Nr. 01 | 16. Februar 2016


Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Feiertage liegen, sieht man einmal vom rheinischen Karneval vergangene Woche ab, schon lange hinter uns und das Jahr 2016 hat deutlich an Fahrt aufgenommen. Die politischen Fragestellungen, die uns in den kommenden Monaten beschäftigen werden und die zum Teil bereits bei den ersten Treffen der Landesarbeitsgemeinschaften besprochen wurden, reichen von der Stigamtisierung unserer Zielgruppen, über die Ausgrenzung von Menschen mit HIV, die fehlende Sicherstellung der medizinischen Versorgung Asylsuchender und mangelhafte HIV-Behandlung Abgeschobener in Drittländern bis hin zur diletantischen Novelle des Prostitutionsschutzgesetzes. Wir werden diese und andere Themen in den kommenden Monaten aufgreifen, beim Jahresempfang im April, bei den CSD-Veranstaltungen im Sommer, auf der Jahrespressekonferenz, bei vielen anderen Gelegenheiten und immer wieder im Gespräch mit den politisch Verantwortlichen in NRW. Als Leserinnen und Leser unseres Newsletters werden wir Sie darüber auf dem Laufenden halten, wir freuen uns aber auch über viele direkte Begegnungen mit Ihnen im Verlauf dieses Jahres. Diskutieren Sie mit und engagieren Sie sich mit uns für die Interessen unserer Zielgruppen und der Menschen mit HIV!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND

Safe the Date: Jahresempfang der Aidshilfe NRW am 12. April 2016

Auch in diesem Jahr lädt der Landesverband nach Düsseldorf zum Jahresempfang ein. Im Mittelpunkt stehen die politische Diskussion, die Verleihung des Ehrenamtspreises "merk|würdig" an zwei verdiente Ehrenamtliche sowie das persönliche Gespräch unserer Gäste miteinander. Bitte merken Sie sich den Termin heute schon vor, eine formale Einladung erfolgt in den nächsten Wochen.

Ausschreibung ZSP-Beirat 2017
Auch im nächsten Verfahren wird im Rahmen der Vergabe der Landesmittel im Bereich der "Zielgruppenspezifischen Prävention, Beratung und Betreuung" ein Projektbeirat eingerichtet, der den Landesvorstand fachlich berät und ihm eine Empfehlung für die Beschlussfassung zum Rahmenantrag an das Land vorlegt. Die Ausschreibung für die Besetzung des Projektbeirats im Antragsverfahren 2017 finden Sie hier (PDF-Datei).

Terminplanung ZSP-Verfahren 2017
Für die Jahresplanung zum ZSP-Verfahren 2017 stehen jetzt die Termine fest. Eine Übersicht finden Sie hier (PDF-Datei).


PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT


Deutsche AIDS-Hilfe begrüßt PrEP als sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-Prävention in Deutschland
Die DAH begrüßt PrEP als sinnvolle Ergänzung der erfolgreichen HIV-PräventionDie Pharma-Firma Gilead hat bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung des HIV-Medikaments Truvada zur vorbeugenden Einnahme beantragt. Diese Form der Anwendung ist bekannt als Prä-Expositions-Prophylaxe ("Vor-Risiko-Vorsorge"), kurz: PrEP. Die Deutsche AIDS-Hilfe rechnet mit einer Zulassung noch in diesem Jahr. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.


LEBEN MIT HIV

POSITHIV HANDELN Jahresprogramm 2016
Von den landesweiten Positiventreffen über die Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft POSITHIV HANDELN NRW bis hin zu den CSD-Aktionen unter dem aktuellen Jahresmotto STRAFTATBESTAND:HIV!: Die Termine von POSITHIV HANDELN für 2016 finden Sie hier (PDF-Datei).

Positive Begegnungen 2016
Vom 25. bis 28. August 2016 finden in Hamburg die Positive Begegnungen 2016 statt. 400 Menschen werden erwartet. Die Veranstaltung setzt auf den konstruktiven Dialog zwischen Positiver Community und anderen Menschen, die Einfluss auf das Leben mit HIV haben. Sie will Begeisterung für die gemeinsame Arbeit an den Herausforderungen wecken. Das Motto lautet: "Sei ein Teil der Lösung!" Die Anmeldung ist ab sofort möglich unter aidshilfe.de.


FRAUEN UND HIV/AIDS

Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.
Auch Ministerin Barbara Steffens unterstützt #ausnahmslos. Der Aufruf "Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos" ist ein feministischer Schulterschluss ohne Ausnahme, eine ausnahmslose Solidarität! Mit der Online-Kampagne #ausnahmslos hat es ein breites Bündnis unterschiedlichster Frauen geschafft, dem Entsetzen, den Fragen und den Forderungen nach den noch bei weitem nicht vollständig aufgeklärten sexuellen Übergriffen der Silvesternacht in Köln eine Stimme zu geben. Das Statement der Ministerin, das geteilt und weiterverwendet werden kann, lesen Sie unter mgepa.nrw.de.

Elf Tipps für Ehrenamtliche im Kontakt mit geflüchteten Frauen
Medica Mondiale ist eine Frauenrechts- und Hilfsorganisation, die sich seit 1993 für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisenregionen einsetzt. Die aufgeführten Ratschläge basieren auf langjährigen Erfahrung im Umgang mit Frauen, die sexualisierte Gewalt überlebt haben, sowie auf einem Leitfaden des Deutschen Hebammenverbandes und richten sich an ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die sich in der Arbeit mit Zufluchtsuchenden engagieren. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE MÄNNER

Herzenslust Jahresprogramm 2016
Von den Treffen der Landesarbeitsgemeinschaft Herzenslust über CSD-Aktionen bis hin zu Fachtagungen und Trainings für Ehrenamtliche und Hauptamtliche: Eine Übersicht der wichtigsten Termine 2016 von Herzenslust in dem aktuellen Jahresprogramm finden Sie hier (PDF-Datei).

Fachtag Lust + Rausch. Substanzkonsum und Sexualität
Es gibt eine Reihe von Berichten, die darauf hinweisen, dass der Konsum von Substanzen wie Crystal Meth, GHB, GBL oder Ketamin spürbar zugenommen hat. Insbesondere in Teilen der schwulen Szene gibt es offensichtlich einen Zusammenhang zwischen gelebter Sexualität und Substanzkonsum. Im Rahmen des Kölner Fachtags am 30. April 2016 in Köln sollen einerseits die vorhandenen Berichte und Erfahrungen der unterschiedlichen Beteiligten zusammengetragen und erste Schritte zu aktualisierten Präventions- und Beratungskonzepten gemacht werden, die Lust und Rausch als zwei miteinander verbundene Aspekte des Substanzkonsums einzelner Gruppen in den Blick nehmen. Der Fachtag bietet für den Diskurs eine Mischung aus Information und Best-Practice-Beispielen, wie die Gelegenheit in kleineren Runden in Workshops erste Konzeptideen und Erfahrungen zum Diskurs zu stellen. Weitere Informationen finden unter ahnrw.de.

Neue Mitarbeiterin mit Schwerpunkt Regenbogenfamilien im Kölner rubicon
Das Kölner rubicon erweitert den Stab der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter um die Soziologin Sarah Dionisius. Ihr neuer Aufgabenbereich: die Beratung von Einrichtungen der Kölner Familienhilfe rund um das Thema Regenbogenfamilien. In Fort- und Weiterbildungen für Fachkräfte und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren wird es auch darum gehen, verbreitete heteronormative Beratungshaltungen zu hinterfragen. Neben der Vernetzung und Stärkung von Eltern-Kind-Gruppen steht die psychosoziale Beratung auf der Agenda. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


SEXARBEIT

Novelle des Prostitutionsschutzgesetzes
Verschiedenen Medienberichten zufolge sollen Union und SPD auf Bundesebene Anfang Februareine Einigung hinsichtlich des Prostitutionsschutzgesetzes gefunden haben. Kondom-, Melde- und Beratungspflichten sollen Bestandteil des Gesetzes bleiben, obwohl eine Vielzahl von Fachverbänden und Fachgremien diese massiv kritisiert hatten. Die Stellungnahmen der Fachverbände und Fachgremien finden Sie unter aids-nrw.de. Laut Bundesfamilienministerium soll das Gesetz Ende März ins Kabinett gehen. Ob es eine Anhörung im Bundestag geben wird, ist noch offen. Auch die Zustimmungspflichtigkeit des Gesetzes durch den Bundesrat ist zwischen Bund und Ländern strittig. Die Bundesregierung plant bisher, das Gesetz am 1. Juli 2017 in Kraft treten zu lassen. Die Deutsche AIDS-Hilfe kritisierte, dass der Rat der Fachwelt nicht beherzigt wurde. Sie wirft der Bundesregierung vor, dass sie den Koalitionsfrieden statt Prostituierte schütze. Mehr lesen Sie unter ahnrw.de.

Fachtag "Mann-männliche Sexarbeit"
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) und das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter  des Landes Nordrhein-Westfalen (MGEPA NRW) laden am 14. April 2016 zum Fachtag "Mann-männliche Sexarbeit" nach Essen ein. Der Fachtag soll Gelegenheit zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung bieten. Mehr lesen Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN

Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger in NRW
Der im Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter angesiedelte Fachbeirat Sucht, in dem alle in NRW mit der Suchtproblematik befassten Institutionen und Einrichtungen vertreten sind, hat sich im Angesicht der anstehenden Novellierung  der bundesgesetzlichen betäubungsmittelrechtlichen Regelungen eingehend mit Stand und Perspektiven der Substitutionsbehandlung befasst. Das Ergebnis dieses intensiven Diskussionsprozesses ist in den Empfehlungen zur Weiterentwicklung der Rahmenbedingungen zur substitutionsgestützten Behandlung Opioidabhängiger in NRW niedergelegt. Diese Empfehlungen finden Sie hier [PDF-Datei].

Jahresberichte zur Drogensituation in Deutschland und Europa künftig in einheitlicher Struktur

Der jährlich erscheinende "REITOX-Bericht" ist das Standardwerk zur Situation illegaler Drogen in Deutschland. Er liefert umfangreiches Zahlenmaterial über die Entwicklung des Drogenkonsums und zur Behandlung von Suchterkrankungen in Deutschland. Mit dem aktuellen Jahresbericht 2015, den die Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) als REITOX-Knotenpunkt der Europäischen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) zuliefert, wird erstmalig eine europaweit einheitliche Struktur eingeführt. Die vollständige Pressemitteilung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung dazu finden Sie unter drogenbeauftragte.de, die einzelnen Workbooks der DBDD unter dbdd.de.

HIV und Koinfektionen bei Drogen Gebrauchenden: Europäisches Gemeinschaftsprojekt gestartet
23 Organisationen aus 18 EU-Ländern haben sich zusammengeschlossen, um die Zahl der HIV-Neuinfektionen bei drogengebrauchenden Menschen in Europa bis zum Jahr 2020 auf null zu senken. Im Zuge dessen soll auch die Hepatitis-C- und Tuberkulose-Rate bei dieser Gruppe verringert werden. Mehr Informationen über das Projekt finden Sie unter aidsactioneurope.org sowie auf den Seiten der Deutschen AIDS-Hilfe unter aidshilfe.de, die sich an der Gemeinschaftsaktion beteiligt.

Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht: Naloxonvergabe
Die Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (EBDD) beschäftigt sich in ihrer jüngsten Publikation mit dem Thema Naloxonvergabe zur Verhinderung von Todesfällen durch Opioidüberdosierung. Die englischsprachige Ausgabe mit dem Titel "Preventing opioid overdose deaths with take-home naloxone" finden Sie unter emcdda.europa.eu.

Neuer Spritzenautomat in Mülheim an der Ruhr
17 Jahre lang hat sich die Drogenhilfe darum bemüht, einen Spritzenautomaten der Aidshilfe NRW in Mülheim an der Ruhr zu installieren. Ein gutes Beispiel, dass es sich lohnt, langen Atem zu haben und immer wieder nachzuhaken, wenn es darum geht, die Genehmigungen von verschiedenen Behörden zu bekommen, um einen solchen Automaten aufstellen zu dürfen. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.


STRAFVOLLZUG

8. Europäische Konferenz zur Gesundheitsförderung in Haft – Bärbel Knorr mit dem Johannes-Feest-Preis ausgezeichnet
Bärbel Knorr von der Deutschen AIDS-Hilfe wurde im Rahmen der 8. Europäischen Konferenz zur Gesundheitsversorgung in Haft im Januar in Basel der Johannes-Feest-Preis verliehen. Laudator Heino Stöver, geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung der Fachhochschule Frankfurt am Main und Vorsitzender von akzept, lobte die "beispielhafte und einzigartige Beharrlichkeit und Ausdauer", mit der Bärbel Knorr sich für die gesundheitlichen und sozialen Belange von Menschen in Haft einsetze. Der Johannes-Feest-Preis wird seit 2014 auf den europäischen Konferenzen zur Gesundheitsförderung in Haft verliehen und zeichnet Personen und Initiativen aus, die sich im besonderen Maße um das Thema verdient gemacht haben. Weiteres lesen Sie unter aidshilfe.de.


VERSCHIEDENES

Ehrennadel für Hans-Jürgen Müller
Anlässlich der Mitgliederversammlung der AIDS-Hilfe Bergisch Gladbach, Rheinisch-Bergischer Kreis wurde Hans-Jürgen Müller die Ehrennadel in Silber der Stadt Bergisch Gladbach überreicht. Geehrt wurde Hans-Jürgen Müller für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement, vor allem hinsichtlich der Gründung und seines Vorstandsamtes der Aidshilfe. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

Empfehlung der Landeskommission AIDS zu STI-Untersuchungen
Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) verlaufen häufig symptomlos. Die Nichterkennung und Nichtbehandlung symptomloser STI fördert die Weiterverbreitung sowie die Infektion mit weiteren STI und kann zu schweren Krankheitsverläufen und Krankheitsfolgen führen. Daher sollten Untersuchungen auf STIs bereits angeboten werden, wenn ein Verdacht auf eine entsprechende Übertragung besteht. Die Empfehlung der Landeskommission AIDS NRW vom 19. November 2015 zur Verbesserung der Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie zur Erleichterung des Zugangs zu STI-Untersuchungen bei entsprechenden Anlässen finden Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung der AIDS-Hilfe Essen
Für das Beschäftigungsprojekt Café [iks] sucht die AIDS-Hilfe Essen ab dem 1. Mai 2016 eine*n Koch/Köchin oder eine*n Hauswirtschafter*in als Praxisanleiter*in (Teilzeit 25h/w). Die Bewerbungsfrist endet am 19. Februar 2016. Die Stellenausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Weiterbildung Sexualberatung durch das Institut für Sexualpädagogik
Das Institut für Sexualpädagogik bietet acht Seminareinheiten von April 2016 bis September 2017 zu Grundlagen der Sexualberatung, Gestaltung von Erstkontakt, Körperarbeit und Selbstreflexion, Sexuelle Entwicklungen, Praxis der Einzel- und Paarberatung, Beratung zu Grenzerfahrungen an. Eine Besonderheit ist die parallele Begleitung durch ein Online-Beratungstraining. Detaillierte Informationenen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Anmeldung finden Interessierte unter isp-dortmund.de.

Der nächste Newsletter erscheint Ende März 2016
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.
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