November 2017
Liebe Leser*innen!
Bei der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW stellte unser Kollege Michael Tappe von der Deutschen AIDS-Hilfe die neuesten Entwicklungen von HIV-Selbsttests vor. In den USA, Frankreich und Großbritannien beispielsweise sind HIV-Selbsttests zugelassen und in Apotheken erhältlich. Die neueren Schnelltests mit CE-Kennzeichnung sind wesentlich genauer und einfacher zu handhaben als frühere Tests. Das Gesundheitsministerium hat inzwischen die Zulassung auch für Deutschland geprüft und die Zulassung steht unmittelbar bevor. Durch die derzeit noch nicht erfolgte Regierungsbildung hat sich die Abgabe über Apotheken und HIV-Beratungsstellen, die für Herbst ins Auge gefasst war, aber erheblich verzögert. Gegenüber den bisherigen Selbsttests waren die Aidshilfen immer skeptisch, weil sie aufgrund möglicher Anwendungsfehler leicht zu falschen Testergebnissen führten. Die inzwischen erhältlichen Tests jedoch sind speziell für die Anwendung durch Laien entwickelt und zugelassen worden. Sie funktionieren ähnlich einfach wie ein Blutzucker-Check bei Diabetes. Die Aidshilfen erhoffen sich, dass Menschen mit höherem Infektionsrisiko sich mit dem Selbsttest öfter auf HIV testen. Auch die Kolleginnen aus der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW verfolgen die Entwicklungen in der Beratungs- und Testlandschaft mit großem Interesse. Vielleicht gelingt es mit den erweiterten Testmethoden, auch solche Frauen zu erreichen, die aus Scham oder Angst bisher den Weg in die HIV-Beratungsstelle oder Praxis gescheut haben. Sie könnten auf diese Weise früher von ihrer Infektion erfahren und sich dann entsprechend frühzeitig in Therapie begeben. Doch ein Test erfordert auch Mut. Wir müssen umfassend über die guten Möglichkeiten der Behandlung informieren, die inzwischen ein "ganz normales" Leben, auch mit HIV, ermöglichen. Allein die Angst vor Abweisung und Vorurteilen von Mitmenschen hindern immer noch viele, sich mit einer möglichen HIV-Infektion auseinanderzusetzen. Diese Vorurteile können überwunden werden. Dazu wollen der Welt-Aids-Tag (WAT) und die WAT-Kampagne einen Beitrag leisten, um "positiv zusammen leben" zu können.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

HIV-Neuinfektionen in Deutschland 2016 weiterhin stabil
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist weiterhin stabil. Im Jahr 2016 infizierten sich wie im Jahr 2015 rund 3.100 Menschen mit HIV, in NRW waren es 640. Das hat heute das Robert-Koch-Institut in seinem Epidemiologischen Bulletin mitgeteilt. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit weiterhin eine geringe Zahl von Neuinfektionen. In den verschiedenen von HIV betroffenen Gruppen sind dabei unterschiedliche Trends zu beobachten. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.

Neuauflage der Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2017
Ziel des WAT ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist. In Deutschland setzen sich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung mit einer gemeinsamen Kampagne für dieses gesellschaftsrelevante Thema ein. Unter dem Motto "Positiv zusammen leben" will auch die diesjährige Kampagne Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist. Weitere Informationen zur Kampagne, zu den Hintergründen und bundesweiten Aktionen finden Sie auf der Kampagnenwebsite welt-aids-tag.de

UNAIDS zum Welt-AIDS-Tag
Mit dem Slogan "Meine Gesundheit, mein Recht" stellt UNAIDS das Menschenrecht auf Gesundheit in das Zentrum der Kampagne zum Welt-AIDS-Tag 2017. Die Kampagne der Aids-Organisation der Vereinten Nationen soll deutlich machen, dass der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten und Arzneimitteln nur eine wichtige Rahmenbedingung für Gesundheit ist. Ebenso zentral für die Entwicklung und Erhaltung der Gesundheit sind viele weitere Faktoren: zum Beispiel Zugang zu Gesundheitserziehung, Geschlechtergerechtigkeit, gesunde Nahrungsmittel und Arbeitsbedingungen, eine saubere Umwelt und respektvolle und diskriminierungsfreie Behandlung. UNAIDS weist darauf hin, dass diskriminierte und stigmatisierte gesellschaftliche Gruppen – wie zum Beispiel intravenös drogengebrauchende Menschen, Inhaftierte, schwule Männer, und Menschen mit Migrationsgeschichte – oft nur ungenügenden Zugang zu gesundheitsförderlichen Lebensbedingungen haben und ihnen damit Präventions- und Behandlungschancen verwehrt werden. Mit der Kampagne "My Health, My Right" will UNAIDS daher dazu ermutigen, für die eigenen Rechte einzutreten und sich gegen Ungleichbehandlung im Gesundheitswesen zu engagieren. Mehr zur Kampagne finden Sie unter unaids.org.


P O L I T I K

Neuer Vorsitz in der Landeskommission AIDS
PD Dr. Stefan Esser, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Gesellschaft, wurde zum neuen Vorsitzenden der Landeskommission AIDS gewählt. Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Wahl wurde nötig, da der bisherige Vorsitzende, Dr. Dieter Mitrenga, im Juli dieses Jahres überraschend verstarb und Christa Bietau, stellvertretende Vorsitzende, Ende Oktober 2017 in den Ruhestand getreten ist. Die Landeskommission AIDS berät die Landesregierung in grundsätzlichen Fragen zu HIV und AIDS und spricht Empfehlungen aus. Ihr gehören 26 Mitglieder an, die namentlich vom Gesundheitsministerium berufen werden. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Kein Aids für alle: Projekt "Hund und Herrchen"
Drogengebraucher*innen haben oft andere Probleme, als zum Gesundheitscheck zu gehen. Viele von ihnen kümmern sich aber aufopferungsvoll um ihren Hund. Die Deutsche AIDS-Hilfe macht ihnen ein besonderes Angebot: Während ein bzw. eine Tierärzt*in kostenlos den Vierbeiner versorgt, bekommt der Mensch die Gelegenheit für einen HIV-Test samt Beratung. Das Projekt "Hund und Herrchen" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen AIDS-Hilfe, der Stiftung SPI, des Kontaktladens „enterprise“, der Berliner Aids-Hilfe und des Projekts Hunde-Doc im Rahmen der Kampagne "Kein AIDS für alle!". Auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe erhalten Sie weitere Einblicke in das Projekt unter magazin.hiv.


G E S U N D H E I T

Neues Internetportal "Migration und Gesundheit"
Das Bundesministerium für Gesundheit startet das neue Internetportal "Migration und Gesundheit". Das Angebot 'Migration und Gesundheit' richtet sich an Migrant*innen, aber auch an haupt- und ehrenamtliche Helfer*innen, die Zugewanderte nach ihrer Ankunft in Deutschland unterstützen. Es hilft, sich mit dem Gesundheitswesen in Deutschland vertraut zu machen und beantwortet Fragen rund um die eigene Gesundheit und die Kindergesundheit. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um den Zugang von Migrantinnen und Migranten zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Auf dem Portal werden erstmals gebündelt zahlreiche Informationsmaterialien zu den Schwerpunktthemen "Gesundheitswesen", "Gesundheit und Vorsorge", "Pflege" sowie "Sucht und Drogen" in mehreren Sprachfassungen zur Verfügung gestellt. Sie finden das Angebot unter migration-gesundheit.bund.de.


M E D I E N

Broschüre zu HIV und Schwangerschaft in französischer Sprache
Die völlig neu bearbeitete Broschüre "HIV-Infektion, Kinderwunsch und Schwangerschaft" des FrauenGesundheitsZentrums steht nun auch in französischer Version zum Download zur Verfügung unter fgz-muc.de. Bitte zu beachten: Es gibt keine gedruckte Version der Broschüre.

Sammelband Trans*Personen zwischen Fürsorge und Versorgung
Auch wenn in den vergangenen zehn Jahren das Interesse am Thema und auch die tatsächliche Inklusion von Trans*Personen in der (sozialwissenschaftlichen) Forschung und sozialen Praxis zugenommen haben, so ist doch zu konstatieren, dass nur wenig über die aktuelle Versorgungslage und die Position dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe im (medizinisch/psychologischen/pflegerischen) Versorgungssystem bekannt ist. Bislang liegen keine Studien vor, die ein Abbild der Versorgungslage von Trans*Personen in seiner Ganzheit erfassen und aufzeigen, wie dies den Lebensverlauf und die Lebenserwartung jener Gruppe beeinflusst. Der Sammelband, zu dem nun Beiträge eingereicht werden können, soll als erster seiner Art die Versorgungslage, fokussiert auf den Kontext der geschlechtlichen Vielfalt, erfassen. Alles Weitere lesen Sie hier (PDF-Datei).

Digitales Deutsches Frauenarchiv
Im September 2018 geht das Digitale Deutsche Frauenarchiv DDF online. Ziel des Digitalen Deutschen Frauenarchivs ist es, erstmals digitalisierte Daten, Bestandsdaten und weiterführende Informationen zur Frauen- und Lesbenbewegungsgeschichte in Form eines Fachportals zu sammeln und zu präsentieren. Ein weiteres Ziel des DDF ist es, Frauenbewegungen in ihren unterschiedlichen Strömungen und Standpunkten ab 1800 darzustellen. Weitere Informationen unter digitales-deutsches-frauenarchiv.de. In diesem Zusammenhang ist ein neuer Newsletter entstanden, den der i.d.a., der Dachverband der deutschsprachigen Lesben/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen herausgibt. i.d.a. steht für informieren dokumentieren archivieren, also das, was alle i.d.a.-Einrichtungen seit Jahrzehnten tun. Der Newsletter kann bezogen werden unter ida-dachverband.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

7. bis 10. Dezember 2017 | Ellwangen
PositHiv Hetero
Dieses Treffen ist speziell für heterosexuelle Frauen und Männer mit HIV und Aids. Es dient dem Erfahrungs- und Wissensaustausch rund um den Alltag mit der HIV-Infektion. Zugleich erhalten die Teilnehmer*innen Einblick in die Ziele und Aufgaben unseres Selbsthilfenetzwerks, was vor allem für diejenigen wichtig ist, die zum ersten Mal dabei sind. Onlineanmeldung unter aidshilfe.de.

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

19. und 20. Januar 2018 | Bochum
7. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Der Fachtag 2018 wird das Thema: "Sexualität für dich und mich – Darf ich anders sein?" behandeln. Dabei stehen Themenkomplexe wie Transsexualität und HIV-Krankheitsverarbeitung in der Psychotherapie, männliche Sexarbeit und Migration, Abweichungen vom Mainstream und Somatisierungsstörungen in Zusammenhang mit Sexualität sowie Sexualität im Alter im Vordergrund. Merken Sie sich den Termin bereits vor, weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

21. bis 24. Januar 2018 | Akademie Waldschösschen
HIV-Prävention und sexualpädagogische Arbeit in der Vielfalt von Lebenswelten und Realitäten Jugendlicher
Wie sehen die Lebenswelten Jugendlicher heute aus? Wie findet Sexualität statt? In Beziehungen, Dates, Affären? Welche Rolle spielen das Internet und Apps wie Tinder, Grinder und Gayromeo? Wie definieren Menschen heute ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität? Was ergibt sich aus den Lebenswelten der Jugendlichen oder Zielgruppen wie LSBTIQ* oder Geflüchtete für die sexualpädagogische Präventionsarbeit? Weitere Informationen zu der Fortbildung für Mitarbeiter*innen in Aidshilfen finden Sie hier (PDF-Datei).

31. Januar bis 2. Februar 2018 | Zierenberg (bei Kassel)
Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Die Arbeitsgruppe "Frauencheck" im Netzwerk Frauen und Aids hat 2016 einen Fragebogen zu frauenspezifischen Angeboten entwickelt. Die BAG Frauen arbeitete parallel an einer Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. Bei dem Treffen in Zierenberg soll der Stand der Umsetzung diskutiert und (eventuell) eine zweite Befragung geplant werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

24. Februar 2018 | Essen
HIV-KONTROVERS 2018
Viele haben darauf gewartet, immer wieder wurden wir drauf angesprochen. HIV-KONTROVERS geht wieder an den Start. Zum fünften Mal laden Aidshilfe NRW und Deutsche AIDS-Gesellschaft zur Fachtagung unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv – kontrovers!" ein. Dieses Mal wieder in Kooperation mit der Uniklinik Essen am 24. Februar 2018 in das Haus der Technik in Essen. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referent*innen in eine moderierte Kontroverse ein. Die Fortbildung der Teilnehmer*innen sowie die kritische Reflexion zu zentralen kontroversen Themen im Kontext von HIV und Aids sind zentrale Schwerpunkte der Fachtagung. Wir freuen uns, Sie im Februar zu HIV-KONTROVERS 2018 begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter hivkontrovers.de.

26. Februar bis 18. Dezember 2018 | Wuppertal 
Zertifikatskurs Trainer*in für pädagogische Gewaltprävention
Gewaltprävention als pädagogisches Tätigkeitsfeld hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland etabliert. Viele Schulen und andere pädagogische Einrichtungen besitzen umfangreiche Präventionskonzepte. Diese sehen in der Regel auch vor, dass für die Kinder und Jugendlichen spezielle, präventive Trainingsprojekte angeboten werden. Dazu gehören unter anderem soziale Kompetenztrainings, Coolnesstrainings, Selbstbehauptungstrainings sowie allgemeine Präventionsprojekte. Die hierfür benötigten fachlichen Kenntnisse sind jedoch nicht Bestandteil gängiger Berufsausbildungen. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint vor Weihnachten 2017 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Dezember 2017 per Mail an Petra Hielscher.Bei der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW stellte unser Kollege Michael Tappe von der Deutschen AIDS-Hilfe die neuesten Entwicklungen von HIV-Selbsttests vor. In den USA, Frankreich und Großbritannien beispielsweise sind HIV-Selbsttests zugelassen und in Apotheken erhältlich. Die neueren Schnelltests mit CE-Kennzeichnung sind wesentlich genauer und einfacher zu handhaben als frühere Tests. Das Gesundheitsministerium hat inzwischen die Zulassung auch für Deutschland geprüft und die Zulassung steht unmittelbar bevor. Durch die derzeit noch nicht erfolgte Regierungsbildung hat sich die Abgabe über Apotheken und HIV-Beratungsstellen, die für Herbst ins Auge gefasst war, aber erheblich verzögert. Gegenüber den bisherigen Selbsttests waren die Aidshilfen immer skeptisch, weil sie aufgrund möglicher Anwendungsfehler leicht zu falschen Testergebnissen führten. Die inzwischen erhältlichen Tests jedoch sind speziell für die Anwendung durch Laien entwickelt und zugelassen worden. Sie funktionieren ähnlich einfach wie ein Blutzucker-Check bei Diabetes. Die Aidshilfen erhoffen sich, dass Menschen mit höherem Infektionsrisiko sich mit dem Selbsttest öfter auf HIV testen. Auch die Kolleginnen aus der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW verfolgen die Entwicklungen in der Beratungs- und Testlandschaft mit großem Interesse. Vielleicht gelingt es mit den erweiterten Testmethoden, auch solche Frauen zu erreichen, die aus Scham oder Angst bisher den Weg in die HIV-Beratungsstelle oder Praxis gescheut haben. Sie könnten auf diese Weise früher von ihrer Infektion erfahren und sich dann entsprechend frühzeitig in Therapie begeben. Doch ein Test erfordert auch Mut. Wir müssen umfassend über die guten Möglichkeiten der Behandlung informieren, die inzwischen ein "ganz normales" Leben, auch mit HIV, ermöglichen. Allein die Angst vor Abweisung und Vorurteilen von Mitmenschen hindern immer noch viele, sich mit einer möglichen HIV-Infektion auseinanderzusetzen. Diese Vorurteile können überwunden werden. Dazu wollen der Welt-Aids-Tag (WAT) und die WAT-Kampagne einen Beitrag leisten, um "positiv zusammen leben" zu können.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

HIV-Neuinfektionen in Deutschland 2016 weiterhin stabil
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist weiterhin stabil. Im Jahr 2016 infizierten sich wie im Jahr 2015 rund 3.100 Menschen mit HIV, in NRW waren es 640. Das hat heute das Robert-Koch-Institut in seinem Epidemiologischen Bulletin mitgeteilt. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit weiterhin eine geringe Zahl von Neuinfektionen. In den verschiedenen von HIV betroffenen Gruppen sind dabei unterschiedliche Trends zu beobachten. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.

Neuauflage der Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2017
Ziel des WAT ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist. In Deutschland setzen sich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung mit einer gemeinsamen Kampagne für dieses gesellschaftsrelevante Thema ein. Unter dem Motto "Positiv zusammen leben" will auch die diesjährige Kampagne Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist. Weitere Informationen zur Kampagne, zu den Hintergründen und bundesweiten Aktionen finden Sie auf der Kampagnenwebsite welt-aids-tag.de

UNAIDS zum Welt-AIDS-Tag
Mit dem Slogan "Meine Gesundheit, mein Recht" stellt UNAIDS das Menschenrecht auf Gesundheit in das Zentrum der Kampagne zum Welt-AIDS-Tag 2017. Die Kampagne der Aids-Organisation der Vereinten Nationen soll deutlich machen, dass der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten und Arzneimitteln nur eine wichtige Rahmenbedingung für Gesundheit ist. Ebenso zentral für die Entwicklung und Erhaltung der Gesundheit sind viele weitere Faktoren: zum Beispiel Zugang zu Gesundheitserziehung, Geschlechtergerechtigkeit, gesunde Nahrungsmittel und Arbeitsbedingungen, eine saubere Umwelt und respektvolle und diskriminierungsfreie Behandlung. UNAIDS weist darauf hin, dass diskriminierte und stigmatisierte gesellschaftliche Gruppen – wie zum Beispiel intravenös drogengebrauchende Menschen, Inhaftierte, schwule Männer, und Menschen mit Migrationsgeschichte – oft nur ungenügenden Zugang zu gesundheitsförderlichen Lebensbedingungen haben und ihnen damit Präventions- und Behandlungschancen verwehrt werden. Mit der Kampagne "My Health, My Right" will UNAIDS daher dazu ermutigen, für die eigenen Rechte einzutreten und sich gegen Ungleichbehandlung im Gesundheitswesen zu engagieren. Mehr zur Kampagne finden Sie unter unaids.org.


P O L I T I K

Neuer Vorsitz in der Landeskommission AIDS
PD Dr. Stefan Esser, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Gesellschaft, wurde zum neuen Vorsitzenden der Landeskommission AIDS gewählt. Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Wahl wurde nötig, da der bisherige Vorsitzende, Dr. Dieter Mitrenga, im Juli dieses Jahres überraschend verstarb und Christa Bietau, stellvertretende Vorsitzende, Ende Oktober 2017 in den Ruhestand getreten ist. Die Landeskommission AIDS berät die Landesregierung in grundsätzlichen Fragen zu HIV und AIDS und spricht Empfehlungen aus. Ihr gehören 26 Mitglieder an, die namentlich vom Gesundheitsministerium berufen werden. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Kein Aids für alle: Projekt "Hund und Herrchen"
Drogengebraucher*innen haben oft andere Probleme, als zum Gesundheitscheck zu gehen. Viele von ihnen kümmern sich aber aufopferungsvoll um ihren Hund. Die Deutsche AIDS-Hilfe macht ihnen ein besonderes Angebot: Während ein bzw. eine Tierärzt*in kostenlos den Vierbeiner versorgt, bekommt der Mensch die Gelegenheit für einen HIV-Test samt Beratung. Das Projekt "Hund und Herrchen" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen AIDS-Hilfe, der Stiftung SPI, des Kontaktladens „enterprise“, der Berliner Aids-Hilfe und des Projekts Hunde-Doc im Rahmen der Kampagne "Kein AIDS für alle!". Auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe erhalten Sie weitere Einblicke in das Projekt unter magazin.hiv.


G E S U N D H E I T

Neues Internetportal "Migration und Gesundheit"
Das Bundesministerium für Gesundheit startet das neue Internetportal "Migration und Gesundheit". Das Angebot 'Migration und Gesundheit' richtet sich an Migrant*innen, aber auch an haupt- und ehrenamtliche Helfer*innen, die Zugewanderte nach ihrer Ankunft in Deutschland unterstützen. Es hilft, sich mit dem Gesundheitswesen in Deutschland vertraut zu machen und beantwortet Fragen rund um die eigene Gesundheit und die Kindergesundheit. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um den Zugang von Migrantinnen und Migranten zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Auf dem Portal werden erstmals gebündelt zahlreiche Informationsmaterialien zu den Schwerpunktthemen "Gesundheitswesen", "Gesundheit und Vorsorge", "Pflege" sowie "Sucht und Drogen" in mehreren Sprachfassungen zur Verfügung gestellt. Sie finden das Angebot unter migration-gesundheit.bund.de.


M E D I E N

Broschüre zu HIV und Schwangerschaft in französischer Sprache
Die völlig neu bearbeitete Broschüre "HIV-Infektion, Kinderwunsch und Schwangerschaft" des FrauenGesundheitsZentrums steht nun auch in französischer Version zum Download zur Verfügung unter fgz-muc.de. Bitte zu beachten: Es gibt keine gedruckte Version der Broschüre.

Sammelband Trans*Personen zwischen Fürsorge und Versorgung
Auch wenn in den vergangenen zehn Jahren das Interesse am Thema und auch die tatsächliche Inklusion von Trans*Personen in der (sozialwissenschaftlichen) Forschung und sozialen Praxis zugenommen haben, so ist doch zu konstatieren, dass nur wenig über die aktuelle Versorgungslage und die Position dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe im (medizinisch/psychologischen/pflegerischen) Versorgungssystem bekannt ist. Bislang liegen keine Studien vor, die ein Abbild der Versorgungslage von Trans*Personen in seiner Ganzheit erfassen und aufzeigen, wie dies den Lebensverlauf und die Lebenserwartung jener Gruppe beeinflusst. Der Sammelband, zu dem nun Beiträge eingereicht werden können, soll als erster seiner Art die Versorgungslage, fokussiert auf den Kontext der geschlechtlichen Vielfalt, erfassen. Alles Weitere lesen Sie hier (PDF-Datei).

Digitales Deutsches Frauenarchiv
Im September 2018 geht das Digitale Deutsche Frauenarchiv DDF online. Ziel des Digitalen Deutschen Frauenarchivs ist es, erstmals digitalisierte Daten, Bestandsdaten und weiterführende Informationen zur Frauen- und Lesbenbewegungsgeschichte in Form eines Fachportals zu sammeln und zu präsentieren. Ein weiteres Ziel des DDF ist es, Frauenbewegungen in ihren unterschiedlichen Strömungen und Standpunkten ab 1800 darzustellen. Weitere Informationen unter digitales-deutsches-frauenarchiv.de. In diesem Zusammenhang ist ein neuer Newsletter entstanden, den der i.d.a., der Dachverband der deutschsprachigen Lesben/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen herausgibt. i.d.a. steht für informieren dokumentieren archivieren, also das, was alle i.d.a.-Einrichtungen seit Jahrzehnten tun. Der Newsletter kann bezogen werden unter ida-dachverband.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

7. bis 10. Dezember 2017 | Ellwangen
PositHiv Hetero
Dieses Treffen ist speziell für heterosexuelle Frauen und Männer mit HIV und Aids. Es dient dem Erfahrungs- und Wissensaustausch rund um den Alltag mit der HIV-Infektion. Zugleich erhalten die Teilnehmer*innen Einblick in die Ziele und Aufgaben unseres Selbsthilfenetzwerks, was vor allem für diejenigen wichtig ist, die zum ersten Mal dabei sind. Onlineanmeldung unter aidshilfe.de.

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

19. und 20. Januar 2018 | Bochum
7. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Der Fachtag 2018 wird das Thema: "Sexualität für dich und mich – Darf ich anders sein?" behandeln. Dabei stehen Themenkomplexe wie Transsexualität und HIV-Krankheitsverarbeitung in der Psychotherapie, männliche Sexarbeit und Migration, Abweichungen vom Mainstream und Somatisierungsstörungen in Zusammenhang mit Sexualität sowie Sexualität im Alter im Vordergrund. Merken Sie sich den Termin bereits vor, weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

21. bis 24. Januar 2018 | Akademie Waldschösschen
HIV-Prävention und sexualpädagogische Arbeit in der Vielfalt von Lebenswelten und Realitäten Jugendlicher
Wie sehen die Lebenswelten Jugendlicher heute aus? Wie findet Sexualität statt? In Beziehungen, Dates, Affären? Welche Rolle spielen das Internet und Apps wie Tinder, Grinder und Gayromeo? Wie definieren Menschen heute ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität? Was ergibt sich aus den Lebenswelten der Jugendlichen oder Zielgruppen wie LSBTIQ* oder Geflüchtete für die sexualpädagogische Präventionsarbeit? Weitere Informationen zu der Fortbildung für Mitarbeiter*innen in Aidshilfen finden Sie hier (PDF-Datei).

31. Januar bis 2. Februar 2018 | Zierenberg (bei Kassel)
Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Die Arbeitsgruppe "Frauencheck" im Netzwerk Frauen und Aids hat 2016 einen Fragebogen zu frauenspezifischen Angeboten entwickelt. Die BAG Frauen arbeitete parallel an einer Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. Bei dem Treffen in Zierenberg soll der Stand der Umsetzung diskutiert und (eventuell) eine zweite Befragung geplant werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

24. Februar 2018 | Essen
HIV-KONTROVERS 2018
Viele haben darauf gewartet, immer wieder wurden wir drauf angesprochen. HIV-KONTROVERS geht wieder an den Start. Zum fünften Mal laden Aidshilfe NRW und Deutsche AIDS-Gesellschaft zur Fachtagung unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv – kontrovers!" ein. Dieses Mal wieder in Kooperation mit der Uniklinik Essen am 24. Februar 2018 in das Haus der Technik in Essen. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referent*innen in eine moderierte Kontroverse ein. Die Fortbildung der Teilnehmer*innen sowie die kritische Reflexion zu zentralen kontroversen Themen im Kontext von HIV und Aids sind zentrale Schwerpunkte der Fachtagung. Wir freuen uns, Sie im Februar zu HIV-KONTROVERS 2018 begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter hivkontrovers.de.

26. Februar bis 18. Dezember 2018 | Wuppertal 
Zertifikatskurs Trainer*in für pädagogische Gewaltprävention
Gewaltprävention als pädagogisches Tätigkeitsfeld hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland etabliert. Viele Schulen und andere pädagogische Einrichtungen besitzen umfangreiche Präventionskonzepte. Diese sehen in der Regel auch vor, dass für die Kinder und Jugendlichen spezielle, präventive Trainingsprojekte angeboten werden. Dazu gehören unter anderem soziale Kompetenztrainings, Coolnesstrainings, Selbstbehauptungstrainings sowie allgemeine Präventionsprojekte. Die hierfür benötigten fachlichen Kenntnisse sind jedoch nicht Bestandteil gängiger Berufsausbildungen. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint vor Weihnachten 2017 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Dezember 2017 per Mail an Petra Hielscher.Bei der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW stellte unser Kollege Michael Tappe von der Deutschen AIDS-Hilfe die neuesten Entwicklungen von HIV-Selbsttests vor. In den USA, Frankreich und Großbritannien beispielsweise sind HIV-Selbsttests zugelassen und in Apotheken erhältlich. Die neueren Schnelltests mit CE-Kennzeichnung sind wesentlich genauer und einfacher zu handhaben als frühere Tests. Das Gesundheitsministerium hat inzwischen die Zulassung auch für Deutschland geprüft und die Zulassung steht unmittelbar bevor. Durch die derzeit noch nicht erfolgte Regierungsbildung hat sich die Abgabe über Apotheken und HIV-Beratungsstellen, die für Herbst ins Auge gefasst war, aber erheblich verzögert. Gegenüber den bisherigen Selbsttests waren die Aidshilfen immer skeptisch, weil sie aufgrund möglicher Anwendungsfehler leicht zu falschen Testergebnissen führten. Die inzwischen erhältlichen Tests jedoch sind speziell für die Anwendung durch Laien entwickelt und zugelassen worden. Sie funktionieren ähnlich einfach wie ein Blutzucker-Check bei Diabetes. Die Aidshilfen erhoffen sich, dass Menschen mit höherem Infektionsrisiko sich mit dem Selbsttest öfter auf HIV testen. Auch die Kolleginnen aus der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW verfolgen die Entwicklungen in der Beratungs- und Testlandschaft mit großem Interesse. Vielleicht gelingt es mit den erweiterten Testmethoden, auch solche Frauen zu erreichen, die aus Scham oder Angst bisher den Weg in die HIV-Beratungsstelle oder Praxis gescheut haben. Sie könnten auf diese Weise früher von ihrer Infektion erfahren und sich dann entsprechend frühzeitig in Therapie begeben. Doch ein Test erfordert auch Mut. Wir müssen umfassend über die guten Möglichkeiten der Behandlung informieren, die inzwischen ein "ganz normales" Leben, auch mit HIV, ermöglichen. Allein die Angst vor Abweisung und Vorurteilen von Mitmenschen hindern immer noch viele, sich mit einer möglichen HIV-Infektion auseinanderzusetzen. Diese Vorurteile können überwunden werden. Dazu wollen der Welt-Aids-Tag (WAT) und die WAT-Kampagne einen Beitrag leisten, um "positiv zusammen leben" zu können.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

HIV-Neuinfektionen in Deutschland 2016 weiterhin stabil
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland ist weiterhin stabil. Im Jahr 2016 infizierten sich wie im Jahr 2015 rund 3.100 Menschen mit HIV, in NRW waren es 640. Das hat heute das Robert-Koch-Institut in seinem Epidemiologischen Bulletin mitgeteilt. Im europäischen Vergleich hat Deutschland damit weiterhin eine geringe Zahl von Neuinfektionen. In den verschiedenen von HIV betroffenen Gruppen sind dabei unterschiedliche Trends zu beobachten. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.

Neuauflage der Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2017
Ziel des WAT ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist. In Deutschland setzen sich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung mit einer gemeinsamen Kampagne für dieses gesellschaftsrelevante Thema ein. Unter dem Motto "Positiv zusammen leben" will auch die diesjährige Kampagne Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist. Weitere Informationen zur Kampagne, zu den Hintergründen und bundesweiten Aktionen finden Sie auf der Kampagnenwebsite welt-aids-tag.de

UNAIDS zum Welt-AIDS-Tag
Mit dem Slogan "Meine Gesundheit, mein Recht" stellt UNAIDS das Menschenrecht auf Gesundheit in das Zentrum der Kampagne zum Welt-AIDS-Tag 2017. Die Kampagne der Aids-Organisation der Vereinten Nationen soll deutlich machen, dass der Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdiensten und Arzneimitteln nur eine wichtige Rahmenbedingung für Gesundheit ist. Ebenso zentral für die Entwicklung und Erhaltung der Gesundheit sind viele weitere Faktoren: zum Beispiel Zugang zu Gesundheitserziehung, Geschlechtergerechtigkeit, gesunde Nahrungsmittel und Arbeitsbedingungen, eine saubere Umwelt und respektvolle und diskriminierungsfreie Behandlung. UNAIDS weist darauf hin, dass diskriminierte und stigmatisierte gesellschaftliche Gruppen – wie zum Beispiel intravenös drogengebrauchende Menschen, Inhaftierte, schwule Männer, und Menschen mit Migrationsgeschichte – oft nur ungenügenden Zugang zu gesundheitsförderlichen Lebensbedingungen haben und ihnen damit Präventions- und Behandlungschancen verwehrt werden. Mit der Kampagne "My Health, My Right" will UNAIDS daher dazu ermutigen, für die eigenen Rechte einzutreten und sich gegen Ungleichbehandlung im Gesundheitswesen zu engagieren. Mehr zur Kampagne finden Sie unter unaids.org.


P O L I T I K

Neuer Vorsitz in der Landeskommission AIDS
PD Dr. Stefan Esser, Vorstandsmitglied der Deutschen AIDS-Gesellschaft, wurde zum neuen Vorsitzenden der Landeskommission AIDS gewählt. Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, wurde zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Wahl wurde nötig, da der bisherige Vorsitzende, Dr. Dieter Mitrenga, im Juli dieses Jahres überraschend verstarb und Christa Bietau, stellvertretende Vorsitzende, Ende Oktober 2017 in den Ruhestand getreten ist. Die Landeskommission AIDS berät die Landesregierung in grundsätzlichen Fragen zu HIV und AIDS und spricht Empfehlungen aus. Ihr gehören 26 Mitglieder an, die namentlich vom Gesundheitsministerium berufen werden. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Kein Aids für alle: Projekt "Hund und Herrchen"
Drogengebraucher*innen haben oft andere Probleme, als zum Gesundheitscheck zu gehen. Viele von ihnen kümmern sich aber aufopferungsvoll um ihren Hund. Die Deutsche AIDS-Hilfe macht ihnen ein besonderes Angebot: Während ein bzw. eine Tierärzt*in kostenlos den Vierbeiner versorgt, bekommt der Mensch die Gelegenheit für einen HIV-Test samt Beratung. Das Projekt "Hund und Herrchen" ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen AIDS-Hilfe, der Stiftung SPI, des Kontaktladens „enterprise“, der Berliner Aids-Hilfe und des Projekts Hunde-Doc im Rahmen der Kampagne "Kein AIDS für alle!". Auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe erhalten Sie weitere Einblicke in das Projekt unter magazin.hiv.


G E S U N D H E I T

Neues Internetportal "Migration und Gesundheit"
Das Bundesministerium für Gesundheit startet das neue Internetportal "Migration und Gesundheit". Das Angebot 'Migration und Gesundheit' richtet sich an Migrant*innen, aber auch an haupt- und ehrenamtliche Helfer*innen, die Zugewanderte nach ihrer Ankunft in Deutschland unterstützen. Es hilft, sich mit dem Gesundheitswesen in Deutschland vertraut zu machen und beantwortet Fragen rund um die eigene Gesundheit und die Kindergesundheit. Damit wird ein wichtiger Beitrag geleistet, um den Zugang von Migrantinnen und Migranten zur Gesundheitsversorgung zu verbessern. Auf dem Portal werden erstmals gebündelt zahlreiche Informationsmaterialien zu den Schwerpunktthemen "Gesundheitswesen", "Gesundheit und Vorsorge", "Pflege" sowie "Sucht und Drogen" in mehreren Sprachfassungen zur Verfügung gestellt. Sie finden das Angebot unter migration-gesundheit.bund.de.


M E D I E N

Broschüre zu HIV und Schwangerschaft in französischer Sprache
Die völlig neu bearbeitete Broschüre "HIV-Infektion, Kinderwunsch und Schwangerschaft" des FrauenGesundheitsZentrums steht nun auch in französischer Version zum Download zur Verfügung unter fgz-muc.de. Bitte zu beachten: Es gibt keine gedruckte Version der Broschüre.

Sammelband Trans*Personen zwischen Fürsorge und Versorgung
Auch wenn in den vergangenen zehn Jahren das Interesse am Thema und auch die tatsächliche Inklusion von Trans*Personen in der (sozialwissenschaftlichen) Forschung und sozialen Praxis zugenommen haben, so ist doch zu konstatieren, dass nur wenig über die aktuelle Versorgungslage und die Position dieser spezifischen Bevölkerungsgruppe im (medizinisch/psychologischen/pflegerischen) Versorgungssystem bekannt ist. Bislang liegen keine Studien vor, die ein Abbild der Versorgungslage von Trans*Personen in seiner Ganzheit erfassen und aufzeigen, wie dies den Lebensverlauf und die Lebenserwartung jener Gruppe beeinflusst. Der Sammelband, zu dem nun Beiträge eingereicht werden können, soll als erster seiner Art die Versorgungslage, fokussiert auf den Kontext der geschlechtlichen Vielfalt, erfassen. Alles Weitere lesen Sie hier (PDF-Datei).

Digitales Deutsches Frauenarchiv
Im September 2018 geht das Digitale Deutsche Frauenarchiv DDF online. Ziel des Digitalen Deutschen Frauenarchivs ist es, erstmals digitalisierte Daten, Bestandsdaten und weiterführende Informationen zur Frauen- und Lesbenbewegungsgeschichte in Form eines Fachportals zu sammeln und zu präsentieren. Ein weiteres Ziel des DDF ist es, Frauenbewegungen in ihren unterschiedlichen Strömungen und Standpunkten ab 1800 darzustellen. Weitere Informationen unter digitales-deutsches-frauenarchiv.de. In diesem Zusammenhang ist ein neuer Newsletter entstanden, den der i.d.a., der Dachverband der deutschsprachigen Lesben/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen herausgibt. i.d.a. steht für informieren dokumentieren archivieren, also das, was alle i.d.a.-Einrichtungen seit Jahrzehnten tun. Der Newsletter kann bezogen werden unter ida-dachverband.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

7. bis 10. Dezember 2017 | Ellwangen
PositHiv Hetero
Dieses Treffen ist speziell für heterosexuelle Frauen und Männer mit HIV und Aids. Es dient dem Erfahrungs- und Wissensaustausch rund um den Alltag mit der HIV-Infektion. Zugleich erhalten die Teilnehmer*innen Einblick in die Ziele und Aufgaben unseres Selbsthilfenetzwerks, was vor allem für diejenigen wichtig ist, die zum ersten Mal dabei sind. Onlineanmeldung unter aidshilfe.de.

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

19. und 20. Januar 2018 | Bochum
7. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Der Fachtag 2018 wird das Thema: "Sexualität für dich und mich – Darf ich anders sein?" behandeln. Dabei stehen Themenkomplexe wie Transsexualität und HIV-Krankheitsverarbeitung in der Psychotherapie, männliche Sexarbeit und Migration, Abweichungen vom Mainstream und Somatisierungsstörungen in Zusammenhang mit Sexualität sowie Sexualität im Alter im Vordergrund. Merken Sie sich den Termin bereits vor, weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

21. bis 24. Januar 2018 | Akademie Waldschösschen
HIV-Prävention und sexualpädagogische Arbeit in der Vielfalt von Lebenswelten und Realitäten Jugendlicher
Wie sehen die Lebenswelten Jugendlicher heute aus? Wie findet Sexualität statt? In Beziehungen, Dates, Affären? Welche Rolle spielen das Internet und Apps wie Tinder, Grinder und Gayromeo? Wie definieren Menschen heute ihre sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität? Was ergibt sich aus den Lebenswelten der Jugendlichen oder Zielgruppen wie LSBTIQ* oder Geflüchtete für die sexualpädagogische Präventionsarbeit? Weitere Informationen zu der Fortbildung für Mitarbeiter*innen in Aidshilfen finden Sie hier (PDF-Datei).

31. Januar bis 2. Februar 2018 | Zierenberg (bei Kassel)
Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Die Arbeitsgruppe "Frauencheck" im Netzwerk Frauen und Aids hat 2016 einen Fragebogen zu frauenspezifischen Angeboten entwickelt. Die BAG Frauen arbeitete parallel an einer Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. Bei dem Treffen in Zierenberg soll der Stand der Umsetzung diskutiert und (eventuell) eine zweite Befragung geplant werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

24. Februar 2018 | Essen
HIV-KONTROVERS 2018
Viele haben darauf gewartet, immer wieder wurden wir drauf angesprochen. HIV-KONTROVERS geht wieder an den Start. Zum fünften Mal laden Aidshilfe NRW und Deutsche AIDS-Gesellschaft zur Fachtagung unter dem Motto "Interdisziplinär - interaktiv – kontrovers!" ein. Dieses Mal wieder in Kooperation mit der Uniklinik Essen am 24. Februar 2018 in das Haus der Technik in Essen. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referent*innen in eine moderierte Kontroverse ein. Die Fortbildung der Teilnehmer*innen sowie die kritische Reflexion zu zentralen kontroversen Themen im Kontext von HIV und Aids sind zentrale Schwerpunkte der Fachtagung. Wir freuen uns, Sie im Februar zu HIV-KONTROVERS 2018 begrüßen zu dürfen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter hivkontrovers.de.

26. Februar bis 18. Dezember 2018 | Wuppertal 
Zertifikatskurs Trainer*in für pädagogische Gewaltprävention
Gewaltprävention als pädagogisches Tätigkeitsfeld hat sich in den vergangenen Jahren in Deutschland etabliert. Viele Schulen und andere pädagogische Einrichtungen besitzen umfangreiche Präventionskonzepte. Diese sehen in der Regel auch vor, dass für die Kinder und Jugendlichen spezielle, präventive Trainingsprojekte angeboten werden. Dazu gehören unter anderem soziale Kompetenztrainings, Coolnesstrainings, Selbstbehauptungstrainings sowie allgemeine Präventionsprojekte. Die hierfür benötigten fachlichen Kenntnisse sind jedoch nicht Bestandteil gängiger Berufsausbildungen. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint vor Weihnachten 2017 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Dezember 2017 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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