Oktober 2016
Liebe Leser*innen!
Am vergangenen Wochenende wählte die Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW in Essen einen neuen Landesvorstand. Wie berichtet, kandidierte Natali Rudi nicht mehr. Ihr dankten die Delegierten mit langanhaltendem Applaus. Im Anschluss wurde neben den vier bisherigen Vorstandsmitgliedern Arne Kayser, Uli Keller, Maik Schütz und Peter Struck Johanna Verhoven vom Vorstand der AIDS-Hilfe Paderborn, Mitglied der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW und Aktivistin bei XXelle PLUS, mit hoher Stimmenzahl in den Landesvorstand gewählt. Wir gratulieren Johanna herzlich und wünschen ihr viel Erfolg im neuen Amt und freuen uns natürlich auf eine gute Zusammenarbeit. Mehr über den Landesvorstand erfahren Sie unter ahnrw.de.
In den vergangenen Wochen war es 20 Jahre her, dass ich meine Tätigkeit bei der Aidshilfe NRW begonnen habe. Damals begann ich meine Mitarbeit im gerade gestarteten ZSP-Verfahren, für das ich ja weiterhin neben meinen inzwischen dazugekommenen Aufgaben im Bereich Frauen, Kinder und Jugendliche tätig bin. Ich bin stolz, was ich in Zusammenarbeit mit so vielen Kolleginnen und Kollegen in diesen 20 Jahren in den beiden Fachbereichen erreichen konnte. Da ein wenig Zurückblicken sicher erlaubt ist, verweise ich auf einen Text auf unserer Homepage xxelle-nrw.de.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Epidemiologisches Bulletin und HIV-Jahresbericht 2015 mit den gemeldeten HIV-Neudiagnosen und Aidsdiagnosen veröffentlicht
2015 gab es 3.674 HIV-Neudiagnosen, das heißt 5 Prozent mehr als 2014, bei Männern (2.842) betrug der Anstieg 3 Prozent, bei Frauen 14 Prozent. Die gemeldeten Diagnosen bei Heterosexuellen stiegen um 24 Prozent auf 954 Diagnosen an. 55 Prozent der Heterosexuellen kommen aus Subsahara Afrika, 24 Prozent aus Deutschland. Laut RKI zeichnen sich seit 2012 steigende Zahlen von Einwanderungs- bzw. Asylsuchenden in der HIV-Prävalenz ab. Eine zunehmende Zahl von HIV-positiven Menschen lebt in kleineren Ortschaften/Städten, wo es keine oder kaum HIV-Ärzte gibt. 64 Prozent der Heterosexuellen sind Frauen, 36 Prozent Männer (also umgekehrtes Geschlechterverhältnis als im Gesamten). Im Bereich der Mutter-Kind-Übertragung sind 26 Diagnosen gemeldet, davon nur 4 mit Geburt in Deutschland (dreimal wurde kein HIV-Test angeboten, einmal Kam die Prophylaxe zu spät). Die höchste Inzidenz der HIV-Erstdiagnosen fand sich in den Stadtstaaten Hamburg (12 Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner), Berlin (11) und Bremen (8,2). Großstädte wie Frankfurt/Main, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Mannheim, Leipzig und Dresden wiesen ähnlich hohe Inzidenzen wie die Stadtstaaten auf. Nordrhein-Westfalen insgesamt liegt mit 4,5 Fällen pro Einwohnerinnen und Einwohner genau im Bundesdurchschnitt. Das Epidemiologische Bulletin finden Sie hier (PDF-Datei).


P O L I T I K

Interview zur "BIS 2030"-Strategie
Ines Perea, Leiterin des Referats "Strategie der AIDS-Bekämpfung" im Bundesministerium für Gesundheit, hat sich im Rahmen von "Let´s talk orange" von POSITHIV HANDELN zur Bedeutung der "BIS 2030"-Strategie für Menschen mit HIV und andere Zielgruppen geäußert. Das Interview finden Sie unter facebook.com

Onlinepetition gegen erhöhte Preise von Medikamenten
In den letzten Jahren sind einige Medikamente, zum Beispiel zur Behandlung von Krebs und Hepatitis C, zu exorbitanten Preisen auf den deutschen Markt gekommen.Dies gefährdet die finanzielle Stabilität der Krankenversicherungen und führt mittelfristig zu deutlich höheren Beiträgen. Um dieser Preisentwicklung endlich Einhalt zu gebieten, wurde eine Onlinepetition erstellt. Die Petition finden Sie unter thecostoflife.org.


S O Z I A L E S

Beratung zu Diskriminierung
Die Kontaktstelle HIV-bedingte Diskriminierung bietet Ihnen Hilfe und Unterstützung, wenn Sie aufgrund Ihrer HIV-Infektion diskriminiert wurden, egal ob im Krankenhaus, in der ambulanten Behandlung, am Arbeitsplatz oder bei Behörden. Ein Interview mit der Ansprechpartnerin in der Kontaktstelle, Kerstin Mörsch von der Deutschen AIDS-Hilfe, finden Sie unter youtube.com, weitere Informationen zu dem Thema unter aidshilfe.de.

"Gleichbehandlung ist ein Gewinn für uns alle"
Im September 2016 feierte die Antidiskriminierungsstelle des Bundes ihr zehnjähriges Bestehen. Über ihre Aufgaben und Möglichkeiten hat Axel Schock (Deutsche AIDS-Hilfe) mit der Leiterin Christine Lüders gesprochen. Das Interview finden Sie unter magazin.hiv

Themenwerkstätten nach den Positiven Begegnungen
Auf den Positiven Begegnungen 2016 in Hamburg wurden drei Themen gewählt, an denen in Werkstätten in den nächsten zwei Jahren weiter gearbeitet werden soll. Die Termine der Themenwerkstätten stehen jetzt fest und die Deutsche AIDS-Hilfe freut sich, wenn viele Menschen mit HIV Zeit und Lust haben, sich weiter zu engagieren. Die Themenwerkstatt "Bilder von HIV" hat bereits im Oktober in Berlin stattgefunden, die Themenwerkstatt "Reha, wir kommen!" ist vom 25. bis 27. November 2016 in Mühlrain (weitere Infos unter aidshilfe.de) und die Themenwerkstatt "Diversity" findet vom 9. bis 11. Dezember in Gelsenkirchen statt (weitere Infos unter aidshilfe.de).


G E S U N D H E I T

Die häufigsten STIs im Überblick
Die September-Sonderausgabe der Zeitschrift "Microbial Cell" enthält eine frei verfügbare Zusammenfassung der medizinischen und molekularen Details der acht häufigsten sexuell übertragbaren Erkrankungen. Wissenschaftler der Karl-Franzens-Universität Graz/Österreich haben in dem englischsprachigen Open-Access Journal "Microbial Cell" Übersichtsartikel über die weltweit am verbreitetsten STDs veröffentlicht: Syphilis, Gonorrhoe, Chlamydien, Trichomoniasis, Hepatitis B, Herpes-simplex-Virus, HIV und humanes Papillomavirus. Weiteres lesen Sie unter microbialcell.com

App zur europäischen Krankenversicherungskarte in vielen Sprachen
Unter europa.eu finden Sie den QR-Code der App zur europäischen Krankenversicherungskarte. Darauf gibt es Infos zur Karte und zur Nutzung in den jeweiligen Ländern. Die APP ist in 25 Sprachen vorhanden und kann damit auch in der Beratung sehr nutzbringend sein.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


4. November 2016 | Bochum
3. Fachforum Betrifft: Jung. Gesund!?
Das Fachforum richtet sich an alle im Gesundheitsbereich, in der Jugendhilfe, der psychosozialen Versorgung und der Mädchen- und Jungenarbeit Tätige, die die gesundheitliche Versorgung von Heranwachsenden verbessern wollen. Barbara Steffens, Ministerin für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter NRW, wird das Fachforum eröffnen. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

23. und 24. November 2016 | Königswinter
Migrantinnen in der Prostitution
Im Jahr 2016 hat eine politische und rechtliche Neuausrichtung des Umgangs mit Unionsbürgerinnen in prekären Lebenslagen stattgefunden. Die konträren Ent­scheidungen der Gerichte haben eine zuverlässige Beratung oft erschwert. Die "Problemlösung" der Politik führt zu einer weiteren Entrechtung und wirft Fragen in Bezug auf die Verletzung der Menschenwürde auf. In der Folge sind besonders bei der Gesundheitsversorgung Probleme entstanden. Auch die Situation von Frauen mit Kindern im In- und/oder Ausland ist oftmals schwierig und stellt die Beratungsstellen vor zahlreiche Herausforderungen. Weitere Informationen finden Sie unter azk-csp.de

23. November 2016 bis 30. September 2017 | Wuppertal 
Positive Familien- und Konfliktberatung
Der Kurs zur Qualifizierung nach dem Ansatz der Positiven Psychotherapie richtet sich an (berufserfahrene) Fachkräfte und (angehende) Führungskräfte aller Arbeitsfelder der sozialen Arbeit. Er schließt mit einem Zertifikat der Paritätischen Akademie NRW (200 Unterrichtsstunden) ab. Absolventinnen und Absolventen mit einem Fachhochschul-/ Hochschulabschluss können (gegen eine Gebühr) auch das internationale Zertifikat „Basic Consultant of Positive Psychotherapie“ erhalten. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.

20. und 21. Januar 2017 | Bochum
6. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Unter dem Thema "Sexualität – die verbotene Frucht im Paradies" wird der Umgang mit Sexualität in unterschiedlichen Gesellschaften beleuchtet. Dabei stehen Themen wie "Migration und Sexualität" im Vordergrund. Den Ankündigungsflyer finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Angebot der Ruhr-Universität Bochum (RUB): ein Studium für geflüchtete Frauen
Die RUB bietet mit dem Projekt "Universität ohne Grenzen" eine Vielzahl von Maßnahmen für Flüchtlinge mit akademischem Hintergrund. Im Projekt "Integra" können sich Studieninteressierte in Deutschkursen und weiteren Maßnahmen (Workshops, Exkursionen, Infoveranstaltungen) auf ein Studium vorbereiten. Die RUB möchte nun insbesondere studieninteressierte Frauen für das Projekt gewinnen und bietet daher diese besondere Informationsveranstaltung an. Weitere 
Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint im November 2016. 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte November per Mail an Petra Hielscher.
 
 
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden