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03 | 2017
Liebe Leser*innen,
 
ohne zu übertreiben können wir guten Gewissens behaupten, dass im vergangenem März Geschichte geschrieben wurde. Das Bundeskabinett der schwarz-roten Koalition hat die Rehabilitierung und Entschädigung verurteilter schwuler Männer beschlossen. Der § 175 hat die Vorgenerationen stark geprägt. Natürlich die, welche verurteilt wurden und nun eine Chance auf Rehabilitation und Entschädigung haben. Aber auch jene, die "nur" im Klima, dass dieser Strafrechtsparagraph schaffte, aufgewachsen sind. Denn auch ohne Verurteilung hatte er Einfluss auf Leben, Gefühle und Karrieren vieler dieser Menschen. Natürlich kommt es für zahlreiche der Verurteilten, die bereits verstorben sind, zu spät. Es ist jedoch wichtig, dass einige noch miterleben können, wie das Unrecht als solches benannt und aufgehoben wird. Denn sie waren schon immer Opfer und nie Täter. Es gilt, allen, die sich über Jahrzehnte hierfür eingesetzt haben, ein ganz besonderer Dank!
 
Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden
Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt



Herzenslust Aufbautraining "Lust + Rausch und schwuler Sex" am 6. und 7. Mai 2017 in Düsseldorf
Am 6. und 7. Mai (jeweils von 10.00 bis 17.00 Uhr) findet unser Herzenslust-Aufbautraining zum Thema "Lust + Rausch und schwuler Sex" in der Aidshilfe Düsseldorf statt. Zu Gast sind Siggi Schwarze (Referent medizinische Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe) und Florian Winkler Ohm (Rollenmodell bei "Ich weiss was ich tu"). Wir sprechen über die Wirkung einzelner Substanzen, Drogen und Rausch als Risikofaktor für eine Infektion mit HIV und anderen STIs sowie dazugehörige Risikominimierungsstrategien. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Settings beim Substanzkonsum und stellen uns der Frage, wie wir mit dem Tabuthema Lust & Rausch innerhalb der Community und der Prävention vor Ort umgehen. Um das Ganze rund zu machen, wird es eine Fragerunde und Diskussion mit Florian geben, der von eigenen Erfahrungen berichten kann. Die Einladung und das Formular zur Anmeldung findest du hier (PDF-Datei).

Dokumentation Fachtag Lust+Rausch
Am 30. April 2016 fand der erste Kölner Fachtag Lust+Rausch der Aidshilfe NRW, der Aidshilfe Köln und der Drogenhilfe Köln statt. Fast 200 Teilnehmende aus etwa 100 unterschiedlichen Einrichtungen aus dem gesamten Bundesgebiet waren nach Köln gekommen, um sich über Substanzkonsum und Sexualität bei schwulen Männern auszutauschen und die Folgen des Phänomens Chemsex unter die Lupe zu nehmen. Die jetzt erschienene, sehr lesenswerte Dokumentation findest du unter ahnrw.de.

Mitmischen in NRW - Projektscouts gesucht
Unter dem etwas sperrigen Titel "Landesweite Vernetzung der Selbsthilfe von Menschen mit HIV/Aids - Stärkung, Qualifizierung und Beteiligung" hat am 1. März 2017 ein auf der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW beschlossenes Projekt zur Partizipativen Qualitätsentwicklung begonnen. Der Vorstand der Aidshilfe NRW und die Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN NRW laden ganz herzlich gemeinsam zur Beteiligung ein. Ziele des von der Techniker Krankenkasse bis zum 30. Juni 2019 finanzierten Projektes sind unter anderem: In den Mitgliedsorganisationen die strukturellen Voraussetzungen zu schaffen, die die Partizipation überhaupt erst ermöglicht. Im Verband Entscheidungsprozesse zu initiieren (und Entscheidungen herbeizuführen) in welchem Umfang Partizipation von Menschen mit HIV und Aids im Landesverband gewollt wird. Die Rahmenbedingungen partizipativ festzulegen, unter denen Partizipation im Landesverband zielführend stattfinden kann. Im Verband die für die Partizipation von Menschen mit HIV und Aids im vorher definierten Rahmen erforderlichen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die Steuerung des Projektes findet in der Steuerungsgruppe statt. Die Vertreter*innen aus den Mitgliedsorganisationen sind noch nicht berufen. Für diese sechs Sitze in der Steuerungsgruppe wird hiermit das Bewerbungsverfahren eröffnet! Bewirb dich für die Steuerungsgruppe und misch mit! Details zum Projekt und weitere Informationen findest du unter mitmischen.eu. Das Bewerbungsformular und weitere Infos findest du hier (PDF-Datei).
 
Neue "Beratung Aktuell" Ausgabe der Deutschen AIDS-Hilfe
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat eine neue Ausgabe (1/2017) von Beratung Aktuell veröffentlicht. Themen sind unter anderem der Heimtest, Safer Sex - was bedeutet das eigentlich?, PrEP und Veränderungen im Sozialrecht 2017. Die komplette Ausgabe findest du hier (PDF-Datei).

Schutz durch Therapie: Freispruch für HIV-Positiven
Das Kölner Amtsgericht sprach am 12. April einen HIV-positiven Mann von dem Vorwurf der versuchten gefährlichen Körperverletzung frei. Der 42-Jährige war von zwei Frauen angezeigt worden, nachdem er mit ihnen Geschlechtsverkehr ohne Kondom hatte und sie erst hinterher über seine HIV-Infektion aufklärte. Doch laut einem Gutachter habe man weder zum Tatzeitpunkt noch heute das Virus bei ihm nachweisen können, folglich habe er die Frauen gar nicht mit HIV anstecken können. "Wir haben heute viel über medizinischen Fortschritt gelernt", sagte der vorsitzende Richter in seiner Urteilbegründung. Weitere Infos findest du unter magazin.hiv.

Bundesregierung will Finanzhilfen für Opfer des "Bluter-Skandals" sichern
Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat einen entsprechenden Gesetzestext vorgelegt, den nun der Bundestag beschließen soll. In den 1980er-Jahren hatten sich rund 1.500 Bluter über kontaminierte Blutprodukte infiziert, obwohl die Verantwortlichen in der Pharmaindustrie und im damaligen Bundesgesundheitsamt von den Gefahren wussten. Etwa 1.000 der betroffenen Patient*innen sind bereits an den Folgen von HIV verstorben. Mehr dazu findest du unter aidshilfe.de.

Dortmund: Ausschreibung Praxisstelle Duales Studium
Die aidshilfe Dortmund sucht im Fachbereich Prävention zum nächstmöglichen Zeitpunkt, spätestens aber zum 1. September 2017, über die gesamte Dauer des Studiums mit einer regelmäßigen Wochenarbeitszeit von 20 Stunden (zzgl. 20 Stunden/Woche Studium) einen Studenten des Dualen Studiengangs "Soziale Arbeit Schwerpunkt Armut und (Flüchtlings-) Migration". Der Fachbereich Prävention umfasst die Arbeitsgebiete „pudelwohl“ (HIV-/STI-Prävention für schwule und andere MSM (Männer, die Sex mit Männern haben), "neonlicht" (aufsuchende Sozialarbeit und Männer, die der mann-männlichen Prostitution nachgehen), "Mashallah! – You’re welcome" (landesweites Modellprojekt zur HIV-/STI-Prävention für schwule und andere MSM mit Migrationshintergrund) und Youthwork (schulische Sexualpädagogik). Der Aufgabenschwerpunkt der angebotenen Stelle liegt im Bereich "Mashallah!", mit dem Ziel, innovative Präventionsangebote für schwule und andere MSM mit Migrationshintergrund (einschließlich Geflüchteten) zu entwickeln und umzusetzen. Um ein möglichst vielseitiges Bild der Präventionsarbeit zu erhalten, werden Einsätze in den übrigen Bereichen gern gesehen. Weitere Infos findest du hier (PDF-Datei).

Handreichung zur Beratung von LSBT*I*-Geflüchteten
Die Broschüre der Schwulenberatung Berlin stellt die besondere Situation von LSBT*I* Geflüchteten sowie die Konsequenzen für die Beratung und Unterstützung dar. Ziel des dargestellten Arbeitsansatzes ist das Empowerment der Geflüchteten, also die Förderung ihrer Autonomie und Selbstbestimmung sowie der Selbstvertretung ihrer Interessen. Weitere Infos findest du unter aids-nrw.de.


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