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NEWSLETTER 09 | 2016
 Liebe Leser*innen,
 
Ende April nahmen rund 200 Teilnehmer*innen aus dem gesamten Bundesgebiet beim ersten Fachtag "Lust+Rausch - Substanzkonsum und Sexualität" in Köln teil. Die Veranstaltung wurde von der Aidshilfe NRW, der Aidshilfe Köln und der Drogenhilfe Köln im KOMED Köln durchgeführt und diente als Startschuss für einen Diskurs zahlreicher Experten*innen zum Thema Chemsex. Wir sprechen von Chemsex, wenn schwule Männer im Kontext von Sex Sunbstanzen wie Crystal Meth, Amphetamine oder Ketamin konsumieren. Immer öfter sprechen die Männer auch von "Slammen", womit das Spritzen der Substanzen in die Blutbahn gemeint ist. Dies ermöglicht einerseits intensiveren und ausdauernden Sex, andererseits birgt dieser Konsum durchaus Risiken: Von Abhängigkeiten über mentale Schwierigkeiten, gesundheitlichen Schäden durch Überdosierungen oder Langzeitfolgen bis hin zu sexuell oder durch das gemeinsame Benutzen von Spritzenutensilien übertragbaren Infektionen wie Hepatitis C oder HIV. Um unsere Vor-Ort-Präventionisten für das Thema fit zu machen, findet am 19. und 20. November 2016 das Training "Lust und Rausch & schwuler Sex" in Düsseldorf statt. Hierzu laden wir alle bei Herzenslust Engagierten, Multiplikator*innen und Interessierte ein. Durch eine medizinische Rundreise möchten wir das Wissen um Substanzen, Settings und Risiken erweitern und in der Diskussion mit einem User über Lebensrealitäten und den Umgang mit Substanzkonsumenten in der Prävention sprechen. Dabei stehen wie immer Sachlichkeit und Lebensstilakzeptanz im Vordergrund.
 
Herzliche Grüße aus der Geschäftsstelle senden
Reinhard Klenke, Oliver Schubert, Marcel Dams und Markus Schmidt


Training "Lust und Rausch & schwuler Sex" vom 19. bis 20 November in Düsseldorf
Am 19. und 20. November findet erstmals unser Herzenslust-Training "Lust & Rausch und schwuler Sex" in der Aidshilfe Düsseldorf statt. Zu Gast sind Siggi Schwarze (Referent medizinische Rundreise der Deutschen AIDS-Hilfe) und Florian Winkler Ohm (Rollenmodell bei "Ich weiss was ich tu"). Wir sprechen über Drogen und Rausch als Risikofaktor für eine Infektion mit HIV und anderen STIs, Risikominimierungsstrategien, die Wirkung einzelner Substanzen, Settings von Drogenkonsum und darüber, wie man mit einem Tabuthema innerhalb der Community und der Prävention vor Ort umgeht.  Die Einladung und Informationen zur Anmeldung findest du hier (PDF-Datei).

Trainingswochenende zu Beratung und Test vom 12. bis 13. November in Dortmund
Am 12. und 13. November findet unser Training für den Präventionsbereich "Beratung und Test" statt. Wir freuen uns sowohl ehren- als auch hauptamtliche Interessierte aus den Herzenslustgruppen und schwulen Beratungsstellen im KCR Dortmund begrüßen zu dürfen. Übernachtungen sind auf Anfrage und nach entsprechender Entfernung zum Tagungsort möglich. Für Rückfragen steht Marcel Dams unter marcel.dams@nrw.aidshilfe.de zur Verfügung. Weitere Informationen und das Anmeldeformular findest du hier (PDF-Datei).

Umfrage zur Verbesserung der Weiterverweisung bei positivem Testergebnis
Menschen, die ihr positives Testergebnis in einem Checkpoint oder einem ähnlichen Beratungs- und Testangebot seit 2012 bekommen haben, möchten wir herzlich bitten, an einer EU-weiten Online-Befragung teilzunehmen. Die Umfrage setzt sich inhaltlich mit der Verbesserung von Weiterverweisungsstrukturen nach einem positivem Testergebnis auseinander und thematisiert ebenso eine bestmögliche Behandlung. Es wäre außerdem hilfreich, wenn du die Umfrage weiterleitest, damit wir viele Teilnehmer aus Deutschland generieren können. Die Teilnahmedauer beträgt etwa zehn Minuten, der Einsendeschluss ist der 15. November 2016. DIe Umfrage findest du unter de.surveymonkey.com.

Neuer Vorstand der Aidshilfe NRW gewählt
Die Mitgliedserversammlung der Aidshilfe NRW hat am 22. Oktober 2016 einen neuen Landesvorstand gewählt. Ihm gehören die bisherigen Mitglieder Arne Kayser, Heinz-Ulrich Keller, Maik Schütz und Peter Struck an. Als neues Mitglied wurde Johanna Verhoven aus Paderborn gewählt. Johanna Verhoven ist Sozialarbeiterin und arbeitet in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Ehrenamtlich ist sie Mitglied im Vorstand der AIDS-Hilfe Paderborn. Weitere Infos findest du unter nrw.aidshilfe.de.
 
"Pille zum Schutz vor HIV" (PrEP) jetzt in Deutschland verschreibungsfähig
Bereits im August hatte die Europäische Kommission Truvada zur Vorbeugung einer Ansteckung mit HIV zugelassen. Allerdings musste der Hersteller Gilead noch Schulungsmaterialien für Verordner*innen und Nutzer*innen mit der jeweiligen nationalen Zulassungsbehörde abstimmen und potenziellen Verschreiber*innen zur Verfügung stellen. Dies ist jetzt geschehen. Truvada kann also nun verschrieben werden. Allerdings gibt es immer noch einige Hürden, wie  beispielsweise hohe Kosten, die Patient*innen selbst tragen müssen. Weitere Infos dazu findest du unter aidshilfe.de.

Neue Kampagne zum Welt-Aids-Tag 2016: "Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht."
"Mit HIV kann man heute leben. Mit Diskriminierung nicht." Das ist die zentrale Botschaft der Welt-AIDS-Tag-Kampagne, die am 2. November 2016 vor dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) in Berlin vorgestellt wurde. Die Plakate, die anlässlich des Welt-AIDS-Tags am 1. Dezember 2016 überall in Deutschland zu sehen sind, zeigen HIV-positive Menschen mit ihren Forderungen nach Respekt und Akzeptanz. Die Botschaft von Björn aus Frankfurt lautet: „Gegen HIV hab ich Medikamente. Gegen dumme Sprüche nicht.“ Alexandra aus Aachen sagt: „Mit HIV komm ich klar. Mit Ablehnung nicht“. Wolfgang (Name geändert) erklärt: „Mit HIV kann ich leben. Mit dem ewigen Verstecken nicht.“ Weitere Informationen zur Kampagne findest du unter welt-aids-tag.de.

Entschädigung für Opfer des Paragrafen 175 rückt in greifbare Nähe

Ein am 21. Oktober 2016 vom Bundesjustizministerium zur Abstimmung versandter Referentenentwurf sieht eine Rehabilitierung und Entschädigung der Opfer des § 175 vor. Mit dem "Gesetz zur strafrechtlichen Rehabilitierung der nach dem 8. Mai 1945 wegen einvernehmlicher homosexueller Handlungen verurteilten Personen" sollen alle in der Bundesrepublik und der DDR wegen homosexueller Handlungen gefällten Urteile kollektiv aufgehoben werden. Offen bleibt aber eine angemessene Kollektiventschädigung, wie sie etwa die Bundesinteressenvertretung Schwuler Senioren (BISS) und die Deutsche AIDS-Hilfe gefordert haben. Mehr Informationen findest du unter aidshilfe.de.

Hamburger Resolution der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren
Am 1. November 2016 in Hamburg beschlossen die Mitglieder und Mitgliedsorganisationen der Bundesinteressenvertretung schwuler Senioren auf ihrer Mitgliederversammlung mit der Hamburger Resolution detaillierte Kernpunkte, die im Gesetzgebungsverfahren zur Rehabilitierung der Opfer nach § 175 StGB berücksichtigt werden sollen. Dabei fordert BISS nach wie vor die baldige Rehabilitierung der Opfer,  eine unbürokratische individuelle Entschädigung und eine kollektive Entschädigung. Die Inhalte der Hamburger Resolution sollen öffentlich und gegenüber der Politik vorgetragen werden. Der Beschluss erfolgte einstimmig. Die Resulotion findest du hier (PDF-Datei).

Projekt-Information: Aktuelle Ausgabe
Neben der diesjährigen Welt-Aids-Konferenz in Durban stehen neue Entwicklungen aus dem Bereich Medizin und Forschung im Mittelpunkt der aktuellen Ausgabe von Projekt-Information. Die Ausgabe findest du hier (PDF-Datei).

HIV in den USA: Studie entkräftet erneut Mythos vom "Patienten Null"
Forschenden der University of Arizona in Tucson ist es gelungen, die Verbreitungsgeschichte von HIV in den USA detailliert zu rekonstruieren. Der Studie zufolge, die in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals "Nature" veröffentlicht wurde, ist HIV bereits um 1970 von der Karibik aus in die Vereinigten Staaten gelangt und konnte sich insbesondere von New York City aus im gesamten Land verbreiten. Der Mythos, wonach der 1984 an den Folgen von Aids verstorbene frankokanadische Flugbegleiter Gaëtan Dugas als "Patient Zero" (Patient Null) Auslöser der HIV-Epidemie in den USA gewesen sei, wird durch die Ergebnisse erneut entkräftet. Weitere Infos findest du unter aidshilfe.de.

Präventionsprojekte vor Ort
Hier ist sie: die neue Servicekarte von "Ich weiss was ich tu", die auch viele Anlaufstellen in NRW beinhaltet! Du willst wissen, was "Ich weiss was ich tu!" bei dir vor Ort macht? Du suchst Infos und Kontakte in deiner Region? Dann findest du unter iwwit.de deinen Ansprechpartner.
 
Das neue Programm der Paritätischen Akademie NRW für 2017 ist online
Das Programm ist 114 Seiten stark und kann kostenlos im Netz heruntergeladen oder bestellt werden. Dort können sich Interessierte auch gleich bequem online für die neuen Angebote anmelden. Mehr als 120 Workshops, Seminare und Zertifikatskurse sind in dem Katalog zu finden. "Gerade im sozialen Bereich ist ständiges Lernen vermutlich wichtiger denn je. Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Zwischen Einwanderung und Überalterung spielt die Suche nach Fachkräften eine große Rolle", sagt Geschäftsführerin Frauke Heitmann. Weitere Informationen findest du unter paritaetische-akademie-nrw.de.

Gerne wollen wir nochmal daran erinnern, dass du uns interessante News, Tipps, Termine, Aktionen vor Ort etc. zusenden kannst, die wir hier im Newsletter veröffentlichen. Diese einfach per Mail an herzenslust-newsletter@nrw.aidshilfe.de senden.
 
 
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