Nr. 5 - November 2017
Sehr geehrte Damen und Herren,

Sehr geehrte Damen und Herren,
wir freuen uns sehr, Ihnen heute die 5. Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen/Haft und Spritzenautomaten in NRW zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. 

Mit herzlichen Grüßen,

Brigitte Bersch                         
Spritzenautomatenprojekt NRW

Domenico Fiorenza
Drogen/Haft


A K T U E L L E S

Relaunch der Safer-Use-Homepage
Die Homepage der Aidshilfe NRW zu den Themenbereichen Spritzenautomatenprojekt NRW und Drogen/Haft erstrahlt nun seit einigen Wochen in neuem Glanz. Neben den gewohnten Inhalten rund um das Spritzenautomatenprojekt (Standorte, Betreiber, Materialbestellung, etc.) und aktualisierten Informationen zu Safer Use, Harm Reduction und Prävention von HIV/Aids und Hepatitis gibt es nun unter anderem auch einen eigenen Bereich für das Thema Strafvollzug und eine regelmäßig aktualisierte Seite mit aktuellen Berichten zu Veranstaltungen, politischen, gesellschaftlichen und medizinischen Entwicklungen, die auch hier im Newsletter aufgegriffen werden. Einige Kapitel befinden sich noch im Aufbau, wir sind jederzeit dankbar für Hinweise zu Ergänzungen und neuen Themen. Die Homepage ist weiterhin unter der alten Adresse saferuse-nrw.de erreichbar.

Anschaffung von weiteren Spritzenautomaten
Das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales NRW (MAGS) hat Gelder für die Anschaffung und Aufstellung von weiteren 10 Spritzenautomaten zur Verfügung gestellt. Die Spritzenautomaten werden den Einrichtungen, die sich am Spritzenautomatenprojekt beteiligen möchten, kostenlos zur Verfügung gestellt. Weitere Infos finden Sie unter saferuse-nrw.de.

Die Arbeit der Drogenkonsumräume in NRW: Veröffentlichung des Jahresberichts 2016
In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit zehn Drogenkonsumräume. Die Inanspruchnahme und Nutzung der insgesamt 96 Konsumplätze wird entsprechend der gültigen Rechtsverordnung dokumentiert und evaluiert. Die Landesstelle Sucht NRW unterstützt im Auftrag des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW die Drogenkonsumraumbetreiber*innen bei der Erhebung und Auswertung der Daten. Drogenkonsumräume haben sich als niedrigschwellige, in das Suchthilfesystem integrierte Angebote zur Gesundheits- und Überlebenshilfe bewährt. Die Angebote und Leistungen sind anerkannt und werden von den Konsument*innen bestätigt und genutzt. In 2016 gab es insgesamt 211.730 Konsumvorgänge, dies entspricht einer Steigerung von 14 Prozent im Vergleich zu 2015. Weiterführende Informationen, etwa zu konsumierten Substanzen und Konsumformen, Vermittlungen ins Hilfesystem und Drogenotfällen sowie den Link zum vollständigen Jahresbericht 2016 finden Sie auf der Homepage der Landesstelle Sucht NRW unter landesstellesucht-nrw.de

Europäische HIV- und Hepatitis-Testwochen vom 17. – 24. November 2017
Bereits zum fünften Mal in Folge, zum dritten Mal inklusive Hepatitis, finden in diesem Jahr die Europäischen HIV-/Hepatitis-Testwochen statt. Die Initiative, die 2013 von HIV in Europe gestartet wurde, soll dazu beitragen, die Awareness für die Vorteile eines HIV- bzw. Hepatitistests zu erhöhen. Im vergangenen Jahr nahmen Organisationen aus über 50 europäischen Ländern teil. Auch in diesem Jahr haben sich bereits zahlreiche Aidshilfen, Gesundheitsämter und andere Beratungsstelle auch aus Deutschland der Aktion angeschlossen. Weitere Informationen zur Kampagne, zu den teilnehmenden Einrichtungen sowie die Möglichkeit zur Anmeldung der eigenen Organisation finden Sie unter testingweek.eu. 

Erklärung zum Welt-Hepatitis-Gipfel: Keine Eliminierung ohne Entkriminalisierung!
Vom 1. bis 3. November 2017 fand in São Paulo der vom Gastgeberland Brasilien, der Weltgesundheitsorganisation [WHO] und der Welt-Hepatitis-Allianz ausgerichtete Welt-Hepatitis-Gipfel statt. Im Mittelpunkt des dreitägigen Gipfeltreffens, an dem mehr als 900 Delegierte aus über 100 Ländern teilnahmen, stand die Umsetzung der im Jahr 2016 ausgerufene Global Health Sector Strategy zur viralen Hepatitis, die eine Elimination des Virus bis 2030 in die Wege leiten soll. Neben der offiziellen Abschlusserklärung des Gipfels gibt es auch eine Erklärung der Hepatitis-Community, welche die Entkriminalisierung des Drogenbesitzes und –konsums als wesentlichen Baustein auf dem Weg zur Eliminierung fordert. Weitere Informationen zum Gipfeltreffen sowie zu den Erklärungen finden Sie unter saferuse-nrw.de

Neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag gestartet 
Weltweit leben etwa 36,7 Millionen Menschen mit HIV. Rund 1,8 Millionen kamen 2016 dazu. Noch lange haben nicht alle Zugang zu den lebensnotwendigen Medikamenten. Und noch immer erleben Betroffene Ausgrenzung und Stigmatisierung. Am 1. Dezember findet deshalb jedes Jahr der Welt-AIDS-Tag statt. Ziel ist es, dafür zu sensibilisieren, wie wichtig ein Miteinander ohne Vorurteile und Ausgrenzung ist – und zu zeigen, dass wir alle positiv zusammen leben können. In Deutschland setzen sich das Bundesministerium für Gesundheit, die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die Deutsche AIDS-Hilfe und die Deutsche AIDS-Stiftung mit einer gemeinsamen Kampagne für dieses gesellschaftsrelevante Thema ein. Unter dem Motto „Positiv zusammen leben" will die diesjährige Kampagne Berührungsängste abbauen und zeigen, dass positiv zusammen leben zwischen Menschen mit und ohne HIV bereits stattfindet und möglich ist. Weitere Informationen zur Kampagne, zu den Hintergründen und bundesweiten Aktionen finden Sie auf der Kampagnenwebsite welt-aids-tag.de

Konferenz in Berlin: HIV-Epidemie in Osteuropa stoppen
Wie kann die HIV-Epidemie in Osteuropa und Zentralasien, wo Drogengebrauchende zu den am stärksten betroffenen Gruppen zählen, unter Kontrolle gebracht werden? Mit dieser Frage befasste sich die Konferenz „HIV in Osteuropa – Die unbemerkte Epidemie?!“ am 17. Oktober in Berlin. Sie sollte dafür sorgen, dass dieses vernachlässigte Thema in den Fokus der Öffentlichkeit gelangt. Eingeladen hatten das Aktionsbündnis gegen AIDS, Brot für die Welt und die Deutsche AIDS-Hilfe. In der Landesvertretung Baden-Württembergs berieten rund 80 Fachleute aus Politik, Zivilgesellschaft und Selbsthilfe darüber, wie Erfolgsrezepte der HIV-Prävention und -Behandlung in Osteuropa wirksam werden könnten. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter saferuse-nrw.de

Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW: Empfehlungen zum Thema HIV-Spätdiagnosen
Die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW hat eine Empfehlung zum Thema HIV-Spätdiagnosen verabschiedet. Entlang der Arbeitsfelder Information, Beratung und Behandlung geben die Empfehlungen eine Orientierung, auf welchen Wegen die Zahl der HIV-Spätdiagnosen reduziert werden kann. Schätzungsweise erfolgen in NRW rund 50 Prozent der HIV-Erstdiagnosen als Spätdiagnosen. Etwa 38 Prozent der Menschen weisen in NRW zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt auf. Die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW finden Sie unter aids-nrw.de.

Medizinische Rundreise des Landesarbeitskreises Drogen/Haft
Am 12. Oktober 2017 fand die zweite Medizinische Rundreise des Landesarbeitskreises Drogen/Haft der Aidshilfe NRW statt, die sich an Mitarbeiter*innen von Aidshilfen gleichermaßen richtete wie an Kolleg*innen aus Drogenberatungsstellen und dem Justizvollzug. Thema der Fortbildungsveranstaltung war in diesem Jahr, in Anschluss an den Fachtag HIV & Hepatitis im August 2017, das gemeinsame Querschnittsthema Hepatitis – medizinische Grundlagen zu den verschiedenen Hepatitiden, aber auch anregende Diskussionspunkte zu gemeinsamen Bemühungen um einen verbesserten Zugang von Drogengebrauchenden und Menschen in Haft zu Prävention, Diagnostik und Behandlung standen auf der Tagesordnung. Im kommenden Jahr soll die Veranstaltungsreihe mit dem Schwerpunkt Migration fortgesetzt werden.  

9. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft
Vom 20. Bis 22. September 2017 fand in Wien die 9. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft statt. „Man muss nur wollen!“ lautete die Überschrift der diesjährigen Konferenz und thematisierte damit den Umgang mit Suchterkrankungen und Drogenkonsum in Haft. Die Veranstalter in diesem Jahr waren der akzept-Bundesverband, die Deutsche AIDS-Hilfe, die Hôpitaux Universitaires de Genève, das Institut für Suchtforschung an der Frankfurt University of Applied Sciences und das Schweizer Haus Hadersdorf. In einer großen Bandbreite an Plenumsvorträgen und Arbeitsgruppen wurden medizinische, psychosoziale und humanitäre Aspekte der Gesundheitsförderung Gefangener erörtert. Die diversen Beiträge können nachgelesen werden unter gesundinhaft.euDer Johannes-Feest-Preis, der im Rahmen der Konferenz an diejenigen verliehen wird, die sich ganz wesentlich um eine Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung Gefangener verdient gemacht haben, und damit diesem Thema zu mehr Aufmerksamkeit verholfen haben, ging in diesem Jahr an Wilfrid Weyl, ehemaliger Krankenpfleger in der JVA Butzweil. Die Laudatio kann nachgelesen werden unter gesundinhaft.eu.


G E S U N D H E I T

Verbesserung der Lebensqualität nach Hepatitis-C-Heilung

Die erfolgreiche Therapie einer HCV-Infektion hat nicht nur unmittelbare klinische Folgen, sondern wirkt sich auch auf die Lebensqualität der Patient*innen im weiteren Sinne positiv aus, so eine Studie, die auf dem Liver Meeting vom 20. bis 24. Oktober 2017 in Washington DC vorgestellt wurde. Die Patient*innen berichteten über signifikante Verbesserungen in Hinblick auf Schmerzen, Vitalität, mentale und emotionale Gesundheit und soziale Interaktionen schon während der Behandlung und auch im Laufe der dreijährigen Follow-Up-Phase der Studie. Weitere Informationen finden Sie unter infohep.org

Gesundheits- und sozialpolitische Maßnahmen im Umgang mit Drogenproblemen
Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (engl. European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction, kurz EMCDDA) hat den ersten europäischen Leitfaden zum Umgang mit Drogenproblemen veröffentlicht. Wie gehen wir mit älter werden Heroin-Konsument*innen um? Wie können wir Todesfälle durch hochdosiertes Fentanyl verhindern? Wie können wir die Übertragung von HIV, Hepatitis und anderen Infektionskrankheiten verhindern? Für diese und weitere Fragen sollen Lösungsstrategien aufgeworfen werden, für gesundheits- und sozialpolitische Akteure, aber auch für Praktiker*innen aus der Vor-Ort-Arbeit. Der Leitfaden nimmt nicht nur besonders vulnerable Zielgruppen, etwa Frauen, ältere Menschen oder Geflüchtete in den Blick, sondern auch spezifische Herausforderungen für unterschiedliche Settings – sei es der Arbeitsplatz, das Nachtleben oder die Haftanstalt. Der Leitfaden (auf Englisch) kann heruntergeladen werden unter emcdda.europa.eu

Todesfälle durch Hepatitis an der Spitze aller Infektionskrankheiten weltweit
Virale Hepatitisinfektionen (Hepatitis A, B, C, D und E) und die damit assoziierten Folgeerkrankungen (z.B. Leberzirrhose und Leberkrebs) waren im Jahr 2016 für 1,34 Mio. Todesfälle weltweit verantwortlich und übersteigen damit die Todesfälle, die durch Tuberkulose (1,2 Mio.), HIV/Aids (1 Mio.) und Malaria (719.00) ausgelöst wurden. Zu diesem Ergebnis kommt die diesjährige Global Burden of Disease Study, die Morbidität und Mortalität durch Krankheiten, Unfälle und Gesundheitsrisiken auf globaler, nationaler und regionaler Ebene erfasst. Diese Zahlen, trotz aller Erfolge durch die neuen HCV-Therapien und hoch effektive HBV-Impfungen, erklären sich durch fehlende politische Priorisierung und nicht vorhandene globale Finanzierungsmechanismen, so Charles Gore, Präsident der World Hepatitis Alliance. Weitere Hintergründe finden Sie auf den Seiten der World Hepatitis Alliance unter ht.ly und des medizinischen Fachjournals The Lancet unter thelancet.com

 
S O Z I A L E S

Kein Aids für alle: Projekt "Hund und Herrchen"
Drogengebraucher*innen haben oft andere Probleme, als zum Gesundheitscheck zu gehen. Viele von ihnen kümmern sich aber aufopferungsvoll um ihren Hund. Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) macht ihnen ein besonderes Angebot: Während ein bzw. eine Tierärzt*in kostenlos den Vierbeiner versorgt, bekommt der Mensch die Gelegenheit für einen HIV-Test samt Beratung. Das Projekt "Hund und Herrchen" ist ein Gemeinschaftsprojekt von DAH, Stiftung SPI, Kontaktladen enterprise, Berliner Aids-Hilfe und dem Projekt Hunde-Doc im Rahmen der Kampagne „Kein AIDS für alle!“. Auf den Seiten der DAH erhalten Sie weitere Einblicke in das Projekt unter magazin.hiv.


R E C H T

Entwurf eines Ausführungsgesetzes des Landes NRW zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes [BTHG] vorgelegt
Die Landesregierung NRW hat den Entwurf eines Ausführungsgesetzes zum BTHG vorgelegt und äußert sich dazu folgendermaßen: "Das Gesetz zur Stärkung der Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen (Bundesteilhabegesetz – BTHG) vom 23. Dezember 2016 (BGBl. I S. 3234) entwickelt die Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen zu einer modernen, personenzentrierten Teilhabeleistung außerhalb des Fürsorgesystems Sozialhilfe fort. Vor diesem Hintergrund werden die Leistungen der Eingliederungshilfe im Jahr 2020 aus dem Zwölften Buch Sozialgesetzbuch herausgelöst und als 'Besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensführung für Menschen mit Behinderungen' in das Neunte Buch Sozialgesetzbuch (Rehabilitation und Teilhabe von Menschen mit Behinderungen) überführt. Darüber hinaus werden das für alle Rehabilitationsträger geltende Rehabilitations- und Teilhaberecht, insbesondere die Regelungen zur Zuständigkeit, zur Bedarfsermittlung und zum Teilhabeplanverfahren, gestärkt und das Schwerbehindertenrecht weiterentwickelt. Damit im Vorfeld die erforderlichen Vertragsverhandlungen geführt werden können, wird das Vertragsrecht zur Umsetzung des neuen Eingliederungshilferechts bereits im Jahr 2018 in Kraft gesetzt. Deshalb ist es erforderlich, die Träger der Eingliederungshilfe bereits zum 1. Januar 2018 zu bestimmen. Zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes sind landesrechtliche Regelungen erforderlich." Diese landesrechtlichen Regelungen können Sie hier (PDF) in Gänze nachlesen.

Reform des Substitutionsrechts beschlossen
Mit der Bekanntmachung der neuen Richtlinie der Bundesärztekammer (BÄK) zur Substitution am 2. Oktober 2017 finden nun die reformierten, von Bundesregierung und Bundesrat bereits verabschiedeten Regeln der Betäubungsmittel-Verschreibungsverordnung (BtMVV) Anwendung. Die Neuregelungen, die wesentliche Verbesserungen für Patient*innen und mehr Rechtssicherheit für Ärzt*innen zur Folge haben, zielen auch darauf ab, mehr Ärzt*innen für die Beteiligung an der Substitutionsbehandlung zu gewinnen und damit die Versorgung der Substitutionspatient*innen, vor allem im ländlichen Raum, zu verbessern. Weitere Informationen sowie die Links zur Richtlinie finden Sie unter aids-nrw.deDie Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin hat unter goo.gl eine Informationssammlung zum neuen Substitutionsrecht bereitgestellt. Unter anderem finden sich dort eine Handreichung für die Praxis und der Volltext der Verordnung. 


M E D I E N


SMOKE IT Reloaded – neue Kampagne der Deutschen AIDS-Hilfe zur Reduzierung von Drogentodesfällen und Infektionen

Viele Drogengebrauchende sind in den letzten Jahren vom intravenösen auf den inhalativen Drogenkonsum umgestiegen, wie auch beispielsweise die jüngste Drogenkonsumraumstatistik zeigt (s.o.). Dies kann ganz unterschiedliche Gründe haben: Einige User*innen sind durch jahrzehntelangen intravenösen Konsum nicht mehr in der Lage, ihre Substanzen zu injizieren, andere entscheiden sich freiwillig zum Umstieg, um das Risiko einer Überdosierung zu reduzieren und um HIV-/Hepatitisinfektionen zu vermeiden. Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) hat durch ihre Kampagne „SMOKE IT“ dazu beigetragen, den inhalativen Konsum als Alternative zum i.v. Konsum bekannt zu machen und auf seine schadensminimierenden Auswirkungen hinzuweisen. Im Rahmen einer neuen Kampagne hat die DAH ihre Medien weiterentwickelt und auch neue Medien aufgelegt, die über den Versand der DAH unter aidshilfe.de kostenfrei bestellt werden können. Teil der Kampagne sind unter anderem ein Faltblatt (PDF-Datei) sowie Videoclips, die auf youtube.com abgerufen werden können.


T E R M I N E

11. – 12. Dezember 2017 in Berlin: Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?

Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, „unbeliebte“ Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Zu diesem Zweck richtet die Deutsche AIDS-Hilfe vom 11. bis 12. Dezember in Berlin ein Seminar aus. Zielgruppe des Seminars sind Fachkräfte im Bereich HIV/Aids-Prävention und Migration, insbesondere Fachkräfte aus Projekten mit Schwerpunkt Sexarbeit und/oder Drogengebrauch. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter aidshilfe.de.

24. Februar 2018 in Essen: HIV-Kontrovers
Unter dem Motto Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers! laden die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft in Kooperation mit der Uniklinik Essen am 24. Februar 2018 zur Fachtagung HIV-KONTROVERS in das Haus der Technik in Essen ein.
HIV-KONTROVERS bietet den Rahmen für einen interaktiven Diskurs rund um HIV und Aids für alle Beteiligten. Zu sieben aktuellen Themen treten jeweils zwei Referentinnen bzw. Referenten in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert gegensätzliche Positionen und bieten so den Einstieg für eine Diskussion. Die Fortbildung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die kritische Reflexion zu zentralen kontroversen Themen im Kontext von HIV und Aids sind zentrale Schwerpunkte der Fachtagung. Wir freuen uns, Sie im Februar zu HIV-KONTROVERS 2018 begrüßen zu dürfen und auf spannende Diskussionen mit Ihnen. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter hivkontrovers.de.

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