die Drogen selbst, sondern öffentliche Wahrnehmungen und Ängste den Umgang mit Drogengebrauchenden und damit auch ihre Lebensrealitäten beeinflussen. Weitere Informationen sowie den Link zum vollständigen englischsprachigen Bericht finden Sie unter saferuse-nrw.de.

M E D I E N

JES-Bundesverband: Kurzfilm "Inside Substitution"
Der Bundesverband von JES [Junkies – Ehemalige – Substituierte] hat einen zehnminütigen Kurzfilm mit dem Titel "Inside Substitution" produziert, in dem vier opioidabhängige, substituierte Menschen ihre persönlichen Beweggründe und Wünsche in Bezug auf diese Behandlungsform schildern. Die Substitutionspatient*innen, die in dem leicht verständlichen Film porträtiert werden, schildern sehr eindrücklich ihre unterschiedlichen Beweggründe und ihre mit der Substitution verbundenen persönlichen Ziele sowie die positiven Veränderungen in ihrem Leben durch die Behandlung. Das Hauptziel des Films ist es, insbesondere jungen Mediziner*innen, die sich für diesen Arbeitsbereich interessieren, ein realistisches Bild von ihren künftigen Patient*innen zu geben, wie Dirk Schäffer von JES, der auch Referent für Drogen und Strafvollzug bei der Deutschen AIDS-Hilfe [DAH] ist, im hiv.magazin der DAH erklärt. Das einseitige Bild von Suchtpatient*innen, das viele haben, solle dadurch aufgebrochen werden. Weiterführende Links und Informationen zum Film finden Sie hier.

Deutsche AIDS-Hilfe: Neue Informationsbroschüren für den Strafvollzug
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat eine aktualisierte Version ihrer beiden Broschüren "Gesundheitstipps für Frauen in Haft" und "Gesundheitstipps für Männer in Haft" veröffentlicht. Neben allgemeinen Gesundheitstipps liegt der Schwerpunkt auf sexuell übertragbaren Krankheiten und sexueller Gesundheit sowie dem Umgang mit der eigenen Sexualität in Haft. Darüber hinaus wurden die neuen Broschüren "Substitution in Haft. Deine Rechte, deine Möglichkeiten" für Inhaftierte und "Substitutionsbehandlung im Strafvollzug. Ein Leitfaden" für JVA-Bedienstete herausgegeben. Die Broschüren können entweder als PDF-Version runtergeladen oder als Printversion über den Versand der Deutschen AIDS-Hilfe kostenfrei bestellt werden.

Landesstelle Sucht NRW: Informationen zu Migration und Sucht
Die Geschäftsstelle der Landesstelle Sucht NRW hat eine bundesweite Zusammenstellung von Informationen für den Bereich Migration und Sucht zusammengestellt. Zum einen werden hier diverse Printmedien zu den Themenbereichen substanzbezogener sowie verhaltensbezogener Abhängigkeitserkrankungen in verschiedenen Fremdsprachen aufgezählt. Zum anderen finden sich in der Aufstellung Dokumentationen, Studien und Arbeitshilfen genauso wie Projekte, Maßnahmen oder Arbeitskreise zum Themenbereich. Schließlich werden einige serviceorientierte Angebote wie Apps und Erklärfilme aufgezählt. Auf der Homepage der Landesstelle Sucht kann die Zusammenstellung als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

Broschüre der Arbeitsprojekte für Menschen mit einer Suchterkrankung in NRW
Die Landeskoordinierungsstelle berufliche und soziale Integration suchtkranker Menschen NRW hat in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis der Arbeitsmaßnahmen für Menschen mit Suchterkrankungen in NRW die Broschüre "Seitenwechsel 01" veröffentlicht. Dargestellt wird eine Reihe von Projekten, die weitere Akteur*innen im Land motivieren sollen, spezielle befähigungsorientierte Angebote zur Entwicklung einer individuellen beruflichen Perspektive suchtkranker Menschen zu initiieren. Zu finden ist die Broschüre auf den Seiten der Landesstelle Sucht.

T E R M I N E

7. bis 9. März 2018 in Heidelberg: Konsumreduktionsprogramm – zweiteilige Trainerausbildung - Teil 1
KISS (Kompetenz im selbstbestimmten Substanzkonsum) ist ein verhaltenstherapeutisches Selbstmanagement-Programm ("Behavioral Self-Control Training") zur gezielten Kontrolle und Reduktion des Konsums legaler und illegaler Drogen. Es besteht aus zwölf Sitzungen, in denen z. B. vermittelt wird, wie man ein Konsumtagebuch führt, wöchentlich Konsumziele festlegt, Risikosituationen erkennt und bewältigt oder mit "Ausrutschern" umgeht. Erfahrungen in der Praxis zeigen, dass das KISS-Programm von Drogengebrauchenden und Substituierten sehr gut angenommen wird. Dieses Gruppenangebot ist auch in der niedrigschwelligen Arbeit anwendbar. Daher bietet die Deutsche AIDS-Hilfe 2018 wieder ein zweiteiliges Seminar an, das Mitarbeiter*innen aus der Aids- und Drogen(selbst)hilfe zu KISS-Trainer*innen ausbildet. Weitere Informationen zum Ablauf und zur Anmeldung finden Sie unter aidshilfe.de.

23. bis 25. März 2018 in Berlin: Münchner Aids- und Hepatitis-Tage
Die bereits 17. Ausgabe der Münchner Aids- und Hepatitis-Tage gastiert in diesem Jahr zum zweiten Mal in Berlin. Die Erfahrungen aus der Hauptstadt im Kampf gegen Aids und Hepatitis werden das bewährte, auf Interaktion und Austausch setzende System der Münchner Aids- und Hepatitis-Tage bereichern. Neue Medikamente und Strategien gegen HIV, Hepatitis und STIs, aber auch die Prävention werden wichtige Themenschwerpunkte. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

5. April 2018 in Köln: Workshop MSM und Substanzkonsum
Substanzkonsum unter schwulen Männern und anderen Männern, die Sex mit Männern haben (MSM) – seien es Partydrogen oder Sexdrogen, auch unter den Stichworten "Slamming" und "Chemsex" bekannt – ist eine Lebensrealität, die zunehmend in der Fachöffentlichkeit diskutiert wird und allmählich auch in Beratungsstellen und Präventionsangeboten ankommt. Professionelle Strukturen und spezialisierte Hilfsangebote für die Bedarfe dieser Zielgruppe sind jedoch bundes- wie landesweit nach wie vor eine Seltenheit, ebenso fehlt es an gemeinsamen Qualitätsstandards. Der Workshop soll ins Thema Chemsex einführen, Hintergründe und Motivationen erläutern sowie konsumierte Substanzen und aktuelle Antworten auf das Phänomen aus der Praxis vorstellen. In einem weiteren Schritt sollen Handlungsmöglichkeiten für die teilnehmenden Institutionen ausfindig gemacht werden. Weitere Informationen zum Programm finden Sie im Einladungsschreiben [PDF-Datei] sowie in der Programmübersicht [PDF-Datei]. Wir freuen uns über eine formlose Anmeldung an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de.

Fortbildungsprogramm zu HIV- und STI-Tests 2018
Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet dieses Jahr wieder ihre Fortbildungsreihe zum Thema HIV- und STI-Tests, Beratung, Durchführung und Intervision an. Die erste Veranstaltung, der Grundkurs HIV-Testberatung, findet vom 12. bis 15. April 2018 in München statt und kann durch die beiden Veranstaltungen "HIV- und STI-Testberatung in Englisch" (22. bis 26. Mai 2018) in Köln) sowie den "Aufbaukurs HIV-Testberatung" (5. bis 7. Oktober 2018 in München) vertieft werden. Weiterführende Informationen zu den Veranstaltungen finden Sie hier [PDF-Datei].

Save the Date I: 2. Fachtag Lust+Rausch
Am 5. Mai 2018 findet die zweite Ausgabe des Fachtags "Lust +Rausch" zu Sexualität und Substanzkonsum im KOMED in Köln statt. Der Fachtag wird auch in diesem Jahr als Kooperationsveranstaltung von der Aidshilfe Köln, der Drogenhilfe Köln und der Aidshilfe NRW ausgerichtet. Weitere Informationen werden bald unter lustundrausch.de verfügbar sein.

Save the Date II: Fachtag "Migration im Verband"
Am Samstag,  15. September 2018 richtet die Aidshilfe NRW im KOMED in Köln von 10.00 bis 17.00 Uhr den Fachtag "Migration im Verband" aus. Schwerpunkte sind die  Erhöhung der inner- und außerverbandlichen Aufmerksamkeit und Sichtbarkeit des Themas. Die Vernetzung von Zielgruppen, Projekten und der Vor-Ort-Arbeit mit Kolleg*innen, der Politik, dem Gesundheitssystem und anderen Stakeholder*innen stehen im Fokus. Eine detaillierte Einladung kommt Mitte Juni 2018. Wer sich jetzt schon anmelden möchte, kann das formlos per E-Mail an stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de tun.

A U S S C H R E I B U N G E N

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Hessen
Die AIDS-Hilfe Hessen, der Landesverband der neun lokalen Aids-Hilfen in Hessen, sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens zum 1. Mai 2018, eine*n Assistent*in der Geschäftsführung (Schwerpunkt Verwaltungstätigkeiten und Organisatorisches, in Teilzeit – 50 % der regelmäßigen Arbeitszeit). Bewerbungsfrist ist der 15. März 2018. Weitere Informationen finden Sie in der Ausschreibung [PDF-Datei].

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Kreis Olpe
Die AIDS-Hilfe Kreis Olpe sucht zum 1. Juni 2018 eine*n Sozialpädadog*in bzw. Mitarbeiter*in mit vergleichbarer Qualifikation (Arbeitsbereich Prävention/Youthwork, 39 Wochenstunden). Bewerbungsfrist ist der 1. Mai 2018. Weitere Informationen finden Sie hier [PDF-Datei].

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden