Dezember 2016
Liebe Leser*innen!
Im zurückliegenden Jahr können wir auf eine gute Arbeit blicken. Gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft “Frauen und HIV/Aids in NRW” und den vielen Kooperationspartner*innen konnten wir sowohl in der Vernetzung, als auch in der Gestaltung der Beratungsangebote für Frauen in NRW viel erreichen. Allen, die daran mitgewirkt haben, an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön für die gute Zusammenarbeit.
Damit die Aidshilfearbeit auch in den vor uns liegenden Jahren weiter verbessert und den sich verändernden Rahmenbedingungen angepasst werden kann, lädt die Aidshilfe NRW im Frühjahr 2017 zu einem Verbandstag ein, auf dem spezifische Fragen unserer Inhalte und Strukturen diskutiert werden. Neben Vorträgen und Diskussionen mit den anwesenden Vertreter*innen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen finden Themenworkshops statt, die sich an unsere Zielgruppen wenden, so auch an Frauen mit HIV, ehren- und hauptamtliche Mitarbeiterinnen der Aidshilfen sowie unsere Kooperationspartnerinnen. Dies sind im Grunde “offene Landesarbeitsgemeinschaften”, an denen sich alle Teilnehmer*innen beteiligen können. Dieser Verbandstag findet am 31. März und 1. April in Köln statt. Im Januar erfolgt hierzu eine detaillierte Vorabinformation, im Februar erscheint dann das Programm. Ich freue mich sehr, wenn sich Frauen mit HIV und Kolleginnen aus den Aidshilfen zahlreich an diesen Diskussionen beteiligen und den Verbandstag bereichern.
Mit diesem letzten Newsletter im Jahr 2016 wünsche ich allen Leser*innen ein schönes Weihnachtsfest und geruhsame Tage zwischen den Jahren. Ihnen allen ein gutes, gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Die DHIVA zum Winter ist da!
Die neue Ausgabe des Magazins erscheint mit Beiträgen über Frauen zwischen Gesetz und Selbstbestimmung, den Gesundheitstag für Migrantinnen und Diskriminierung in der ärztlichen Praxis. Außerdem Neues vom Netzwerk Frauen und Aids und spannende Buch-Tipps. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

HIV-Community-Preis 2017
Der Welt-Aids-Tag war auch Startschuss für die Ausschreibung zum HIV-Community-Preis 2017, die bis zum 31. März 2017 läuft. Mit dem HIV-Community-Preis werden wegweisende Projekte ausgezeichnet, die direkt vor Ort die persönlichen Lebensumstände von Menschen mit HIV verbessern. Die Deutsche AIDS-Gesellschaft, die Deutsche AIDS-Hilfe, die Deutsche Arbeitsgemeinschaft niedergelassener Ärzte in der Versorgung HIV-Infizierter und Janssen loben den mit 12.000 Euro dotierten Preis in diesem Jahr zum dritten Mal in Folge aus. Die Verleihung findet im Juni 2017 im Rahmen des Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses (DÖAK) in Salzburg statt. Weitere Informationen erhalten Sie unter hiv-community-preis.de.

"merk|würdig" 2017
Gern erinnern wir noch einmal an unseren Ehrenamtspreis "merk|würdig". Bis Ende des Jahres können noch Vorschläge für Ehrenamtliche unterbreitet werden, die diesen Preis verliehen bekommen sollten: Menschen, die durch ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement auf besondere Weise Themen für unsere Mitgliedsorganisationen und unseren Verband bewegt haben. Menschen, die ihr persönliches Know-how in unsere Arbeit haben einfließen lassen und so vielleicht auch "Nischenthemen" in den Mittelpunkt stellen konnten. Menschen, die eher im Hintergrund wirken, deren Engagement aber bedeutend für die Aidshilfearbeit ist. Menschen, die sich besonders öffentlich für die Belange von Menschen mit HIV und Aids und unseren Zielgruppen eingesetzt haben. Menschen, die durch viel zeitliches Engagement spannende und neue Themen zu den ihren gemacht haben. Menschen, ohne deren tatkräftige Unterstützung unser Verband nicht zu dem geworden wäre, der er heute ist. Kurzum: "merk|würdige" Bitte senden Sie Vorschläge mit einer kurzen Begründung an markus.schmidt@nrw.aidshilfe.de.


P O L I T I K

"Eingliederungshilfe aus der Fürsorge herauslösen"
Der Bundestag hat am 1. Dezember 2016 das Bundesteilhabegesetz (18/9522, 18/9954, 18/10102 Nr. 16) in zweiter und dritter Beratung mit den Stimmen von CDU/CSU und SPD gegen die Stimmen von Die Linke bei Enthaltung von Bündnis 90/Die Grünen beschlossen, mit dem die Bundesregierung die gesellschaftliche Teilhabe und Selbstbestimmung von Menschen mit Behinderungen stärken will. Schwerpunkt des von der Regierung vorgelegten Gesetzes ist die Neufassung des Neunten Buches Sozialgesetzbuch (SGB IX). Eine wesentliche Änderung betrifft die Eingliederungshilfe: Geplant ist, sie aus dem "Fürsorgesystem" der Sozialhilfe herauszulösen und in das neu gefasste SGB IX zu integrieren. Fachleistungen der Eingliederungshilfe sollen künftig klar von den Leistungen zum Lebensunterhalt getrennt und finanziert werden. Mit der Erhöhung der Vermögensfreibeträge und der Befreiung der Ehe- und Lebenspartner aus der Finanzierungspflicht soll es laut Regierung in Zukunft möglich sein, deutlich mehr vom eigenen Einkommen zu behalten. Angenommen wurde auch ein Entschließungsantrag der Koalitionsfraktionen (18/10528), der die im Bundesteilhabegesetz angelegte Untersuchung und Begleitung der neu eingeführten Regelungen der Eingliederungshilfe um eine vorbereitende und wissenschaftlich begleitete Modellphase in den Jahren 2017 bis 2021 erweitert und den Vermögensschonbetrag in der Sozialhilfe erhöhen soll. Weitere Informationen finden Sie unter bundestag.de.

S O Z I A L E S

Bevölkerungsbefragung zum Thema Wissenslücke Langzeitgesundheit HIV
Seit seiner Gründung 1945 gilt TNS Emnid (damals nur "EMNID") als eines der renommiertesten Institute für Markt- und Meinungsforschung in Deutschland. Seit 2008 gehört Emnid zum Kantar-Konzern. Kantar Emnid hat nun die Ergebnisse einer Befragung zu Wissenslücken beim Thema Langzeitgesundheit HIV veröffentlicht. Die Daten finden Sie hier (PDF-Datei).

Verstehbare Behördenformulare
Im Rahmen des Projekts "Formulare verstehbar machen" des Vereins Kontakt- und Beratungsstelle für Flüchtlinge und Migrant_innen e. V. (KuB) wurden Anträge etwa zum Asylbewerberleistungsgesetz, Kindergeld, Rundfunkbetrag oder Arbeitslosengeld II in Einfache Sprache (deutsch), Arabisch, Englisch, Französisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Spanisch und Türkisch. Die Formulare können kostenlos auf der Webseite des Projekts heruntergeladen werden unter kub-berlin.org


M E D I E N

DVD "Fit im Schritt" ist wieder über den Versand erhältlich

Die DVD der Deutschen AIDS-Hilfe enthält mehrere kurze Videos zu sicherem Arbeiten in den Sprachen Deutsch, Englisch, Thai, Rumänisch und Bulgarisch. Das Format der DVD erlaubt es die Filme auf mp3-Player, Handys, USB-Sticks etc. zu überspielen. Sie sollte von Kolleg*nnen in der Streetwork eingesetzt werden, insbesondere bei Frauen mit einer Leseschwäche. Das Bestellformular finden Sie hier (PDF-Datei).


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


20. und 21. Januar 2017 | Bochum
6. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Unter dem Thema "Sexualität – die verbotene Frucht im Paradies" wird der Umgang mit Sexualität in unterschiedlichen Gesellschaften beleuchtet. Dabei stehen Themen wie "Migration und Sexualität" im Vordergrund. Den Ankündigungsflyer finden Sie hier (PDF-Datei).

3. bis 5. Februar 2017 | Remagen
19. bis 21. Mai 2017 | Remagen
Beratung und Betreuung von Drogenbraucher*innen
Im sozialen Hilfesystem gehört die Drogenarbeit zu den Bereichen mit der höchsten Mitarbeiterfluktuation. Die Konfrontation mit prekären gesundheitlichen Problemen (etwa Ko-Infektionen mit HIV und Hepatitis). Verelendung und Tod, die gesellschaftliche Ächtung des Drogenkonsums und die Ausgrenzung HIV-infizierter oder Aids-kranker Drogenkonsument*innen fördern Gefühle der Ohnmacht und Überforderung und lassen – schneller als in anderen Bereichen – die Frage nach dem Sinn der Arbeit aufkommen. Das zweiteilige Seminar will Mitarbeiter*innen, die im Bereich „HIV/Aids und Drogengebrauch“ arbeiten, einen geschützten Raum bieten, in dem sie ihre Arbeit reflektieren und die Frage nach den Grenzen der Akzeptanz stellen und bearbeiten können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

3. bis 5. März 2017 | Travemünde
Konzeptseminar: Strukturen und Inhalte frauenspezifischer Beratung
Das Vernetzungstreffen (I. Treffen des Netzwerks Frauen und Aids) muss aus finanztechnischen Gründen auch in diesem Jahr im Rahmen eines sogenannten "Konzeptseminars" stattfinden. Die BAG Frauen erstellte parallel eine Arbeitshilfe zu Inhalten frauenspezifischer Beratung. In diesem Seminar werden die Ergebnisse der Umfrage sowie die Arbeitshilfe vorgestellt. Beide sollen die Grundlage für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung frauenspezifischer Beratungsangebote in Aidshilfen und anderen Beratungseinrichtungen bilden. Dementsprechend ist geplant, über das Umfrageergebnis, die Arbeitshilfe und die weitere Vorgehensweise zu diskutieren und Vorschläge für die Weiterentwicklung der Angebote zu erarbeiten. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

17. bis 19. März 2017 | Dresden
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 1
Aufgrund der veränderten Strukturen in der weiblichen Prostitution wird es für Sexarbeiterinnen immer schwieriger Informationen zu sicheren, professionellen Arbeitsweisen zu bekommen. Vielen Sexarbeiterinnen fehlen Grundkenntnisse zum Thema sexuelle Gesundheit. Im Beratungsalltag steigt die Nachfrage nach berufsspezifischen Informationen zur Prostitution. In diesem Seminar wird die Bedeutung berufsspezifischer Beratung für die Präventionsarbeit thematisiert, Inhalte vorgestellt und Vermittlungsmöglichkeiten erprobt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

12. bis 13. Juni 2017 | Düsseldorf
Leben, Studieren und Arbeiten in Deutschland
Dieses Seminar dient zum Erwerb wie auch zur Auffrischung und Erweiterung des Fachwissens zum EU- und Asylrecht, um die Beratungsqualität von Aidshilfen und anderen Einrichtungen im Feld "HIV/Aids-Prävention und Migration" zu sichern. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

14. bis 17. Juni 2017 | Salzburg
16. Deutscher und 22. Österreichischer AIDS Kongress
Wir freuen uns bekanntzugeben, dass der Deutsch-Österreichische AIDS Kongress 2017 in Salzburg stattfinden wird. Hier erhalten Sie die Ausschreibung des Communityboards (PDF-Datei), die Ausschreibung von Projekten (PDF-Datei), die entsprechende Anmeldung (PDF-Datei) sowie den Antrag auf ein Stipendium (PDF-Datei).

8. bis 10. September 2017 | Berlin
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 2
Der permanente Wandel in der Präventionsarbeit und Beratung von Sexarbeiterinnen ist sowohl durch hohe Mobilität und Fluktuation innerhalb dieser Zielgruppe als auch durch Veränderungen oder Nachbesserungen auf Gesetzesebene bedingt. Viele Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der noch geltenden Gesetzeslage werden bisher wenig und sehr unterschiedlich genutzt und umgesetzt. Gerade durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Erweiterung der Europäischen Union hat sich die Arbeitsplatzsituation für Sexarbeiterinnen in Deutschland verändert, was auch auf die Strukturen von Arbeit in der Prostitution zutrifft. Insbesondere Migrantinnen bleibt als Arbeitsmöglichkeit oft nur der Weg in die Prostitution. Neben gut informierten und professionell arbeitenden weibliche Sexworker arbeiten so auch verstärkt Frauen ohne den entsprechenden Hintergrund in der Sexindustrie. Gemeint sind Frauen, die nie mit Gesundheitsförderung und HIV/STI-Prävention in Berührung gekommen sind. Dadurch verändert sich das Arbeitsfeld von weiblichen Streetworken und Beraterinnen. Neue Wege der Prävention müssen gefunden werden. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

11. bis 12. Dezember 2017 | Berlin
Wie kann man Menschen aus den neuen EU-Ländern krankenversichern?
Der Wettbewerb zwischen den Krankenkassen hat dazu geführt, dass oft versucht wird, "unbeliebte" Antragsteller*innen regelrecht abzuwimmeln. Dazu gehören in der Regel auch Bürger*innen aus den neuen EU-Ländern. Wer diese Menschen berät und begleitet, sollte gegen rechtswidrige Ablehnungen der Krankenkassen vorgehen und eine reguläre Mitgliedschaft durchsetzen. Das erfordert fundierte Kenntnisse über Mitgliedschaften gemäß SGB V, um die Antragsteller*innen richtig zuordnen und entsprechend versichern zu können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Rundreisen zu Aufenthalts-, Asyl- und EU-Recht
Aufenthalts-, Asyl- und EU-Recht-Fortbildungen können auch in Form von ein- oder zweitägigen Rundreisen vor Ort organisiert werden. Je nach Thema können kurzfristig Expert*innen aus dem Pool der DAH oder aus Ihrer Gegend angefragt werden. Mehr Informationen zu den einzelnen Seminaren finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint im Januar 2017. 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Januar per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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