Januar 2017
Liebe Leser*innen!
Bereits im Dezember-Newsletter hatten wir auf den Verbandstag der Aidshilfe NRW hingewiesen, der vom 31. März bis zum 1. April 2017 in Köln stattfinden wird. An beiden Tagen treffen sich ehren- und hauptamtlich engagierte Menschen aus unserem Verband, um spezifische Fragen und Inhalte unserer Arbeit und unserer Strukturen zu diskutieren. Dies geschieht sowohl in Plenarveranstaltungen als auch in kleineren Runden, die sich gezielt an die Zielgruppen der Aidshilfe richten und von den jeweiligen Fachbereichen vorbereitet werden. Für Frauen, aber auch Männer, die sich gern mit spezifischen, Frauen betreffenden Fragen auseinandersetzen, findet am zweiten Tag der Veranstaltung ein Workshop zum Thema HIV und Schwangerschaft statt. Als Referentin konnten wir Frau Dr. Annette Haberl vom HIV Center in Frankfurt gewinnen, die uns anhand neuester Forschungsergebnisse ein Update zum Thema geben wird und mit der wir Schlüsse für unsere weitere Arbeit ziehen werden. Nähere Informationen zum Ablauf des Fachtags, zu den Referent*innen und zum Rahmenprogramm erscheinen im Februar. Wir hoffen, viele Haupt- und Ehrenamtliche melden sich an, damit wir an den beiden Tagen zeigen können, wie breit und stark XXelle in den unterschiedlichen Regionen aufgestellt ist und welch wichtige Rolle die Frauenarbeit im Verband spielt. Wir sind uns sicher, dass der Verbandstag uns wichtige Impulse für die zukünftige Arbeit geben wird.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Onlineumfrage zu “Schutz durch Therapie!
Menschen mit HIV, die eine Therapie nehmen und deren Viruslast unter der Nachweisgrenze liegt, können andere nicht anstecken. Machen Sie bitte mit und helfen Sie uns dabei, herauszufinden, wie verbreitet das Wissen über diese Möglichkeit, sich vor HIV zu schützen, ist, und ob sie anwendet wird. Das ist wichtig, um weitere Präventionsaktionen zu planen. Es wäre toll, wenn Sie sich knapp 10 bis 15 Minuten Zeit nähmen und unsere Onlineumfrage "Schutz durch Therapie" ausfüllten. Die Umfrage finden Sie unter typeform.com.


P O L I T I K

Studie "Menschenhandel zum Zweck der Arbeitsausbeutung von Frauen"
Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen macht auf die Studie des Bundesweiten Koordinierungskreises gegen Menschenhandel (KOK e.V.) aufmerksam. Es sei kaum im Bewusstsein der Bevölkerung, dass in Deutschland außerhalb der Prostitution massenhaft Menschen ausgebeutet werden. Und während das Sexarbeitsgewerbe zukünftig starken Kontrollen unterworfen sein wird, sind in den anderen Bereichen Arbeitskontrollen in Deutschland schlicht nicht vorgesehen. Schließlich profitieren keine "Zuhälter", sondern Unternehmen und Privathaushalte von den billigen Arbeitskräften. Menschenhandel und Arbeitsausbeutung kämen in verschiedenen Branchen vor und müssten selbstverständlich bekämpft werden. Doch nur in Bezug auf Sexarbeit gäbe es die Diskussion, den ganzen Wirtschaftszweig "einzudämmen", um kriminelle Fälle zu verhindern. Mit der Studie möchte der KOK daher versuchen diese Genderstereotypisierung aufzubrechen und eine breitere Diskussion zu diesem Thema anzustoßen. Die Studie finden Sie unter kok-gegen-menschenhandel.de.

Friedrich-Ebert-Stiftung: Seminare für Frauen / Gender-Seminare
Das Landesbüro NRW der Friedrich-Ebert-Stiftung wendet sich speziell an Frauen, die sich bereits auf kommunalpolitischer Ebene oder im Ehrenamt vor Ort engagieren oder Lust haben, sich künftig in der Kommune aktiv einzumischen. Das Seminarangebot finden Sie unter fes.de.


S O Z I A L E S

Umfrage zu HIV & Reha
In der Themenwerkstatt "Reha, wir kommen" der Deutschen AIDS-Hilfe arbeiten Menschen mit und ohne HIV, die sich zum Ziel gesetzt haben, mehr über die Situation von Menschen mit HIV in Rehabilitationseinrichtungen zu erfahren und zur Verbesserung der Angebote beizutragen. Um herauszufinden, was HIV-positive Menschen dort erleben, welche Ziele sie sich stecken und wie diese in den einzelnen Rehabilitationseinrichtungen umgesetzt werden können, wurde ein Fragebogen entwickelt. Den Fragebogen finden Sie hier (PDF-Datei).

App für geflüchtete Frauen
Das Land Nordrhein-Westfalen hat seit Beginn der verstärkten Flüchtlingsbewegungen die Situation geflüchteter Frauen besonders in den Blick genommen. Mit der in Deutschland einzigarten App „RefuShe“ gibt es in NRW für diese Zielgruppe nun ein niedrigschwelliges Informationsangebot. Die App bietet spezifische Informationen für geflüchtete Frauen über ihre grundlegenden Rechte wie Gewaltfreiheit und Gleichberechtigung sowie über Hilfemöglichkeiten und Notfallnummern. Die App enthält leicht verständliche Texte und Videos, ist in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch, Kurdisch und Paschtu verfügbar und kann ab sofort kostenlos im Google Playstore heruntergeladen werden. Weitere Informationen finden Sie unter mgepa.nrw.de.


G E S U N D H E I T

Weltgesundheitsorganisation empfiehlt HIV-Selbsttests

Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hat die Weltgesundheitsorganisation Leitlinien zur HIV-Selbsttestung und Partnerbenachrichtigung veröffentlicht, welche die im Sommer 2015 herausgegebenen Leitlinien zu HIV-Testangeboten ergänzen. Die zwei wichtigsten Empfehlungen sind, dass HIV-Selbsttests als zusätzliche Maßnahme zur HIV-Testung angeboten werden und die unterstützte freiwillige Benachrichtigung von Partner*innen Menschen mit HIV als Element eines umfassenden Pakets zur Testung und Behandlung angeboten werden sollte. Mehr dazu finden Sie unter magazin.hiv.

Medizinische Rundreise 2017 der DAH
Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) bietet auch 2017 wieder die bundesweit durchgeführte Fortbildungs-Seminarreihe zu medizinischen Fragestellungen zu HIV, sexuell übertragbaren Infektionen und Hepatiden an. Einzelne Seminare können von den Mitgliedsorganisationen gebucht werden. Sie sollen aber auch der Vernetzung zu Gesundheitsämtern, Drogeneinrichtungen, Sexualberatungsstellen, Jugend- und Migrationsarbeit dienen. Das Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei).

HIVreport mit dem Schwerpunktthema PrEp
Der neue HIVreport mit dem Schwerpunktthema Präexpositionsprophylaxe ist da. Themen sind Zugang - Verfügbarkeit in Europa, Sicherheit - Generika übers Internet, PrEP nach Bedarf -  Das Ipergay-Problem, PrEP mit Descovy® - Die Discover-Studie sowie Hinweise für Ärzt*innen und PrEP-User von der Herstellerfirma. Den Link zum Download des aktuellen Reports finden Sie unter hivreport.de.


M E D I E N


Flyer "Faire Kunden gewinnen"
Die Deutsche AIDS-Hilfe hat eine Karte entwickelt, die Freier prägnant auf einen respektvollen Umgang mit den Sexarbeiterinnen und auf gesundheitliche Risiken von unsafen Sexualpraktiken hinweist. Die Postkarte für Kunden in der Prostitution "Faire Kunden gewinnen" ist neben Deutsch Englisch, Russisch und Türkisch nun auf Wunsch vieler Frauen auch in Arabisch erhältlich. Sie können sich den Flyer anschauen unter aidshilfe.de, bestellen können Sie ihn bei versand@dah.aidshilfe.de mit der Bestellnummer: 073007.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


3. bis 5. Februar 2017 | Remagen
19. bis 21. Mai 2017 | Remagen
Beratung und Betreuung von Drogenbraucher*innen
Im sozialen Hilfesystem gehört die Drogenarbeit zu den Bereichen mit der höchsten Mitarbeiterfluktuation. Die Konfrontation mit prekären gesundheitlichen Problemen (etwa Ko-Infektionen mit HIV und Hepatitis). Verelendung und Tod, die gesellschaftliche Ächtung des Drogenkonsums und die Ausgrenzung HIV-infizierter oder Aids-kranker Drogenkonsument*innen fördern Gefühle der Ohnmacht und Überforderung und lassen – schneller als in anderen Bereichen – die Frage nach dem Sinn der Arbeit aufkommen. Das zweiteilige Seminar will Mitarbeiter*innen, die im Bereich „HIV/Aids und Drogengebrauch“ arbeiten, einen geschützten Raum bieten, in dem sie ihre Arbeit reflektieren und die Frage nach den Grenzen der Akzeptanz stellen und bearbeiten können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

3. bis 5. März 2017 | Travemünde
Konzeptseminar: Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Das Vernetzungstreffen (I. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids) muss aus finanztechnischen Gründen auch in diesem Jahr im Rahmen eines sogenannten "Konzeptseminars" stattfinden. Die BAG Frauen erstellte parallel eine Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. In diesem Seminar werden die Ergebnisse der Umfrage sowie die Arbeitshilfe vorgestellt. Beide sollen die Grundlage für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung frauenspezifischer Beratungsangebote in Aidshilfen und anderen Beratungseinrichtungen bilden. Dementsprechend ist geplant, über das Umfrageergebnis, die Arbeitshilfe und die weitere Vorgehensweise zu diskutieren und Vorschläge für die Weiterentwicklung der Angebote zu erarbeiten. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

12. bis 15. März und 10. bis 13. September 2017 | Reinhausen
HIV und Sozialrecht – Training für den Beratungsalltag
In der Aidshilfe-Beratung werden immer wieder auch Fragen zum Sozialrecht gestellt. In diesem Grundkurs werden die Grundlagen des Sozialrechts vermittelt, wobei die verschiedenen Gesetze ebenso ihren Platz haben wie die Rechte und Pflichten der Sozialbehörden. Zusätzlich sollen praktische Übungen zu mehr Handlungsfähigkeit verhelfen. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

17. bis 19. März 2017 | Dresden
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 1
Aufgrund der veränderten Strukturen in der weiblichen Prostitution wird es für Sexarbeiterinnen immer schwieriger Informationen zu sicheren, professionellen Arbeitsweisen zu bekommen. Vielen Sexarbeiterinnen fehlen Grundkenntnisse zum Thema sexuelle Gesundheit. Im Beratungsalltag steigt die Nachfrage nach berufsspezifischen Informationen zur Prostitution. In diesem Seminar wird die Bedeutung berufsspezifischer Beratung für die Präventionsarbeit thematisiert, Inhalte vorgestellt und Vermittlungsmöglichkeiten erprobt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

12. bis 13. Juni 2017 | Düsseldorf
Leben, Studieren und Arbeiten in Deutschland
Dieses Seminar dient dem Erwerb wie auch der Auffrischung und Erweiterung des Fachwissens zum EU- und Asylrecht, um die Beratungsqualität von Aidshilfen und anderen Einrichtungen im Feld "HIV/Aids-Prävention und Migration" zu sichern. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

14. bis 17. Juni 2017 | Salzburg
16. Deutscher und 22. Österreichischer AIDS Kongress
Wir freuen uns bekanntzugeben, dass der Deutsch-Österreichische AIDS Kongress 2017 in Salzburg stattfinden wird. Hier erhalten Sie die Ausschreibung des Communityboards (PDF-Datei), die Ausschreibung von Projekten (PDF-Datei), die entsprechende Anmeldung (PDF-Datei) sowie den Antrag auf ein Stipendium (PDF-Datei).

8. bis 10. September 2017 | Berlin
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 2
Der permanente Wandel in der Präventionsarbeit und Beratung von Sexarbeiterinnen ist sowohl durch hohe Mobilität und Fluktuation innerhalb dieser Zielgruppe als auch durch Veränderungen oder Nachbesserungen auf Gesetzesebene bedingt. Viele Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der noch geltenden Gesetzeslage werden bisher wenig und sehr unterschiedlich genutzt und umgesetzt. Gerade durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Erweiterung der Europäischen Union hat sich die Arbeitsplatzsituation für Sexarbeiterinnen in Deutschland verändert, was auch auf die Strukturen von Arbeit in der Prostitution zutrifft. Insbesondere Migrantinnen bleibt als Arbeitsmöglichkeit oft nur der Weg in die Prostitution. Neben gut informierten und professionell arbeitenden weibliche Sexworker arbeiten so auch zunehmend Frauen ohne den entsprechenden Hintergrund in der Sexindustrie. Gemeint sind Frauen, die nie mit Gesundheitsförderung und HIV/STI-Prävention in Berührung gekommen sind. Dadurch verändert sich das Arbeitsfeld von weiblichen Streetworken und Beraterinnen. Neue Wege der Prävention müssen gefunden werden. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Terminübersicht der landesweiten Positiventreffen 2017
Seit über 20 Jahren gibt es die landesweiten Positiventreffen von POSITHIV HANDELN. Für Menschen mit HIV in NRW sind sie ein Ort für Austausch, Ermutigung und Information. Sie leben von dem, was die Teilnehmer*innen mitbringen. Sie werden vorbereitet und moderiert von erfahrenen Referent*innen. Es gibt nicht nur ein Seminarprogramm, sondern auch Gesprächsgruppen und Freizeitangebote. Die Terminübersicht für 2017 finden Sie unter posithiv-handeln.de. Alle weiteren Termine aus dem Bereich POSITHIV HANDELN NRW finden Sie unter posithiv-handeln.de.

NRW SelbsthilfePreis 2017
Der NRW SelbsthilfePreis ist eine Initiative der gesetzlichen Krankenkassen und -verbände in Nordrhein-Westfalen und wurde 2014 erstmalig verliehen. Die gesetzlichen Krankenkassen und -verbände unterstützen und fördern seit vielen Jahren die Aktivitäten der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe, zum Beispiel durch finanzielle Hilfen, als Pauschal- und Projektförderung. Bewerbungsschluss ist der 28. Februar 2017. Teilnahmebedingungen, Kategorien, Preise und das Formular finden Sie unter gkv-selbsthilfefoerderung-nrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint im Februar 2017. 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Februar per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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