März 2016

 


Nr. 1 - März 2016









Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Ihnen heute die erste Ausgabe des Newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ für das Jahr 2016 zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung.

Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW

Lieferung Präventionsmaterial an die Spritzenautomaten-Betreiber im Jahr 2015
Im Rahmen des Spritzenautomaten-Projekt wurden im Jahr 2015 rund 131.400 Einmalspritzen für i.v. Drogen Gebrauchende in NRW zielgerichtet abgegeben (Safer Use) und darüber hinaus 6.635 Kondome (Safer Sex), 48.057 Pflege- und Care Sets sowie 8.160 Smoke-it-Sets bereitgestellt. Das bedeutet bei der Abgabe der Einmalspritzen eine Steigerung von ca. 8,5% (10.310 Einmalspritzen).

Abgabe von Einmalspritzen über die Drogenhilfe-Einrichtungen in NRW im Jahr 2015
Die Menge der lose abgegebenen Einmalspritzen, die 2015 über die Drogenhilfe-Einrichtungen abgegeben bzw. getauscht wurden, lag bei 2.056.202 Stück. Das bedeutet eine Steigerung zum Vorjahr, und zwar um ca. 16,5 % (291.377 Einmalspritzen). Im Kreis Aachen sowie in Bonn und Mülheim a.d. Ruhr wurden im letzten Jahr doppelt so viele Spritzen ausgegeben wir im Vorjahr. In folgenden Kreisen findet eine Spritzenvergabe weder über eine Einrichtung noch über Spritzenautomaten statt: Heinsberg, Hochsauerlandkreis, Höxter, Olpe, Rhein-Erft und Soest. Die Gesamtübersicht der abgegebenen Einmalspritzen der Jahre 2013-2015 finden Sie hier.

Zahl der drogenbedingten Todesfälle um fast 20 Prozent gestiegen
Laut einer Erhebung des Bundeskriminalamtes sind im letzten Jahr 1.226 Menschen an den Folgen des Drogenkonsums gestorben – 18,8 Prozent mehr als 2014. Ebenfalls nahm die Zahl der erstmals registrierten Konsument*innen von harten Drogen wie Heroin und Kokain zu. Der rasanteste Anstieg wurde in Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und im Saarland registriert. Hier lag die Zahl der Rauschgifttoten mehr als doppelt so hoch wie 2014. Neben der Zahl der Drogentoten stieg auch die Gesamtzahl erstmals registrierter Konsument*innen harter Drogen insgesamt um knapp vier Prozent. Der Großteil entfällt dabei auf Betäubungsmittel wie Amphetamin, aber auch Heroin und Kokain sind auf dem Vormarsch. Gemessen an der Einwohnerzahl sind die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen am stärksten betroffen. Den Bericht lesen Sie hier (PDF-Datei).

HIV und Koinfektionen bei Drogen Gebrauchenden: Europäisches Gemeinschaftsprojekt gestartet
23 Organisationen aus 18 EU-Ländern haben sich zusammengeschlossen, um die Zahl der HIV-Neuinfektionen bei Drogen gebrauchenden Menschen in Europa bis zum Jahr 2020 auf null zu senken. Im Zuge dessen soll auch die Hepatitis-C- und Tuberkulose-Rate bei dieser Gruppe verringert werden. Mehr Informationen über das Projekt finden Sie auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe unter aidshilfe.de, die sich an der Gemeinschaftsaktion beteiligt.

Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger in NRW
Der im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter angesiedelte Fachbeirat Sucht, in dem alle in NRW mit der Suchtproblematik befassten Institutionen und Einrichtungen vertreten sind, hat sich im Angesicht der anstehenden Novellierung der bundesgesetzlichen betäubungsmittelrechtlichen Regelungen eingehend mit Stand und Perspektiven der Substitutionsbehandlung befasst. Das Ergebnis dieses intensiven Diskussionsprozesses ist in den Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger in NRW niedergelegt. Diese Empfehlungen finden Sie hier (PDF-Datei).

Substitution - aber sicher!
Die Substitutionsbehandlung ist die erfolgreichste Behandlungsform der Opiatabhängigkeit. Fast 80.000 Menschen werden in Deutschland substituiert. Für die meisten stehen die gesundheitliche und soziale Stabilisierung sowie ein Leben ohne Beschaffungsstress im Vordergrund. Andere sehen die Substitution als ideales Sprungbrett, um völlig abstinent zu leben, also auch ohne Substitutionsmedikament. Den Infoflyer "Substitution - aber sicher" können Sie bei der Deutschen AIDS-Hilfe kostenlos bestellen oder downloaden.

Wenn Schmerzpflaster zur Lebensgefahr werden
Immer mehr Drogen gebrauchende Menschen nutzen Schmerzpflaster, um das dort enthaltene Opioid Fentanyl herauszulösen und zu injizieren. Fentanyl ist für viele Schwerstkranke zu einem unverzichtbaren Medikament geworden, um schlimmste gesundheitliche Krisen zu überstehen. Das synthetische Opioid wird vor allem als besonders starkes Schmerzmittel Tumorpatient*innen verordnet, um ihre Dauerschmerzen zu linden. Fentanyl-Schmerzpflaster geben den Wirkstoff dann über mehrere Tage hinweg gleichmäßig ab. Seit einigen Jahren aber werden diese Pflaster auch noch anders angewendet. Heroin- und Opioidabhängige kochen die verschreibungspflichtigen Pflaster aus, um so den Wirkstoff herauszulösen und ihn dann intravenös zu injizieren. Bisweilen werden die Schmerzpflaster auch zerkaut und ausgelutscht wie eine Frucht, denn die Mundschleimhäute nehmen den Wirkstoff noch schneller auf als die Haut oder das Blut. Doch viele, die auf diese Weise an das schmerzlindernde und zugleich beruhigend wirkende Fentanyl gelangen, unterschätzen seine Wirkung, die bis zu hundertmal stärker als die von Morphin sein kann. Bei einer Überdosis werden Konsument*innen bewusstlos, die Atmung setzt aus, und schließlich versagt das Herz-Kreislauf-System. Das kann zu schweren gesundheitlichen Schäden bis hin zum Tod führen. Im vergangenen Jahr gab es über 70 Todesfälle. Die Broschüre „Fentanyl. Minimierung von Risiken“ kann unter aidshilfe.de kostenfrei angefordert werden und steht auch als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.

Medienprojekt Wuppertal sucht Crystal-Konsument*innen für Dokumentarfilm
Methamphetamin gilt heute unter dem Namen Crystal-Meth als preisgünstige Droge mit aufputschender Wirkung. Der Konsum von Crystal-Meth hat in Deutschland in den letzten Jahren (insbesondere im deutsch-tschechischen Grenzgebiet) unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen deutlich zugenommen. In dem Film sollen die Gründe, Umstände, Wirkungen und Folgen des Konsums von Crystal-Meth aus Sicht junger Nutzer*innen beschrieben werden. Die Inhalte des Films werden mit den Teilnehmer*innen zusammen erarbeitet. Der Film soll anschließend öffentlich im Kino präsentiert und auf DVD für die Aufklärungs- und Präventionsarbeit genutzt werden. Für das Filmprojekt werden ehemalige oder aktuelle Crystal-Nutzer*innen und entsprechende Facheinrichtungen für Interviews und zur Kooperation gesucht. Kontakt: info@medienprojekt-wuppertal.de. Weitere Infos zum Medienprojekt finden Sie hier.

JES NRW
Seit 1989 organisieren sich Junkies, Ehemalige und Substituierte in NRW. Im Jahr 2004 gründete sich durch den Zusammenschluss regionaler JES-Selbsthilfegruppen und solidarischer Menschen in NRW der Landesverband JES NRW als gemeinnütziger und eingetragener Verein. Hier finden Sie den aktuellen Flyer. Weitere Infos über den JES Landesvervband finden Sie unter jesnrw.de.

Wörterbuch für Neuankömmlinge
Der Klett-Verlag stellt auf seiner Internetseite ein viersprachiges Wörterbuch für Flüchtlinge zum kostenlosen Download zur Verfügung. Auf Deutsch, Arabisch, Englisch und Französisch finden die Leser*innen im „Erste-Hilfe-Wortschatz“ die wichtigsten Vokabeln für Behördengänge, Arztbesuche, den Einkauf im Supermarkt und andere Alltagssituationen.


In eigener Sache


Kölner Fachtag: Substanzkonsum und Sexualität am 30. April 2016 in Köln
Am 30. April 2016 veranstaltet die Aidshilfe NRW in Kooperation mit der Aidshilfe Köln und der Drogenhilfe Köln den Fachtag "Lust + Rausch - Substanzkonsum und Sexualität" im Kölner KOMED. Es gibt eine Reihe von Berichten, die darauf hinweisen, dass der Konsum von Substanzen wie Crystal Meth, GHB, GBL, Amphetamine oder Ketamin im Kontext von Sex einen wesentlichen Einfluss bei schwulen Männern haben. Informationen zum Programm und zur Anmeldung finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.

Jahresempfang der Aidshilfe NRW am 12. April 2016
Auch in diesem Jahr lädt der Landesverband nach Düsseldorf zum Jahresempfang ein. Im Mittelpunkt stehen die politische Diskussion, die Verleihung des Ehrenamtspreises "merk|würdig" an zwei verdiente Ehrenamtliche sowie das persönliche Gespräch unserer Gäste miteinander. Auch Sie sind herzlich eingeladen. Die Einladung mit Information zum Programm und zur Anmeldung finden Sie hier.

POSITHIV HANDELN – Selbsthilfe für Positive
„Selbstvertretung vor Stellvertretung“ ist die Grundidee von POSITHIV HANDELN. POSITHIV HANDELN, das sind alle Akteure, an der Basis, in der Selbstorganisation in NRW. Weitere Infos finden Sie unter POSITHIV HANDELN. Den Flyer mit den Terminen der Positiventreffen in NRW finden Sie hier.

Stellenausschreibung
Die Aidshilfe NRW sucht zum 1. Juli 2016 für die Landesgeschäftsstelle in Köln eine*n Verwaltungsmitarbeiter*in insbesondere für den Arbeitsbereich „Projektverwaltung Zielgruppenspezifische Prävention“. Die Stellenausschreibung finden Sie hier.

Zeitungsberichte

Spritzenautomat soll Infektionsrisiko in Mülheim senken
Mülheim a.d. Ruhr: Nachdem die Mülheimer Drogenhilfe sich 17 Jahre lang für den Betrieb eines Spritzenautomaten eingesetzt hat, wurde der Automat nun nach der Genehmigung durch die Behörden im Beisein der Presse eingeweiht. Durch den Automaten werden sterile Spritzen und anderes Zubehör, aber auch Kondome und Gleitgel niedrigschwellig zur Verfügung gestellt, um Infektionen mit HIV oder Hepatitis zu verhindern – auch jenen Drogen konsumierenden Menschen, die anonym bleiben möchten und bisher keinen Anschluss an das Café Light gefunden haben. Den vollständigen Artikel finden Sie hier.

Präventionsprojekt: Lukaswerk und JES Peine stellen Spritzenautomat auf
Peine: Jahrelang gab es in Peine einen Spritzenautomaten an der Zehnerstraße am Bahnhof, der von der JES-Selbsthilfe und dem Lukas-Werk Gesundheitsdienste betrieben wurde. Dieser wurde durch Vandalismus allerdings so schwer beschädigt, dass er nicht mehr aufgestellt werden konnte. Jetzt soll es Ersatz geben kündigt Meike Rösemann vom Lukas-Werk an. Den Bericht lesen Sie hier.

Spritzenautomat: Fluch oder Segen?
Hamburg: Der Bürgerverein hatte nach vielen Vorabgesprächen mit Initiativen wie ragazza, der Drogen AG und der Aidshilfe NRW nun beschlossen, den ersten Schritt zu machen und beantragte für St. Pauli beim Bezirksamt die Aufstellung eines Spritzenautomaten, zu dem auch der Round Table St. Pauli einen finanziellen Beitrag leistete. Die Überraschung war nun groß, dass der humanitäre Ansatz seitens der Behörde aufgrund der Bedenken der Polizei keine Gegenliebe erfuhr. Mit der Begründung, dass mehr Drogensüchtige ins Viertel kämen, wurde der Antrag ablehnend beschieden. Den kompletten Artikel lesen Sie hier (Seite 8).

Zum Schluss

Kuriose Automaten: Spritzen-Automat in Stuttgart und neuer Wurstautomat in Nürtingen
Nürtigen/Stuttgart: Der Erfinderreichtum manch eines Automatenbauers kennt keine Grenzen. So steht seit Montag in Nürtingen ein Wurst-Automat, gefüllt mit frischer Ware vom angrenzenden stadtbekannten Metzger. Auch in Stuttgart lassen sich kuriose Automaten finden. So steht beispielsweise in der Kriegsbergstraße hinter einer Häuserecke ein Automat mit sauberen Spritzen. Ein Angebot der naheliegenden Klinik für Suchtmedizin in Stuttgart um bei Konsument*innen von bspw. Heroin und ähnlichen Drogen die Gefahr der Infektion durch verdreckte Nadeln vorzubeugen. Eine Spritze kostet 50 Cent, verschiedene Nadellängen sind verfügbar. Den Artikel lesen Sie hier.






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