Weihnachten 2016
Liebe Leser*innen,

er Anschlag von Berlin hat uns alle schockiert! Neben unserem Mitgefühl für alle Opfer und deren Angehörige gilt unsere Verachtung allen, die ein solches Attentat für ihre populistischen Zwecke missbrauchen, um damit Spaltung und Hass in unserer Gesellschaft zu tragen. Wir stehen zu unseren Werten und treten weiterhin für eine offene, pluralistische Gesellschaft ein! Daher werden unsere Arbeit und unser Engagement 2017 nicht weniger! Gerade im Jahr der Landtags- und Bundestagswahl wollen wir uns als Verband positionieren: Wir stehen mehr denn je für Akzeptanz von Menschen mit HIV, Gleichberechtigung aller Menschen, unabhängig von ihrer sexuellen Identität und Orientierung, sowie den gleichen Zugang zur gesundheitlichen Versorgung für alle. Engstirnigkeit, Populismus, Wissenslücken, Fremdenfeindlichkeit und Intoleranz müssen wir etwas entgegensetzen. Auch im kommenden Jahr werden wir daran mitwirken, gut erreichbare Strukturen für Beratung, Betreuung und medizinisch-pflegerische Versorgung zu schaffen. Wir streiten für eine solidarische Gesellschaft sowie den Abbau von Diskriminierung und Stigmatisierung. Allen, die uns dabei unterstützen, gilt unser Dank. Wir wünschen Ihnen an dieser Stelle frohe und erholsame Weihnachtsfeiertage und einen guten Start ins neue Jahr!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


AKTUELLES

Wir können mehr!
Wenige Tage vor dem Welt-Aids-Tag informierten wir die in der Landespressekonferenz in Düsseldorf akkreditierten Journalist*innen über aktuelle Zahlen und die Ziele unseres Verbands im Hinblick auf die Landtagswahl 2017. Die Deutsche Presseagentur zitierte unseren Landesgeschäftsführer Patrik Maas: "Mit weniger Diskriminierung hätte man weniger Neuinfektionen.! Die Angst vor Ausgrenzung könne Menschen davon abhalten, sich ihrer Erkrankung oder der Infektion zu stellen. Betroffene würden deshalb unter Umständen nicht zur Therapie gehen oder sich nicht einmal testen lassen. Diese Meldung wurde von zahlreichen Print- und Onlinemedien übernommen. Die Pressemappe der Jahrespressekonferenz finden Sie hier (PDF-Datei), unsere Forderungen als gesonderter Flyer hier (PDF-Datei).

Reinhard Klenke in den Ruhestand verabschiedet
An dieser Stelle verabschieden wir uns von einem langjährigen Kollegen, der jetzt nach 29 Jahren bei der Aidshilfe NRW in den Ruhestand geht. Kaum jemand anderer hat die Arbeit der Aidshilfe NRW so beeinflussen und prägen können wie Reinhard Klenke. Als Miterfinder von Herzenslust und Koordinator der Prävention für schwule Männer, als ehrenamtliches Vorstandsmitglied des Schwulen Netzwerks, der Aidshilfe Köln und des KLuST und nicht zuletzt als stellvertretender Landesgeschäftsführer konnte er viel bewirken. Wir danken ihm an dieser Stelle für die gute Zusammenarbeit und wünschen ihm für den „dritten Lebensabschnitt“ alles Gute, vor allem Gesundheit und niemals Langeweile. Dafür sorgt schon seine Vorstandstätigkeit für BISS. Den Text seiner Dankesrede bei der Verabschiedung lesen Sie hier (PDF-Datei).

Weltgesundheitsorganisation empfiehlt HIV-Selbsttests
Anlässlich des Welt-Aids-Tags am 1. Dezember hat die Weltgesundheitsorganisation Leitlinien zur HIV-Selbsttestung und Partnerbenachrichtigung veröffentlicht, welche die im Sommer 2015 herausgegebenen Leitlinien zu HIV-Testangeboten ergänzen. Die zwei wichtigsten Empfehlungen sind, dass HIV-Selbsttests als zusätzliche Maßnahme zur HIV-Testung angeboten werden und die unterstützte freiwillige Benachrichtigung von Partner*innen Menschen mit HIV als Element eines umfassenden Pakets zur Testung und Behandlung angeboten werden sollte. Mehr dazu finden Sie unter magazin.hiv.


VERBAND

Save the date: Verbandstag am 31. März und 1. April 2017
Damit die Aidshilfearbeit auch in den vor uns liegenden Jahren weiter verbessert und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden kann, lädt die Aidshilfe NRW im Frühjahr 2017 zu einem Verbandstag ein, bei dem spezifische Fragen unserer Inhalte und Strukturen diskutiert werden. Neben Vorträgen und Diskussionen mit den anwesenden Vertreter*innen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen, finden Themenworkshops statt, die sich an unsere Zielgruppen richten. Der Verbandstag findet am 31. März und 1. April 2017 KOMED in Köln statt. Im Januar erfolgt hierzu eine detaillierte Vorabinformation, im Februar erscheint dann das Programm. Wir bitten heute darum, sich den Termin bereits vorzumerken.

"Letzter Aufruf" zu merk|würdig 2017
Gerne erinnern wir noch einmal an unseren Ehrenamtspreis "merk|würdig". Bis Ende des Jahres können noch Vorschläge für Ehrenamtliche unterbreitet werden, die diesen Preis verliehen bekommen sollten: Menschen, ohne deren tatkräftige Unterstützung unser Verband nicht zu dem geworden wäre, der er heute ist. Bitte senden Sie Vorschläge mit einer kurzen Begründung an markus.schmidt@nrw.aidshilfe.de.

Björn Beck in den Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe berufen
Der Frankfurter HIV-Aktivist Björn Beck wurde vom bisherigen Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe einstimmig kooptiert. Damit ist der Vorstand nach dem Rücktritt von Tino Henn im Oktober 2015 bis zur regulären Neuwahl bei der Mitgliederversammlung im November 2017 wieder mit fünf Personen besetzt. Björn Beck ist bereits in vielfältigen Funktionen aktiv gewesen. Bis August war er einer von zwei Sprecher*innen des Selbsthilfe-Gremiums "PositHIVe Gesichter" der Deutschen AIDS-Hilfe. Seit 2015 leitet er bei der Hessischen Aids-Hilfe die Präventionskampagne "HESSEN IST GEIL!". Als Protagonist der diesjährigen Welt-Aids-Tags-Kampagne "Positiv zusammen leben" machte er sich für Respekt gegenüber HIV-positiven Menschen und für zeitgemäße Bilder vom Leben mit HIV stark. Für die Aidshilfe NRW war er im Herbst als externer Berater im ZSP-Beirat tätig.


LEBEN MIT HIV

HIV-Community-Preis 2017
Der Welt-Aids-Tag war auch Startschuss für die Ausschreibung zum HIV-Community-Preis 2017, die bis zum 31. März 2017 läuft. Mit dem HIV-Community-Preis werden wegweisende Projekte ausgezeichnet, die direkt vor Ort die persönlichen Lebensumstände von Menschen mit HIV verbessern. Die Deutsche AIDS-Gesellschaft, die Deutsche AIDS-Hilfe, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter und Janssen loben den mit 12.000 Euro dotierten Preis in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge aus. Die Verleihung findet im Juni 2017 im Rahmen des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses (DÖAK) in Salzburg statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter hiv-community-preis.de.


FRAUEN UND HIV/AIDS

Die DHIVA zum Winter ist da!
Die neue Ausgabe des Magazins erscheint mit Beiträgen über Frauen zwischen Gesetz und Selbstbestimmung, den Gesundheitstag für Migrantinnen und Diskriminierung in der ärztlichen Praxis. Außerdem Neues vom Netzwerk Frauen und Aids und spannende Buch-Tipps. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE MÄNNER

Fachtag Rassismus-Erfahrungen am 28. Januar 2017
Flucht, Einwanderung und Rassismus werden in den Medien und den sozialen Netzwerken oft in sehr populistischer, unsachlicher und auch uniformierter Art diskutiert. Zudem schüren rechte Kräfte bewusst Ängste und Vorurteile gegenüber Geflüchteten und Migrant*innen. Sie benutzen dabei LSBTTI* als Mittel zum Zweck, um ihren Rassismus und damit die Spaltung der Gesellschaft weiter voranzubringen. Der Fachtag thematisiert Rassismus-Erfahrungen aus vielfältigen Perspektiven. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

HIVreport zur Beratung von MSM mit Partydrogenkonsum
Der neue HIVreport mit Studienergebnissen und Hinweisen für die Beratung von MSM mit Sex-und Partydrogenproblemen ist da. Themen sind diesbezüglich Grundsätzliches zum Forschungsstand, Motivierende Gesprächsführung (MI), Kognitive Verhaltenstherapie, Kontingenzmanagement, Kurzinterventionen, Screeningtest "ASSIST", Empfehlungen zur Behandlung und Beratung von MSM, Hinweise für Psychotherapeut*innen-Suche und Tipps für Berater*innen. Den HIVreport finden Sie hier (PDF-Datei).

DVD "Fit im Schritt" ist wieder über den Versand erhältlich
Die DVD der Deutschen AIDS-Hilfe enthält mehrere kurze Videos zu sicherem Arbeiten in den Sprachen Deutsch, Englisch, Thai, Rumänisch und Bulgarisch. Das Format der DVD erlaubt es, die Filme auf mp3-Player, Handys, USB-Sticks etc. zu überspielen. Sie sollten von Kolleg*nnen in der Streetwork eingesetzt werden, insbesondere bei Frauen mit einer Leseschwäche. Das Bestellformular finden Sie hier (PDF-Datei).


YOUTHWORK

Fachtagung Jugendsexualität, am 9. März 2017 in Wuppertal
Pro familia NRW lädt am 9. März 2017 nach Wuppertal zur Fachtagung "Jugendsexualität – Wie ticken Jugendliche und was brauchen sie?" ein. Die Fachtagung startet mit Vorträgen zu den Themen "Ergebnisse der Studie Jugendsexualität 2015" und "Jugendsexualität und Internet: Mythen, Fakten, Fragen".  halten. Nachmittags stehen sechs Workshops zur Auswahl zu den Themen Verhütung, Sexualpädagogik, Partnerschaft, Elternarbeit, Chaturbation und Sexting sowie Jung sein und Elternschaft. Mehr zu der Fachtagung, den Workshops, den Referent*innen und der Anmeldung entnehmen Sie bitte dem Flyer (PDF-Datei).


DROGEN

Aktionsplan gegen Sucht NRW
Der Aktionsplan baut auf dem Landeskonzept gegen Sucht NRW auf und zeigt prioritäre Handlungsfelder und Handlungsbedarfe in den Bereichen Prävention und Hilfe auf. Er konkretisiert die im Landeskonzept gegen Sucht NRW festgeschriebenen fachlichen Grundsätze und Rahmenvorgaben zur Weiterentwicklung von Suchtprävention und Suchthilfe in NRW. Wichtigstes Ziel bleibt, die sektorenübergreifende Vernetzung der Hilfesysteme voranzubringen und die differenzierten Angebote fachlich und strukturell weiterzuentwickeln, damit alle suchtgefährdeten und suchtkranken Menschen die Hilfen erhalten, die sie benötigen. Weitere Informationen zu Antragsverfahren, zu geförderten Projekten sowie zu den beteiligten Institutionen finden Sie auf der Homepage der Landesstelle Sucht NRW unter landesstellesucht-nrw.de.

Harm Reduction International veröffentlicht Bericht zur globalen Situation von Harm-Reduction-Programmen
Harm Reduction International (HRI) hat den neuen "Global State of Harm Reduction Report" publiziert, der im Turnus von zwei Jahren veröffentlicht wird und weltweit Daten zu Unsafe Use, HIV und Hepatitis sowie Harm Reduction (Schadensminimierung) bei Drogengebrauchenden erfasst. Laut HRI stagnieren die Bemühungen, injizierenden Drogengebrauchenden den Zugang zu Prävention und Behandlung zu ermöglichen. So sei 2016 das erste Jahr, in dem keine neuen Nadel- und Spritzentauschprogramme initiiert wurden. In einigen Ländern habe die Versorgung mit sterilen Konsumutensilien und der Zugang zur Substitutionsbehandlung sogar nachgelassen. Den Bericht zur weltweiten Lage sowie die einzelnen Regionalberichte, u.a. zur Situation in Westeuropa, finden Sie unter hri.global.

Weltkommission für Drogenpolitik: Jahresbericht 2016 veröffentlicht
Die Weltkommission für Drogenpolitik hat am 21. November ihren sechsten Jahresbericht unter dem Titel "Drogenpolitikreform: Ein neues Verständnis von Entkriminalisierung" veröffentlicht. Die Kommission fordert in ihrem Bericht eine Abkehr "von der schädlichen, strafrechtlich ausgerichteten Drogenpolitik hin zu einer Drogenpolitik, die auf Gerechtigkeit, Würde und die Menschenrechte aufbaut" und empfiehlt unter anderem die Entkriminalisierung von Besitz und Anbau von Drogen für den Eigengebrauch sowie die Prüfung von Regulierungsmodellen. Den vollständigen Bericht können Sie unter globalcommissionondrugs.org nachlesen, die Pressemitteilung der Kommission finden Sie unter globalcommissionondrugs.org.

Drogen- und Suchtrat gibt Empfehlung zur Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben heraus
Der dritte bundesweite Drogen- und Suchtrat hat eine Empfehlung zur Teilhabe von Suchtkranken am Arbeitsleben herausgegeben. Die Pressemitteilung zu den Ergebnissen des Drogen- und Suchtrats finden Sie unter drogenbeauftragte.de, den Beschluss "Teilhabe am Arbeitsleben" unter drogenbeauftragte.de.

Reitox-Bericht 2016
Der Bericht 2016 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an das European Monitoring Centre for Drugs and Drug Addiction (EMCDDA), das auf Grundlage der nationalen Berichte jährlich den Europäischen Drogenbericht herausgibt, ist veröffentlicht worden und online auf der Website der Deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht einsehbar. Neben einem Kurzbericht und einem dreiseitigen Fact-Sheet können dort die einzelnen Workbooks, unter anderem zu den Themen Drogenpolitik, Harm Reduction und Haft, abgerufen werden. Den Bericht finden Sie unter dbdd.de.

Harm Reduction per Mikrowelle
Wissenschaftler des TWINCORE, Zentrum für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung, haben in einer Studie nachgewiesen, dass Mikrowellenbestrahlung HCV- und HIV-Lösungen inaktivieren kann. Es konnte gezeigt werden, dass diese Methode zur Virus-Inaktivierung von kontaminierten Drogenzubereitungsutensilien, vor allem des Zigaretten-Filters, wirksam ist und die Gefahr, sich mit HCV oder HIV anzustecken auf diesem Wege minimiert werden kann. Die Pressemitteilung vom TWINCORE finden Sie unter twincore.de, die Studie mit dem Titel "Inactivation of HCV and HIV by microwave: a novel approach for prevention of virus transmission among people who inject drugs", die kürzlich in Scientific Reports publiziert wurde, unter nature.com.

11. Internationaler akzept-Kongress
Im November 2016 fand in Berlin der 11. Internationale Kongress von akzept, Bundesverband  für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, statt. Neben drogenpolitischen Debatten und dem neuesten Stand der Dinge zu Safer Use und Harm Reduction stellte Patrik Maas, Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW, die Ergebnisse des Fachtags Lust + Rausch vor, den die Aidshilfe NRW im April diesen Jahres gemeinsam mit der Aidshilfe Köln und der Drogenhilfe Köln ausgerichtet hatte. Die einzelnen Beiträge der Referent*innen finden Sie unter akzept.org.


STRAFVOLLZUG

Zugang zu Substitutionsprogrammen für Menschen in Haft
Die Bundesregierung hat sich auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Zugang zu Substitutionsprogrammen für Menschen in Haft geäußert. Im Vorwort gab die Bundesregierung an, dass ihr aufgrund der fehlenden Zuständigkeit für den Justizvollzug zum überwiegenden Teil der Fragen keine konkreten, insbesondere keine statistischen Erkenntnisse vorliegen, und dass die Dienstaufsicht über die Justizvollzugsbehörden von der jeweiligen obersten Justizbehörde des zuständigen Landes ausgeübt werde. Die grüne Bundestagsfraktion hatte die Kleine Anfrage im Zuge der erfolgreichen Klage eines Gefangenen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gestellt, dem in einem bayrischen Gefängnis die Fortsetzung seiner Substitution mit Methadon verweigert wurde. Die vollständige Antwort (Drucksache 18/10047) finden Sie unter bag-s.de.

Einbezug von Gefangenen und Sicherungsverwahrten in die Sozialversicherungssysteme
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge fordert Bund und Länder auf, den Weg für eine Einbeziehung von Gefangenen und Sicherungsverwahrten in die gesetzliche Rentenversicherung zu ebnen. Obwohl die meisten Menschen in Haft arbeiten, erwerben sie keine Rentenansprüche – damit ist Altersarmut insbesondere bei langen Haftstrafen vorprogrammiert. Die Pressemitteilung des Vereins finden Sie unter deutscher-verein.de. Der Paritätische Gesamtverband wiederum hatte bereits im Mai diesen Jahres in seinem Positionspapier zu Gesundheit und Haft gefordert, Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in die gesetzliche Krankenversicherung und die Pflegeversicherung aufzunehmen und die medizinische Versorgung innerhalb der Justizvollzugsanstalten zu verbessern und stärker mit externen Gesundheitseinrichtungen zu vernetzen. Weiteres lesen Sie unter infothek.paritaet.org.

Tagung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe 2017
Als vor vier Jahrzehnten das Bundesstrafvollzugsgesetz in Kraft trat, kam dies einem Paradigmenwechsel im Umgang mit Straftätern gleich. Nicht mehr die Vergeltung der Straftat stand im Mittelpunkt der Freiheitsstrafe, sondern die Bemühungen des Strafvollzugs um gesellschaftliche Wiedereingliederung des straffällig gewordenen Menschen. Der Resozialisierungsauftrag sollte mit Hilfe dreier handlungsleitender Prinzipien – dem Angleichungs-, Gegensteuerungs- sowie dem Integrations- und Eingliederungsgrundsatz – Wirklichkeit werden. Nachdem im Jahr 2006 der Strafvollzug in die Zuständigkeit der Länder überging, befürchteten viele Fachleute der Straffälligenhilfe, dass die Dezentralisierung der Gesetzgebungskompetenz die Reformansätze des Bundesstrafvollzugsgesetzes wieder zunichtemachen könnte. Auf der Bundestagung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Straffälligenhilfe im März 2017 in Bonn soll Bilanz gezogen werden, welche positiven wie negativen Entwicklungen seit der Föderalismusreform zutage getreten sind. Weitere Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter bag-s.de.


MIGRATION

Verstehbare Behördenformulare
Im Rahmen des Projekts "Formulare verstehbar machen" des Vereins Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen (KuB) wurden Anträge etwa zum Asylbewerberleistungsgesetz, Kindergeld, Rundfunkbetrag oder Arbeitslosengeld II in Einfache Sprache (deutsch), Arabisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Die Formulare können kostenlos auf der Webseite des Projekts heruntergeladen werden unter kub-berlin.org.

Rundreisen zu Aufenthalts-, Asyl- und EU-Recht
Aufenthalts-, Asyl- und EU-Recht-Fortbildungen können auch in Form von ein- oder zweitägigen Rundreisen vor Ort organisiert werden. Je nach Thema können kurzfristig Expert*innen aus dem Pool der Deutschen AIDS-Hilfe oder aus Ihrer Gegend angefragt werden. Mehr Informationen zu den einzelnen Seminaren finden Sie hier (PDF-Datei).


VERSCHIEDENES

Bevölkerungsbefragung zum Thema Wissenslücke Langzeitgesundheit HIV
Seit seiner Gründung 1945 gilt TNS Emnid (damals nur "EMNID") als eines der renommiertesten Institute für Markt- und Meinungsforschung in Deutschland. Seit 2008 gehört Emnid zum Kantar-Konzern. Kantar Emnid hat nun die Ergebnisse einer Befragung zu Wissenslücken beim Thema Langzeitgesundheit HIV veröffentlicht. Die Daten finden Sie hier (PDF-Datei).


Der nächste Newsletter erscheint im Februar 2017
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