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01 | 2017
Liebe Leser*innen,

wir wünschen euch natürlich zuallererst ein schönes neues Jahr. Zum Start des Jahres hat sich in der Landesgeschäftsstelle etwas verändert. Unser langjähriger Kollege Reinhard Klenke, der die Bereiche "Schwule|Prävention" und "Herzenslust" aufgebaut und stark geprägt hat, ist in den Ruhestand getreten. Zu Beginn des Newsletters überlassen wir ihm das Wort, welches er für einen Rückblick nutzt und auch für einen Ausblick. Wir freuen uns, dass er uns auch zukünftig bei dem Projekt "Schwule und Alter mit und ohne HIV" unterstützen wird. 

2017 geht es vielfältig weiter. Deshalb möchten wir euch auf den Verbandstag der Aidshilfe NRW aufmerksam machen. Dieser findet am 31. März und 1. April 2017 im KOMED in Köln statt. An beiden Tagen treffen sich ehren- und hauptamtlich engagierte Menschen aus unserem Verband, um spezifische Fragen und Inhalte unserer Arbeit und unserer Strukturen zu diskutieren. 

"Beratung und Test" für Schwule und andere MSM wird im Rahmen des Verbandstags ein Schwerpunktthema sein, da sich insbesondere in den letzten Monaten gezeigt hat, dass dieser Bereich (von Testangeboten über Heimtests bis hin zu zielgruppenspezifischen Beratungsangeboten) sowohl bei Herzenslust als auch in den Aidshilfen ein dringliches Thema ist. 

Mit Vertretern aus Projekten, unserem Fachvorstand und bundesweiter Unterstützung durch Michael Tappe (Projektkoordinator Checkpoints/Deutsche AIDS-Hilfe) wollen wir an dem Samstag gemeinsam erarbeiten, welche Qualitätsstandards wir weiterhin benötigen und in welchen Bereichen wir vielleicht auch einige "heilige Kühe" vom Eis bewegen können, sollen oder müssen. 

Nähere Informationen zum Ablauf, den Referent*innen und zum Rahmenprogramm erreichen euch in den nächsten Wochen. Wir hoffen, viele Haupt- und Ehrenamtliche melden sich an, damit wir an den beiden Tagen zeigen können, wie breit und stark Herzenslust in den unterschiedlichen Regionen aufgestellt ist und welch wichtige Rolle wir in der Mitgestaltung des Verbandes spielen. Eure Mitarbeit ist hier ein wertvoller und unverzichtbarer Baustein. 

Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden
Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt



Abschied und Dank von Reinhard Klenke
Nach 29 Jahren bei der Aidshilfe NRW verabschiedet sich unser Kollege Reinhard Klenke in den Ruhestand. Den vorbereiteten Text seiner Rede bei seiner Verabschiedung findest du hier (PDF-Datei).

Jahresprogramm Herzenslust 2017
Herzenslust versteht sich nach wie vor als innovatives Präventionsprojekt, greift aktuelle Trends in der Szene auf und sucht immer wieder neue Wege in der HIV- und STI-Prävention. Somit bilden die Vernetzung und der fachliche Austausch der Akteur*innen vor Ort weitere zentrale Elemente unserer Arbeit. Um dies zu ermöglichen und dem sich kontinuierlich verändernden medizinischen Wissensstand gerecht zu werden, haben wir vielfältige Trainingsangebote für ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeiter*innen entwickelt. Wir freuen uns auf eine rege Teilnahme an unseren Trainings und Fachveranstaltungen im Jahr 2017. Einladungen und Ausschreibungen mit ausführlicheren Informationen zu den jeweiligen Veranstaltungen werden wir ca. vier Wochen vorher per Mail oder per Post versenden. Die aktuelle Jahresübersicht findest du hier (PDF-Datei).


Einladung zum Fachtag "Eine Community für alle?!" am 28. Januar 2017 in Bochum
Am 28. Januar 2017 findet in Bochum der Fachtag "Eine Community für alle?!" statt. Die Diskussionen über Flucht, Einwanderung und Rassismus in den Medien und den sozialen Netzwerken werden oft in sehr populistischer, unsachlicher und auch uninformierter Art und Weise geführt. Es lohnt sich zu fragen: Wer spricht? Wer wird gehört? Und wer nicht? Der Fachtag thematisiert Rassismus-Erfahrungen aus vielfältigen Perspektiven und lädt dazu ein, zuzuhören, nachzudenken und zu diskutieren. Die detaillierte Einladung findest du hier PDF-Datei).

Einladung zum Fachtreffen "Gayromeo Health Support und Health Chat NRW" am 28. Januar 2017 in Köln
Am 28. Januar 2017 findet das Fachtreffen für NRW Health Supporter bei Gayromeo und dem Health Chat statt. Neben einem Austausch stehen Neuigkeiten rund um den neuen Health Chat und eine Einheit zum Thema PrEP auf der Tagesordnung. Die ausführliche Einladung findest du hier (PDF-Datei).

Einladung zum Fachtag "Jugendsexualität – Wie ticken Jugendliche und was brauchen sie?" am 9. März 2017 in Wuppertal
Pro familia NRW lädt am 9. März 2017 nach Wuppertal zur Fachtagung "Jugendsexualität – Wie ticken Jugendliche und was brauchen sie?" ein. Die Fachtagung startet mit Vorträgen: Angelika Heßling, Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln, wird die Ergebnisse der Studie "Jugendsexualität 2015" vorstellen. Prof. Dr. Nicola Doering, Technische Universität Ilmenau, wird einen Vortrag zum Thema "Jugendsexualität und Internet: Mythen, Fakten, Fragen" halten. Weitere Infos findest du unter aids-nrw.de.

Videozusammenfassung "gerne anders!"-Fachtag in Hagen
Am 21. November 2016 fand der 4. Fachtag von "gerne anders!" in Hagen statt. Dort ging es einen Tag lang um sexuelle und geschlechtliche Vielfalt in der Jugendarbeit. Der Fachtag zeigte konkrete Alltagserfahrungen von jungen LSBTTIQ* Menschen auf und gab Anstöße, wie Fachkräfte der Kinder- und Jugendhilfe sich diesen Zielgruppen öffnen und sie, gewinnbringend für alle, unterstützen können. Eine schriftliche Dokumentation wird es im Luafe des Jahres geben. Bis dahin kann man sich unter gerne-anders.de die gelungene Videozusammenfassung ansehen.

Info für Geflüchtete zu Gleichberechtigung und sexueller Orientierung
Der Arbeiter-Samariter-Bund, der Paritätische Gesamtverband und der Lesben- und Schwulenverband Deutschland haben eine Orientierungshilfe zum Themenbereich "Gleichberechtigung von Menschen unterschiedlichen Geschlechts bzw. verschiedener sexueller Identität" entwickelt. Der Text erläutert den gleichberechtigten Status von Frauen und Männern und von Menschen verschiedener sexueller Orientierung bzw. geschlechtlicher Identität in Deutschland. Die Ausführungen betonen die gelebte Vielfalt der individuellen Lebensentwürfe in der deutschen Gesellschaft und fordern ein respektvolles Zusammenleben von Frauen und Männern als auch von Heterosexuellen, Lesben, Schwulen und Trans* ein. Die Broschüre zum Download findest du unter aids-nrw.de.

Sensibilisierung für Mitarbeitende in Geflüchteten-Unterkünften zu LSBTTIQ*
Die Landeskoordination "Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW" im rubicon bietet Vorträge und Workshops zur Sensibilisierung von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter*innen in Unterkünften für Geflüchtete an. Ziel ist es, Wissen, Aufmerksamkeit und Offenheit zum Thema sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität sowie der Lebensrealität von LSBTTIQ*-Geflüchteten zu schaffen, Unterkünfte in der Entwicklung spezieller Schutz- und Unterstützungskonzepte zu schulen sowie Handlungssicherheit der Mitarbeiter*innen zu fördern. Weitere Infos findest du unter aids-nrw.de.

HIVreport mit dem Schwerpunktthema PrEp
Der neue HIVreport mit dem Schwerpunktthema PrEp ist da. Themen sind diesbezüglich Zugang: Verfügbarkeit in Europa, Sicherheit: Generika übers Internet, PrEP nach Bedarf:  Das Ipergay-Problem, PrEP mit Descovy®: Die Discover-Studie sowie Hinweise für Ärzt*innen und PrEP-User von der Herstellerfirma. Den aktuellen Report findest du zum Download unter hivreport.de.

Weltgesundheitsorganisation empfiehlt HIV-Selbsttests
Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember 2016 hat die Weltgesundheitsorganisation Leitlinien zur HIV-Selbsttestung und Partner*innenbenachrichtigung veröffentlicht, welche die im Sommer 2015 herausgegebenen Leitlinien zu HIV-Testangeboten ergänzen. Die zwei wichtigsten Empfehlungen sind, dass HIV-Selbsttests als zusätzliche Maßnahme zur HIV-Testung angeboten werden und die unterstützte freiwillige Benachrichtigung von Partner*innen Menschen mit HIV als Element eines umfassenden Pakets zur Testung und Behandlung angeboten werden sollte. Mehr dazu findest du unter magazin.hiv. Wir möchten darauf hinweisen, dass dies auch ein Thema beim Verbandstag der Aidshilfe NRW am 31. März und 1. April 2017 sein wird. Interessierte sollten sich das Datum vormerken. Eine gesonderte Einladung wird in den kommenden Wochen versandt.

Erstmals deutlicher Rückgang der HIV-Neudiagnosen an großen Londoner Kliniken
Es klingt nach einer kleinen Sensation: Nach Jahren mit gleich bleibenden oder steigenden HIV-Diagnosen bei schwulen Männern ist ihre Zahl im Jahr 2016 an vier großen Kliniken für sexuelle Gesundheit in London erstmals deutlich zurückgegangen. Es handelt sich dabei um die Kliniken 56 Dean Street, die größte ihrer Art in London (minus 40%), Mortimer Market Centre (minus 50%), Bart’s Health Sexual Health (minus 36%) und Homerton Sexual Health Services (minus 40%). Dies meldete das HIV Treatment Bulletin Ende Dezember, nachdem aus San Francisco bereits im September 2016 ein Rückgang der HIV-Neudiagnosen um 17 Prozent gemeldet worden war; dort entfallen etwa 72% der Neudiagnosen auf schwule und bisexuelle Männer. Da die Zahl der HIV-Tests und die Diagnosen anderer Geschlechtskrankheiten an den Londoner Kliniken etwa gleich geblieben sind, vermuten Fachleute die Ursache dafür nicht in weniger Tests oder mehr Kondomgebrauch, sondern vor allem in der Nutzung der HIV-Prä-Expositions-Prophylaxe (PrEP) durch Männer der schwulen Community. Weitere Infos findest du unter aidshilfe.de.

Englischer Gesundheitsdienst NHS plant große Studie zur HIV-PrEP
Der National Health Service (NHS) England will die HIV-PrEP im Rahmen einer groß angelegten Studie mit mindestens 10.000 Teilnehmer*innen finanzieren. Das gab der englische Gesundheitsdienst am Sonntag in einer Pressemitteilung bekannt. Die dreijährige Studie unter der Leitung des nationalen Gesundheitsinstituts Public Health England soll voraussichtlich im Frühjahr 2017 starten und grundlegende Fragen im Hinblick auf eine Implementierung der "Pille zum Schutz vor HIV" in England klären, so der NHS weiter. Dafür will der National Health Service laut dem HIV-Magazin Aidsmap bis zu 10 Millionen britische Pfund zur Verfügung stellen und dabei sowohl die Kosten für das PrEP-Medikament Truvada als auch die Kosten für Untersuchungen und die medizinische Betreuung übernehmen. Weitere Infos findest du unter aidshilfe.de.

Immer mehr Syphilis-Infektionen in Deutschland – vor allem bei schwulen Männern
Seit 2010 steigt die Zahl der jährlich gemeldeten Syphilis-Infektionen an. 2015 ging die Kurve besonders stark nach oben: 8.834 Fälle wurden gemeldet, fast 20 Prozent mehr als 2014. Diese Daten finden sich im aktuellen "Epidemiologischen Bulletin" des Robert Koch-Instituts. Bundesweit gab es demnach 2015 etwa 8,5 Syphilis-Fälle pro 100.000 Einwohner*innen (= Inzidenz). In den großen Städten waren es weit mehr: in Berlin zum Beispiel 39,0, in Köln 35,6 und in München 30,0. Die meisten Meldungen entfielen auf Männer, nur gut sechs Prozent auf Frauen. Am stärksten betroffen waren die 30- bis 39-jährigen Männer (34,9), aber auch bei den 25- bis 29-Jährigen (33,4) und den 40- bis 49-Jährigen (29,9) war die Inzidenz hoch. Angaben zum Infektionsrisiko lagen zu rund drei Vierteln der Meldungen vor. 84,7 Prozent davon entfielen auf Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), 15 Prozent auf heterosexuelle Übertragungen. Auf Sexarbeit gingen insgesamt 3,5 Prozent dieser Meldungen zurück, der Frauenanteil lag hier bei 96,3 Prozent. Der starke Anstieg der Syphiliszahlen beruht vor allem auf den steigenden Zahlen bei schwulen und anderen MSM: Insgesamt gab es bei ihnen 23,7 % mehr Meldungen als 2014, in sieben Bundesländern sogar über 25 Prozent mehr. Weitere Infos findest du unter aidshilfe.de.

Gehäuft Fälle von Hepatitis A bei schwulen Männern aufgetreten
In den letzten Monaten kam es vermehrt zu Hepatitis-A-Erkrankungen bei Männern, die Sex mit Männern haben. Wie das Robert Koch-Institut in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin berichtet, werde eine Häufung der Fälle insbesondere in Berlin beobachtet. Seit Mitte November 2016 übermittelte das Berliner Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGeSo) demnach 19 Hepatitis-A-Erkrankungen, davon sind 18 bei Männern aufgetreten, 14 von ihnen gaben an, zur Gruppe der MSM zu gehören. Zum Vergleich: In den fünf Vorjahren wurden laut RKI in Berlin im gleichen Zeitraum im Mittel 12 Hepatitis-A-Erkrankungen bei ausgeglichenem Geschlechterverhältnis gemeldet. Die Zahl der Erkrankungen scheint insgesamt zwar nicht besonders hoch zu sein, möglich ist aber, dass es noch wesentlich mehr nicht diagnostizierte beziehungsweise nicht gemeldete Fälle von Hepatitis A gibt. Auch in anderen Ländern Europas seien in der zweiten Hälfte des letzten Jahres gehäuft Hepatitis-A-Erkrankungen bei MSM beobachtet worden, berichtete das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) im Dezember 2016. Betroffen seien demnach neben Deutschland auch Großbritannien, Spanien und Italien. Weitere Infos findest du unter aidshilfe.de.

Björn Beck in den Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe berufen
Björn Beck verstärkt ab sofort den Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe. Der Frankfurter HIV-Aktivist wurde vom bisherigen Vorstand einstimmig kooptiert. Damit ist der Vorstand nach dem Rücktritt von Tino Henn im Oktober 2015 bis zur regulären Neuwahl bei der Mitgliederversammlung im November 2017 wieder mit fünf Personen besetzt. Björn Beck ist bereits in vielfältigen Funktionen aktiv gewesen. Bis August war er einer von zwei Sprecher*innen des Selbsthilfe-Gremiums "PositHIVe Gesichter" der Deutschen AIDS-Hilfe. Seit 2015 leitet er bei der Hessischen Aids-Hilfe die Präventionskampagne "HESSEN IST GEIL!". Als Protagonist der diesjährigen Welt-Aids-Tags-Kampagne "Positiv zusammen leben" machte er sich für Respekt gegenüber HIV-positiven Menschen und für zeitgemäße Bilder vom Leben mit HIV stark. Er ist außerdem Mitglied bei positiv e.V.

Stellenausschreibung der FH Dortmund: Wissenschaftliche*r Mitarbeiter*in im Fachbereich Angewandte Sozialwissenschaften
Die Stelle ist im Rahmen des vom Land Nordrhein-Westfalen geförderten Projektes "Wissensportal Soziale Teilhabe und Gesundheit von lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender und intergeschlechtlichen Menschen" zu besetzen. Zu den Aufgaben gehören insbesondere wissenschaftliche Dienstleistungen im Rahmen des Aufbaus eines Online-Wissensportals (Repositorium, Videoportal, Wissensdatenbank), Erarbeitung eines Konzeptes und Workflows, Zusammenarbeit mit den beteiligten externen und internen Kooperationspartner*innen, Erarbeitung und Umsetzung eines Disseminationskonzeptes, Mitarbeit an Projektveröffentlichungen und Projektberichten. Weitere Informationen findest du unter fh-dortmund.de.

Gerne wollen wir nochmal daran erinnern, dass du uns interessante News, Tipps, Termine, Aktionen vor Ort etc. zusenden kannst, die wir hier im Newsletter veröffentlichen. Diese einfach per Mail an herzenslust-newsletter@nrw.aidshilfe.de senden.
 
 
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