Dezember 2015
Liebe Leserinnen und Leser!
Ein ereignisreiches Jahr liegt hinter uns. Die Präsenz der LAG Frauen und HIV/Aids in NRW auf dem Deutsch-Österreichischen Aids-Kongress im Juni war ein Höhepunkt. Im November beging sie mit einer Fachtagung und einem Jubiläumsempfang ihr 20-jähriges Bestehen. Das zu Ende gehende Jahr möchte ich nutzen, allen ganz herzlich zu danken, die sich 2015 für die Interessen der Frauen mit HIV in Nordrhein-Westfalen eingesetzt bzw. die die LAG dabei tatkräftig unterstützt haben. Allen Aktiven in der Selbsthilfe, vor Ort und auf Landesebene, den Kolleginnen und Kollegen in den regionalen Aidshilfen und nicht zuletzt Ihnen, die Sie sich für unsere Themen interessieren und uns unterstützen, wünsche ich frohe und ruhige Feiertage und einen guten Übergang ins neue Jahr 2016!

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und HIV/Aids
Aidshilfe NRW e.V.


2 0   J A H R E   L A G   F R A U E N   U N D   H I V / A I D S   -  
1 0   J A H R E   X X - E L L E


1995 - 2015 | 20 Jahre Frauen und HIV/Aids in NRW
Im Jubiläumsjahr sollen Frauen und auch Männer zu Wort kommen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation für die Interessen von Frauen mit HIV und Aids eingesetzt haben. Im Dezember schließen wir die Interviewreihe mit Martina Walther ab. Sie ist eine der vielen ehrenamtlich tätigen Frauen bei XXelle, auf deren Mitwirkung wir nicht mehr verzichten können und möchten. Sie arbeitet für die AIDS-Hilfe Wuppertal und engagiert sich im Rahmen von XXelle gegen die Diskriminierung und Stigmatisierung von Frauen mit HIV und Aids. Die Interviews finden Sie unter xxelle-nrw.de.


A K T U E L L E S

HIV-Neudiagnosen und HIV-Neuinfektionen dürfen nicht verwechselt werden
Die Zahl der HIV-Neuinfektionen pro Jahr ist in Deutschland in den letzten Jahren stabil geblieben. Im Jahr 2014 infizierten sich nach Schätzungen RKI wie im Vorjahr rund 3.200 Menschen neu mit HIV. Die gestiegene Zahl der HIV-Neudiagnosen – erstmals diagnostizierte Fälle von HIV, bei denen die Übertragung des Virus schon Jahre zurückliegen kann – weist laut RKI nicht auf einen Anstieg bei den Neuinfektionen hin. Die Zahl der Neudiagnosen kann zum Beispiel von einem veränderten Testverhalten beeinflusst werden. Weitere Informationen im Epidemiologischen Bulletin des RKI vom 9. November 2015 (PDF-Datei). Hier finden Sie die HIV/Aids-Eckdaten von Nordrhein-Westfalen (PDF-Datei) und von Deutschland, Schätzung Ende 2014 (PDF-Datei).

Streit um "Schutz durch Therapie"
"Mach's mit!" - so werben viele öffentliche Kampagnen seit Jahren für geschützten Sex mit Kondom. "Wir machen's ohne" erklären nun HIV-positive Aktivistinnen und Aktivisten auch aus NRW und verweisen damit auf das Konzept "Schutz durch Therapie". Das wird von der Deutschen AIDS-Hilfe und auch der Aidshilfe NRW begrüßt. Kritik daran äußerte Gesundheitsministerin Barbara Steffens, die betonte, dass Kondome auch vor anderen sexuell übertragbaren Infektionen (STI) schützen können. Eine Stellungnahme der Aidshilfe NRW lesen Sie unter ahnrw.de. Einen gut recherchierten Artikel von Paul Wrusch in der taz lesen Sie unter taz.de.


P O L I T I K

Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW veröffentlicht Grundsatzpapier zur Sexualpädagogik
Die Arbeitsgemeinschaft AIDS-Prävention NRW hat auf ihrer letzten Sitzung ein Grundsatzpapier zum Thema "Sexualpädagogik als Grundlage einer zukunftsorientierten HIV-Prävention in Nordrhein-Westfalen" verabschiedet. Mit der Beschreibung der wesentlichen Aspekte und Rahmenbedingungen für die sexualpädagogische Präventionsarbeit will die Arbeitsgemeinschaft den in diesem Bereich tätigen Akteurinnen und Akteuren sowie Multiplikatorinnen und Multiplikatoren vor Ort eine Orientierungshilfe geben und zur Transparenz gegenüber Entscheidungsträgerinnen und -trägern, Bildungseinrichtungen sowie Bürgerinnen und Bürgern beitragen. Das Grundsatzpapier zur Sexualpädagogik finden Sie unter aids-nrw.de.

Stand der Dinge zum Prostituiertenschutzgesetz
Der ursprüngliche Entwurf für ein "Prostituiertenschutzgesetz" ist wie berichtet vom Tisch, da Bundesfamilienministerin Schwesig einen geänderten Entwurf einbrachte. Am 19. November legte Landesgesundheitsministerin Barbara Steffens dem Landtag von NRW einen schriftlichen Bericht vor, aus dem die inhaltliche Beurteilung des Referentenentwurfs sowie der in meinem Haus derzeit bekannte Verfahrensstand hervorgehen. Diesen Bericht lesen Sie hier (PDF-Datei).

Ausschluss von Behandlung führt zu schweren Krankheiten wie Aids
Die Bundesinitiative HIV und Migration, ein Zusammenschluss, dem neben der Deutschen AIDS-Hilfe (DAH) weitere Organisationen wie Ärzte der Welt, AIDS Action Europe und der Verband für Interkulturelle Arbeit (VIA) angehören, äußerte sich heute anlässlich des heutigen Tages der Menschenrechte. Sie fordert, dass Menschen, die ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland leben, dringend Zugang zu medizinischer Versorgung erhalten müssen. Auch EU-Bürgern ohne Krankenversicherung müsse der Weg zur Gesundheitsversorgung geebnet werden. Weiteres dazu lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Für eine zielführende, ökonomische, humanitäre und ethische medizinische Versorgung  von Flüchtlingen
Die Deutsche AIDS-Gesellschaft, weitere Fachgesellschaften sowie eine Vielzahl von Personen aus der Wissenschaft, der stationären und ambulanten Versorgung sowie des öffentlichen Gesundheitsdienstes treten für eine zielführende, ökonomische, humanitäre und ethische medizinische Versorgung von Flüchtlingen ein. In ihrem "Kölner Statement" vom 26. Oktober 2015 äußern sie sich zur Erstuntersuchung, zur weiteren medizinischen Versorgung sowie zur Weiterleitung von Untersuchungsergebnissen. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Communication Help for Refugees und Ausschilderung in Einrichtungen der Flüchtlingshilfe
Die wachsende Zahl der Flüchtlinge gilt als eine der größten Herausforderungen für Deutschland, auch für Nordrhein-Westfalen. Die Mitgliedsorganisationen des Paritätischen NRW stellen sich dieser Herausforderung jeden Tag, ob bei der Betreuung von Notunterkünften, der Versorgung der Flüchtlinge vor Ort, durch Beratung oder in den Kindertagesstätten und Offenen Ganztagsangeboten. Zu Unterstützung hat der Paritätische Gesamtverband Hilfsmittel erstellen lassen, Symbole zur Kommunikation mit den Flüchtlingen. Weiteres lesen Sie unter migration.paritaet.org.

Flüchtlinge: Frauen und Mädchen sind besonders schutzbedürftig
Der Fachausschuss Frauen und Mädchen im Paritätischen NRW hat ein Positionspapier zum Thema Schutz und Hilfe für geflüchtete Frauen und Mädchen verabschiedet. Obwohl Deutschland aufgrund nationaler und internationaler Vorschriften dazu verpflichtet ist, Frauen und Kinder vor Gewalt zu schützen, verfügen die wenigsten Flüchtlingsunterkünfte über ein Gewaltschutzkonzept. Eine Gefährdungseinschätzung, ob sich Frauen und Mädchen in Gefahr befinden könnten oder ob der Verbleib der betroffenen Frauen oder Mädchen in der Unterkunft vertretbar ist, findet in den wenigsten Fällen statt. Die Forderungen des Paritätischen lesen Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

Nationaler AIDS-Beirat zum HIV-Test in der Erstuntersuchung von Flüchtlingen
Der Nationale AIDS-Beirat lehnt routinemäßige HIV-Tests für Asylsuchende in seinem Votum "HIV-Diagnostik in der Erstuntersuchung von Asylsuchenden" vom 13. Oktober 2015 ausdrücklich ab. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Neue "Mutterschafts-Richtlinien"
Der Gemeinsame Bundesauschuss (G-BA) hat eine Änderung der Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung vorgenommen. Es ging um die Durchführung eines HIV-Tests. Demnach soll künftig im Mutterpass dokumentiert werden, ob bei der Schwangeren ein HIV-Test durchgeführt wurde oder nicht. Bisher ist dort nur zu vermerken, ob die Beratung zum HIV-Test stattgefunden hat. Das Testergebnis wird weiterhin nicht im Mutterpass eingetragen. Durch die ergänzte Dokumentation im Mutterpass soll sichergestellt werden, dass ein von der Schwangeren gewünschter Test nicht unbeabsichtigt vergessen wird und alle an der medizinischen Schwangerenbetreuung Beteiligten darüber informiert sind, ob der Test stattgefunden hat. Weitere Informationen zu den neuen Richtlinien finden Sie unter g-ba.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


15. - 16. Januar 2016
5. Fachtag  "Psychotherapie bei Menschen mit HIV/AIDS"
Der Fachtag ist eine Veranstaltung des Kompetenznetzes HIV/AIDS, des Walk In Ruhr (WIR) - Zentrum für Sexuelle Gesundheit und Medizin, der DAIG e.V., der STI-Gesellschaft/Ruhr e.V. und der DSTIG e.V., in Kooperation mit der Bochumer AIDS Hilfe e.V. und steht unter der Schirmherrschaft der Gesundheitsministerin des Landes Nordrhein-Westfalen, Frau Barbara Steffens. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint im Januar 2016
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Januar 2016 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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