Nr. 02 vom 16. Juni 2016
Liebe Leser*innen,

noch immer stehen wir unter dem Eindruck des furchtbaren Massakers von Orlando. In der Nacht zum Sonntag hat ein Attentäter im Gayclub Pulse 49 Menschen erschossen. Aus unserer Sicht war dies ein feiger Angriff auf die LSBTTI*-Community, so erklärte es auch Reinhard Klenke, der stellvertretende Landesgeschäftsführer der Aidshilfe NRW. "Wir trauern mit den Hinterbliebenen und Angehörigen der Opfer, hoffen mit den Verletzten und fordern die politisch Verantwortlichen auf, Konsequenzen daraus zu ziehen", so Klenke. Welche Konsequenzen, fragen sich vielleicht manche von Ihnen. Zunächst einmal, überhaupt zur Kenntnis zu nehmen, dass es sich bei den Opfern um Schwule, Lesben und Transmenschen handelte. Anders als beispielsweise US-Präsident Barak Obama hielt Bundeskanzlerin Angela Merkel es nicht für erforderlich, zu bemerken, dass es sich bei den Getöteten um Angehörige der so genannten LSBTTI*-Szene handelte. Sodann, ein klares Zeichen der Solidarität mit der Opfergruppe zu setzen. Wie es ein Kollege trefflich formulierte, ist ein Anschlag auf eine Redaktion immer ein Angriff auf die Pressefreiheit, ein Anschlag auf eine Synagoge immer ein Angriff auf die jüdische Gemeinschaft. Warum verschweigt die deutsche Bundeskanzlerin, dass es sich beim Anschlag auf einen Gayclub ganz klar um einen Angriff auf unsere Community handelt? Es ist nicht an uns, eine Antwort auf diese Frage zu geben, aber wir kommen nicht umhin, ein deutliches Signal der Bundespolitik gegen Homophobie und jedwede Gewalt gegen LSBTTI* einzufordern. Die gestern vorgestellte "Mitte"-Studie hat ergeben, dass 40 Prozent der Deutschen es ekelhaft finden, wenn sich ein gleichgeschlechtliches Paar küsst, 25 Prozent der Deutschen Homosexualität generell unmoralisch finden. Diese Zahlen erregen nicht nur bei uns große Besorgnis. Viele Kommentator*innen teilen diese und fordern von der Bundesregierung endlich die rechtliche Gleichstellung aller, und das beschränkt sich nicht nur auf Ehe und Adoption. Das bedeutet auch ein offenes Wort gegen jede Intoleranz, Anfeindung, Ausgrenzung und Diskriminierung. Wir sind es den Opfern von Orlando schuldig, weiter öffentlich für unsere Rechte einzustehen. Dies werden wir in den vor uns liegenden Wochen der CSD- und Prideveranstaltungen im ganzen Land tun. Und wir laden Sie alle dazu ein, uns nach Ihren Kräften dabei zu unterstützen!

Dr. Guido Schlimbach, Pressesprecher


VERBAND

Herzliche Einladung zum CSD-Empfang am 2. Juli 2016
Auch in diesem Jahr laden die Aidshilfe NRW und das Schwule Netzwerk NRW zum traditionellen CSD-Empfang in den Kölner Gürzenich ein. Zum sechzehnten Mal verleiht das Schwule Netzwerk, das in diesem Jahr 25 Jahre alt ist, die Kompassnadel. Für die öffentlichkeitswirksame Ausstellung "Homosexualität_en", die zurzeit in Münster zu sehen ist (siehe unten), nehmen Birgit Bosold vom Schwulen Museum* und Ulrike Kretzschmar vom Deutschen Historischen Museum sowie der Organisator des Outreach-Programms des DüsselCups, Dirk Behmer, dei Auszeichnung entgegen. Die Einladung zum Empfang finden Sie hier (PDF-Datei).

Einladung zum Fachtag mit den Themen "Migration" und "Partizipation von Menschen mit HIV/Aids" am 23. Juli 2016 in Köln
Auf der Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW in November 2015 wurde beschlossen, sich mit den beiden Themen "Migration" und "Partizipation von Menschen mit HIV" zu beschäftigen. Das soll jetzt geschehen. Am Vormittag, geht es um Teilhabe und Partizipation, deren Möglichkeiten und Grenzen. Dazu gibt es eine Podiumsdiskussion. Am Nachmittag werden zwei Workshops mit den genannten Schwerpunkten angeboten. Dabei soll erarbeitet und entschieden werden, welche Aspekte wichtig sind und wie die Themen weiter bearbeitet werden können, um Angebote und Teilhabe verbessern und sicherstellen zu können. Die Einladung richtet sich an Vorstände und Mitarbeitende von Aidshilfen und an Positive in NRW, die sich in Aidshilfen engagieren oder dies zukünftig tun wollen. Anmeldungen bitte per E-Mail bis zum 11. Juli 2016 an stephan.gellrich@nrw.aidshilfe.de. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Das ZSP-Antragsverfahren 2017
Wie in den Vorjahren wird auch in diesem Jahr die Antragstellung komplett online abgewickelt werden. Für das Jahr 2017 geht der Verband davon aus, dass das Ministerium für Emanzipation, Gesundheit, Pflege und Alter NRW eine Förderung zur Zielgruppenspezifischen Prävention in Höhe der Vorjahre zur Verfügung stellen kann. Bevor das Online-Formular genutzt und der Antrag gestellt werden kann, muss vorab ein Termin zur fachlichen Beratung mit den jeweiligen Fachmitarbeiter*innen der Landesgeschäftsstelle vereinbart werden. Das Onlineformular für die Terminvereinbarung finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.


ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Medienpreis HIV/Aids 2015/2016 - ein Preis der Deutschen AIDS-Stiftung

Für ihren Medienpreis nimmt die Deutsche AIDS-Stiftung Veröffentlichungen zu den Themen HIV und Aids an. Die Beiträge müssen in den Jahren 2015 und 2016 Jahren erstmals in deutscher Sprache veröffentlicht worden sein. Zugelassen sind Veröffentlichungen aus den Bereichen Print, Hörfunk, TV, Internet und künstlerische Beiträge. Eine unabhängige Jury aus Medienexpert*innen bestimmt die Preisträger*innen. Der Medienpreis HIV/Aids, der in einem Zwei-Jahres-Rhythmus ausgeschrieben wird, ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Einsendeschluss ist der 31. Januar 2017. Weitere Informationen finden Sie unter aids-stiftung.de.
 
Jugend Medienpreis HIV/Aids 2015/2016 - ein Preis der Deutschen AIDS-Stiftung
Der Jugend Medienpreis HIV/Aids ist ein Preis für engagierte Schülerinnen, Schüler  und Jugendliche bis 20 Jahre. Bewerben können sich Schüler und Jugendliche, die sich einfallsreich mit HIV/Aids beschäftigt haben – zum Beispiel in der Freizeit, im Schulunterricht, in der Theater-AG, im Chor, als Schüler-Redaktion oder als Jugendgruppe. Erlaubt ist alles, was andere motiviert, über Menschen mit HIV/Aids nachzudenken. Die Jury muss erkennen können, dass die Schüler sich Gedanken darüber gemacht haben, wie Menschen mit HIV/Aids leben und wie ein gutes Leben in unserer Gesellschaft für sie aussehen könnte/müsste. Diese Gedanken sollten sie möglichst kreativ oder ungewöhnlich umgesetzt haben. Dem Gewinner-Beitrag winkt ein Preisgeld von 3.000 Euro. Weitere Infos finden Sie unter aids-stiftung.de.


LEBEN MIT HIV

STRAFTATBESTAND: HIV!? Eine Aktion von POSITHIV HANDELN zum ColognePride
In Deutschland werden immer noch HIV-positive Menschen vor Gericht verurteilt, nachdem es beim Sex zu einer HIV-Übertragung gekommen ist. Auch wenn nur die Möglichkeit einer Übertragung bestand, kann dies zu einer Verurteilung führen. Mit der Aktion "STRAFTATBESTAND: HIV!?" fordert POSITIV HANDELN das Ende der Kriminalisierung von Menschen mit HIV und Aids und plädiert dafür, dass die Rechtsprechung zukünftig bei einvernehmlichen sexuellen Handlungen die Übertragung und die Exposition von HIV nicht mehr als Straftatbestand nach §§ 223 und 224 StGB bewertet und HIV-Positive wegen versuchter oder gefährlicher Körperverletzung verurteilt. Machen Sie mit – egal ob positiv oder nicht. Sex muss selbstbestimmt und frei von drohender Bestrafung sein. Dafür geht POSITHIV HANDELN am 3. Juli mit der Aktion "STRAFTATBESTAND: HIV!?" in Köln auf die Straße. Melden Sie sich bis zum 30. Juni 2016 per E-Mail und mit Angabe Ihrer T-Shirt-Größe an csd-anmeldung@posithivhandeln.de.

Der Nationale AIDS-Beirat zur Speicherung von gesundheitsbezogenen Daten in polizeilichen Datenbanken unter dem Kürzel "ANST"

Die Polizei- und Ordnungsgesetze der Bundesländer enthalten Bestimmungen, die insbesondere Bedienstete der Polizei und Rettungspersonal vor Infektionsgefahren im Rahmen ihrer Dienstausübung schützen sollen. Vor diesem Hintergrund werden in polizeilichen Informationssystemen von Bund und Ländern personenbezogene Daten von Bürgern und Bürgerinnen mit dem Zusatz "ANST" (ansteckend) versehen. Dies erfolgt ausschließlich bei Hepatitis B-, Hepatitis C- oder HIV-Infektionen. Erforderlich ist, dass entsprechende Hinweise von einem Arzt oder einer Ärztin oder einer entsprechenden Unterlage (Gesundheitsamt, Verwaltungsbehörde, Justizvollzugsanstalt u.ä.) oder dem Betroffenen selbst vorliegen. Die Art der Infektion wird nicht gespeichert. Der NAB unterstützt nachdrücklich das Anliegen, das Risiko einer Übertragung von Infektionen durch geeignete Maßnahmen zu minimieren. Diese Maßnahmen müssen auf gesicherten medizinischen Erkenntnissen beruhen und sachgerecht umgesetzt werden. Das Votum des Nationalen AIDS-Beirats hierzu finden Sie unter bmg.bund.de.

Wie sieht gleichberechtigte Teilhabe aus?
"Behinderung entsteht, wenn Menschen mit Beeinträchtigungen an der gleichberechtigten Teilhabe gehindert werden", so die UN-Behindertenrechtskonvention. Doch wie sieht gleichberechtigte Teilhabe aus? Der Film "Inklusion – Eine Spurensuche" beleuchtet das Thema Inklusion unter dem Dach des Paritätischen Wohlfahrtsverbands Berlin. Welche Möglichkeiten der echten Teilhabe gibt es? Wie sieht diese Teilhabe im Alltag aus? Welche Hindernisse gibt es – sowohl in der Umgebung, also auch in den Köpfen der Menschen? Filmemacher Ralf Mischnick lässt in dem Film Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen zu Wort kommen und füllt den abstrakten Begriff der Inklusion mit Leben. Unter youtube.com können Sie sich den Filmbeitrag anschauen.

"Ageing with HIV"
Das Projekt "Ageing with HIV" der EATG (European Treatment Group) hat das Ziel, die aktuellen Bedürfnisse von Menschen mit HIV/Aids besser zu verstehen, um auf die  Herausforderungen und unerfüllten psychosozialen und medizinischen Bedürfnisse von Menschen mit HIV/Aids über 50 reagieren zu können. Die EATG erwartet von der Umsetzung dieses Projekts das Bewusstsein bezüglich der Bedürfnisse von Menschen mit HIV/Aids in den verschiedenen Lebensphasen innerhalb der Patient*innengemeinschaft, Forschung, Gesundheitsdienstleistung und anderen wichtigen Akteure zu erhöhen. Auf der Website ageingwithhiv.com können die Präsentationen des Fachtages "People Living with HIV/AIDS Aged 50+", der vom 31. März bis 3. April 2016 in Berlin stattgefunden hat, abgerufen werden.


FRAUEN

EMA lässt Nachfolger für wichtiges HIV-Medikament zu
Die Europäische Arzneimittelagentur hat am Montag das HIV-Medikament Descovy® in Kombination mit weiteren HIV-Medikamenten für die Therapie von HIV-Infizierten ab 12 Jahren zugelassen. In den USA war die Zulassung bereits am 4. April erfolgt. Descovy® kombiniert die Wirkstoffe Emtricitabin und Tenofovir-Alafenamid (TAF) und soll das breit eingesetzte Medikament Truvada® (Emtricitabin plus Tenofovir-Disoproxyl Fumarat) ablösen. Weiteres lesen Sie unter aidshilfe.de.

Treffen für Frauen mit HIV im Waldschlösschen
Manche Frauen mit HIV kommen häufig mit anderen HIV-positiven Frauen zusammen, so etwa in ihrer Selbsthilfegruppe oder durch Mitarbeit im "Netzwerk Frauen und Aids". Auf andere trifft dies nicht zu, etwa weil sie in einer Kleinstadt leben oder keinen Kontakt zu einer Aidshilfe haben. Mitunter aus Angst, dass dadurch ihre HIV-Infektion bekannt werden könnte. Diese Fortbildung für Frauen mit HIV aus dem gesamten Bundesgebiet ermöglicht es, sich über aktuelle gesundheitliche und soziale Fragen zu informieren und an Themen zu arbeiten, die für HIV-positive Frauen besondere Bedeutung haben, ihnen am Herzen liegen oder ihnen als Multiplikatorinnen in ihrer Arbeit begegnen. Weitere Informationen zur Veranstaltung vom 18. bis 21. August 2016 lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE | PRÄVENTION

006 - Spion in geiler Mission Eine Aktion von Herzenslust NRW zum Cologne Pride
Dem ein oder anderen dürfte zum Thema Spion etwas in den Sinn kommen, gibt es doch einen weltberühmten Agenten, der seit Jahrzehnten sein Unwesen treibt, die Welt rettet und nebenbei noch Frauen beglückt. Was aber wenn eben dieser Spion ein neues Kürzel erhält und auf einmal gar nicht mehr so heteronormativ im Dienste der Sache steht. Seine Aufträge im Angesicht des Hodens oder seine Erinnerungen an den Spion, der mich leckte, sind neue Abenteuer, die er mit der ein oder anderen Bond-Drag zu überstehen hat. Was das alles mit Kondomen, Schutz durch Therapie und auch Drogen, im Sinne von gerührt UND geschüttelt zu tun haben kann, erfährt die Öffentlichkeit am 3. Juli während der Parade des ColognePride, wenn wieder über 100 Männer uas ganz NRW im Auftrag von Herzenslust und IWWIT unterwegs sind. Näheres zur Aktion lesen Sie unter herzenslust.de.

Online-Befragung "Flash! PrEP in Europe"
Mit der europaweiten Online-Befragung "Flash! PrEP in Europe" werden erstmals detailliert Informationen zur Prä-Expositions-Prophylaxe (kurz: PrEP) bei den dafür besonders relevanten Gruppen erhoben. Vier Wochen lang, beginnend mit dem 15. Juni, sind daher insbesondere Menschen mit erhöhtem HIV-Risiko zur Teilnahme aufgerufen. Dazu können Männer, die Sex mit Männern haben, Drogengebraucher*innen, Migrant*innen, Trans*-Menschen, Sexarbeiter*innen sowie HIV-Negative mit HIV-positiven Partner*innen ohne funktionierende HIV-Therapie gehören. Die Teilnehmer*innen der Umfrage müssen mindestens 18 Jahre alt und HIV-negativ sein. Die Ergebnisse sollen auch dazu genutzt werden, die derzeit in Europa und auch in Deutschland laufenden Entscheidungsprozesse hinsichtlich einer Zulassung der PrEP zu unterstützen. In vielen Ländern, so etwa in Frankreich, den USA, Kanada, Kenia, Thailand und Südafrika, ist die PrEP bereits erhältlich. Den Fragebogen finden Sie unter aidshilfe.de.

Montagsgespräche der AIDS-Hilfe Essen
Die AIDS-Hilfe Essen will mit den "Montagsgesprächen" interessierte Menschen einbinden, informieren und dadurch in die Lage versetzen, eigene Entscheidungen zu treffen und individuelle Lösungsstrategien zu entwickeln. Ferner sollen so auch Kooperationspartner*innen und Multiplikator*innen auf die Themen rund um HIV und Aids aufmerksam gemacht werden und die Arbeit der AIDS-Hilfe durch die Diskussionen zu kontroversen Themen weiterentwickeln. Eine Übersicht der geplanten Themen der Montagsgespräche finden Sie hier (PDF-Datei).

Neue Informationskampagne "LIEBESLEBEN"
"Gib AIDS keine Chance" hat bei vielen Menschen mehr Bewusstsein im Umgang mit HIV geschaffen. Dank einer differenzierten Präventionsarbeit und hochwertigen Behandlung in Deutschland wurden im Kampf gegen HIV gute Fortschritte erzielt. Die HIV-Zahlen des RKI zeigen aber auch, dass diese Anstrengungen nicht nachlassen dürfen. Jetzt geht es darum, die Bekämpfung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten mit einem übergreifenden Ansatz fortzusetzen und zu verstärken. Dazu hat die BZgA nun ein neues Konzept erarbeiten lassen. Die Homepage der neuen Kampagne finden Sie unter liebesleben.de.


MIGRATION

"Flucht in neue Welten?" Seminar zu sexualpädagogischem Arbeiten mit jungen Geflüchteten vom 23. bis 25. September 2016 in Frankfurt
Durch den in den letzten Monaten erhöhten Zuzug von Geflüchteten ergibt sich auch für die Sexualpädagogik eine veränderte Situation. Zwar ist die Arbeit mit jungen Geflüchteten nicht unbekannt, doch für viele Fachkräfte handelt es sich um eine neue Zielgruppe. Wer sind die Menschen, die ankommen? Was bringen sie mit? Was wünschen sie sich von sexueller Bildung? Neben dem Blick auf die Zielgruppe, treten aber auch Aspekte der eigenen sexuellen sowie kulturellen Identität und damit verbundene Normen und Werte noch einmal anders in den Vordergrund. Das Seminar "Flucht in neue Welten?" des Instituts für Sexualpädagogik lädt interessierte (sexual-)pädagogische Fachkräfte ein, die Lust haben, sich mit dem Themenfeld Flucht und Migration sowie den Auswirkungen auf die sexualpädagogische Arbeit mit Jugendlichen theoretisch und praktisch auseinander zu setzen. Anmeldeschluss ist der 5. August 2016. Weitere Informationen finden Sie unter isp-dortmund.de.

Schwerpunktthema "Flüchtlinge" in HIV&more
Geflüchtete Menschen sind der aktuelle Schwerpunkt der Ausgabe von HIV&more. Neben den spezifischen medizinischen Aspekten stellen sprachliche, kulturelle, psychologische, ethische und organisatorische Hindernisse Ärzt*innen vor neue Herausforderungen. Die Beiträge im Heft sollen dabei helfen, die neuen Aufgaben zu meistern. Die Inhalte von HIV&more finden Sie unter hivandmore.de.


DROGEN

Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2016 vorgestellt

Am 6. Juni 2016 wurde im Haus der Bundespressekonferenz in Berlin der 3. Alternative Drogen- und Suchtbericht vorgestellt. Ein Kurswechsel in der Drogenpolitik könnte Leben retten, Abhängigkeit verhindern und Schluss machen mit drastischer Ressourcenverschwendung in Justiz- und Polizeiarbeit – so die Herausgeber des Berichts, der akzept-Bundesverband, die Deutsche AIDS-Hilfe und der JES-Bundesverband, sowie zahlreiche weitere Expert*innen. Die Pressemitteilung der Herausgeber, eine detaillierte Pressemappe sowie den gesamten Bericht als PDF finden Sie unter alternativer-drogenbericht.de

Europäischer Drogenbericht 2016 veröffentlicht
Am 31. Mai wurde im Rahmen einer internationalen Pressekonferenz in Lissabon der Europäische Drogenbericht (European Drug Report, EDR) 2016 der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EMCDDA) der Öffentlichkeit vorgestellt. Zwei der Herausforderungen, die der Bericht nennt, sind eine beunruhigende Zunahme der opioidbedingten Todesfälle sowie die komplexeren Gesundheitsbedürfnisse der alternden Kohorte der Heroinkonsument*innen. "Abschließend ist festzustellen, dass dieser Bericht zu einem Zeitpunkt veröffentlicht wird, der für die Gestaltung der Drogenpolitik sowohl auf europäischer als auch auf internationaler Ebene von großer Bedeutung ist", so heißt es in dem Vorwort des EDR. Den vollständigen Bericht können Sie hier (PDF-Datei) nachlesen und die zugehörige Pressemitteilung der EU-Drogenbeobachtungsstelle finden Sie hier (PDF-Datei).
 
Frankreich plant den universellen Zugang zur Hepatitis-C-Behandlung
Die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine hat angekündigt, "den universellen Zugang zur Hepatitis-C-Behandlung" sicherstellen und die Preise für die Medikamente neu verhandeln zu wollen, heißt es in einer aktuellen Meldung der Deutschen AIDS-Hilfe. Aktuell kostet eine Behandlung etwa mit dem Medikament Sovaldi 40.000 €. Angesichts dieser Kosten empfiehlt die Nationale Gesundheitsbehörde in Frankreich bisher die Behandlung erst ab Fibrosegrad 2 sowie für HIV-Koinfizierte. In Deutschland gibt es diese Einschränkung nicht. Laut Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten ist bei jeder chronischen Hepatitis-C-Infektion eine Behandlung angezeigt, bei fortgeschrittener Erkrankung besteht eine dringliche Indikation. Trotzdem wurden im Jahr 2015 nur 20.000 der etwa 400.000 chronisch HCV-Infizierten behandelt. Das "Berliner Manifest" hatte bereits im November 2014 an die europäischen Regierungen appelliert, mit Pharmafirmen über niedrigere Preise für die neuen Medikamente zu verhandeln, um die Behandlung auszuweiten und gleichen Zugang zu erschwinglichen Therapien zu ermöglichen.

UNAIDS-Bericht: Do no harm - Health, human rights and people who use drugs
UNAIDS, das Gemeinsame Programm der Vereinten Nationen zu HIV/Aids, hat im Vorfeld der United Nations General Assembly Special Session on the World Drug Problem (UNGASS) vom 19. bis 21. April in New York einen Bericht mit dem Titel "Do no harm - Health, human rights and people who use drugs" herausgegeben. In dem Bericht wird festgestellt, dass das Scheitern vieler Staaten, gesundheits- und menschenrechtsbasierte Ansätze zu implementieren, dazu beigetragen habe, die HIV-Infektionsraten unter drogengebrauchenden Menschen nicht zu reduzieren. Empfohlen werden etwa die Bereitstellung bedarfsgerechter Harm-Reduction-Programme und die Entkriminalisierung von Drogenkonsum und -besitz für den privaten Gebrauch. Den vollständigen Bericht können Sie unter unaids.org nachlesen.

UN-Konferenz zur Drogenpolitik: Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner
Auf der zweiten Sondersitzung zum weltweiten Drogenproblem halten die Vereinten Nationen an der Verbotspolitik und der Kriminalisierung von Drogenkonsum fest. Ein Fortschritt allerdings: Drogenabhängigkeit wird als chronische Erkrankung anerkannt. "Dass Drogenabhängigkeit endlich auch von den Vereinten Nationen offiziell als chronische Erkrankung festgeschrieben wird, ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt nach vorn. Genauso die Verankerung von Maßnahmen zur Schadensminderung beim Drogenkonsum, die es so deutlich bisher noch nicht gegeben hat –  auch wenn der Begriff Harm Reduction leider nicht fällt", sagt Dirk Schäffer, Referent für Drogen und Strafvollzug der Deutschen AIDS-Hilfe. Die Meldung der Deutschen AIDS-Hilfe finden Sie unter aidshilfe.de und hier (PDF-Datei) das Abschlussdokument der UN-Sondersitzung.

Deutsche AIDS-Hilfe: Bessere Drogenpolitik könnte Leben retten
Zum vierten Mal in Folge ist die Zahl der jährlichen Drogentoten in Deutschland angestiegen. Das haben am 28.04. das Bundeskriminalamt und die Drogenbeauftrage der Bundesregierung, Marlene Mortler (CSU), bei einer Pressekonferenz zur „Rauschgiftlage“ mitgeteilt. Mit 1.226 verstorbenen Drogenkonsumenten lag demnach die Zahl 2015 um 19 Prozent höher als 2014. Grund der meisten Todesfälle ist eine Überdosis Heroin, teils in Verbindung mit anderen Substanzen. Der Bericht von BKA und Bundesdrogenbeauftragter zeigt erneut, so die Deutsche AIDS-Hilfe: Strafverfolgung ist keine Lösung. Ein differenziertes Drogenhilfesystem, das etwa die Bereitstellung von Drogenkonsumräumen oder des Notfallmedikaments Naloxon gewährleistet, hingegen schützt Leben und Gesundheit Drogen konsumierender Menschen. Die Pressemitteilung der Deutschen AIDS-Hilfe hierzu finden Sie unter aidshilfe.de.


STRAFVOLLZUG

Bericht des Justizvollzugsbeauftragten 2015
Am 25. Mai 2016 stellte der Justizvollzugsbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen seinen Tätigkeitsbericht 2015 im Rechtsausschuss des Landtages vor. Im vergangenen Jahr konnte man hoffen, dass Patientenrechten in Haft mehr Geltung verschafft werden würde. Der Justizvollzugsbeauftragte und der Patientenbeauftragten des Landes schlugen gemeinsam eine ärztliche Schlichtungsstelle für den Justizvollzug vor. Mit dem aktuellen Tätigkeitsbericht des Justizvollzugsbeauftragten kommt nun die Ernüchterung: Bisher konnte keine angemessene Lösung gefunden werden. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Positionspapier Paritätischer Gesamtverband zu Gesundheit und Haft
Menschen in Haft und in der Sicherungsverwahrung sind in der Regel nicht in die Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen. Obwohl sie der Arbeitspflicht unterliegen und viele einer Tätigkeit nachgehen, führt die ausgeübte Arbeit für die meisten von ihnen nicht zu einer Einbeziehung in die Kranken- und Pflegeversicherung. Der Bundesgesetzgeber hatte sich bereits 1976 verpflichtet, Strafgefangene in die Sozialversicherungssysteme einzubeziehen. Allerdings hat der Gesetzgeber dies bisher nicht umgesetzt. Die überwiegende Mehrheit der Strafgefangenen und Menschen in der Sicherungsverwahrung ist nicht in die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung einbezogen und darüber hinaus in der Arbeitslosenversicherung schlechter gestellt. Der Paritätische Gesamtverband fordert den Gesetzgeber in der vorliegenden Position auf, Strafgefangene und Sicherungsverwahrte in die gesetzliche Krankenversicherung (SGB V) und die Pflegeversicherung (SGB XI) aufzunehmen und die medizinische Versorgung innerhalb der Justizvollzugsanstalten zu verbessern und stärker mit externen Gesundheitseinrichtungen zu vernetzen. Das Positionspapier finden Sie hier (PDF-Datei).


SONSTIGES

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Essen
Für das Beschäftigungsprojekt Café [iks] sucht die AIDS-Hilfe Essen ab dem 1. Juli 2016 eine*n Praxisanleiter*in (Hauswirtschafter*in oder Koch/Köchin in Teilzeit bis Vollzeit 25++ Stunden/Woche) Das Café [iks] bietet seit 2005 Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen die Möglichkeit Arbeitserfahrungen im gastronomischen Bereich zu sammeln und sich wieder in Richtung des allgemeinen Arbeitsmarktes zu orientieren. Die SAtellenausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der Aids-Hilfe Bonn
Die Aids-Hilfe Bonn versteht sich als offenes Haus, in dem unterschiedliche Menschen Raum für ihre persönliche Auseinandersetzung mit HIV und Aids finden können. Die Arbeitsschwerpunkte bilden die Arbeitsbereiche "Frauen und Aids" und "Prävention in schwulen Lebenszusammenhängen". Seit Frühjahr 2013 ist die Aids-Hilfe Bonn Träger der Anlauf- und Beratungsstelle und des Jugendtreffs "GAP in Bonn" für lesbische, schwule, bisexuelle und trans* Jugendliche. Für die LGBT*-Jugendarbeit, mit Schwerpunkt schwule Jungenarbeit, sucht die Aids-Hilfe Bonn zum 1. August 2016 eine*n Mitarbeiter*in in Teilzeit (19,92 Std./ Teilzeit – TVL 9). Weitere Infos zur Stellenausschreibung finden Sie unter ebay-kleinanzeigen.de.
 
Stellenausschreibung in Dortmund
Das SUNRISE, die Einrichtung für junge Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transidente in Trägerschaft von SLADO, sucht ab sofort eine pädagogische Honorarkraft mit Migrationshintergrund für die Beratungsarbeit (4 Std./Woche). Mehr Infos zur Stellenausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der GSSG in Köln
Die Gemeinnützige Stiftung Sexualität und Gesundheit sucht zum nächstmöglichen Zeitpunkt ein*en Projekt-Manager*in (20 Stunden pro Woche). Weitere Infos zur Stellenausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

STI-Kongress 2016: Sexuelle Lebenswelten – Wege der Prävention
Der Deutsche STI-Kongress ist die größte und vielseitigste Tagung zu sexueller Gesundheit und zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) im deutschsprachigen Raum. Er führt über 500 Fachleute und Interessierte zusammen. Das Programm ermöglicht einen breiten interdisziplinären und interinstitutionellen Gedankenaustausch zwischen allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die sexuelle Gesundheit zu ihrem Arbeitsbereich oder wissenschaftlichen Interesse zählen. Der Kongress gibt Gelegenheit, sich einen Überblick der aktuellen Forschungsergebnisse zu STI und sexueller Gesundheit aus klinischer Grundlagen- und sozialwissenschaftlicher Forschung zu verschaffen und darüber diskutieren. Weitere Informationen erhalten Sie unter sti-kongress2016.de.

Ausstellung "Homosexualität_en", 13. Mai bis 4. September 2016 in Münster

Das LWL-Museum für Kunst und Kultur zeigt vom 13. Mai bis 4. September 2016 in Münster die mit der Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW geehrten Ausstellung "Homosexualität_en".  Die Ausstellung wirft mit einer Vielzahl an historischen, kulturgeschichtlichen und künstlerischen Exponaten einen Blick auf die Geschichte von Verfolgung und Diskriminierung, auf die Aktivistinnen und Aktivisten, die mit Selbstbewusstsein und Beharrlichkeit für ihre Rechte stritten, sowie auf die aktuellen Debatten in den "queer communities". Weitere Infos finden Sie unter aids-nrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende Juli 2016
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.
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