April 2017
Liebe Leser*innen!
Die Bilder des vergangenen Wochenendes hier aus Köln sprachen für sich. Auf der einen Seite beschloss eine populistische Partei hinter von der Polizei schwer bewachten Hotelmauern ihr chauvinistisches Wahlprogramm für die Bundestagswahl und auf der anderen Seite demonstrierten Zigtausende von Menschen für eine vielfältige, bunte und soziale Gesellschaft. Ich selbst traf viele Kolleginnen bei "Frauen* in bunt für Vielfalt und Respekt" und andere Bekannte bei "Bunt statt bla" oder "Köln stellt sich quer". Wir müssen Stärke und Solidarität zeigen, um rechtspopulistische und demokratiefeindliche Kräfte klein zu halten. Und wir müssen uns an den Wahlen zum Landtag im Mai und zum Bundestag im Oktober beteiligen! Dazu rief uns auch der Landesvorsitzende der Aidshilfe NRW, Arne Kayser, am Dienstagabend beim Jahresempfang des Landesverbands in Düsseldorf auf. Jede Stimme für eine bislang im Landtag vertretene demokratische Partei ist auch eine Stimme für die Sicherung der Qualität unserer Arbeit. Wir dürfen nicht zulassen, dass funktionierende und wirksame Präventionsstrategien und Arbeitsansätze zurückgenommen werden, weil gewisse politische Kräfte ein anderes Welt- und Menschenbild durchsetzen wollen. "Wir wollen mehr Stimmen!" Mit diesem Kartenmotiv wirbt die Aidshilfe NRW für die Landtagswahl. Nutzen wir unser Recht, kommen wir unserer Verantwortung nach und gehen wir zur Wahl!
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW


A K T U E L L E S

Wir wollen mehr Stimmen!
Der Landesvorsitzende der Aidshilfe NRW, Arne Kayser, rief alle Kolleg*innen in der Aidshilfearbeit auf, zur Wahl zu gehen. Jede Stimme für eine der bislang im Landtag vertretenen demokratischen Parteien ist auch eine Stimme für die Sicherung der Qualität der Arbeit des Landesverbands. "Wir dürfen nicht zulassen, dass funktionierende und wirksame Präventionsstrategien, insbesondere in der Schulaufklärung, der Drogenselbsthilfe und der strukturellen HIV-Prävention, zurückgenommen werden, weil gewisse politische Kräfte ein anderes Welt- und Menschenbild durchsetzen wollen", so Kayser. Mit der Postkarte "Wir wollen mehr Stimmen!" wirbt die Aidshilfe NRW dafür, dass alle, die die Aidshilfe unterstützen und ihre Arbeit für richtig halten, am 14. Mai wählen gehen. Die Motivkarte "Wir wollen mehr Stimmen!" finden Sie hier (PDF-Datei). Sie ist in beliebiger Anzahl in der Landesgeschäftsstelle erhältlich. Bestellungen an Guido Schlimbach.

Schutz durch Therapie: Freispruch für HIV-Positiven
Das Kölner Amtsgericht sprach am 12. April einen Mann mit HIV von dem Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung frei. Der 42-Jährige war von zwei Frauen angezeigt worden, nachdem er mit ihnen Geschlechtsverkehr ohne Kondom hatte und sie erst hinterher über seine HIV-Infektion aufklärte. Doch laut einem Gutachter habe man weder zum Tatzeitpunkt noch heute das Virus bei ihm nachweisen können, folglich habe er die Frauen gar nicht mit HIV anstecken können. "Wir haben heute viel über medizinischen Fortschritt gelernt", sagte der vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung. Weitere Infos finden Sie unter magazin.hiv.


P O L I T I K

Verbandstag der Aidshilfe NRW setzt Signale
Der Vorsitzende des Deutschen Journalistenverbands, Dr. Frank Überall, suchte auf dem Verbandstag der Aidshilfe NRW den Schulterschluss zwischen NGOs und Medien. "Wir alle aber, jede und jeder von uns, sind zusammen der Kitt, der diese Gesellschaft zusammenhält. Journalismus und soziale Arbeit sind systemrelevanter als so manche strauchelnde Großbank. Das schönste intakte Wirtschaftssystem nützt nichts, wenn die Menschen nicht aufeinander achtgeben, sich engagieren und mit Ernst und Wahrhaftigkeit miteinander kommunizieren. Auf der Suche nach dem besten Weg für uns alle." Den vollständigen Text seiner Rede lesen Sie hier (PDF-Datei). Ein deutliches Zeichen der Solidarität setzten die beim Verbandstag Anwesenden mit einem Gruppenfoto mit Pussyhats. Die Pussyhats stehen als Symbol für Frauenrechte, für Diversity und Akzeptanz! Das Foto finden Sie hier (JPG-Datei).

Bundesregierung will Finanzhilfen für Opfer des "Bluter-Skandals" sichern
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat einen entsprechenden Gesetzestext vorgelegt, den nun der Bundestag beschließen soll. In den 1980er-Jahren hatten sich rund 1.500 Bluter über kontaminierte Blutprodukte infiziert, obwohl die Verantwortlichen in der Pharmaindustrie und im damaligen Bundesgesundheitsamt von den Gefahren wussten. Etwa 1.000 der betroffenen Patient*innen sind bereits an den Folgen von HIV verstorben. Mehr dazu finden Sie unter aidshilfe.de.


S O Z I A L E S

Studie über geflüchtete Frauen erschienen
Mit dem Forschungsprojekt der Charité "Repräsentative Untersuchung von geflüchteten Frauen in unterschiedlichen Bundesländern in Deutschland" wurden erstmals Informationen direkt von geflüchteten Frauen selbst zu ihren Fluchtgründen, Fluchtwegen, Erfahrungen vor, während und nach der Flucht sowie zu ihrer aktuellen Situation in Deutschland erhoben. Etwa ein Drittel der nach Deutschland einreisenden Schutzsuchenden sind Frauen. Viele sind vor, auf der Flucht und zum Teil auch in Deutschland geschlechtsspezifischen Belastungen ausgesetzt. Was die geflüchteten Frauen erlebt haben, in welcher psychischen Verfassung sie sind und welche Sorgen und Ängste eine Integration hier möglicherweise erschweren – darüber gab es bisher kaum belastbare Informationen. Die Ergebnisse der Studie finden Sie unter integrationsbeauftragte.de.

Neue UNICEF-Studie zu geflüchteten Kindern und Jugendlichen in Deutschland
Deutschland nimmt international eine Vorreiterrolle bei der Bewältigung der so genannten Flüchtlingskrise ein. Durch ihr großes Engagement und ihre Flexibilität haben Politik, Behörden und Zivilgesellschaft eine Notversorgung der Menschen sichergestellt. Trotz dieser großen Leistung sieht UNICEF Deutschland die Lebensumstände vieler Kinder und Jugendlichen unter den Geflüchteten jedoch als schwierig an. Laut einer neuen UNICEF-Studie "Kindheit im Wartezustand" verbringen viele von ihnen lange Monate oder sogar Jahre in Flüchtlingsunterkünften, die häufig nicht sicher und nicht kindgerecht sind. Dies erschwert ihre Integration. Weitere Informationen dazu finden Sie unter unicef.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N

13. Mai 2017 | Berlin
HIV – Ein Teil von mir oder der Feind in meinem Bett?
Auch wenn die HIV-Infektion heute gut behandelbar ist, erleben Frauen mit HIV häufig eine Veränderung ihres Körpergefühls und ihrer Sexualität, durch das Wissen um die Infektion oder die Langzeitfolgen der Behandlung. Über diesen und weitere Workshops des Berliner Pluspunkt - Leben mit HIV.AIDS.Hepatitis finden Sie hier (PDF-Datei).

25. bis 28. Mai 2017 | Kronberg
Bundesweites Treffen für HIV-positive Jugendliche
In Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendliche im Umfeld von HIV/AIDS veranstaltet die Deutsche AIDS-Hilfe auch 2017 wieder ein bundesweites Treffen für HIV-positive Jugendliche. Leiten Sie bitte die Ausschreibung (PDF-Datei) an interessierte Jugendliche weiter. Für Rückfragen steht in der Deutschen AIDS-Hilfe Heike Gronski unter heike.gronski@dah.aidshilfe.degerne zur Verfügung. 

12. bis 13. Juni 2017 | Düsseldorf
Leben, Studieren und Arbeiten in Deutschland
Dieses Seminar dient dem Erwerb wie auch der Auffrischung und Erweiterung des Fachwissens zum EU- und Asylrecht, um die Beratungsqualität von Aidshilfen und anderen Einrichtungen im Feld "HIV/Aids-Prävention und Migration" zu sichern. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

14. bis 17. Juni 2017 | Salzburg
Deutsch Österreichischer AIDS Kongress 2017
doeak.com

5. Juli 2017 | Köln
Wissen macht mächtig – Spaß!
Obwohl Kongressveranstalter oft betonen, dass sie sich die Beteiligung der Community wünschen, stellt das viele Frauen aus dem HIV-Bereich vor größere Herausforderungen. Frauen mit HIV und Frauen aus dem Arbeitskontext HIV trauen sich oft nicht zu, sich aktiv an Fachtagungen und –kongressen zu beteiligen. Das Seminar will dazu beitragen, dass Forschung und Wissenschaft im HIV-Bereich auch für Frauen einfacher zugänglich werden. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

14. bis 16. Juli 2017 | Berlin
Streetwork für Frauen II
In diesem zweiten Seminar wird sich vertiefend mit biografischer Prägung im Bereich der Sexualität auseinandergesetzt und anhand mitgebrachter Fälle zum Thema Sexarbeit und Psychohygiene gearbeitet. Weitere Informationen erfahren Sie hier (PDF-Datei).

8. bis 10. September 2017 | Berlin
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 2
Der permanente Wandel in der Präventionsarbeit und Beratung von Sexarbeiterinnen ist sowohl durch hohe Mobilität und Fluktuation innerhalb dieser Zielgruppe als auch durch Veränderungen oder Nachbesserungen auf Gesetzesebene bedingt. Viele Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der noch geltenden Gesetzeslage werden bisher wenig und sehr unterschiedlich genutzt und umgesetzt. Gerade durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Erweiterung der Europäischen Union hat sich die Arbeitsplatzsituation für Sexarbeiterinnen in Deutschland verändert, was auch auf die Strukturen von Arbeit in der Prostitution zutrifft. Insbesondere Migrantinnen bleibt als Arbeitsmöglichkeit oft nur der Weg in die Prostitution. Neben gut informierten und professionell arbeitenden weibliche Sexworker arbeiten so auch zunehmend Frauen ohne den entsprechenden Hintergrund in der Sexindustrie. Gemeint sind Frauen, die nie mit Gesundheitsförderung und HIV/STI-Prävention in Berührung gekommen sind. Dadurch verändert sich das Arbeitsfeld von weiblichen Streetworken und Beraterinnen. Neue Wege der Prävention müssen gefunden werden. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Mai 2017 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Mai 2017 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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