Oktober 2017
Liebe Leser*innen!
Seit langem beschäftigt sich die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW mit dem Problem der Unterversorgung von Frauen mit HIV in unseren Regionen. Wie an dieser Stelle schon mehrfach berichtet, führte eine Erhebung unter den Kolleginnen zu einem Arbeitspapier, das die LAG dem Landesvorstand der Aidshilfe NRW übergeben hat. Inzwischen wurde das Thema auch im LAK Drogen/Haft diskutiert. Die Unterversorgung trifft ja nicht nur ländliche Regionen, sie erstreckt sich auch auf Städte. Die betrifft die HIV-Behandlung, die Gynäkologie und die Substitution. Bei einem Fachtreffen, zu dem der Landesverband eingeladen hat, wurde jetzt ein gemeinsames Projekt zur Verbesserung der Lage angestoßen, wobei zunächst eine genaue Erfassung der Versorgungssituation und damit auch der Lücken ins Auge gefasst wurde. Wichtig erscheint uns hierbei, Berichte aus der Vor-Ort-Arbeit zu erhalten, welche Auswirkungen die Unterversorgung in einigen Regionen konkret für Klient*innen, aber auch für die Mitarbeiter*innen von Aidshilfen haben. Dies alles soll für die politische Lobbyarbeit von Nutzen sein, wir müssen aber auch die Ärzteschaft gewinnen, um die Situation der Menschen mit HIV in unserem Land stetig zu verbessern. Wir halten Sie an dieser Stelle kontinuierlich auf dem Laufenden.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


P O L I T I K

Neue Beauftragte für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten
Claudia Middendorf ist die neue Beauftragte der Landesregierung für Menschen mit Behinderung sowie für Patientinnen und Patienten. Das Landeskabinett hatte beschlossen, die beiden bislang getrennten Ämter der bzw. des Behindertenbeauftragten und der bzw. des Patientenbeauftragten in Personalunion zusammenzuführen. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

S O Z I A L E S

Menschen mit HIV können neuerdings in Einzelfällen eine Risikolebensversicherung abschließen
Was vor wenigen Jahren noch so gut wie unmöglich war, gewinnt zunehmend an Normalität: Menschen mit HIV können heute in bestimmten Fällen eine Risikolebensversicherung abschließen. Dass der Abschluss einer Risikolebensversicherung für Menschen mit HIV heute bei einigen Versicherern möglich ist, liegt zum einen am medizinischen Fortschritt, primär aber an mehr verfügbaren und neueren Daten. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seiner Webseite erläutert, war hier vor allem eine Studie des Rückversicherers Swiss Re aus dem Jahr 2013 wegweisend. Mithilfe europaweiter Daten von HIV-infizierten Patient*innen konnte die Studie nachweisen, dass Menschen mit HIV statistisch gesehen heute fast die gleiche Lebenserwartung haben wie Menschen ohne HIV – sofern die Infektion frühzeitig behandelt wird, die Therapie anschlägt und keine zusätzlichen Erkrankungen wie etwa Hepatitis C vorliegen. Das Risiko, HIV-Positive abzusichern, wurde damit kalkulierbar. Mehr dazu finden Sie unter magazin.hiv.

Online-Befragung zu verbaler Diskriminierung von LSBT*I*Q Menschen
Lesben, Schwule, Bisexuelle, transgeschlechtliche, intergeschlechtliche und queere Menschen (LSBT*I*Q) sind in verschiedenen Situationen und an unterschiedlichen Orten mit diskriminierenden Äußerungen konfrontiert. Das können beispielsweise abwertende Aussagen („Die sollten keine Kinder adoptieren“) oder direkte verletzende Äußerungen ("Dir glaubt doch keiner, dass du eine Frau bist") sein. Damit Menschen in solchen Situationen informiert, solidarisch und sicher reagieren können, erarbeitet die Kampagne "anders und gleich NRW" in Trägerschaft der LAG Lesben in NRW derzeit die Broschüre "SAG WAS!". Hierzu wurde eine Online-Umfrage erstellt, die Sie unter SAGWAS.de finden und zu deren Teilnahme Sie herzlich eingeladen sind.


G E S U N D H E I T

Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW: Empfehlungen zum Thema HIV-Spätdiagnosen
Die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW hat eine Empfehlung zum Thema HIV-Spätdiagnosen verabschiedet. Entlang der Arbeitsfelder Information, Beratung und Behandlung geben die Empfehlungen eine Orientierung, auf welchen Wegen die Zahl der HIV-Spätdiagnosen reduziert werden kann. Schätzungsweise rund 50 Prozent der HIV-Erstdiagnosen erfolgen in NRW als Spätdiagnosen. Etwa 38 Prozent der Menschen weisen in NRW zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt auf. Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter aids-nrw.de.

Zugang zur PrEP auch für Frauen
Medikamente, die eine HIV-Infektion im Vorfeld verhindern können (eine so genannte PrEP = Präexpositionsprophylaxe), sind demnächst auch in Deutschland zu bezahlbaren Preisen erhältlich. Die Wirksamkeit ist in Studien mit schwulen Männern, die ein besonders hohes HIV-Risiko haben, belegt. Auch wenn die bisherigen Studien keine überzeugenden Erfolgsdaten liefern, könnte die PrEP auch bei heterosexuellen Männern oder Frauen funktionieren. Die GSSG (Gemeinnützige Stiftung für Sexualität und Gesundheit) fordert den Zugang zur PrEP auch für Frauen. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).


M E D I E N

Neue Safer-Use-Homepage
Auch wenn noch ein paar Inhalte nicht online sind (dies erfolgt dann in den kommenden Tagen), so ist die neue Safer-Use-Homepage seit kurzem online. Herzliche Einladung zum Durchklicken unter saferuse-nrw.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

4. November 2017 | Wuppertal
LAG-Sitzung von POSITHIVHANDELN
Der Einladung zur 5. ordentlichen LAG-Sitzung von POSITHIVHANDELN können Sie auch die Tagesordnung sowie Anfahrtsbeschreibung entnehmen. Sie finden Sie hier (PDF-Datei).

14. November 2017 | Köln
Fachtreffen HIV und Alter der Deutschen AIDS-Hilfe und Aidshilfe NRW
Aufgrund der medizinischen Fortschritte hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit HIV deutlich erhöht und ist bei rechtzeitigem Therapiebeginn annähernd normal. Eine enorm positive Entwicklung. Dadurch steigt der Anteil älterer Menschen mit HIV in Deutschland und damit auch der älterer Klient*innen in Aidshilfen beständig an. Und die Erfahrungsberichte aus der Praxis zeigen, dass das Altenhilfesystem in den meisten Fällen nicht auf Menschen mit HIV vorbereitet ist und es hier oft zu Ängsten, Ablehnungen und Unsicherheiten kommt. Was bedeutet das aber nun konkret für die zukünftige Arbeit der Aidshilfen? Die Einladung zu dem Fachtreffen finden Sie hier (PDF-Datei), das Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei).

22. November 2017 bis 29. September 2018 | Wuppertal
Positive Familien- und Konfliktberatung. Zertifikatskurs nach dem Ansatz der Positiven Psychotherapie
Die berufsbegleitende Qualifizierung richtet sich an Fachkräfte aller Arbeitsfelder der sozialen Arbeit. Sie können die einzelnen Kursinhalte vielfältig in Ihren beruflichen Zusammenhängen anwenden oder sich für einen Arbeitsschwerpunkt Beratung fit machen. Dieser ressourcenorientierte Ansatz der Hilfe zur Selbsthilfe eignet sich gleichermaßen für eine präventive Arbeit und auch für die Unterstützung in akuten Konfliktsituationen. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.

24. November | Pasing
Fachtagung: "Frauen, Migration, Gesundheit"
Psychosoziale, sozialpädagogische und medizinische Unterstützung und Versorgung sowie Förderung der Integration und Teilhabe müssen über Gender und sexuelle Identität hinaus soziokulturelle und sozioökonomische Faktoren ebenso berücksichtigen wie spezifische Lebensbedingungen, Zuschreibungen und individuelle Ressourcen. Die Tagung beschäftigt sich mit den aktuellen Herausforderungen und Perspektiven. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

24. und 25. November 2017 | Köln
3. Fachtag "Sexuelle Gesundheit: Forschung zur Sexarbeit & STI-Forschung"
Der Fachtag verbindet neueste Forschungsergebnisse aus dem Bereich Sexarbeit mit denen aus der Forschung zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI). Es geht einerseits um Themen wie Versorgung und aktuelle Herausforderungen in der Sexarbeit, STI-Prävention für Männer in der Sexarbeit und Sexarbeit und Regulierung. Der zweite Themenstrang STI-Forschung beschäftigt sich mit bakteriellen STI, neuen Modellen in der STI-Forschung und viralen STI. Ergänzt wird der Vortragsteil des Fachtages durch zehn Knowledge Cafés. Fachleute und Interessierte aus beiden Bereichen können im Rahmen der Fachtagung Wissen überprüfen und erwerben sowie Kontakte knüpfen und pflegen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

19. und 20. Januar 2018 | Bochum
7. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Der Fachtag 2018 wird das Thema: "Sexualität für dich und mich – Darf ich anders sein?" behandeln. Dabei stehen Themenkomplexe wie Transsexualität und HIV-Krankheitsverarbeitung in der Psychotherapie, männliche Sexarbeit und Migration, Abweichungen vom Mainstream und Somatisierungsstörungen in Zusammenhang mit Sexualität sowie Sexualität im Alter im Vordergrund. Merken Sie sich den Termin bereits vor, weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

31. Januar bis 2. Februar 2018 | Zierenberg (bei Kassel)
Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Die Arbeitsgruppe "Frauencheck" im Netzwerk Frauen und Aids hat 2016 einen Fragebogen zu frauenspezifischen Angeboten entwickelt. Die BAG Frauen arbeitete parallel an einer Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. Bei dem Treffen in Zierenberg soll der Stand der Umsetzung diskutiert und (eventuell) eine zweite Befragung geplant werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende November 2017 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte November 2017 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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