Nr.3 | Dezember 2015
Sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich, Ihnen heute die dritte Ausgabe des Newsletters rund um das Thema „Spritzenautomaten in NRW“ für das Jahr 2015 zusenden zu können. Gerne veröffentlichen wir interessante Projekte, Themen oder Termine über den Newsletter. Bitte senden Sie die Beiträge einfach per Mail an brigitte.bersch@nrw.aidshilfe.de. Wir freuen uns über jede Rückmeldung. Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und ein glückliches Neues Jahr!

Mit herzlichen Grüßen
Brigitte Bersch
Koordination Spritzenautomatenprojekt NRW



 

10.000 Smoke-it-Sets | 20.000 Carepacks | 10 neue Spritzenautomaten
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW hat der Aidshilfe NRW Gelder für die Anfertigung von Smoke-it-Sets und Carepacks sowie für die Anschaffung von weiteren 10 Spritzenautomaten zur Verfügung gestellt. Die insgesamt 10.000 Smoke-it-Sets und 20.000 Carepacks sollen über die Drogenhilfe-Einrichtungen, Kontaktcafes und JES-Gruppen in NRW kostenlos an i. v. Drogengebrauchende in NRW verteilt werden. Die Spritzenautomaten werden den Betreibern vor Ort kostenlos zur Verfügung gestellt.

Neuer Standort
Der AWO Kreisverband Mülheim an der Ruhr betreibt seit Mitte Dezember einen Spritzenautomaten. Der Automat hängt vor der Geschäftsstelle in der Bahnstr. 18. Infos über die AWO Mülheim, Bereich „Drogenhilfe“, finden Sie hier.

HIV-Neudiagnosen und HIV-Neuinfektionen dürfen nicht verwechselt werden - Auch in Deutschland noch Lücken bei der Prävention
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen pro Jahr ist in Deutschland in den letzten Jahren stabil geblieben. Darauf weist die Aidshilfe NRW anlässlich der vom ECDC veröffentlichten Zahlen hin. Im Jahr 2014 infizierten sich nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) wie im Vorjahr rund 3.200 Menschen neu mit HIV. Die gestiegene Zahl der HIV-Neudiagnosen – erstmals diagnostizierte Fälle von HIV, bei denen die Übertragung des Virus schon Jahre zurückliegen kann – weist laut RKI nicht auf einen Anstieg bei den Neuinfektionen hin. Die Zahl der Neudiagnosen kann zum Beispiel von einem veränderten Testverhalten beeinflusst werden: Wenn sich mehr Menschen testen lassen, steigt sie. Das lässt keinen Rückschluss auf das aktuelle Infektionsgeschehen zu. Die Zahl der Neuinfektionen und der Neudiagnosen sind also nicht miteinander vergleichbar. Weitere Infos und Eckdaten finden Sie hier. 

Aktueller Drogenkurier 
In der November-Ausgabe finden Sie die bundesweiten Aktionen rund um den Nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige. Darüber hinaus werden auch einige Aktionen aus dem Ausland vorgestellt. Den Drogenkurier finden Sie hier(PDF-Datei).

Nationaler Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige wird zu Internationaler Gedenktag für verstorbene Drogengebraucher
Statement vom JES-Bundesverband: Mit der Namensänderung wollen wir den aktuellen Entwicklungen Rechnung tragen. Nach knapp zwei Jahrzehnten wird der Gedenktag nicht nur in Deutschland, sondern auch in vielen anderen Ländern begangen. Bereits jetzt lautet der Titel des Gedenktages im Ausland „International Remembrance Day“. Mit der Anpassung des Namens vollziehen wir eine Veränderung die längst überfällig war.
Der Begriff „Drogenabhängige“ steht für einen nicht selbstbestimmten, unkontrollierten und schädlichen Konsum von Drogen. Wir wissen heute, dass viele unserer verstorbenen Freundinnen und Freunde 
substituiert waren oder keine als „abhängig“ zu bezeichnende Konsummuster vor ihrem Tod praktizierten.

NRW erlaubt nun auch Substituierten die Nutzung von Drogenkonsumräumen
Opiatabhängigen, die sich in einer substitutionsgestützten Behandlung befinden und zusätzlich Drogen konsumieren, ist in Nordrhein-Westfalen künftig der Besuch von Druckräumen gestattet.
Eine entsprechende Änderung der „Verordnung über den Betrieb von Drogenkonsumräumen“ ist diese Woche mit der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt von NRW in Kraft getreten.
Aber auch in einem weiteren Punkt setzt das Land Nordrhein-Westfalen mit der Neuformulierung des Gesetzes ein Zeichen. Die Betreiber der Drogenkonsumräume werden explizit dazu aufgefordert, „geeignete Folien zum inhalativen Konsum“ anzubieten. NRW unterstreicht damit die Relevanz der Förderung risikoreduzierter Konsumformen. Den Bericht finden Sie im Blog der Deutschen AIDS-Hilfe.

Leitfaden zur Umsetzung einer geschlechtergerechten Sprache in der Sucht- und Drogenhilfe
Der von der Landeskoordinierungsstelle Frauen und Sucht NRW, BELLA DONNA herausgegebene Leitfaden liefert Hintergründe und Empfehlungen zur Umsetzung einer geschlechtergerechten Sprache in der Sucht- und Drogenhilfe NRW. Die Broschüre kann hierbestellt werden.  

Save the date! Fachtag Lust + Rausch. Substanzkonsum und Sexualität. Am 30. April 2016 im KOMED in Köln.
Es gibt eine Reihe von Berichten, die darauf hinweisen, dass der Konsum von Substanzen wie Crystal Meth, GHB, GBL oder Ketamin spürbar zugenommen hat. Insbesondere in Teilen der schwulen Szene gibt es offensichtlich einen Zusammenhang zwischen gelebter Sexualität und Substanzkonsum.. Auch wenn es zu dem Phänomen wenig genaue Zahlen gibt, mehren sich insbesondere in den großen Städten die Hinweise, dass Präventions- und Beratungsbedarfe auf die Kombination von Lust und Rausch explizierter eingehen müssen. Im Rahmen des Kölner Fachtags zu Substanzkonsum und Sexualität sollen einerseits die vorhandenen Berichte und Erfahrungen der unterschiedlichen Beteiligten zusammengetragen und erste Schritte zu aktualisierten Präventions- und Beratungskonzepten gemacht werden, die Lust und Rausch als zwei miteinander verbundene Aspekte des Substanzkonsums einzelner Gruppen in den Blick nehmen. Der Fachtag bietet für den Diskurs eine Mischung aus Information und Best-practice-Beispielen, wie die Gelegenheit in kleineren Runden in Workshops erste Konzeptideen und Erfahrungen zum Diskurs zu stellen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Deutsche AIDS-Hilfe – neue Materialien - Aufkleber 
Die Aufkleber (Motiv1 und Motiv 2) sowie andere neue Materialien sind hier erhältlich.

Einführung und Umsetzung von Spritzenvergabeprogrammen in Gefängnissen und anderen geschlossenen Einrichtungen | 2015
Dieses Handbuch lädt dazu ein, erneut über die Einführung erfolgreicher Maßnahmen der Infektionsprophylaxe auch im Setting Justizvollzugdarüber nachzudenken, und liefert praxisorientierte und detaillierte Hinweise für die Planung, Einführung, Durchführung sowie Dokumentation solcher Präventionsangebote. Nur online erhältlich unter.

Pisspoints mit Motiven zur Hepatitis-Prävention und HARM Reduktion
Wer in der Kneipe oder im Club ist, will nicht belehrt werden. Wie kann man Männern an diesen Orten dennoch Informationen zum Safer Use von Drogen vermitteln? Zum Beispiel mit Pisspoints: Im Kontakt mit Urin (oder sollen wir bei Pisse bleiben?) wird die oberste, schwarze Schicht des Pisspoints transparent und die Message darunter lesbar. Mit dem Einsetzen der Spülung wird der Ausgangszustand erreicht und nur der Teaser-Spruch ist sichtbar. Bei den Pisspoints lautet der Teaser "Don't mix it" bzw. "Safer sniefen?" Das Set beinhaltet vier "pisspoints" zur Anbringung in Urinalen mit zwei unterschiedlichen Motiven zur Hepatitisprävention und HARM Reduktion. Bitte beachten Sie, dass das Produkt in erster Linie für Clubs und AIDS-Hilfen vorbehalten ist. Aufgrund einer geringen Auflage können pro Bestellung nur maximal ZWEI Exemplare versendet werden. Die Sets sind hier zu bestellen.


Zum Schluss

Krokodile sollen Häftlinge in Indonesien bewachen
Jakarta - Krokodile sollen nach dem Willen der Drogenbekämpfer in Indonesien künftig verurteilte Drogenhändler bewachen. Den Artikel lesen Sie hier.

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