Januar 2016
Liebe Leserinnen und Leser!
Zu den Ereignissen in der Silvesternacht in Köln und anderen Städten ist bereits viel gesagt und geschrieben worden. Ministerin Steffens hat sich, wie unten berichtet, mit dem Aufruf „Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos" solidarisiert. Auch wir vertreten die Ansicht, dass Sexismus und sexuelle Gewalt nicht das Problem „der Anderen“ ist. Sexuelle Gewalt gibt es in allen Kulturen, allen Gesellschaftsschichten und auch bei uns in Deutschland. Den derzeit stattfindenden Diskurs über Sexismus und Gewalt gegen Frauen und Mädchen finden wir wichtig. Im geltenden Strafrecht werden keineswegs alle Verstöße gegen die sexuelle Selbstbestimmung erfasst. Auch der Entwurf eines "Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Verbesserung des Schutzes der sexuellen Selbstbestimmung", den das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) am 14.07.2015 veröffentlicht hat, enthält immer noch Schutzlücken.
Jede nicht einvernehmliche sexuelle Handlung muss bestraft werden. Deutschland hat 2011 die Istanbul-Konvention unterzeichnet. Sie sieht gemäß Art. 36 Abs. 1 vor, dass die Vertragspartner sicherstellen, dass alle nicht-einverständlichen sexuellen Handlungen unter Strafe gestellt werden. Die Forderung, das deutsche Strafrecht an diese Vorgaben anzupassen wird seit Jahren seitens vieler Verbände unter „Nein heißt nein!“ an die Bundesregierung gestellt. Dieser Forderung schließen wir uns auch weiter an.
Als Aidshilfe können wir es in keinem Fall gutheißen, dass der öffentliche Raum zum rechtsfreien Raum werden kann, den Frauen, Lesben und Schwule sowie andere sexuelle Minderheiten möglichst meiden sollten. Das würde nicht nur unser Selbstverständnis, sondern die Grundfesten unseres Zusammenlebens, unserer Werte und unserer Kultur bedrohen.

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


P O L I T I K

Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall.
Auch Ministerin Barbara Steffens unterstützt #ausnahmslos. Der Aufruf "Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Immer. Überall. #ausnahmslos" ist ein feministischer Schulterschluss ohne Ausnahme, eine ausnahmslose Solidarität! Mit der Online-Kampagne #ausnahmslos hat es ein breites Bündnis unterschiedlichster Frauen geschafft, dem Entsetzen, den Fragen und den Forderungen nach den noch bei weitem nicht vollständig aufgeklärten sexuellen Übergriffen der Silvesternacht in Köln eine Stimme zu geben. Das Statement der Ministerin, das geteilt und weiterverwendet werden kann, lesen Sie unter mgepa.nrw.de.

LAG Frauenbüros/ Gleichstellungsstellen zu den Kölner Ereignissen
Die Landesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauenbüros/Gleichstellungsstellen NRW (LAG NRW), der Zusammenschluss kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in NRW, verurteilt jegliche sexuelle Gewalt gegen Frauen auf das Schärfste. Gewalt gegen Frauen in ihren vielfältigen Erscheinungsformen (häusliche Gewalt, Vergewaltigung im öffentlichen Raum u. a.) gehört zum traurigen Alltag in Deutschland und betrifft alle Nationalitäten. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

Bei ungewollter Kinderlosigkeit: Unterstützung auch für unverheiratete Paare
Künftig können auch unverheiratete Paare bei Inanspruchnahme von Kinderwunschbehandlungen finanziell unterstützt werden. Dies geschieht im Rahmen der Bundesförderrichtlinie zur "Unterstützung von Maßnahmen der assistierten Reproduktion". Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig hat diese Bundesförderrichtlinie nun auch für unverheiratete Paare geöffnet. Die geänderte Richtlinie tritt Anfang Januar in Kraft. Weiteres lesen Sie unter bmfsfj.de oder unter informationsportal-kinderwunsch.de.

Elf Tipps für Ehrenamtliche im Kontakt mit geflüchteten Frauen
Medica Mondiale ist eine Frauenrechts- und Hilfsorganisation, die sich seit 1993 für Frauen und Mädchen in Kriegs- und Krisenregionen einsetzt. Die aufgeführten Ratschläge basieren auf langjährigen Erfahrung im Umgang mit Frauen, die sexualisierte Gewalt überlebt haben, sowie auf einem Leitfaden des Deutschen Hebammenverbandes und richten sich an ehrenamtliche Mitarbeiterinnen, die sich in der Arbeit mit Zufluchtsuchenden engagieren. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

Empfehlungen der Landeskommission AIDS zu STI-Untersuchungen
Sexuell übertragbare Infektionen (STIs) verlaufen häufig symptomlos. Die Nichterkennung und Nichtbehandlung symptomloser STI fördert die Weiterverbreitung sowie die Infektion mit weiteren STI und kann zu schweren Krankheitsverläufen und Krankheitsfolgen führen. Daher sollten Untersuchungen auf STIs bereits angeboten werden, wenn ein Verdacht auf eine entsprechende Übertragung besteht. Die Empfehlung der Landeskommission AIDS NRW vom 19. November 2015 zur Verbesserung der Prävention von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten sowie zur Erleichterung des Zugangs zu STI-Untersuchungen bei entsprechenden Anlässen finden Sie hier (PDF-Datei).

Sexual health info aus der Schweiz
Aktuelle und fachlich abgestützte Informationen zu Themen der sexuellen Gesundheit, zu Geschlechtsorganen, Schwangerschaftsverhütung, Schwangerschaft und sexuell übertragbaren Infektionen wurden mit Factsheeds  in vielen Sprachen von der Arbeitsgruppe der Fachverbände sexuelle Gesundheit in der Schweiz zusammengestellt. Die Homepage finden Sie unter sex-i.ch.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


POSITHIV HANDELN 2016
Das Jahresprogramm von POSITHIV HANDELN NRW mit allen Terminen der LAG und der landesweiten Positiventreffen finden Sie hier (PDF-Datei).

25. und 26. Februar 2016
Sexuelle Gesundheit von Migrantinnen und Migranten stärken
Die Konferenz der BZgA widmet sich dem komplexen Thema der sexuellen und reproduktiven Gesundheit von Migrantinnen und Migranten. Menschen aus anderen Herkunftsländern treffen aus unterschiedlichsten Gründen in Deutschland ein, um hier zu leben. Häufig ist ihr Zugang zu Informationen über Themen der sexuellen Gesundheit eingeschränkt. Mangelnde Informationen und Sprachbarrieren erschweren zusätzlich den Zugang zu Beratung und Versorgung. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

15. März 2016 (DO) oder 5. April 2016 (K)
Grundlagen des Asyl und Aufenthaltsrechts für Flüchtlinge
Fast 60 Millionen Menschen waren 2014 weltweit auf der Flucht, ein kleiner Teil fand den Weg nach Europa. Dabei spielen unterschiedliche Gründe eine Rolle, warum Menschen ihre Heimat verlassen und Schutz in europäischen Ländern suchen. Zusammen mit einigen Bestimmungen des Aufenthaltsrechts bildet das Asylrecht den wesentlichen Teil des Flüchtlingsrechts. Diese zweimal stattfindende Tagesveranstaltung gibt allen, die vor, während oder auch nach Abschluss des Asylverfahrens beraten, jeweils einen Überblick über das Asyl und Aufenthaltsrecht. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).

18. bis 20. April 2016
Vernetzungstreffen (I. Treffen des Netzwerkes Frauen & Aids)
Sowohl die Arbeitsgruppe „Frauencheck“ im Netzwerk als auch die BAG Frauen arbeiten zurzeit an einem Konzeptpapier zu frauenspezifischen Beratungsinhalten und Settings.  Dies soll die Grundlage bilden für die Weiterentwicklung und Qualitätssicherung frauenspezifischer Beratungsangebote in Aidshilfen und anderen Beratungseinrichtungen. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

21. April 2016 (K) oder 12. Mai 2016 (DO)
Sozialleistungen für Flüchtlinge
Flüchtlinge haben einen Anspruch auf unterschiedliche Sozialleistungen. Das, was zunächst sehr einfach klingt, erweist sich in der Praxis von Beratungsstellen und anderen Trägern der Flüchtlingsarbeit als hochkompliziertes Thema. Hierführt es sogar zu ernsthaften Problemen. In einer zweimal stattfindenden Tagesveranstaltung wird jeweils ein Überblick über aufenthaltsrechtliche Regelungen und die dazu gehörenden Bestimmungen aus dem Sozialrecht gegeben. Nähere Informationen Sie hier (PDF-Datei).

1. und 2. September 2016
Trauma im Kontakt, im Kontakt mit Trauma
Fachtagung für Professionelle aus den Bereichen Psychotherapie, Medizin, Gesundheit und aus sozialen Arbeitsfeldern. Veranstalter ist Wildwasser Bielefeld, eine Anlauf- und Beratungsstelle für Frauen, die in ihrer Kindheit sexualisierte Gewalt erlebt haben oder sich von dem Thema berührt fühlen. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ein guter Vorsatz: Fitmachen für den Run of Colours am 17. September 2016
Und was machen die guten Vorsätze? Schon alle wieder über Bord geworfen? Kleiner Tipp: Ziele setzen, dann klappt es auch mit dem Durchhalten der Vorsätze. Am besten jetzt schon für den 17. September 2016 beim Run of Colours anmelden. Zeit ist egal, Strecke auch, ebenfalls ob fünf oder zehn Kilometer. Die Hauptsache ist, dabei zu sein. Jetzt anmelden unter run-of-colours.de.

Der nächste Newsletter erscheint im Februar 2016
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Februar 2016 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden