November 2016
Liebe Leser*innen!
Am Anfang des Monats Dezember sind zwei Gedenktage, die unsere Arbeit besonders betreffen. Zunächst ist am 1. Dezember der Welt-Aids-Tag. Zahlreiche Aktionen finden rund um diesen Termin statt, um auf die Arbeit der Aidshilfen aufmerksam zu machen, Themen der Prävention in die Öffentlichkeit zu lancieren und Spenden für die Vereine zu sammeln. Bei der diesjährigen bundesweiten Kampagne #positivzusammenleben unter dem Motto „Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht.“ wirkt unsere Kollegin Alexandra aus Aachen als Rollenmodell mit. Diese Kampagne, die inzwischen überall in Deutschland zu sehen ist, stößt nicht nur in Fachkreisen auf viel Zustimmung. Sie transportiert sehr gut, dass Diskriminierung in Deutschland das größte Hindernis wirksamer Prävention ist. Am 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamtes, der früher bei uns am 2. Dezember begangen wurde. Dieser Gedenktag dient der Anerkennung und Förderung des ehrenamtlichen Engagements. Auch im Arbeitsfeld Frauen und HIV/Aids in NRW engagieren sich Frauen ehrenamtlich, vor allem die Aktivistinnen von XXelle PLUS, die mit ihren Aktionen anderen positiven Frauen Mut machen wollen, sich mit ihrer Infektion offensiv auseinanderzusetzen, zu sich und ihrem Leben als Frau mit HIV zu stehen und gegen jede Art von Diskriminierung zu kämpfen. Wir danken den Frauen von XXelle PLUS für ihr Engagement und mit ihnen allen Frauen, die sich in den Aidshilfen und anderen Vereinen und Initiativen für Frauen mit HIV einsetzen und ihre Women-Power zur Verfügung stellen!
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

"Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht."
Das ist die zentrale Botschaft der Welt-AIDS-Tag-Kampagne #positivzusammenleben. Die Plakate, die anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 2016 überall in Deutschland zu sehen sind, zeigen HIV-positive Menschen mit ihren Forderungen nach Respekt und Akzeptanz. Die Botschaft von Björn aus Frankfurt lautet: "Gegen HIV hab ich Medikamente. Gegen dumme Sprüche nicht." Alexandra, unsere Kollegin aus Aachen, sagt: "Mit HIV komm ich klar. Mit Ablehnung nicht." Wolfgang (Name geändert) erklärt: "Mit HIV kann ich leben. Mit dem ewigen Verstecken nicht." Die Motive finden Sie hier (PDF-Datei). Weitere Informationen lesen Sie unter welt-aids-tag.de.

Aidshilfe sieht Zusammenhang zwischen Diskriminierung und Infektion
Mit 650 Fällen im vergangenen Jahr bleibt die Zahl der Neuinfektionen mit HIV in NRW relativ konstant. Mit den richtigen Maßnahmen könnte sie aber schrumpfen, sagt die Aidshilfe NRW anlässlich ihrer Jahrespressekonferenz vergangene Woche in Düsseldorf. "Mit weniger Diskriminierung hätte man weniger Neuinfektionen", sagte Landeseschäftsführer Patrik Maas. Die Angst vor Ausgrenzung könne Menschen davon abhalten, sich ihrer Erkrankung oder der Infektion zu stellen. Betroffene würden deshalb unter Umständen nicht zur Therapie gehen oder sich nicht einmal testen lassen. Auch müssten wirksame Präventionsmaßnahmen speziell für besonders gefährdete Gruppen leichter zugänglich gemacht werden. Zahlreiche Print- und Onlinemedien übernahmen diese Information. Die Pressemappe zur Pressekonferenz finden Sie hier (PDF-Datei).

"merk|würdig" 2017
Auch im kommenden Jahr wird der Landesvorstand der Aidshilfe NRW zwei Menschen mit dem Ehrenamtspreis "merk|würdig" auszeichnen. Ab sofort können Vorschläge für Ehrenamtliche unterbreitet werden, die diesen Preis verliehen bekommen sollten: Menschen, die durch ihr vorbildliches ehrenamtliches Engagement auf besondere Weise Themen für unsere Mitgliedsorganisationen und unseren Verband bewegt haben. Menschen, die ihr persönliches Know-how in unsere Arbeit haben einfließen lassen und so vielleicht auch "Nischenthemen" in den Mittelpunkt stellen konnten. Menschen, die eher im Hintergrund wirken, deren Engagement aber bedeutend für die Aidshilfearbeit ist. Menschen, die sich besonders öffentlich für die Belange von Menschen mit HIV und Aids und unseren Zielgruppen eingesetzt haben. Menschen, die durch viel zeitliches Engagement spannende und neue Themen zu den ihren gemacht haben. Menschen, ohne deren tatkräftige Unterstützung unser Verband nicht zu dem geworden wäre, der er heute ist. Kurzum: "merk|würdige" Menschen! Wir bitten alle Mitarbeiter*innen in den Aidshilfen und Sie alle, uns in Frage kommende Persönlichkeiten zu benennen. Alle Vorschläge, die uns bis zum 15. Dezember 2016 schriftlich erreichen, gehen in das diesjährige Verfahren ein. Bitte senden Sie Vorschläge mit einer kurzen Begründung an markus.schmidt@nrw.aidshilfe.de.


P O L I T I K

Onlinepetition zur Fortführung der Entschädigungszahlungen an durch Blutprodukte HIV-infizierte Menschen
Für die heute noch lebenden etwa 550 Betroffenen, davon 350 Bluter, sieht das HIV-Hilfegesetz eine finanzielle Entschädigung vor. Demnach erhalten alle Betroffenen befristet eine monatliche Entschädigungszahlung. Hepatitis-C-Erkrankte wurden in diese Regelung nicht eingeschlossen. Die erste Frist sollte 2004 enden, da mit dem bis dahin eingetretenen Tod aller Betroffenen gerechnet wurde. Wider Erwarten musste der Fonds nach Ablauf dieser Frist aufgestockt werden und sollte bis 2024 weiterlaufen. 2010 wurde erneut verhandelt und keine Sicherheit für die Planungen bis 2024 gegeben. Für den Zeitraum ab 2017 existieren keine Bestätigungen über Zahlungsregelungen. Hierzu haben Angehörige eine Petition angeregt, die Sie unterstützen können. Weitere Informationen finden Sie unter change.org.


S O Z I A L E S

Projekt-Information: Aktuelle Ausgabe
Neben der diesjährigen Welt-AIDS-Konferenz in Durban stehen neue Entwicklungen aus dem Bereich Medizin und Forschung, etwa Kinderwunsch bei HIV, sexuelle Gewalt und HIV bei afrikanischen Frauen in Europa in der neuesten Ausgabe von Projekt-Information. Das Heft finden Sie hier (PDF-Datei).

Rechtsextremismus in der sozialen Arbeit keinen Raum bieten
Soziale Dienste und Einrichtungen sind genauso mit Rechtsextremen konfrontiert, wie alle anderen gesellschaftlichen Bereiche. Nicht immer sind diese dabei eindeutig als rechtsextrem erkennbar. Aber gerade auch die, die zunächst als unauffällige Mitarbeiter*innen oder Klient*innen in unserer Mitte auftauchen, können uns und unsere Klient*innen und unsere Kolleg*innen gefährden. Eine Handreichung des Paritätischen soll Basiswissen zum Thema Rechtsextremismus und Rassismus zur Verfügung stellen. Ziel dieser Handreichung ist es, zentrale Ansatzpunkte zu beleuchten, Hilfestellungen zu leisten und auf weiterführende Informationsmöglichkeiten hinzuweisen. Die Handreichung finden Sie hier (PDF-Datei).

Hilfetelefon für Schwangere in Not
Das Bundesfamilienministerium steht geflüchteten Menschen mit umfassenden Unterstützungs- und Hilfsangeboten zur Seite. Eine besondere schutzbedürftige Gruppe sind schwangere geflüchtete Frauen. Das Ministerium hat ein Hilfetelefon für Schwangere in Not bzw. eine Website mit Hilfsangeboten für schwangere Frauen eingerichtet. Weitere Informationen  finden Sie unter schwanger-und-viele-fragen.de


G E S U N D H E I T

"Pille zum Schutz vor HIV" (PrEP) jetzt in Deutschland verschreibungsfähig
Bereits im August hatte die Europäische Kommission das MedikamentTruvada zur Vorbeugung einer Ansteckung mit HIV zugelassen. Allerdings musste der Hersteller Gilead noch Schulungsmaterialien für Verordner*innen und Nutzer*innen mit der jeweiligen nationalen Zulassungsbehörde abstimmen und potenziellen Verschreiber*innen zur Verfügung stellen. Dies ist jetzt geschehen. Truvada kann also nun verschrieben werden. Allerdings gibt es immer noch einige Hürden, wie beispielsweise hohe Kosten, die Patient*innen selbst tragen müssen. Weiteres finden Sie unter aidshilfe.de.



T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


20. und 21. Januar 2017 | Bochum
6. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Unter dem Thema "Sexualität – die verbotene Frucht im Paradies" wird der Umgang mit Sexualität in unterschiedlichen Gesellschaften beleuchtet. Dabei stehen Themen wie "Migration und Sexualität" im Vordergrund. Den Ankündigungsflyer finden Sie hier (PDF-Datei).

3. bis 5. Februar 2017 | Remagen
19. bis 21. Mai 2017 | Remagen
Beratung und Betreuung von Drogenbraucher*innen
Im sozialen Hilfesystem gehört die Drogenarbeit zu den Bereichen mit der höchsten Mitarbeiterfluktuation. Die Konfrontation mit prekären gesundheitlichen Problemen (etwa Ko-Infektionen mit HIV und Hepatitis). Verelendung und Tod, die gesellschaftliche Ächtung des Drogenkonsums und die Ausgrenzung HIV-infizierter oder Aids-kranker Drogenkonsument*innen fördern Gefühle der Ohnmacht und Überforderung und lassen – schneller als in anderen Bereichen – die Frage nach dem Sinn der Arbeit aufkommen. Das zweiteilige Seminar will Mitarbeiter*innen, die im Bereich „HIV/Aids und Drogengebrauch“ arbeiten, einen geschützten Raum bieten, in dem sie ihre Arbeit reflektieren und die Frage nach den Grenzen der Akzeptanz stellen und bearbeiten können. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

17. bis 19. März 2017 | Dresden
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 1
Aufgrund der veränderten Strukturen in der weiblichen Prostitution wird es für Sexarbeiterinnen immer schwieriger Informationen zu sicheren, professionellen Arbeitsweisen zu bekommen. Vielen Sexarbeiterinnen fehlen Grundkenntnisse zum Thema sexuelle Gesundheit. Im Beratungsalltag steigt die Nachfrage nach berufsspezifischen Informationen zur Prostitution. In diesem Seminar wird die Bedeutung berufsspezifischer Beratung für die Präventionsarbeit thematisiert, Inhalte vorgestellt und Vermittlungsmöglichkeiten erprobt. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).

8. bis 10. September 2017 | Berlin
HIV/STI-Prävention in der Beratung von Frauen in der Prostitution 2
Der permanente Wandel in der Präventionsarbeit und Beratung von Sexarbeiterinnen ist sowohl durch hohe Mobilität und Fluktuation innerhalb dieser Zielgruppe als auch durch Veränderungen oder Nachbesserungen auf Gesetzesebene bedingt. Viele Möglichkeiten der Gesundheitsförderung und Prävention im Rahmen der noch geltenden Gesetzeslage werden bisher wenig und sehr unterschiedlich genutzt und umgesetzt. Gerade durch die wirtschaftliche Entwicklung und die Erweiterung der Europäischen Union hat sich die Arbeitsplatzsituation für Sexarbeiterinnen in Deutschland verändert, was auch auf die Strukturen von Arbeit in der Prostitution zutrifft. Insbesondere Migrantinnen bleibt als Arbeitsmöglichkeit oft nur der Weg in die Prostitution. Neben gut informierten und professionell arbeitenden weibliche Sexworker arbeiten so auch verstärkt Frauen ohne den entsprechenden Hintergrund in der Sexindustrie. Gemeint sind Frauen, die nie mit Gesundheitsförderung und HIV/STI-Prävention in Berührung gekommen sind. Dadurch verändert sich das Arbeitsfeld von weiblichen Streetworken und Beraterinnen. Neue Wege der Prävention müssen gefunden werden. Weitere Informationen und Anmeldemöglichkeiten finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Paritätische Akademie NRW 2017
Das neue 114 Seiten starke Programm der Paritätischen Akademie NRW für 2017 ist. Mehr als 120 Workshops, Seminare und Zertifikatskurse sind in dem Katalog zu finden. Gerade im sozialen Bereich ist ständiges Lernen vermutlich wichtiger denn je. Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Zwischen Einwanderung und Überalterung spielt die Suche nach Fachkräften eine große Rolle. Zu den Zertifikatskursen der Paritätischen Akademie NRW zählen zum Beispiel die „Führung und Leitung in Kitas und Familienzentren“, der „Fachberater/-in Psychotraumatologie“ oder die „Fachkraft Schulintegration/Inklusionsassistenz“. Das Programm finden Sie hier (PDF-Datei).

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint vor Weihnachten 2016. 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Dezember per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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