Nr. 3 - Juni 2017
Sehr geehrte Damen und Herren,

wir freuen uns sehr, Ihnen heute die 3. Ausgabe des gemeinsamen Newsletters rund um die Themen Drogen/Haft und Spritzenautomaten in NRW zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen

Brigitte Bersch                                  Domenico Fiorenza
Spritzenautomatenprojekt NRW          Drogen/Haft

A K T U E L L E S

Empfehlung der Landeskommission AIDS zur Verbesserung der Lebenssituation von Drogen gebrauchenden Menschen im Kontext von HIV/Aids und Hepatitis
Die Landeskommission AIDS hat am 4. Mai 2017 ihre Empfehlung zur Verbesserung der Lebenssituation von Drogen gebrauchenden Menschen im Kontext von HIV/Aids und Hepatitis verabschiedet (PDF-Datei). Insbesondere müssen HIV- und HCV-Prävention und Therapie zusammen gedacht sowie die Kooperation mit der Sucht- und Drogenhilfe intensiviert werden, so die Empfehlung. Darüber hinaus werden partizipative Elemente, insbesondere der Einbezug der Selbsthilfe Drogen gebrauchender Menschen, hervorgehoben. Im Einzelnen beziehen sich die identifizierten Handlungsbedarfe und Empfehlungen auf folgende Bereiche: Testangebote, Versorgungsangebote, Safer-Use-Angebote, Drug Checking, Selbsthilfe, Menschen in Haft und genderspezifische Aspekte.
Die Landeskommission AIDS berät die Landesregierung NRW in grundsätzlichen Fragen zu HIV und Aids und spricht Empfehlungen aus. Ihr gehören 26 Mitglieder an, die namentlich vom Gesundheitsministerium berufen werden. Die Mitglieder vertreten insbesondere Institutionen, Verbände, Vereine und Fachleute, die direkt oder indirekt mit der Prävention, Beratung, Betreuung und Versorgung von Menschen mit HIV und Aids befasst sind.

European Drug Report 2017
Was sind die neuesten Trends in Hinblick auf das Drogenangebot in Europa? Welche Schäden und Probleme können in Verbindung mit dem Konsum verschiedener Substanzen auftauchen? Welche Harm-Reduction-Angebote gibt es? Was sind die neuesten Entwicklungen bei der Drogenprävention, -therapie und -politik? Diese und weitere Fragen werden von der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD/EMCDDA) in ihrem jährlichen Bericht zur Drogensituation in Europa untersucht, der am 06. Juni 2017 vorgestellt wurde. Hier (PDF-Datei) finden Sie den kompletten Bericht auf Deutsch, hier (PDF-Datei) den englischsprachigen Länderreport für Deutschland. Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Deutschen Beobachtungsstelle.

Anti-Folter-Ausschuss des Europarats zu Zuständen in deutschen Gefängnissen
Der Europäische Ausschuss zur Verhütung von Folter und unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Strafe (englisch Committee for the Prevention of Torture, CPT), eine Institution des Europarats, hat im Jahr 2015 u.a. drei Haftanstalten in Deutschland besucht: die Justizvollzugsanstalten Celle (Niedersachsen), Kaisheim (Bayern) und Tonna (Thüringen). Der Ausschuss beobachtet zwar Fortschritte in der Behandlung von Gefangenen, jedoch auch große Diskrepanzen zwischen den Haftanstalten in den verschiedenen Ländern. Hier finden Sie den vollständigen Bericht des Ausschusses sowie eine Stellungnahme der Bundesregierung.

Global Drug Survey 2017
  • Bereits zum vierten Mal hat ZEIT ONLINE sich am Global Drug Survey beteiligt, der weltweit größten Umfrage zum Drogenkonsum. 36.000 Menschen aus Deutschland haben teilgenommen. Dies sind aus Sicht von ZEIT ONLINE die wichtigsten Erkenntnisse:
  • Die meisten Menschen nehmen Drogen aus Vergnügen und zum Genuss. Eine Minderheit greift zu ihnen, um Leiden und psychische Probleme zu lindern.
  • Verbote hindern die wenigsten daran, Drogen zu nehmen.
  • Menschen, die gelegentlich kiffen oder andere psychoaktive Substanzen nehmen, kommen aus allen Teilen der Gesellschaft – die meisten haben damit im Alltag keine Probleme.
  • Viele wünschen sich Hinweise und Tipps zum risikoarmen Gebrauch von Drogen. Für Alkohol gibt es diese Aufklärung, warum nicht auch für Cannabis, Ecstasy und andere illegale Stofffe
  • Wer Drogen versteht, wie sie wirken, nutzen und schaden, der weiß auch besser, auf welche Substanzen er verzichten sollte.
  • Prävention sollte sich nicht nur auf die schädlichen Folgen konzentrieren.
  • Sichererer Drogenkonsum ist angenehmerer Drogenkonsum.
Weitere Ergebnisse sowie ein Glossar zu verschiedenen Substanzen, deren Gebrauch abgefragt wurde, finden Sie unter Zeit Online.

21. Juli 2017: Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucherinnen und Drogengebraucher
Das Motto in diesem Jahr lautet:
"Menschenrechte auch für Drogengebrauchende". Die dazugehörige Erklärung von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Eltern und Angehörigen für akzep-tierende Drogenarbeit, dem JES-Bundesverband, JES NRW, der Deutschen AIDS-Hilfe, der Gesellschaft für Suchtmedizin und akzept findet Sie hier (PDF-Datei). Über den Versand der Deutschen AIDS-Hilfe können Faltblätter und zwei verschiedene Plakatmotive bestellt werden. Hintergrundinformationen zu den diesjährigen Zahlen der Drogentoten, 9 Prozent mehr als im Vorjahr, finden Sie unter aidshilfe.de.

Kampagne "Kein Aids für alle!" der Deutschen AIDS-Hilfe gestartet
"Ab 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken müssen", so lautet eines der selbstgesteckten Ziele der Deutschen AIDS-Hilfe und ihrer Kampagne "Kein Aids für alle!", die im Mai 2017 öffentlichkeitswirksam an den Start gegangen ist. Ein besserer Zugang zu Testangeboten und Behandlung für Drogengebrauchende und Menschen in Haft ist einer der Bestandteile der Kampagnenziele. Weitere Informationen zur Kampagne, zu den Zielen sowie zu einzelnen bundesweiten Projekten finden Sie unter kein-aids-fuer-alle.de.

Neuer Lagebericht zu Harm-Reduction-Angeboten in der Europäischen Union
Die in Großbritannien angesiedelte NGO Harm Reduction International hat einen neuen Bericht zur Lage von Harm-Reduction- bzw. Schadensminimierungsangeboten wie Nadel- und Spritzentauschprogrammen für Drogengebrauchende in der EU herausgegeben. Die NGO warnt davor, dass Kürzungen der Angebote in einigen Ländern (z.B. Ungarn, Rumänien und Griechenland) im Zusammenhang mit gestiegenen HIV- und HCV-Inzidenzen stehen könnten. Auch für Deutschland wurde über Kürzungen in den Jahren 2010 bis 2014 berichtet, die Abdeckung mit Nadel- und Spritzenprogrammen wird jedoch weiterhin als verhältnismäßig hoch beschrieben. Konsumräume gebe es lediglich in 15 Städten, Substitutionstherapie für Menschen in Haft nur für 10 bis 15 Prozent derjenigen, die davon profitieren könnten, und Spritzenvergabe lediglich in einer einzigen Haftanstalt. Take-Home-Programme für Naloxon gebe es keine. Das Verhältnis von finanziellen Ressourcen für die Repression im Vergleich zu Hilfsangeboten beträgt in Deutschland 7:3. Weitere Informationen sowie den vollständigen Bericht mit dem Titel „Harm Reduction investment in the European Union - current spending, challenges and successes“ finden Sie unter MedicalNewsToday.

P O L I T I K

Zahl der Drogentoten 2016 erneut gestiegen
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), und das Bundeskriminalamt (BKA) haben die Zahl der Drogentoten im Jahr 2016 und ihren Bericht zur "Rauschgiftlage" vorgestellt. 1.333 "rauschgiftbedingte Todesfälle" wurden demnach im letzten Jahr registriert, neun Prozent mehr als 2015. Haupttodesursache war die Überdosierung von Heroin. Dazu erklärt Björn Beck vom Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe: "Anders als Marlene Mortler sagt, hat die steigende Zahl der Todesfälle nur am Rande mit Legal Highs, steigender Stoffqualität oder sinkenden Preisen zu tun. Hauptgrund ist die Drogenpolitik im Bund und vielen Ländern, die auf verschiedene lebensrettende Maßnahmen bewusst verzichtet." Diese Maßnahmen sind u.a. Drogenkonsumräume, die Vergabe steriler Konsumutensilien und andere Präventionsmaßnahmen in Haft, die Abgabe des Opiat-Antagonisten Naloxon auch an Laien. Dies sind Angebote und Strategien, die in den einzelnen Bundesländern in höchst unterschiedlichem Ausmaß und zum Teil gar nicht vorgehalten werden. Die vollständige Meldung der Deutschen AIDS-Hilfe hierzu finden Sie unter aidshilfe.de.

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2017
Einen Monat nach Veröffentlichung des von der Drogenbeauftragten der Bundesregierung und des Bundeskriminalamts herausgegebenen Berichts zur "Rauschgiftlage" in Deutschland hat nun der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik akzept e.V. seinen alternativen Drogen- und Suchtbericht vorgelegt. Der Bericht kritisiert u.a. die ideologiebehaftete Drogenpolitik der Bundesregierung und fordert die staatliche regulierte Drogenabgabe sowie den flächendendeckenden Einsatz wirkungsvoller Maßnahmen wie Drug-Checking-Angebote und Naloxon-Vergabeprogramme. Die Stellungnahme der Deutschen AIDS-Hilfe sowie den Link zum vollständigen Bericht finden Sie unter aidshilfe.de.

G E S U N D H E I T

Hepatitis-C-Kombination und PrEP in die WHO-Liste unentbehrlicher Medikamente aufgenommen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat im Juni 2017 ihre aktuelle Liste unentbehrlicher Arzneimittel veröffentlicht, wie die Deutsche Apotheker Zeitung berichtet. Die WHO erachtet erstmals die Zweierkombination der Hepatitis-C-Arzneimittel Sofosbuvir und Velpatasvir (Epclusa®) als grundlegend für die weltweite Arzneimittelversorgung. Auch im HIV-Bereich gab es Änderungen: Dolutegravir (Tivicay®) wurde in die Medikamente zur HIV-Behandlung aufgenommen, Tenofovir als Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) für Menschen, die einem besonders hohen Risiko für eine HIV-Infektion ausgesetzt sind. Alle zwei Jahre (seit 1977) aktualisiert die Weltgesundheitsorganisation diese Liste. Nach Ansicht der WHO lassen sich mit den aufgeführten Arzneimitteln die dringlichsten medizinischen Bedürfnisse der Weltbevölkerung versorgen. Die aktualisierte Liste dieser unbedingt erforderlichen Arzneimittel umfasst nun 433 Medikamente.

Gefälschtes Hepatitis-C-Medikament auf den deutschen Markt gelangt
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informiert über eine Fälschung des Arzneimittels Harvoni® 90 mg/400 mg Filmtabletten der Firma Gilead, die auf den deutschen Markt gelangt ist und in einer Apotheke in Nordrhein-Westfalen entdeckt wurde. Das Arzneimittel enthält regulär die Wirkstoffkombination Ledipasvir und Sofosbuvir und wird bei Erwachsenen zur Behandlung der chronischen Hepatitis C angewendet. Die gefälschten Tabletten sind nicht wie üblich orange, sondern weiß. Die Packungen tragen die Chargenbezeichnung 16SFC021D (Verfallsdatum 06/2018), bei der es sich um eine real existierende Charge für den deutschen Markt handelt. Patient*innen, die das Arzneimittel Harvoni® 90 mg/400 mg Filmtabletten der Firma Gilead einnehmen und feststellen, dass es sich dabei um weiße Tabletten handelt, sollen diese keinesfalls einnehmen und sich an ihren behandelnden Arzt oder ihren Apotheker wenden, um das weitere Vorgehen mit ihm abzusprechen. Mehr hierzu finden Sie auf den Seiten des BfArM.

Hepatitis-C-Reinfektionen bei Drogengebrauchenden nach erfolgreicher Therapie selten
Drogengebrauchende unter Substitutionstherapie, ob mit oder ohne Beikonsum, haben eine hohe Adhärenz, sprechen gut auf die neuen HCV-Therapien an und weisen kaum Reinfektionen auf. Dies sind die Befunde der C-EDGE CO-STAR-Studie, die 300 HCV-infizierte Drogengebrauchende während und nach der Behandlung mit der interferonfreien Wirkstoffkombination Grazoprevir/Elbasvir begleitet hat. Lediglich acht Teilnehmende haben sich nach erfolgreicher Behandlung innerhalb der ersten sechs Monate reinfiziert, wovon drei Infektionen spontan wieder ausgeheilt sind. Weitere Details zur Studie finden Sie unter infohep.

S O Z I A L E S

Interventionen mit Naloxon funktionieren nur mit dem Wissen und den sozialen Netzwerken von Drogengebrauchenden
Programme zur Vergabe von Naloxon, ein Medikament, das die Effekte einer Opioid-Überdosis umkehrt, sind dann erfolgreich, wenn sie die sozialen Kontexte des Drogengebrauchs und die Kompetenz und Erfahrung von User*innen mit einbeziehen. Dies hat eine qualitative Studie, die in der Mai-Ausgabe des Zeitschrift "Social Science & Medicine" veröffentlicht wurde, bestätigt. Während eine prohibitionistische Politik versucht, die User*innen von den Orten und Kulturen des Drogengebrauchs zu isolieren, sehen Harm-Reduction-Angebote wie etwa Naloxon-Programme die sozialen Netzwerke von Drogengebrauchenden als geeignete Orte und Werkzeuge für Interventionen. Eine Zusammenfassung der Studie und weiterer Ergebnisse finden Sie unter aidsmap.

M E D I E N

Drogenkurier Nr. 110 ist erschienen
Der DROGENKURIER ist das Magazin des JES Bundesverbands. Der Drogenkurier stellt drogen- und gesundheitspolitische Entwicklungen vor. Als Medien der Selbsthilfe sind viele Texte von Frauen und Männern verfasst worden, die selbst Drogen gebrauchen oder substituiert werden. Die Beiträge im DROGEKURIER beschränken sich nicht nur auf kritische Kommentare, sondern tragen eigene Ideen und Vorschläge zur Veränderung oder Anpassung von Angeboten und Strukturen vor. Die aktuelle Ausgabe finden Sie hier.


T E R M I N E

5. Juli 2017 in Gelsenkirchen: 9. Kooperationstag Sucht und Drogen NRW
Der Kooperationstag bietet allen beteiligten Akteur*innen in der Sucht- und Drogenhilfe NRW sowie Ärzt*innen, Apotheker*innen und Psychotherapeut*innen eine einmalige Plattform zur Kommunikation und Vernetzung. Darüber hinaus sind weitere mit dem Thema Sucht konfrontierte Berufsgruppen sehr willkommen. Eine konkrete Vernetzung spiegelt sich auch in den Institutionen wider, die den Kooperationstag organisatorisch und inhaltlich vorbereiten und tragen: Dies sind die Ärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein, die Apothekerkammern Westfalen-Lippe und Nordrhein, die Freien Wohlfahrtsverbände, die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe und Rheinland, die vier Landeskoordinierungsstellen Frauen und Sucht (Bella Donna), Glücksspielsucht NRW, Integration NRW, Suchtvorbeugung NRW (ginko Stiftung für Prävention) sowie die Landesstelle Sucht NRW. Weitere Informationen finden Sie unter wissensuchtwege.

19. bis 21. Juli 2017 in Berlin: Motivierende Gesprächsführung in der Arbeit mit Drogengebraucher*innen
Wie lassen sich Menschen zu Verhaltensänderungen motivieren? Die Antwort lautet nicht selten "Druck ausüben" oder "überreden". Das allerdings ist kräftezehrend und führt selten zum Erfolg. Die von William Miller und Steven Rollnick entwickelte Methode des "Motivational Interviewing" zielt dagegen auf die Steigerung der "von innen kommenden" Motivation zu Veränderung, indem sie Ambivalenzen aufspürt und aufzulösen versucht. Die Klient*innen werden dabei auf geschmeidige, "mit dem Widerstand gehende" Weise dazu gebracht, das zu finden, was sie wirklich wollen und was ihnen gut tut. Weitere Infos finden Sie unter aidshilfe.de.


10. August 2017 in Köln: Fachtag HIV & Hepatitis
Die Aidshilfe NRW lädt gemeinsam mit Herzenslust, POSITHIV HANDELN, VISION und JES NRW zum Fachtag HIV und Hepatitis nach Köln ein. Die epidemiologischen, medizinischen und politischen Entwicklungen in Bezug auf Hepatitis haben sich in den letzten Jahren nahezu überschlagen. Dies gilt besonders die Revolution in der Hepatitis-C-Therapie. Nicht erst die neue Strategie der Bundesregierung zur Eindämmung von HIV, Hepatitis B und C und anderen sexuell übertragbaren Infektionen („BIS 2030“) stellt klar, dass HIV, Hepatitis und andere STIs in der Präventionsarbeit nicht nur isoliert behandelt werden sollten und die integrierte Betrachtung der verschiedenen Infektionen an Bedeutung gewinnt. Dies stellt auch Aidshilfen und ihre Kooperati-onspartner in ihrer täglichen Arbeit vor neue Herausforderungen. Ziel dieses Fachtags ist es, auf einen gemeinsamen Wissensstand bezüglich der jüngsten Entwicklungen zu kommen und erste Schritte für eine Verbandsstrategie für einen verbesserten Zugang der relevanten Zielgruppen zu Beratungs- und Testangeboten, Prävention und Behandlung zu entwickeln. Zum anderen möchten wir ins Gespräch kommen mit unseren Kooperationspartnern und weiteren relevanten Akteuren aus der Ärzteschaft, den Drogenhilfen, der Selbsthilfe und der Community, dem Justizvollzug, der Politik und der Verwaltung und eine engere Vernetzung vor allem im Themenfeld Hepatitis anregen. Am Vormittag sollen zunächst durch Impulsreferate und Diskussionen aus den Bereichen Epidemiologie, Strategie und Medizin die genannten Entwicklungen dargestellt und somit die Rahmenbedingungen für den Nachmittag abgesteckt werden. Am Nachmittag sollen dann in verschiedenen Foren  die einzelnen Zielgruppen (Drogengebrauchende, Menschen in Haft, Schwule und andere MSM und Menschen mit HIV) in den Blick genommen werden. Den Flyer mit Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter hier (PDF-Datei).

20. bis 22. September 2017 in Wien: 9. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft
Die 9. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft wird vom 20. bis 22. September 2017 in Wien stattfinden. Das Thema dieser Konferenz lautet: "Man muss nur wollen – Umgang mit Drogenkonsum und Suchterkrankungen in Haft". Menschenrechte in Haft, neue Drogen, Behandlungsansätze bei Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit und Safer-Use-Trainings sind nur einige der zentralen Themen, die in Arbeitsgruppen, Vorträgen und Diskussionsrunden behandelt werden. Als Referent*innen werden unter anderem Prof. Dr. Michael Levy (Sydney), Prof. Dr. Johannes Feest vom Strafvollzugsarchiv Bremen, Dr. Wolfgang Morawec vom österreichischen Justizministerium und Prof. Dr. Stephan Mühlig von der TU Chemnitz erwartet. Weitere Informationen zum Programm sowie zur Anmeldung finden Sie unter gesundinhaft.eu.

21. bis 22. September 2017 in Berlin: Migration und Drogen
In diesem Konzeptseminar der Deutschen AIDS-Hilfe geht es zum einen um die Lebenswelten von Drogen konsumierenden Migrant*innen (auch mit Blick auf die Prävention von Infektionen). Zum anderen sollen Mitarbeiter*innen aus Beratungsstellen, die bereits über Erfahrungen in diesem Feld verfügen, ihre eigene Arbeit reflektieren, Modelle guter Praxis vorstellen und Ideen sammeln, um ihre Konzepte weiterentwickeln zu können. Im Mittelpunkt stehen dabei der Zugang zur Zielgruppe und deren Einbeziehung in die HIV/STI- und Hepatitis-Prävention. Zugleich sollen Erfahrungsaustausch und Vernetzung ermöglicht, Bedarfe erfasst und gegebenenfalls neue Medien, Projekte oder Fortbildungsangebote angestoßen werden. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter aidshilfe.de.

11. bis 12. Dezember 2017 in Berlin: Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Zu diesem Zweck richtet die Deutsche AIDS-Hilfe vom 11. bis 12. Dezember in Berlin ein Seminar aus. Zielgruppe des Seminars sind Fachkräfte im Bereich HIV/Aids-Prävention und Migration, insbesondere Fachkräfte aus Projekten mit Schwerpunkt Sexarbeit oder Drogengebrauch. Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie unter aidshilfe.de.


Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden