März 2017
Liebe Leser*innen,

am gestrigen 8. März war der Internationale Frauentag. Immerhin in 25 Staaten weltweit ein gesetzlicher Feiertag, wurde auf diesen Tag in den letzten Jahren eher von den Medien, zunehmend den sozialen Netzwerken, und allenfalls durch eine öffentliche Veranstaltung des Frauenministeriums aufmerksam gemacht. Mit der Wahl und Vereidigung des neuen amerikanischen Präsidenten wurde die Frauenbewegung nun, nicht nur in den USA, lauter - und sichtbarer. Auf Initiative der beiden Amerikanerinnen Krista Suh und Jayna Zweiman wurden pinkfarbene Strickmützen zum Symbol für Frauenrechte. Die Idee wurde bei der Vorbereitung für den "Women’s March on Washington" entwickelt. Ihr Ziel: ein einzigartiges und visuell auffälliges Statement für Frauenrechte setzen. Außerdem sollten Frauen, die nicht bei der Demonstration mitlaufen konnten, auch ihre Solidarität ausdrücken können. Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/ Aids in NRW griff diese Aktion gestern mit einer Fotoaktion unter dem Motto: "Die Würde ALLER Frauen ist unantastbar" auf. Unter #pussyhat posteten viele haupt- und ehrenamtliche Kolleginnen und auch Kolleg Bilder mit einem "Pussyhat" posten. Damit setzten sie ein Zeichen der Solidarität für Frauen- und Menschenrechte, hier in Deutschland und weltweit. Eine gelungene Aktion, die in ihrer Plakativität hoffentlich auch nach dem 8. März nicht endet und der weltweiten Frauenbewegung Auftrieb gibt. Wir bereiten uns derweil auf den großen Verbandstag der Aidshilfe NRW am 31. März und 1. April 2017 in Köln vor. Hier diskutieren ehren- und hauptamtliche Kolleg*innen aus den Mitgliedsorganisationen und den Landesarbeitsgeminschaften des Verbands, wie die Aidshilfearbeit in den vor uns liegenden Jahren weiter verbessert und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden kann. Ein wichtiges Ereignis für die Aidshilfe NRW. Wir freuen uns auf den Dialog mit vielen Kolleg*innen und erhoffen uns wichtige Impulse.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


AKTUELLES

Die Würde ALLER Frauen ist unantastbar.
Bilder der gelungenen XXelle-Aktion der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW zu #pussyhat sehen Sie hier (PDF-Datei).

Onlineumfrage zu "Schutz durch Therapie!"
Menschen mit HIV, die eine Therapie nehmen und deren Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, können andere nicht anstecken. "Schutz durch Therapie" ist eine Safer Sex Methode, die angewendet wird, wenn eine*r der Partner*innen HIV-positiv und der oder die andere HIV-negativ ist, und so vor HIV schützen kann. Machen Sie bitte mit und helfen Sie uns dabei, herauszufinden, wie verbreitet das Wissen über diese Möglichkeit, sich vor HIV zu schützen, ist, und ob sie anwendet wird. Das ist wichtig, um weitere Präventionsaktionen zu planen. Es wäre toll, wenn Sie sich knapp zehn bis 15 Minuten Zeit nähmen und unsere Onlineumfrage "Schutz durch Therapie" ausfüllten. Die Umfrage ist jetzt noch einmal verlängert worden. Sie finden sie unter ahnrw.de.


VERBAND

Wir können mehr! Verbandstag der Aidshilfe NRW
Das Programm steht. Es ist uns gelungen, zahlreiche Expert*innen aus der Aidshilfearbeit in den Regionen, den Landesverbänden und auf Bundesebene, aber auch externe Gäste zu gewinnen, um wichtige Impulse zu setzen und mit uns zu diskutieren. Den Ablauf des Verbandstags lesen Sie unter ahnrw.de. Die Einladung richtet sich in erster Linie an Vorstandsmitglieder, ehren- und hauptamtliche Kolleg*innen aus unseren Mitgliedsorganisationen und Landesarbeitsgemeinschaften. Sollten Sie Interesse haben, sich uns verbunden fühlen und einen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Arbeit leisten möchten, setzen Sie sich gern mit uns in Verbindung unter guido.schlimbach@nrw.aidshilfe.de.

Save the Date: 25. April 2017
Der Jahresempfang der Aidshilfe NRW findet in diesem Jahr am 25. April, wie immer im Düsseldorfer Maxhaus statt. Im Rahmen der Veranstaltung wird der Ehrenamtspreis "merk|würdig" vergeben. Die Einladungen werden in den nächsten Wochen versandt.


LEBEN MIT HIV

life+ - das Magazin zu den Positiven Begegnungen Hamburg 2016
Das Magazin mit Berichten über die Workshops, Diskussionen und Themen der Bundespositivenversammlung Positive Begegnungen, die vom 25. bis 28. August 2016 in Hamburg stattfand, finden Sie unter aidshilfe.de.

Bundesweites Treffen für HIV-positive Jugendliche
In Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendliche im Umfeld von HIV/AIDS veranstaltet die Deutsche AIDS-Hilfe 2017 wieder ein bundesweites Treffen für HIV-positive Jugendliche. Leiten Sie bitte die Ausschreibung (PDF-Datei) an interessierte Jugendliche weiter. Für Rückfragen steht in der Deutschen AIDS-Hilfe Heike Gronski unter heike.gronski@dah.aidshilfe.de gerne zur Verfügung. 


FRAUEN UND HIV/AIDS

LAG Frauen und HIV/Aids in NRW mahnt Datenschutz an
Niemand sei verpflichtet, andere über eine HIV-Infektion zu informieren. Darauf wies anlässlich des Internationalen Frauentags die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW hin. Die beiden LAG-Sprecherinnen Nicole Hohenkirch und Birgit Körbel erklärten, das Bewusstsein schärfen zu wollen, dass Menschen mit HIV durch Datenschutz und Schweigepflicht rechtlich geschützt seien. Die Entscheidung, wer von der HIV–Infektion erfahren soll, sei sehr persönlich und könne nur von den Menschen mit HIV selbst getroffen werden. Die Presseinformation dazu lesen Sie unter ahnrw.de.


SCHWULE MÄNNER

Erstmals deutlicher Rückgang der HIV-Neudiagnosen an großen Londoner Kliniken
Es klingt nach einer kleinen Sensation: Nach Jahren mit gleich bleibenden oder steigenden HIV-Diagnosen bei schwulen Männern ist ihre Zahl im Jahr 2016 an vier großen Kliniken für sexuelle Gesundheit in London erstmals deutlich zurückgegangen. Dies meldete das HIV Treatment Bulletin Ende Dezember, nachdem aus San Francisco bereits im September 2016 ein Rückgang der HIV-Neudiagnosen um 17 Prozent gemeldet worden war; dort entfallen etwa 72 Prozent der Neudiagnosen auf schwule und bisexuelle Männer. Da die Zahl der HIV-Tests und die Diagnosen anderer Geschlechtskrankheiten an den Londoner Kliniken etwa gleich geblieben sind, vermuten Fachleute die Ursache dafür nicht in weniger Tests oder mehr Kondomgebrauch, sondern vor allem in der Nutzung der HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) durch Männer der schwulen Community. Weitere Infos finden Sie unter ahnrw.de.

Immer mehr Syphilis-Infektionen in Deutschland – vor allem bei schwulen Männern
Seit 2010 steigt die Zahl der jährlich gemeldeten Syphilis-Infektionen an. 2015 ging die Kurve besonders stark nach oben: 8.834 Fälle wurden gemeldet, fast 20 Prozent mehr als 2014. Diese Daten finden sich im aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" des Robert Koch-Instituts. Bundesweit gab es demnach 2015 etwa 8,5 Syphilis-Fälle pro 100.000 Einwohner*innen (= Inzidenz). In den großen Städten waren es weit mehr: in Berlin zum Beispiel 39,0, in Köln 35,6 und in München 30,0. Die meisten Meldungen entfielen auf Männer, nur gut sechs Prozent auf Frauen. Am stärksten betroffen waren die 30- bis 39-jährigen Männer (34,9), aber auch bei den 25- bis 29-Jährigen (33,4) und den 40- bis 49-Jährigen (29,9) war die Inzidenz hoch. Angaben zum Infektionsrisiko lagen zu rund drei Vierteln der Meldungen vor. 84,7 Prozent davon entfielen auf Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), 15 Prozent auf heterosexuelle Übertragungen. Auf Sexarbeit gingen insgesamt 3,5 Prozent dieser Meldungen zurück, der Frauenanteil lag hier bei 96,3 Prozent. Der starke Anstieg der Syphiliszahlen beruht vor allem auf den steigenden Zahlen bei schwulen und anderen MSM: Insgesamt gab es bei ihnen 23,7 % mehr Meldungen als 2014, in sieben Bundesländern sogar über 25 Prozent mehr. Weitere Infos finden Sie unter aidshilfe.de.


YOUTHWORK

Videozusammenfassung "gerne anders!"-Fachtag in Hagen
Am 21. November 2016 fand der 4. Fachtag von "gerne anders!" in Hagen statt. Dort ging es einen Tag lang um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Jugendarbeit. Der Fachtag zeigte konkrete Alltagserfahrungen von jungen LSBTTIQ* Menschen auf und gab Anstöße, wie Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sich diesen Zielgruppen öffnen und sie, gewinnbringend für alle, unterstützen können. Eine schriftliche Dokumentation wird es im Luafe des Jahres geben. Bis dahin kann man sich unter gerne-anders.de die gelungene Videozusammenfassung ansehen.


DROGEN

Abgabe Einmalspritzen in NRW 2016
Die Menge der lose abgegebenen Einmalspritzen, die 2016 über die Drogenhilfe-Einrichtungen abgegeben bzw. getauscht wurden, lag bei 1.782.626 Stück. Das bedeutet einen Rückgang  zum Vorjahr, und zwar um circa 13,3 Prozent (273.576 Einmalspritzen). In folgenden Kreisen findet nach wie vor weder eine Spritzenvergabe über eine Einrichtung noch über Spritzenautomaten statt: Heinsberg, Hochsauerlandkreis, Höxter, Olpe, Rhein-Erft und Soest. Die Gesamtübersicht der abgegebenen Einmalspritzen der Jahre 2014-2016 und die Aufteilung auf die Kreise und kreisfreien Städte finden Sie hier.

Leitfaden zur Naloxonvergabe an Opiatkonsument*innen
Naloxon ist seit vielen Jahren als Notfallmedikament bei Überdosierungen bekannt. Seit mehreren Jahren wird fachöffentlich darüber diskutiert, ob und wie dieses Medikament an Opiatkonsument*innen sowie deren An- und Zugehörige als Notfallmedikament abgegeben werden kann bzw. darf. Von den Erfahrungen der ersten bestehenden Projekte gilt es zu lernen, um in der Folge Naloxon-Vergaben in den Regionen umzusetzen. Dazu möchte diese von JES NRW herausgegebene Broschüre beitragen und aufzeigen, was nötig ist, damit dies gelingen kann und solche Angebote von der Zielgruppe akzeptiert werden. Die Adressat*innen des Leitfadens und der Trainings sind sowohl Drogen gebrauchende Menschen im Allgemeinen und hiervon insbesondere JES-Engagierte, als auch Mitarbeiter*innen der potenziellen kommunalen Kooperationspartner*innen. Bestellt werden kann sie kostenlos bei der Aidshilfe NRW

Safer-Use-Training für Mitarbeiter*innen von Aids- und Drogenhilfen
Plakate und Broschüren zu Safer Use gibt es in fast allen Einrichtungen der Aids- und Droge(selbst)hilfe. Aber verfügen ihre Mitarbeiter*innen über ausreichend Kenntnisse, um Safer Use Techniken praxisnah vermitteln zu können? Aus Umfragen und den Rückmeldungen der Einrichtungen geht hervor, dass nur eine begrenzte Zahl der Mitarbeitenden an entsprechenden Fortbildungen teilgenommen hat. Hinzu kommt, dass die Personalfluktuation in vielen Einrichtungen sehr hoch ist. Kontinuierliche Fortbildung ist aber wichtig, um in diesen Bereichen eine qualitativ gute Arbeit leisten zu können. Wer neu ist in der Aids- und Drogen(selbst)hilfe und Grundwissen zu Safer Use erwerben möchte, hat in diesem Seminar die Gelegenheit dazu. In praktischen Übungen können die verschiedenen Methoden zur Minimierung von Infektionsrisiken kennengelernt werden. Den Ablauf des Safer-Use-Trainings lesen Sie hier (PDF-Datei), bei Interesse wenden Sie sich bitte an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de


STRAFVOLLZUG

Neue Website mit E-Learning-Angeboten zu Prävention und Harm Reduction in Haft
Im Rahmen des EU-Projekts HA-REACT (Joint Action on HIV and Co-Infection Prevention and Harm Re-duction) wurde eine Homepage eingerichtet, die unter anderem als E-Learning-Plattform und auch als Daten- und Wissensbank mit Berichten, Fallstudien und weiteren Publikationen dienen soll. Das bisherige E-Learning-Kursangebot bietet Fortbildungsmaterial zu den Themen Harm Reduction in Haft, Substitutionstherapie in Haft sowie Spritzen- und Kondomvergabe in Haft. Die Seite finden Sie unter harmreduction.eu.


MIGRATION

Gesundheitspreis NRW 2017
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW hat am 30. Januar 2017 den Gesundheitspreis 2017 ausgeschrieben. Thematischer Schwerpunkt ist der Bereich "Angekommen in Nordrhein-Westfalen: Flüchtlinge im Gesundheitswesen". Mit dem Gesundheitspreis 2017 werden beispielhafte Projekte ausgezeichnet, die dazu beitragen, dauerhaft tragfähige Strukturen in der medizinischen Versorgung von Geflüchteten und Asylsuchenden zu schaffen und die Integration geflüchteter Menschen in das Gesundheitswesen zu verbessern. Weitere wichtige Informationen zum Wettbewerb finden Sie unter mgepa.nrw.de.

App für geflüchtete Frauen
Das Land Nordrhein-Westfalen hat seit Beginn der verstärkten Flüchtlingsbewegungen die Situation geflüchteter Frauen besonders in den Blick genommen. Mit der in Deutschland einzigarten App „RefuShe“ gibt es in NRW für diese Zielgruppe nun ein niedrigschwelliges Informationsangebot. Die App bietet spezifische Informationen für geflüchtete Frauen über ihre grundlegenden Rechte wie Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung sowie über Hilfemöglichkeiten und Notfallnummern. Die App enthält leicht verständliche Texte und Videos, ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch und Paschtu verfügbar und kann ab sofort kostenlos im Google Playstore heruntergeladen werden. Weitere Informationen finden Sie unter mgepa.nrw.de.


VERSCHIEDENES

Gesichter gesucht!
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat im Jahr 2017 Großes vor. Im Mai startet eine Kampagne zur Vermeidung von Spätdiagnosen: Bis 2020 soll in Deutschland niemand mehr an Aids erkranken müssen! Im November geht wieder die Welt-Aids-Tags-Kampagne #positivzusammenleben an den Start. Menschen mit HIV zeigen sich in der Öffentlichkeit, unter anderem auf Großplakaten, und setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung, für Solidarität. Die Gestaltung mit den Schildern, auf denen Botschaften stehen, wird dabei wieder aufgegriffen und weiterentwickelt werden. Für beide Kampagnen wird die Unterstützung von Menschen mit HIV benötigt, die sich öffentlich zeigen und zu Wort melden möchten. Zum Thema Spätdiagnosen werden Menschen gesucht, die selbst eine Spätdiagnose hatten, weil sie sich lange Zeit nicht haben testen lassen oder niemand auf die Idee kam, dass bei bestimmten Beschwerden HIV im Spiel sein könnte. Besonders dringend werden noch Frauen gesucht. Diese Menschen werden nicht auf Plakaten zu sehen sein, sondern zum Beispiel auf einer Webseite, in Broschüren und bei der Auftaktveranstaltung. Wer wo genau in welcher Form aktiv wird, kann dies selbst individuell vereinbaren. #positivzusammenleben: Gesucht werden Menschen mit HIV, die Lust auf den großen Auftritt haben und für zeitgemäße Bilder von HIV und gegen Diskriminierung eintreten wollen. Für beide Kampagnen können sich Interessierte sich bei DAH-Pressesprecher Holger Wicht melden unter holger.wicht@dah.aidshilfe.de oder telefonisch unter 030 69 00 87 – 16.

Der nächste Newsletter erscheint im zweiten Quartal 2017
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.
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