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07 | 2017
Die HOMOLOBBY von Herzenslust beim ColognePride 2017
Liebe Leser*innen,
 
aktuell geht es in der Prävention richtig rund. Schon länger ist die PrEP, die "Pille davor", um sich vor einer Infektion mit HIV zu schützen, Thema in unseren Zusammenhängen. Seit einiger Zeit ist diese auch offiziell zugelassen, allerdings nur für einen Selbstzahlerpreis von rund 800 Euro im Monat und somit für die meisten unerschwinglich. Die Folge war, dass sich viele die PrEP aus anderen Ländern beschafft haben. Hierdurch kam es dazu, dass ein großer Teil der PrEP-Nutzer nicht ins medizinische System kam, welches eigentlich laut Richtlinien als Begleitung eine wichtige Voraussetzung ist. Seit Oktober gibt es die PrEP nun in einzelnen Apotheken als Blisterpackung für 50 Euro (pro 28 Tage), sie wird also für mehr Menschen bezahlbar. Wir hoffen, dass dies nun dazu führt, dass mehr Menschen diesen günstigeren, legalen Weg nutzen und damit auch regelmäßig die dazugehörige ärztliche Begleitung in Anspruch nehmen. Gleichzeitig muss für die Begleitmaßnahmen oft noch viel Geld bezahlt werden. Wir kämpfen weiter dafür, dass die PrEP und vor allem die medizinische Betreuung erschwinglicher bzw. von den Krankenkassen übernommen wird. Das schmälert allerdings unsere Freude nicht, dass dieses wichtige Präventionsmittel nun leichter zu bekommen ist als bisher. Ein echter Durchbruch.

Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt

Durchbruch: Die PrEP ist ab sofort als HIV-Prophylaxe für 50 Euro in Deutschland verfügbar
Bei der PrEP nehmen HIV-negative Menschen HIV-Medikamente ein, um eine Infektion zu verhindern. In Deutschland sind Truvada und ein Generikum zu diesem Zweck für Menschen mit hohem HIV-Risiko zugelassen, mit mehr als 800 beziehungsweise 600 Euro für die meisten Menschen aber unerschwinglich. Die Krankenkassen zahlen bisher nicht dafür. Jetzt wird sie allerdings bezahlbarer. Der Kölner Apotheker Tenberken hat nun eine Lösung gefunden, um die HIV–Prophylaxe kostengünstig anzubieten. Er kauft das Medikament zum Vorzugspreis beim Generika-Hersteller Hexal und verpackt es neu in Blister (Durchdrückverpackungen). Damit entsteht ein neues Präparat, das nur für die Prophylaxe zugelassen ist. Der Verkauf des HIV-Medikaments für die Therapie bleibt also unberührt. Für die Prophylaxe kann Tenberken darum 28 Tabletten für 51 Euro anbieten. Mehr Informationen findest du unter magazin.hiv. Infos zur PrEP findest du auch unter herzenslust.de. Eine Liste der Apotheken, die am 50-Euro-PrEP-Programm teilnehmen findest du unter dahka.de. (Es nehmen in naher Zukunft möglicherweise weitere Apotheken an dem Programm teil.) Eine ähnliche Vorgehensweise verfolgt eine Apotheke in Bochum: Sie kauft das Truvada®-Generikum bei der Pharma-Firma TAD und verkauft es zum Preis von 52 Euro.

Starker Rückgang der HIV-Neudiagnosen in Großbritannien
Die britische Gesundheitsagentur Public Health England bestätigte Anfang Oktober den Trend, der sich schon Ende 2016 an vier Londoner Kliniken gezeigt hatte: Die Zahl der HIV-Diagnosen bei schwulen Männern ist in Großbritannien innerhalb eines Jahres um 21 Prozent gesunken. Public Health England führt die überaus positive Gesamtentwicklung bei MSM auf den Erfolg der "kombinierten Prävention" zurück, wozu u. a. der Zugang zur PrEP gehört. Mehr Infos bekommst du unter magazin.hiv.

Fachtreffen HIV und Alter der Deutschen AIDS-Hilfe und Aidshilfe NRW am 14. November 2017 in Köln
Aufgrund der medizinischen Fortschritte hat sich die Lebenserwartung von Menschen mit HIV deutlich erhöht und ist bei rechtzeitigem Therapiebeginn annähernd normal. Ein riesiger Fortschritt. Dadurch steigt der Anteil älterer Menschen mit HIV in Deutschland und damit auch der älterer Klienten in Aidshilfen beständig an. Und die Erfahrungsberichte aus der Praxis zeigen, dass das Altenhilfesystem in den meisten Fällen nicht auf Menschen mit HIV vorbereitet ist und es hier oft zu Ängsten, Ablehnungen und Unsicherheiten kommt. Was bedeutet das aber nun konkret für die zukünftige Arbeit der Aidshilfen? Dieser Fragestellung widmet sich das Fachtreffen HIV und Alter am 14. November 2017 in Köln. Mehr Informationen findest du in der Einladung (PDF-Datei). Das Anmeldeformular findest du hier (PDF-Datei).

Nach der Wahl: Die HIV-Prävention bleibt vielfältig!
Nach dem Ausgang der Wahl, ist eine rechtspopulistische Partei im Bundestag vertreten. Was heißt das für die HIV-Prävention und zivilgesellschaftliches Engagement? Die Deutsche AIDS-Hilfe hat einige Unterstützer*innen ihrer Kampagne "Vielfalt gegen rechte Einfalt" um ein Statement zum Wahlausgang gebeten. Diese findest du unter magazin.hiv.

Auszeichnung für Fortbildungsprojekt "Let’s talk about Sex"
Die Präsentation des von der Deutschen AIDS-Hilfe geleiteten Fortbildungsprojekts für Medizinstudierende "Let’s talk about Sex" wurde auf der diesjährigen Jahrestagung der Gesellschaft für Medizinische Ausbildung (GMA) als "überzeugendster Beitrag zur unmittelbaren Patientenversorgung" ausgezeichnet. Mehr Infos findest du unter aidshilfe.de.

Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW: Empfehlungen zum Thema HIV-Spätdiagnosen
Die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW hat eine Empfehlung zum Thema HIV-Spätdiagnosen verabschiedet. Entlang der Arbeitsfelder Information, Beratung und Behandlung geben die Empfehlungen eine Orientierung, auf welchen Wegen die Zahl der HIV-Spätdiagnosen reduziert werden kann. Schätzungsweise erfolgen in NRW rund 50 Prozent der HIV-Erstdiagnosen als Spätdiagnosen. Etwa 38 Prozent der Menschen weisen in NRW zum Zeitpunkt der Erstdiagnose bereits einen fortgeschrittenen Immundefekt auf. Die Empfehlungen der Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW findest du unter aids-nrw.de.

Weniger HIV-Diagnosen heißt nicht automatisch weniger HIV-Infektionen
Die Zahl der HIV-Neudiagnosen in Deutschland ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent zurückgegangen. Dabei ist wichtig zu wissen: Dies bedeutet nicht automatisch, dass die Zahl der Neuinfektionen gesunken ist. Denn die Zahl der Neudiagnosen gibt nicht wieder, wie viele Menschen sich mit HIV infiziert haben. Sie spiegelt lediglich, wie viele Menschen erstmals positiv auf HIV getestet wurden. Die Infektion kann dabei schon Jahre zurückliegen. Andere Menschen haben sich im letzten Jahr infiziert, aber noch kein positives Testergebnis erhalten. Zur Bewertung des Infektionsgeschehens ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen im Jahr 2016 ausschlaggebend. Diese Zahl wird vom RKI nach einer komplexen Interpretation epidemiologischer Daten geschätzt und erst im November in einem weiteren Bulletin veröffentlicht. Mehr dazu findest du unter aidshilfe.de.

Aidshilfe NRW für eine engere Verschränkung von HIV- und Hepatitisprävention
Anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags, sprach sich Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, für eine engere Verschränkung von HIV- und Hepatitisprävention aus. Bestärkt wird dieser Ansatz nicht nur von der neuen Strategie der Bundesregierung zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen ("BIS 2030"), auch etwa die DRUCK-Studie (Drogen und chronische Infektionskrankheiten in Deutschland) des Robert-Koch Instituts aus dem vergangenen Jahr machte deutlich, wie dringlich der Handlungsbedarf insbesondere im Bereich Hepatitis ist. Die vollständige Pressemitteilung der Aidshilfe NRW zum Welt-Hepatitis-Tag findest du unter nrw.aidshilfe.de.
 
Menschen mit HIV können neuerdings in Einzelfällen eine Risikolebensversicherung abschließen
Was vor wenigen Jahren noch so gut wie unmöglich war, gewinnt zunehmend an Normalität: Menschen mit HIV können heute in bestimmten Fällen eine Risikolebensversicherung abschließen. Dass der Abschluss einer Risikolebensversicherung für Menschen mit HIV heute bei einigen Versicherern möglich ist, liegt zum einen am medizinischen Fortschritt, vor allem aber an mehr verfügbaren und neueren Daten. Wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf seiner Webseite erläutert, war hier vor allem eine Studie des Rückversicherers Swiss Re aus dem Jahr 2013 wegweisend. Mithilfe europaweiter Daten von HIV-infizierten Patient*innen konnte die Studie nachweisen, dass Menschen mit HIV statistisch gesehen heute fast die gleiche Lebenserwartung haben wie Menschen ohne HIV – sofern die Infektion frühzeitig behandelt wird, die Therapie anschlägt und keine zusätzlichen Erkrankungen wie etwa Hepatitis C vorliegen. Das Risiko, HIV-Positive abzusichern, wurde damit kalkulierbar. Mehr dazu findest du unter magazin.hiv.

LIEBESLEBEN online
Anlässlich des Welttags der sexuellen Gesundheit am 4. September 2017 hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit ihrem neuen Online-Portal liebesleben.de auf die umfangreichen Informationsmöglichkeiten zu HIV/Aids und anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) hingewiesen. Das neue Portal informiert über eine Vielzahl verschiedener Themen, von Kondomgebrauch und Symptomen einer STI bis hin zu Online-Dating und Coming-Out. Das Portal richtet sich insbesondere an junge Erwachsene, aber auch in einem eigenen Bereich an Fachkräfte. liebesleben.de verfügt außerdem über einige technische Neuerungen. So erlaubt etwa der Beratungsstellenfinder eine bundesweite Suche nach Beratungsangeboten zu unterschiedlichen Themenfeldern, zu HIV und STI ebenso wie zu sexueller und geschlechtlicher Identität. Mehr findest du unter liebesleben.de.

Gerne wollen wir nochmal daran erinnern, dass du uns interessante News, Tipps, Termine, Aktionen vor Ort etc. zusenden kannst, die wir hier im Newsletter veröffentlichen. Diese einfach per Mail an herzenslust-newsletter@nrw.aidshilfe.de senden.
 
 
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