Dezember 2017
Liebe Leser*innen!
Das Jahr 2017 liegt fast hinter uns. In den zurückliegenden Monaten haben wir gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW und den vielen Kooperationspartner*innen einiges erreicht. Visuell wird den meisten wohl die "Pussyhat"-Aktion zum Internationalen Frauentag in Erinnerung bleiben. So viele Frauen, aber auch Männer, einzeln und in Gruppen, haben sich solidarisiert und Fotos mit den rosa gehäkelten Mützen gemacht und veröffentlicht. Beim Verbandstag haben über hundert Teilnehmer*innen für ein Gruppenbild mit "Pussyhats" auf der Bühne gestanden. Großartig! Anlässlich dieser zweitägigen Konferenz haben wir uns mit aktuellen Herausforderungen rund um das Thema Kinderwunsch und Schwangerschaft mit HIV auseinandergesetzt. Viele Teilnehmer*innen hat diese intensive Beschäftigung mit diesem Thema inspiriert und in ihren Arbeitszusammenhängen motiviert. Auch den Bereich Unterversorgung von Menschen mit HIV in einigen Regionen unseres Landes haben wir 2017 weiterverfolgt. Im kommenden Jahr werden sich nicht nur die LAG, sondern auch der Landes-Arbeitskreis Drogen/Knast und andere aus dem Landesverband weiterhin damit beschäftigen. Ganz sicher findet dieses Thema auch bei der inzwischen 5. Fachtagung HIV-Kontrovers am 24. Februar 2018 in Essen Widerhall. Wir freuen uns sehr, wenn viele Frauen aus NRW, die sich mit dem Leben mit HIV beschäftigen, an dieser Veranstaltung teilnehmen und mitdiskutieren. Mit diesem letzten Newsletter im Jahr 2017 wünschen wir allen Leser*innen  frohe Weihnachten, geruhsame Tage und ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher und Guido Schlimbach
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Pressemeldung der Aidshilfe NRW: Gesundheitsminister Laumann und Aidshilfe NRW ermuntern zum HIV-Test
Anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember traf die Aidshilfe NRW erstmals mit dem neuen Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann zusammen. Dabei kamen auch aktuelle Entwicklungen zu HIV zur Sprache. Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen stagniert weiterhin. 2016 infizierten sich rund 640 Menschen in NRW mit HIV, leicht weniger als im Vorjahr. Zugleich erfuhren 280 Menschen erst von ihrer HIV-Infektion, als sie bereits an Aids beziehungsweise einem schweren Immundefekt litten – obwohl sich die Krankheit heute durch eine Therapie vermeiden lässt. Sie hatten bereits jahrelang unwissentlich mit HIV gelebt. Die Pressemeldung der Aidshilfe NRW vom 29. November 2017 finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.


P O L I T I K

Entwurf eines Ausführungsgesetzes des Landes NRW zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes (BTHG) vorgelegt
Die Landesregierung NRW hat den Entwurf eines Ausführungsgesetzes zum BTHG vorgelegt und äußert sich dazu folgendermaßen: "Das Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz – BTHG) vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234) entwickelt die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen zu einer modernen, personenzentrierten Teilhabeleistung außerhalb des Fürsorgesystems Sozialhilfe fort. Vor diesem Hintergrund werden die Leistungen der Eingliederungshilfe im Jahr 2020 aus dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch herausgelöst und als 'Besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensführung für Menschen mit Behinderungen' in das Neunte Buch Sozialgesetzbuch (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen) überführt. Darüber hinaus werden das für alle Rehabilitationsträger geltende Rehabilitations- und Teilhaberecht, insbesondere die Regelungen zur Zuständigkeit, zur Bedarfsermittlung und zum Teilhabeplanverfahren, gestärkt und das Schwerbehindertenrecht weiterentwickelt. Damit im Vorfeld die erforderlichen Vertragsverhandlungen geführt werden können, wird das Vertragsrecht zur Umsetzung des neuen Eingliederungshilferechts bereits im Jahr 2018 in Kraft gesetzt. Deshalb ist es erforderlich, die Träger der Eingliederungshilfe bereits zum 1. Januar 2018 zu bestimmen. Zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes sind landesrechtliche Regelungen erforderlich." Diese landesrechtlichen Regelungen können Sie hier [PDF-Datei] in Gänze nachlesen. 

Petition für die Weiterförderung der Landesfachstelle Trauma und Leben im Alter NRW
In ihrer gut einjährigen Arbeit hat die Landesfachstelle Trauma und Leben im Alter eine intensive Informations- und Sensibilisierungsarbeit zum Thema Alter und Trauma geleistet. Es ist gelungen viele Praktiker*innen aus der Altenpflege, dem medizinischen Kontext sowie der Beratungslandschaft für die Bedeutung eines traumasensiblen Umgangs mit alten Menschen zu sensibilisieren. Aber auch Vertreter*innen aus Vereinen, Verbänden, Kommunen und der Fachpresse haben die Wichtigkeit des Themas erkannt. Das belegen zahlreiche Anfragen für Vorträge, Workshops, Schulungen, Beratungen und Fachartikel, die bei der Landesfachstelle aus allen genannten Bereichen eingegangen sind. Jetzt möchte die neue Landesregierung – entgegen aller Erwartungen und Signale – die Landesfachstelle in den kommenden drei Jahren nicht weiter fördern. Mit einer Petition soll dies abgewendet werden. Die Petition finden Sie unter openpetition.de.


S O Z I A L E S

"Informiert und selbstbestimmt" Ratgeber für Patient*innenrechte aktualisiert
Der Ratgeber ist vom Bundesgesundheitsministerium aktualisiert worden und bietet eine verständliche Darstellung und Erläuterung der Rechte von Patient*innen. Auf das Patientenrechtegesetz können sich erkrankte Personen berufen, wenn sie ihre Rechte gegenüber Ärzt*innen, aber auch Physiotherapeut*innen oder Heilpraktiker*innen einfordern möchten. Die Broschüre als Download finden Sie ebenso wie eine Bestellfunktion unter bundesgesundheitsministerium.de.

Bericht zur HIV/AIDS-Prävention 2016 veröffentlicht
Der Bericht fasst alle Aktivitäten der beteiligten Akteur*innen im Öffentlichen Gesundheitsdienst und der Freien Trägerschaft zur HIV/AIDS-Prävention in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2016 zusammen. In diesem Jahr können wir erstmals einen Überblick über die Entwicklungen der Jahre 2014 bis 2016 geben. Sie finden ihn unter aids-nrw.de.

Ausschreibung Inklusionspreis 2018 in NRW
Die Landesregierung in NRW setzt sich dafür ein, dass Menschen mit Behinderung selbstbestimmt und ohne Bevormundung ihr Leben gestalten können. Um die Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe in allen Lebensbereichen zu verbessern, werden in Nordrhein-Westfalen viele gute Projekte und Initiativen umgesetzt. Das Land NRW schreibt jetzt den Inklusionspreis 2018 aus. Die Ausschreibungsunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

Online-Befragung "Chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz"
Die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, die Aidshilfe NRW und die Deutsche Rheuma-Liga NRW haben das Projekt "Chronische Erkrankungen am Arbeitsplatz" ins Leben gerufen, um chronisch erkrankte Arbeitnehmer*innen zu unterstützen. Mit einer Online-Befragung möchten die drei Verbände erfahren, welche Probleme chronisch erkrankte Menschen am Arbeitsplatz haben und welche Unterstützung sie benötigen. Darauf aufbauend werden im Projekt mit der Erfahrung der drei Selbsthilfeorganisationen konkrete Maßnahmen entwickelt, um den Menschen in ihrem Arbeitsleben zu helfen. Hierfür ist jede Unterstützung willkommen. Für die Beantwortung des Fragebogens bedarf es etwa 20 bis 30 Minuten. Mitmachen kann jede Person, die chronisch erkrankt ist, mindestens 18 Jahre alt ist und schon einmal einer bezahlten Tätigkeit nachgegangen ist. Die Umfrage erfolgt anonym und ist bis zum 31. Dezember 2017 online. Die Online-Umfrage finden Sie unter umfrage.chronisch-krank-arbeiten.de, weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter chronisch-krank-arbeiten.de.

Webseite zu Frauen und PrEP
Alles zur PrEP für Frauen erklärt übersichtlich die Homepage "Women and PrEP" aus Großbritannien, leider nur auf Englisch. Die Webseite wurde von der ehrenamtlichen britischen Organisation Sophia entwickelt. Sophia ist eine kleine Freiwilligenorganisation, die sich für Frauenrechte sowie für die Gesundheit und Würde von Frauen einsetzt. Die Seite informiert über die Funktionsweise und das Einnahmeschema der PrEP für Frauen. Ebenso klärt sie über die notwendigen Untersuchungen, über die Kombination mit hormonellen Verhütungsmitteln, aber auch über Alternativen zur PrEP auf. Auch eine hilfreiche Sammlung wichtiger Links zu weiteren Informationen, Forschungsergebnissen und Kampagnen wurden gesammelt. Mehr lesen Sie unter womenandprep.org.uk.


M E D I E N

Die DHIVA zum Winter ist da!
Die neue Ausgabe des Magazins erscheint mit Beiträgen zur PrEP für Frauen, zum Thema Impfen sowie eine, Update zum SHE-Projekt. Außerdem enthält sie Reiseberichte und spannende Buch-Tipps. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

JUGEND Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung
Der JUGEND Medienpreis HIV/Aids richtet sich an Schülerinnen, Schüler und Jugendliche, die sich einfallsreich mit HIV/Aids beschäftigt haben. Er bezieht sich auf die Kalenderjahre 2017 und 2018 und ist mit 3.000 Euro dotiert. Die DAS freut sich sehr, wenn Sie die aktuelle Ausschreibung über Ihre Kanäle bekannt machen, und hofft auf viele gute Bewerbungen. Die Ausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

19. und 20. Januar 2018 | Bochum
7. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Der Fachtag 2018 wird das Thema: "Sexualität für dich und mich – Darf ich anders sein?" behandeln. Dabei stehen Themenkomplexe wie Transsexualität und HIV-Krankheitsverarbeitung in der Psychotherapie, männliche Sexarbeit und Migration, Abweichungen vom Mainstream und Somatisierungsstörungen in Zusammenhang mit Sexualität sowie Sexualität im Alter im Vordergrund. Merken Sie sich den Termin bereits vor, weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

21. bis 24. Januar 2018 | Akademie Waldschösschen
HIV-Prävention und sexualpädagogische Arbeit in der Vielfalt von Lebenswelten und Realitäten Jugendlicher
Wie sehen die Lebenswelten Jugendlicher heute aus? Wie findet Sexualität statt? In Beziehungen, Dates, Affären? Welche Rolle spielen das Internet und Apps wie Tinder, Grinder und Gayromeo? Wie definieren Menschen heute ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität? Was ergibt sich aus den Lebenswelten der Jugendlichen oder Zielgruppen wie LSBTIQ* oder Geflüchtete für die sexualpädagogische Präventionsarbeit? Weitere Informationen zu der Fortbildung für Mitarbeiter*innen in Aidshilfen finden Sie hier (PDF-Datei).

31. Januar bis 2. Februar 2018 | Zierenberg (bei Kassel)
Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Die Arbeitsgruppe "Frauencheck" im Netzwerk Frauen und Aids hat 2016 einen Fragebogen zu frauenspezifischen Angeboten entwickelt. Die BAG Frauen arbeitete parallel an einer Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. Bei dem Treffen in Zierenberg soll der Stand der Umsetzung diskutiert und (eventuell) eine zweite Befragung geplant werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

24. Februar 2018 | Essen
HIV-KONTROVERS 2018
Viele haben darauf gewartet, immer wieder wurden wir drauf angesprochen. HIV-KONTROVERS geht wieder an den Start. Zum fünften Mal laden Aidshilfe NRW und Deutsche AIDS-Gesellschaft zur Fachtagung unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv – kontrovers!" ein. Dieses Mal wieder in Kooperation mit der Uniklinik Essen am 24. Februar 2018 in das Haus der Technik in Essen. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referent*innen in eine moderierte Kontroverse ein. Die Fortbildung der Teilnehmer*innen sowie die kritische Reflexion zu zentralen kontroversen Themen im Kontext von HIV und Aids sind zentrale Schwerpunkte der Fachtagung. Wir freuen uns, Sie im Februar zu HIV-KONTROVERS 2018 begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter hivkontrovers.de.

26. Februar bis 18. Dezember 2018 | Wuppertal 
Zertifikatskurs Trainer*in für pädagogische Gewaltprävention
Gewaltprävention als pädagogisches Tätigkeitsfeld hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland etabliert. Viele Schulen und andere pädagogische Einrichtungen besitzen umfangreiche Präventionskonzepte. Diese sehen in der Regel auch vor, dass für die Kinder und Jugendlichen spezielle, präventive Trainingsprojekte angeboten werden. Dazu gehören unter anderem soziale Kompetenztrainings, Coolnesstrainings, Selbstbehauptungstrainings sowie allgemeine Präventionsprojekte. Die hierfür benötigten fachlichen Kenntnisse sind jedoch nicht Bestandteil gängiger Berufsausbildungen. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.

23. bis 25. März 2018 | Berlin
17. Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage
Die Münchner AIDS- und Hepatitis-Tage werden im kommenden Jahr erneut in Berlin zu Gast sein. Wie schon 2008 soll auch diesmal wieder die große Kompetenz der Berliner Praxen, Kliniken und Versorgungsysteme eingebunden werden. Weitere Informationen finden Sie unter sv-veranstaltungen.de.

21. bis 23. März 2018 | Akademie Waldschlösschen
HIV/STI-Prävention in der Beratung für Sexarbeiterinnen Teil 1
Aufgrund der veränderten Strukturen in der weiblichen Prostitution wird es für Sexarbeiterinnen immer schwieriger Informationen zu sicheren, professionellen Arbeitsweisen zu bekommen. Das neue Prostituiertenschutzgesetz wird die Arbeitsbedingungen und den Zugang zu Prävention noch weiter erschweren. Vielen Sexarbeiterinnen fehlen Grundkenntnisse zum Thema sexuelle Gesundheit. Im Beratungsalltag steigt die Nachfrage nach berufsspezifischen Informationen zur Prostitution. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint im Januar 2018 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Januar 2018 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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