September 2016
Liebe Leser*innen!
Die Arbeit der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW ruht auf vielen Schultern. Die beiden jeweiligen Sprecherinnen sind wichtige Integrationspersonen dieses bunten und lebendigen Gremiums. Eine besondere Scharnierfunktion hat ein Mitglied der LAG, wenn es in den Landesvorstand der Aidshilfe NRW gewählt wird. In den zurückliegenden zwei Jahren hat unsere Kollegin Natali Rudi neben anderen Bereichen auch die Interessen der Frauen im Vorstand vertreten und sich dabei immer wieder für unsere Belange eingesetzt. Aus ihrer Perspektive als Vorstandsmitglied hat sie sich regelmäßig zu aktuellen Themen der Aidshilfearbeit zu Wort gemeldet. Jetzt endet ihre Amtszeit und sie steht auf eigenen Wunsch nicht zur Wiederwahl zur Verfügung. Daher danken ihr an dieser Stelle ihre Kolleginnen aus der LAG herzlich für ihr Engagement im Landesvorstand! In ihrer Eigenschaft als Vorstandsmitglied hat sie in diesem Monat ihre vorerst letzte Kolumne zum Fachtag Migration und Partizipation von Menschen mit HIV geschrieben, die unter xxelle.de zu lesen ist.
Viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Zahl der in Deutschland erworbenen HIV-Infektionen ist leicht zurückgegangen
Die Gesamtzahl der neudiagnostizierten HIV-Infektionen ist gegenüber dem Jahr 2014 (3.500) um 5,0 Prozent angestiegen. Die Zahl der in Deutschland erworbenen HIV-Infektionen ist leicht zurückgegangen, während die Zahl der wahrscheinlich im Ausland erworbenen HIV-Infektionen zugenommen hat. Für 815 von 836 (97 Prozent) der im Jahr 2015 in Deutschland diagnostizierten, von Nichtdeutschen im Ausland erworbenen HIV-Infektionen liegen Angaben zum Herkunftsland vor. Davonstammen 51 Prozent aus Subsahara-Afrika, 15 Prozent aus Osteuropa, 10 Prozent aus Zentraleuropa, 6 Prozent aus Südostasien, 6 Prozent aus Lateinamerika oder der Karibik, 5 Prozent aus Westeuropa. Nur 4 Prozent kommen aus dem Nahen Osten oder Nordafrika, den Regionen aus denen im Jahr 2015 der weitaus größte Teil der neu nach Deutschland eingereisten Asylsuchenden stammte. Die höchste Inzidenz der HIV-Erstdiagnosen fand sich in den Stadtstaaten Hamburg (12 Fälle pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner), Berlin (11) und Bremen (8,2). Großstädte wie Frankfurt/Main, München, Köln, Düsseldorf, Stuttgart, Mannheim, Leipzig und Dresden wiesen ähnlich hohe Inzidenzen wie die Stadtstaaten auf. Nordrhein-Westfalen insgesamt liegt mit 4,5 Fällen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner genau im Bundesdurchschnitt. Weitere Details zu Meldungen und Inzidenz in einzelnen Regionen Nordrhein-Westfalens finden Sie hier (PDF-Datei).


P O L I T I K


NRW schützt Frauen und Mädchen vor Gewalt

Die Landesregierung verstärkt ihre Aktivitäten zum Schutz von Frauen und Mädchen vor Gewalt. Mit einem entsprechenden Landesaktionsplan "NRW schützt Frauen und Mädchen vor Gewalt", der auf Vorschlag von Emanzipationsministerin Barbara Steffens vom Kabinett verabschiedet wurde, bündelt das Land erstmals alle Maßnahmen, die das Ziel haben, präventiv die Entstehung von Gewalt zu verhindern, betroffenen Frauen und Mädchen frühzeitig zu helfen und Umfeld und Hilfesysteme zu sensibilisieren, die Folgen von Gewalt besser zu erkennen. Weitere Informationen dazu lesen Sie unter mgepa.nrw.de. Den kompletten Landesaktionsplan finden Sie hier (PDF-Datei).

Woche des Respekts
Um die gegenseitige Achtung und den respektvollen Umgang miteinander zu fördern, veranstaltet die Landesregierung vom 14. bis 18. November 2016 eine "Woche des Respekts". Ministerpräsidentin Hannelore Kraft und ihr Kabinett werden in dieser Woche landesweit für mehr Respekt werben und sich unter anderem mit Jugendorganisationen, in Schulen, bei Polizei und Rettungskräften oder im Jobcenter über die Erfahrungen vor Ort informieren. Im Mittelpunkt stehen vor allem das Engagement für die Gesellschaft, die Würdigung von Zivilcourage sowie das Thema Ausgrenzung. Ob Diskussionsveranstaltung oder Begegnungsnachmittag, Ausstellung oder öffentliche Mitmachaktion, es gibt viele Möglichkeiten, um Respekt zu fördern und viele Orte und Gelegenheiten, um Respekt zu zeigen. Man kann sich an dieser Woche beteiligen, wie das geht, lesen Sie unter respekt.nrw

Aidshilfe NRW zum Welt-Hepatitis-Tag
Der 28. Juli wird seit dem Jahr 2011 – dem Jahr, nachdem die Virushepatitis von der Hauptversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als globale Gesundheitsbedrohung anerkannt wurde - als offizieller Aktions- und Gesundheitstag der WHO durchgeführt. Im Zuge der internationalen WHO-Kampagne NOhep lautet das diesjährige Motto in Deutschland: "NOhep... für eine Welt ohne Hepatitis". Die Erklärung der Aidshilfe NRW anlässlich des Welt-Hepatitis-Tags lesen Sie hier (PDF-Datei). Die Pressemitteilung des Robert Koch-Instituts finden Sie unter rki.de.


S O Z I A L E S

Mehr Gewalt an Geflüchteten LGBT* und Trans*menschen in NRW
Die Landeskoordination Anti-Gewalt-Arbeit für Lesben und Schwule in NRW veröffentlicht den Jahresbericht 2015. Dieser bietet einen Überblick über die Tätigkeit der Landeskoordination und beinhaltet auch eine statistische Auswertung der gemeldeten Gewalt- und Diskriminierungsfälle an LSBTTI* in Nordrhein-Westfalen. Deutschlandweit ist die Dokumentation der Landeskoordination die einzige, bei der Diskriminierungs- und Gewalterfahrungen genderübergreifend erfasst werden. Der Jahresbericht kann auf der Internetseite der Landeskoordination unter vielfalt-statt-gewalt.de eingesehen und heruntergeladen werden.

Mehr Schutz in Flüchtlingsunterkünften
Unter dem Dach der Bundesinitiative "Schutz von Frauen und Kindern in Flüchtlingsunterkünften" haben das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und UNICEF gemeinsam mit einem breiten Netzwerk von Partnern "Mindeststandards zum Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen in Flüchtlingsunterkünften" erarbeitet. Diese Mindeststandards sind jetzt veröffentlicht und bilden erstmals eine bundesweit einheitliche Grundlage, um den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Frauen vor Gewalt sowie den Zugang zu Bildungsangeboten und psychosozialer Unterstützung in Flüchtlingsunterkünften zu verbessern. Die Mindeststandards finden Sie hier (PDF-Datei).

NRW SelbsthilfePreis 2017
Die Selbsthilfe in Nordrhein-Westfalen hat einen festen Platz in der Gesundheitsförderung unseres Landes. Durch sie werden umfangreiches Wissen und persönliche Erfahrungen im Umgang mit einer Erkrankung werden anderen Betroffenen, Angehörigen und Expert*innen zur Verfügung gestellt. Ermutigung, Information und Krisenbewältigung sind die Prinzipien der überwiegend ehrenamtlichen Arbeit, die von Betroffenen für Betroffene geleistet wird. Der NRW SelbsthilfePreis ist eine Initiative der gesetzlichen Krankenkassen/-verbände in Nordrhein-Westfalen und wurde 2014 erstmalig verliehen. Näheres zur Teilnahme lesen Sie hier (PDF-Datei).

Auslobung des Engagementpreises NRW 2017
Mit dem Engagementpreis NRW sollen vorbildliche Projekte des bürgerschaftlichen Engagements gewürdigt und bekannt gemacht werden. Unter dem Motto "Generationen schaffen Möglichkeiten – gemeinsam Engagement gestalten" können sich ab sofort Vereine, Stiftungen und Bürgerinitiativen bewerben. Bewerbungsschluss ist der 28. Oktober 2016. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.


G E S U N D H E I T

Vorläufige Empfehlung der DAIG für eine PrEP
Bereits im letzten Jahr hatte sich die Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG) zur Präexpositionsprophylaxe (PrEP) geäußert und die aus ihrer Sicht erforderlichen Rahmenbedingungen für ihren erfolgreichen Einsatz umschrieben. Nun hat die Europäische Kommission unter Auflagen die Zulassung für Truvada® zur PrEP erteilt. Die DAIG hat nun vorläufige Empfehlungen zur Durchführung einer PrEP erstellt, die Sie hier (PDF-Datei) finden.

Qualitative Studie zur Inanspruchnahme von HIV- und STI-Testangeboten durch Migrant*innen in Deutschland
Migration kann in Verbindung mit anderen Faktoren wie etwa einem ungeklärten Aufenthaltstatus oder Rassismus dazu führen, dass Menschen in Deutschland ein erhöhtes HIV- und STI-Risiko sowie Einschränkungen im Zugang zu entsprechenden Testangeboten haben. Ursächlich dafür sind insbesondere soziale und rechtliche Faktoren. Bisher gibt es dazu in Deutschland vereinzelte, oft regional begrenzte Studien zu bestimmten Risikogruppen, doch bundesweit anwendbare Daten fehlen. Die vom Robert Koch-Institut durchgeführte MiTest-Studie bietet einen aus der Perspektive der Test- und Beratungspraxis umfassenden Einblick in die HIV- und STI-Testpraxis bei Menschen mit Migrationsgeschichte. Den Abschlussbericht der MiTest-Studie finden Sie unter rki.de.

HIV-postive Mütter: Stillen möglich unter Therapie
Auf der World AIDS Conference in Durban wurde ein wichtiges Poster vorgestellt zur Frage des Stillens bei HIV-positiven Müttern. Seit Jahren wissen wir, dass Menschen, die eine gut durchgeführte HIV-Therapie einnehmen, ihre Sexualpartner nicht infizieren können. Auch über Blut (zum Beispiel Nadelstichverletzung) kommt es in dieser Situation nicht zur Übertragung. Gilt dies auch für die Übertragung durch Stillen von der HIV-postiven (behandelten) Mutter auf das stillende Kind? Wissenswertes dazu lesen Sie unter infekt.ch.

App zur europäischen Krankenversicherungskarte in vielen Sprachen
In dieser App gibt es Infos zur Krankenversicherungskarte und zur Nutzung in den jeweiligen Ländern. Sie ist in 25 Sprachen abrufbar, was nicht zuletzt auch für die Beratung nützlich sein kann. Den Link zum QR-Code der App zur europäischen Krankenversicherungskarte finden Sie unter ec.europa.eu.


M E D I E N

Film "POSITIV SCHWANGER"
Etwa ein Jahr liegt die Premiere der Filmproduktion "POSITIV SCHWANGER" zurück. In diesem Jahr kam der Wunsch nach einer internationalen Filmversion auf. Mit Unterstützung der MSD Sharp & Dohme GmbH konnten ein Voiceover und eine englische Fassung des Films erstellt werden. Der Film ist auf der Website unter positiv-schwanger.de für jeden frei zu sehen. "POSITIV SCHWANGER" begleitet vier Frauen in völlig unterschiedlichen Lebenssituationen, die von ihrer HIV-Diagnose erfahren, und zeigt, wie sie damit umgehen, Diskriminierungserfahrungen meistern und gemeinsam mit ihren Partnern ihren Kinderwunsch realisieren. Drei Expertinnen liefern medizinische Informationen und zeigen Unterstützungsangebote auf.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


5. Oktober 2016 | Düsseldorf
Kundgebung für ein gutes Bundesteilhabegesetz
Die Lebenshilfe NRW, die Landesarbeitsgemeinschaft Werkstatträte NRW und der Paritätische NRW veranstalten eine Kundgebung zum Bundesteilhabegesetz vor dem Landtag NRW. Ziel der Kundgebung ist es, die Defizite im vorliegenden Regierungsentwurf zum Bundesteilhabegesetz aufzuzeigen, unsere Forderungen vorzutragen und die Regierung des Landes NRW  für eine verantwortungsvolle Beratung des BTHG im Bundesrat zu sensibilisieren. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

12. Oktober | Münster
Aids-Hilfe damals und heute: Von der Angst zum Erfolg
Die Tagung umfasst einen Vortrag von Rita Süssmuth mit anschließender Podiumsdiskussion, an der Sylvia Urban (Bundesvorstand Deutsche AIDS-Hilfe), Marcel Dams (HIV- und LGBTI*-Aktivist, Blogger und Autor) und Andreas Amend (Präventionsfachkraft im Projekt MAPF (Muttersprachliche AIDS-Prävention) der Stadtmission Nürnberg) teilnehmen. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.org.

21. bis 23. Oktober 2016 | Remagen
HIV und Frauen: Interkulturelle Öffnung (Netzwerktreffen Frauen und Aids III)
Die steigende Zahl der Frauen mit HIV, die migriert oder geflohen sind, stellt alle, die sich in der Unterstützung, Beratung und Prävention engagieren, vor neue Herausforderungen. Die Begegnung mit Lebenswelten, die als fremd empfunden werden, wirft viele Fragen auf und kann zu Unsicherheiten führen. Für das Netzwerk Frauen und Aids stellt sich auch die Aufgabe, sich für Frauen unterschiedlicher Herkunft mehr zu öffnen und ihre Beteiligungsmöglichkeiten zu stärken. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

29. Oktober 2016 | Düsseldorf
Resilienz – die seelische Widerstandsfähigkeit stärken
Andrea Wetzchewald und Kerstin Kollenberg bieten einen Workshop für Frauen mit HIV zum Thema "Resilienz – die innere Widerstandsfähigkeit stärken" in der AIDS-Hilfe Düsseldorf an. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

23. November 2016 bis 30. September 2017 | Wuppertal 
Positive Familien- und Konfliktberatung
Der Kurs zur Qualifizierung nach dem Ansatz der Positiven Psychotherapie richtet sich an (berufserfahrene) Fachkräfte und (angehende) Führungskräfte aller Arbeitsfelder der sozialen Arbeit. Er schließt mit einem Zertifikat der Paritätischen Akademie NRW (200 Unterrichtsstunden) ab. Absolventinnen und Absolventen mit einem Fachhochschul-/ Hochschulabschluss können (gegen eine Gebühr) auch das internationale Zertifikat „Basic Consultant of Positive Psychotherapie“ erhalten. Weitere Informationen finden Sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.

20./21. Januar 2017 | Bochum
6. Fachtag: HIV, Sexualität und Psyche
Unter dem Thema "Sexualität – die verbotene Frucht im Paradies" wird der Umgang mit Sexualität in unterschiedlichen Gesellschaften beleuchtet. Dabei stehen Themen wie Migration und Sexualität im Vordergrund. Den Ankündigungsflyer finden Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint im Oktober 2016. 
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Oktober per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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