Nr. 06 vom 21. September 2015
Liebe Leserinnen, liebe Leser,

nach der Sommerpause stellten wir unsere Jahrespressekonferenz analog zum Motto unseres 30. Geburtstags unter die Überschrift "Wir wollen mehr Positive!". Im Mittelpunkt stand unser Werben für den Ausbau an Testangeboten, damit Menschen, die bislang nichts von ihrer HIV-Infektion wissen, eine Therapie in Erwägung ziehen können. Denn durch eine rechtzeitig begonnene und wirksame antiretrovirale Therapie kann das Auftreten von Aids definierenden Erkrankungen weitgehend verhindert werden. Durchaus provokativ war die Aussage gemeint, wir wünschen uns für NRW zwischen 3.500 bis 4.000 Neudiagnosen im Jahr 2016. Das entspricht ungefähr der Dunkelziffer, die das Robert Koch-Institut angibt. Doch solch eine Forderung darf man aus unserer Sicht nur dann in die Welt setzen, wenn man gleichzeitig im Blick hat, dass immer noch zu vielen Menschen der Zugang zu einer HIV-Therapie und umfassenden medizinischen Versorgung erschwert wird. Die Wahlmöglichkeit zwischen einer Behandlung in einer Schwerpunktpraxis oder einer Klinikambulanz besteht aus unserer Sicht in Nordrhein-Westfalen schon lange nicht mehr flächendeckend, in manchen Landesteilen hat sie noch nie bestanden. Nach den Medien werden wir dieses Thema in den kommenden Monaten auch an die Politik und andere Verbände herantragen. Denn mit dem Schwinden niedergelassener HIV-Spezialistinnen und -Spezialisten in den Regionen sehen wir langfristig die medizinische Versorgung von Menschen mit HIV in NRW gefährdet.

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Jahrespressekonferenz der Aidshilfe NRW
"Wir wollen mehr Positive!" Mit dieser Überschrift forderte die Aidshilfe NRW mehr Testangebote und die Schließung von Versorgungslücken für Menschen mit HIV. Die Pressemappe zur Jahrespressekonferenz finden Sie hier (PDF-Datei).

Gewissheit beim HIV-Test jetzt schon nach sechs Wochen
30 Jahre nach der Einführung des HIV-Tests verkürzt sich das diagnostische Fenster. Bislang musste man nach einem HIV-Risiko zwölf Wochen Ungewissheit aushalten, bevor der HIV-Test eine Infektion sicher ausschließen konnte. Das hat sich nun geändert. Die heute üblichen Labortests liefern schon nach sechs Wochen zuverlässige Ergebnisse. Die zuständigen Fachgesellschaften haben die neue Frist in einer gemeinsamen Stellungnahme festgeschrieben. Auch die europäischen Testleitlinien wurden bereits entsprechend geändert. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.

Umfrage zum Thema "Diskriminierung in Deutschland"
Am 1. September 2015 startete die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) die bisher größte Umfrage zum Thema "Diskriminierung in Deutschland".  Um in den nächsten drei Monaten eine möglichst große Beteiligung an der Umfrage zu erreichen und eine breite Öffentlichkeit für das Thema Diskriminierung zu sensibilisieren, braucht die ADS die Unterstützung von Organisationen und Netzwerken, die auf die Umfrage hinweisen. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

AIDS-Hilfe Hagen: Tag und Nacht
Vom 2. Oktober bis 3. Oktober 2015, quasi über Nacht, öffnet die AIDS-Hilfe Hagen wieder ihre Türen. Präsentiert werden die "neuen" alten Räume und die Gruppen. Besonderer Schwerpunkt in diesem Jahr ist die Aidshilfearbeit im Allgemeinen sowie die Jugendarbeit in Schulen und in der Jugendgruppe Queerschlag. Gleichzeitig nutzt die Aidshilfe die Gelegenheit, sich für das Interesse zu bedanken, mit dem viele Menschen in und um Hagen sie durch die letzten, aufregenden Jahre begleitet haben. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Kunst in der LGS: TOBIAS GREWE - INEINANDER DER WAND ENTLANG
Vor zehn Jahren zog die Landesgeschäftsstelle der Aidshilfe NRW in die Lindenstraße 20. Seither konnten wir immer wieder Kölner Künstlerinnen und Künstler gewinnen, die in unseren Räumen ausgestellt haben: Birgit Antoni, Dorothee Joachim, Ulrich Tillmann, Christa Henn, Ivo Ringe und Heiner Blumenthal. Nachdem wir im Sommer neue Räume in der vierten Etage bezogen haben, knüpft Tobias Grewe mit seiner Ausstellung an diese Tradition an. Wir laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung am Donnerstag, 15. Oktober 2015, um 18.00 Uhr ein. Näheres lesen Sie hier (PDF-Datei).


VERBAND

Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW am 17. Oktober
Die Mitgliederversammlung der Aidshilfe NRW ist am Samstag, 17. Oktober 2015, um 12 Uhr in der Karl Rahner Akademie in Köln. Die Einladung und den Entwurf für die Tagesordnung gehen in dieser Woche an unsere Mitgliedsorganisationen. Im Anschluss laden wir zu einem kurzweiligen Empfang anlässlich des 30-jährigen Jubiläums ein. Ab 17.30 Uhr wird es einen unterhaltsamen Ritt durch 30 Jahre Aidshilfe NRW geben, den wir mit Musik, Canapés und Wein ausklingen lassen. Wir freuen uns über eine zahlreiche Teilnahme und bitten, den Termin zu notieren bzw. an die Delegierten der Mitgliedsorganisationen weiterzugeben.

Neue Mitarbeiterin der Aidshilfe NRW
Gaby Wirtz, vielen bekannt als Landesgeschäftsführerin der AIDS-Hilfe Baden-Württemberg, hat als Nachfolgerin von Michael Wurm ihre Tätigkeit für die Aidshilfe NRW begonnen. Den Leserinnen und Lesern unseres Rundbriefs stellt sie sich persönlich vor, bitte lesen Sie hier (PDF-Datei).

Neue Mitglieder im Kuratorium
Anlässlich der diesjährigen Kuratoriumssitzung der Aidshilfe NRW am 28. August in Düsseldorf konnte Arne Kayser zwei neue Mitglieder dieses Beratungsgremiums begrüßen. Prof. Dr. Elisabeth Pott war es als Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung nur möglich, beratend an den Kuratoriumssitzungen teilzunehmen. Als neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen AIDS-Stiftung ist sie nun offiziell Kuratoriumsmitglied. Auch die Journalistin Aslı Sevindim, bekannt als WDR-Moderatorin der Aktuellen Stunde, wird sich ehrenamtlich als Kuratoriumsmitglied engagieren. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.


LEBEN MIT HIV

Neue Veranstaltungsreihe in Dortmund
Im September startet eine spannende Veranstaltungsreihe "HIV konkret" im neuen Café der aidshilfe dortmund, dem caféplus. Jeden Monat wir an einem Abend ein anderes Thema zu HIV und Aids diskutiert und erörtert, beispielsweise "HIV und Arbeit: ein Thema?? Ein Thema!!", "Moderne HIV-Medikamente im Alltag" oder "Mehr Eigensinn als HIV-Patient". Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


FRAUEN UND HIV/AIDS

XXelle LIVE 2015 in Düsseldorf
Am 6. November findet die 4. Fachtagung XXelle LIVE statt. Die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW sowie die Aidshilfe NRW laden hierzu in die Jugendherberge Düsseldorf ein. Den inhaltlichen Schwerpunkt bildet an diesem Freitag das Thema Sexualität. In sechs Workshops geht es um Sexualität im Kontext der Beratung, um Lust am Sex auch mit HIV sowie um die Novellierung des Prostitutionsschutzgesetzes. Weiteres finden Sie hier (PDF-Datei). Im Anschluss an die Veranstaltung laden wir zu einem Jubiläumsempfang zum 20-jährigen Bestehen der LAG ein, bei dem auch Ministerin Barbara Steffens sprechen wird. Die Einladungskarte finden Sie hier (PDF-Datei).

Neue Homepage XXelle
Was lange währt, wird endlich gut! Am 15. Oktober ging die neugestaltete Homepage xxelle-nrw.de online. Hier finden Interessierte alle wichtigen Informationen zur LAG Frauen und HIV/Aids in NRW, die XXelle-Angebote im Land sowie thematisch aufgearbeitete Hintergrundinformationen, Termine und vieles andere mehr.

Filmpremiere "Positiv schwanger"
Schwangerschaft und HIV? – Das geht! Vier Mütter mit HIV erzählen ihre Geschichte. In völlig unterschiedlichen Lebenssituationen erfahren vier Frauen von ihrer HIV Diagnose. Der Film "Positiv schwanger" zeigt, wie sie damit umgehen, Diskriminierungserfahrungen meistern und gemeinsam mit ihren Partnern ihren Kinderwunsch realisieren. Drei Expertinnen liefern medizinische Informationen und zeigen Unterstützungsangebote auf. Die Filmpremiere von "Positiv schwanger" ist am 18. Oktober um 14 Uhr im Cinenova, Herbrandstraße 11, 50825 Köln. Der Eintritt ist frei, Anmeldungen bitte unter positivschwanger@takepart-media.de. Danach ist er auf der Website www.positiv-schwanger.de zu sehen.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA): Durchführung des HIV-Tests soll im Mutterpass dokumentiert werden
Nicht nur die Beratung zum HIV-Test, sondern auch dessen Durchführung soll künftig im Mutterpass dokumentiert werden. Das Testergebnis soll aber nach wie vor nicht festgehalten werden, damit Schwangeren keine Nachteile daraus erwachsen. Das hat am 20. August 2015 der G-BA Bundesausschuss beschlossen. Die geänderte Fassung der Richtlinien über die ärztliche Betreuung während der Schwangerschaft und nach der Entbindung ("Mutterschafts-Richtlinien") gilt vorbehaltlich der Prüfung durch das Bundesgesundheitsministerium und tritt erst nach der Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

Die DHIVA zum Herbst ist da!
Die neue Ausgabe des Magazins erscheint mit Beiträgen über das Netzwerk Frauen und Aids auf dem DÖAK 2015, Kritik am Prostitutionsschutzgesetz, Fragen zur PrEP bei Frauen, Sexualpädagogik, Versorgung von Schwangeren mit HIV, außerdem ein interessanter Reisebericht sowie spannende Buch-Tipps. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE MÄNNER

Einladung zum Herzenslust-Workshop
Mit dem diesjährigen Workshop-Wochenende am 26. und 27. September, will das Team die Alltagsroutine verlassen und gemeinsam mit den Teilnehmern den „Flow“ als kreativen Impuls für uns entdecken. Als Begleiter wurde Jonathan Briefs, Kommunikationstrainer, Buchautor, Humorberater und Coach für Leistungssportler und andere Leistungsträger gewonnen. Flow bedeutet: "Im Fluss sein". Flow ist das optimale Zusammentreffen von Motivation, Konzentration und idealer Umgebung. Flow ist der Zustand, in dem sich das Potential des Menschen optimal entfaltet. Menschen im Flow folgen einfachen Prinzipien: Sie verfügen über maximale Energie, leben ihre Stärken und spüren mehr Lebensfreude. Und sind so dauerhaft erfolgreich! Es geht um Team-Flow, Work-Flow, Kommunikations-Flow. Anmeldungen bitte unter ahnrw.de.

Kabinett beschließt Fortsetzung des Aktionsplans gegen Homo- und Transphobie
Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit: Das Kabinett hat eine Fortsetzung des "NRW-Aktionsplans für Gleichstellung und Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt – gegen Homo- und Transphobie" beschlossen und eine positive Zwischenbilanz gezogen. Nach einer aktuellen Untersuchung der Uni Bielefeld sind Vorbehalte gegen gleichgeschlechtlich Liebende und Lebende in Nordrhein-Westfalen insgesamt leicht zurückgegangen – nicht jedoch bei unter 30- und über 60-Jährigen. Rund ein Fünftel bekannte sich bei einer Befragung 2014 zu homophoben Einstellungen. Weitere Infos unter herzenslust.de.


DROGEN

Erster Safer Use Fachtag in Köln
130 Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen am 12. August in Köln zum Safer Use Fachtag NRW zusammen. Auf der Tagung haben Praktikerinnen und Praktiker zusammen mit Konsumierenden erprobte und effektive Safer-Use-Techniken in Theorie und Praxis kennengelernt und sich darüber austauscht. Zum einen wurden die aktuellen wissenschaftlichen und sozialpolitischen Erkenntnisse aus dem In- und Ausland dargestellt, darüber hinaus schonende Drogenapplikation anschaulich gezeigt und "trocken" geübt, ebenso wie Drogennotfalltraining. Die Veranstaltung wurde gemeinsam von der Aidshilfe NRW, akzept NRW, dem Landesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, VISION und vom JES Bundesverband veranstaltet. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

Robert Koch-Institut: Höchste Priorität für Prävention, Diagnostik und effektiver Therapie von Hepatitis C bei i.v. Drogen konsumierenden Menschen
2014 hat das Robert Koch-Institut (RKI) in NRW eine im Vergleich mit anderen Bundesländern niedrige HCV-Inzidenz von 5,2 festgestellt. Gleichwohl steigen die Anzahl der HCV-Erstdiagnosen auch in NRW. Zudem sind die Inzidenzen innerhalb des Landes extrem unterschiedlich und liegen zwischen 22,39 (!) und 0. Angesichts der massiven Betroffenheit von i.v. Drogen konsumierenden Menschen kommen Prävention, Diagnostik und effektive Therapie in dieser Personengruppe laut RKI höchste Priorität zu. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.

"Mir schwirrt der Kopf - Cannabis legal erhältlich?!"
Am 13. November 2015 veranstaltet die Fachstelle für Suchtvorbeugung des Arbeitskreises Jugend- und Drogenberatung im Kreis Warendorf, in Kooperation der der Arbeitsgemeinschaft Drogenarbeit und Drogenpolitik in NRW eine Fachtagung. Im Mittelpunkt stehen erklärende Informationen über die Bewertung und Behandlung des Themas Cannabis in der Vergangenheit und der Zukunft. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


STRAFVOLLZUG

Patientenbeauftragter und Vollzugsbeauftragter empfehlen ärztliche Schlichtungsstelle für den Vollzug
Angesichts vieler Klagen von Gefangenen über die ärztliche Versorgung sowie der eingeschränkten Möglichkeiten der freien Arztwahl spricht sich auch der Vollzugsbeauftragte für ärztliche Schlichtungsstellen aus. Mehr lesen Sie unter ahnrw.de.


MIGRATION

Gesundheitskarte für Flüchtlinge in NRW
Nach Hamburg und Bremen führt nun auch das Bundesland Nordrhein-Westfalen eine Gesundheitskarte für Flüchtlinge (G-Karte NRW) ein. Flüchtlinge, die akute Schmerzen haben oder krank sind, sollen künftig direkt zu einer Ärztin oder einem Arzt gehen können. Das bedeutet aber nicht, dass Flüchtlinge Anspruch auf alle Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung haben. Mehr lesen Sie unter aids-nrw.de.


VERSCHIEDENES

Seminar "Abschiede ... - Verstehen, was passiert ..." im Januar 2016
Nicht nur die Entlassung von Klientinnen und Klienten aus jahrelanger Beratungsarbeit, auch das Sterben markiert das Ende einer lange gewachsenen zwischenmenschlichen Beziehung. Immer geht es beim Abschied um "Beziehungsarbeit", die nur im "Idealfall" von allen Beteiligten gemeinsam geleistet wird. Die Deutsche AIDS-Hilfe bietet dazu ein Seminar an, bei dem anhand von Fallbeispielen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer Situationen des Abschieds bearbeitet werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Stellenausschreibung von Care24 PflegeService gGmbH: Sozialabeiter/in oder Sozialpädagogin/Sozialpädagogen
Care24, eine 100%ige Tochter der AIDS-Hilfe Düsseldorf, sucht für den Bereich Ambulant Betreutes Wohnen für Menschen mit körperlichen und/oder psychischen Behinderungen zum nächstmöglichen Termin. Weitere Informationen zur Stellenausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei).

Der nächste Newsletter erscheint Ende Oktober 2015
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese möglichst bald per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.
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