Februar 2016
Liebe Leserinnen und Leser!
Mitte des Monats hat sich die LAG Frauen und HIV/Aids in NRW mit der Situation von Flüchtlingen beschäftigt, die sich nun auch zunehmend an Aidshilfen wenden. Nicht wenige haben erst in Deutschland von ihrer HIV-Infektion erfahren und müssen diese Neuigkeit neben allen anderen Problemen und Schwierigkeiten erst einmal realisieren. Einige von ihnen haben dann in der Praxis zum Teil große Schwierigkeiten, eine adäquate HIV-Therapie zu bekommen, auch wenn das Asylbewerberleistungsgesetz dafür die rechtliche Grundlage bietet. Eine HIV-Infektion ist allerdings kein Grund, Asyl in Anspruch nehmen zu können oder eine Abschiebung zu verhindern. Hier wird immer die individuelle Situation der Bewerberinnen und Bewerber sowie ihrer jeweiligen Herkunftsländer berücksichtigt. Dabei ist es oft sehr schwierig, einen Nachweis dafür zu erbringen, dass in den Heimatregionen eine HIV-Therapie nicht gewährleistet ist, wenn die Länder selber über die jeweilige Situation grundsätzlich andere Informationen geben. Hier klaffen Theorie und Praxis leider sehr oft weit auseinander.
Die Mitglieder der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW fordern, dass Menschen mit HIV nicht abgeschoben werden dürfen, wenn in ihren Heimatländern keine HIV-Therapie gewährleistet ist oder sie dort keinen konkreten Zugang zu einer Behandlung haben werden. Darüber hinaus fordert die LAG, dass die Behandlung von Asylbewerberinnen und –bewerbern mit HIV nicht von ihrem Aufenthaltsstatus abhängig gemacht wird.
Anlässlich der oben genannten Sitzung haben die Mitglieder der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW  ihre Sprecherinnen Annette Ritter und Christine Weißkopf für eine weitere Periode in ihrem Amt bestätigt. Beiden gratulieren wir herzlich und freuen uns auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit.
Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.

A K T U E L L E S

Safe the Date: Jahresempfang der Aidshilfe NRW am 12. April 2016
Auch in diesem Jahr lädt der Landesverband nach Düsseldorf zum Jahresempfang ein. Im Mittelpunkt stehen die politische Diskussion, die Verleihung des Ehrenamtspreises "merk|würdig" an zwei verdiente Ehrenamtliche sowie das persönliche Gespräch unserer Gäste miteinander. Auch Sie sind herzlich eingeladen. Bitte merken Sie sich den Termin heute schon vor, eine formale Einladung erfolgt in den nächsten Wochen.

Klett-Verlag: Wörterbuch für Neuankömmlinge
Der Klett-Verlag stellt auf seiner Internetseite ein viersprachiges Wörterbuch für Flüchtlinge zum kostenlosen Download zur Verfügung. Auf Deutsch, Arabisch, Englisch und Französisch finden die Leserinnen im „Erste-Hilfe-Wortschatz“ die wichtigsten Vokabeln für Behördengänge, Arztbesuche, den Einkauf im Supermarkt und andere Alltagssituationen. Die kostenlosen Online-Materialien finden Sie unter klett-sprachen.de.

Zika-Alarm
Die Aufregung ist groß. Zika soll bei Neugeborenen zu schweren neurologischen Schäden führen. Die WHO und einige Gebiete in Florida haben den Notstand ausgerufen. In den USA wurde der erste Fall einer sexuellen Übertragung bekannt. Die Transmission ist zwar wissenschaftlich nicht eindeutig bewiesen, liegt aber im Bereich des Wahrscheinlichen. Die wichtigsten Fakten finden Sie unter hivandmore.de.


P O L I T I K

Novelle des Prostitutionsschutzgesetzes
Verschiedenen Medienberichten zufolge sollen Union und SPD auf Bundesebene Anfang Februareine Einigung hinsichtlich des Prostitutionsschutzgesetzes gefunden haben. Kondom-, Melde- und Beratungspflichten sollen Bestandteil des Gesetzes bleiben, obwohl eine Vielzahl von Fachverbänden und Fachgremien diese massiv kritisiert hatten. Die Stellungnahmen der Fachverbände und Fachgremien finden Sie unter aids-nrw.de. Laut Bundesfamilienministerium soll das Gesetz Ende März ins Kabinett gehen. Ob es eine Anhörung im Bundestag geben wird, ist noch offen. Auch die Zustimmungspflicht des Bundesrats ist zwischen Bund und Ländern strittig. Die Bundesregierung plant bisher, das Gesetz am 1. Juli 2017 in Kraft treten zu lassen. Die Deutsche AIDS-Hilfe kritisiert unter anderem, dass der Rat der Fachwelt nicht beherzigt wurde. Sie wirft der Bundesregierung vor, dass sie den Koalitionsfrieden statt Prostituierte schütze. Mehr lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Kabinett beschließt Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts
Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts beschlossen. Die Regierung will die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen nachhaltig stärken und verbessern. Den Auftakt bildet jetzt die Novellierung des Behindertengleichstellungsgesetzes. Das Gesetz wird vor allem für mehr Barrierefreiheit sorgen und mögliche Benachteiligungen von Menschen mit Behinderungen in der öffentlichen Verwaltung weiter abbauen. Menschen mit Behinderungen sollen in der Mitte unserer Gesellschaft selbstbestimmt und gleichberechtigt leben können. Weitere Informationen lesen Sie unter frauengesundheitsportal.de.

Arbeitshilfe zum Leistungsausschluss im Sozialgesetzbuch (SGB II) von Unionsbürgerinnen und -bürgern
Anlässlich der Rechtsprechung des Bundessozialgerichtes hat der Paritätische Gesamtverband eine Arbeitshilfe zum Leistungsausschluss im SGB II von Unionsbürgerinnen  und -bürgern erstellt. Das Bundessozialgericht hat am 3. Dezember 2015 in drei Entscheidungen klargestellt, dass ein vollständiger Ausschluss von existenzsichernden Sozialleistungen für arbeitssuchende oder nicht-erwerbstätige Unionsbürgerinnen und -bürger nicht zulässig ist. Nähere Informationen und die Arbeitshilfe zum Download finden Sie unter migration.paritaet.org.

Arbeitshilfe "Grundlagen des Asylverfahrens"
Unter dem gleichen Link weiter unten finden Sie die aktualisierte Arbeitshilfe "Grundlagen des Asylverfahrens" des Paritätischen Gesamtverbands. Ziel der vorliegenden Arbeitshilfe ist es, auf knappem Raum einen kompakten Überblick über die rechtlichen Grundlagen des Asylverfahrens zu geben. Sie richtet sich an alle, die Flüchtlinge vor, während oder auch nach Abschluss des Asylverfahrens beraten. Ganz bewusst ist die Arbeitshilfe sehr praxisorientiert angelegt, mit zahlreichen konkreten Tipps für die Beratungspraxis. Der Schwerpunkt liegt dabei auf der Vermittlung der verfahrensrechtlichen Grundlagen.


G E S U N D H E I T

Die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) begrüßt PrEP als sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention in Deutschland
Die DAH begrüßt PrEP als sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-PräventionDie Pharma-Firma Gilead hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des HIV-Medikaments Truvada zur vorbeugenden Einnahme beantragt. Diese Form der Anwendung ist bekannt als Prä-Expositions-Prophylaxe ("Vor-Risiko-Vorsorge"), kurz: PrEP. Die DAH rechnet mit einer Zulassung noch in diesem Jahr. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

HIV-Report: PrEP 2016
Den aktuellen HIV-Report der DAH mit dem Schwerpunktthema der anlassbezogenen PrEP (Studienergebnisse von Ipergay, PrEP bei Frauen, Stand der Zulassung in Europa, Einnahmeempfehlungen der WHO, Einnahmeempfehlungen der EACS, Anwendungsprojekte, PrEP-Graumarkt) lesen Sie hier (PDF-Datei).

Früher Therapiebeginn unabhängig von der CD4-Zellzahl empfohlen
HIV-Patientinnen und -Patienten mit einer HIV-Infektion im frühen Stadium sollten eine HIV-Therapie unabhängig von der CD4-Zellzahl erhalten. Ein früher Therapiebeginn ist auch sinnvoll, weil ältere Menschen mit HIV weniger gut auf eine HIV-Therapie ansprechen. Mehr lesen Sie unter hivandmore.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


11.März 2016 | Essen
Politische Partizipation von Menschen mit Behinderungen in den Kommunen stärken!
Wie sehen derzeit Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Behinderungen am politischen Prozess in NRW aus? Was sind Vor- und Nachteile? Wie sehen Eckpunkte für geeignete Partizipationsmodelle aus? Den Einladungsflyer zu dieser Veranstaltung finden Sie hier (PDF-Datei).

15. März 2016 | Dortmund oder 5. April 2016 | Köln
Grundlagen des Asyl und Aufenthaltsrechts für Flüchtlinge
Fast 60 Millionen Menschen waren 2014 weltweit auf der Flucht, ein kleiner Teil fand den Weg nach Europa. Dabei spielen unterschiedliche Gründe eine Rolle, warum Menschen ihre Heimat verlassen und Schutz in europäischen Ländern suchen. Zusammen mit einigen Bestimmungen des Aufenthaltsrechts bildet das Asylrecht den wesentlichen Teil des Flüchtlingsrechts. Diese zweimal stattfindende Tagesveranstaltung gibt allen, die vor, während oder auch nach Abschluss des Asylverfahrens beraten, jeweils einen Überblick über das Asyl und Aufenthaltsrecht. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).

18. bis 20. April 2016 | Bad Blankenburg
Vernetzungstreffen (I. Treffen des Netzwerkes Frauen & Aids)
Sowohl die Arbeitsgruppe „Frauencheck“ im Netzwerk als auch die BAG Frauen arbeiten zurzeit an einem Konzeptpapier zu frauenspezifischen Beratungsinhalten und Settings.  Dies soll die Grundlage bilden für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung frauenspezifischer Beratungsangebote in Aidshilfen und anderen Beratungseinrichtungen. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

19. April 2016 | Köln
2. gemeinsame Frauengesundheitskonferenz "Im Fokus: Psychische Gesundheit von Frauen"
Gesellschaftlicher Wandel, steigende persönliche und gesellschaftliche Anspruchshaltungen sowie zunehmend komplexere Rollenbilder einer als "modern" geltenden Frau, bereiten immer häufiger (Stress-)Belastungen und können in der Folge auch zu psychischen Erkrankungen führen. Im Mittelpunkt der 2. Bundeskonferenz Frauengesundheit steht daher die psychische Gesundheit von Frauen in der Lebenslaufperspektive (hier geht man nicht von Momentaufnahmen aus, sondern von einer langfristigen Perspektive). Weitere Informationen und das vollständige Programm finden Sie unter frauengesundheitsportal.de.

21. April 2016 | Köln oder 12. Mai 2016 | Dortmund
Sozialleistungen für Flüchtlinge
Flüchtlinge haben einen Anspruch auf unterschiedliche Sozialleistungen. Das, was zunächst sehr einfach klingt, erweist sich in der Praxis von Beratungsstellen und anderen Trägern der Flüchtlingsarbeit als hochkompliziertes Thema. Hierführt es sogar zu ernsthaften Problemen. In einer zweimal stattfindenden Tagesveranstaltung wird jeweils ein Überblick über aufenthaltsrechtliche Regelungen und die dazu gehörenden Bestimmungen aus dem Sozialrecht gegeben. Nähere Informationen Sie hier (PDF-Datei).

6. bis 8. Mai 2016 | Berlin
Netzwerktreffen Resilienz
Resilienz bedeutet psychische Widerstandsfähigkeit und ist die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und diese durch Rückgriff auf persönliche, soziale Ressourcen zu nutzen. Der Begriff ist verwandt mit der Entstehung von Gesundheit, Widerstandsfähigkeit, Bewältigungsstrategie und Selbsterhaltung. Da Diskriminierung in den Lebenswelten HIV-positiver Frauen in den verschiedensten Bereichen nach wie vor eine große Rolle spielt, müssen entsprechende Ressourcen, gerade um sich als Multiplikatorin und in der Selbsthilfe engagieren zu können, gestärkt werden. Das Anmeldeformular finden Sie hier (PDF-Datei).

12.-13. Mai 2016| Berlin
4. BundesKongress GenderGesundheit 2016
Der BundesKongress GenderGesundheit bildet eine Plattform für den interdisziplinären Austausch der Akteurinnen - und entsprechend sensibilisierter Akteure - im deutschen Gesundheitssystem, die die Herausforderungen und Potenziale geschlechtsspezifischer Gesundheitsversorgung in den Fokus nehmen. Damit bietet der BundesKongress ein Forum für weibliche(re) Denkansätze in der Gesundheitspolitik. Weitere Informationen lesen Sie unter bundeskongress-gender-gesundheit.de.

6. bis 9. Juli 2016 | Berlin
STI-Kongress 2016: Sexuelle Lebenswelten – Wege der Prävention
Der Deutsche STI-Kongress ist die größte und vielseitigste Tagung zu sexueller Gesundheit und zu sexuell übertragbaren Infektionen (STI) im deutschsprachigen Raum. Er führt über 500 Fachleute und Interessierte zusammen. Das Programm ermöglicht einen breiten interdisziplinären und interinstitutionellen Gedankenaustausch zwischen allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die sexuelle Gesundheit zu ihrem Arbeitsbereich oder wissenschaftlichen Interesse zählen. Der Kongress wird einen Überblick der aktuellen Forschungsergebnisse zu STI und sexueller Gesundheit aus klinischer Grundlagen- und sozialwissenschaftlicher Forschung geben und diskutieren. Weitere Informationen erhalten Sie unter sti-kongress2016.de.

25. bis 28. August 2016 | Hamburg
Positive Begegnungen
Die Positive Begegnungen 2016 finden in Hamburg statt. 400 Menschen werden erwartet. Die Veranstaltung setzt auf den konstruktiven Dialog zwischen Positiver Community und anderen Menschen, die Einfluss auf das Leben mit HIV haben. Sie will Begeisterung für die gemeinsame Arbeit an den Herausforderungen wecken. Das Motto lautet: "Sei ein Teil der Lösung!" Die Anmeldung ist ab sofort möglich unter aidshilfe.de.

1. und 2. September 2016 | Bielefeld
Trauma im Kontakt, im Kontakt mit Trauma
Fachtagung für Professionelle aus den Bereichen Psychotherapie, Medizin, Gesundheit und aus sozialen Arbeitsfeldern. Veranstalter ist Wildwasser Bielefeld, eine Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erlebt haben oder sich von dem Thema berührt fühlen. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint im März 2016
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte des Monats per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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