Juli / August 2015
Liebe Leserinnen und Leser!
Kurz vor den Sommerferien überschlugen sich hier die Ereignisse. Noch bevor in Köln die Community ihren ColognePride feierte, fand in Düsseldorf der Deutsch-Österreichische AIDS-Kongress statt. In diesem Jahr lag einer der Schwerpunkte auf frauenspezifischen Themen. Unser Vorstandsmitglied Natalie Rudi wirft in ihrer Kolumne einen Blick zurück, und auch unser Pressesprecher, Dr. Guido Schlimbach, bietet einen Überblick über die Vielzahl an Veranstaltungen, von denen allein fünf unter der Federführung der Aidshilfe NRW durchgeführt wurden.
Unsere Kollegin Birgit Körbel, feiert in diesem Sommer ihr 20-jähriges Jubiläum in der Aidshilfe Köln. Wir gratulieren ihr herzlich, wünschen ihr weiterhin eine gute Hand im Frauen- und Familienzentrum und freuen uns auf viele Jahre der guten Zusammenarbeit!

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Aidshilfe NRW beim DÖAK 2015
"WISSENschafftZUKUNFT" lautete das Motto des diesjährigen Kongresses. Auch das Community-Board des DÖAK 2015 griff dieses Motto in Kooperation mit der Deutschen AIDS-Hilfe und der Aidshilfe NRW auf und bot ergänzend zum Kongressprogramm Workshops zu unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die Workshops richteten sich an Akteurinnen und Akteure aus den Bereichen Sozialwissenschaft, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Aidshilfe, der Community sowie der Medizin. Es gab interessante Vorträge sowie spannende Diskussionen. Natalie Rudi, Vorstandsmitglied der Aidshilfe NRW, berichtet dazu in ihrer Kolumne unter xxelle-nrw.de. Einen kurzen Überblick über die einzelnen Kongresstage aus Sicht der Aidshilfe NRW finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.

Aidshilfe NRW zieht positive Bilanz nach dem ColognePride
Die Presseinfo der Aidshilfe NRW vom 10. Juli zum ColognePride finden Sie hier (PDF-Datei).
 
Schwules Netzwerk NRW und Aidshilfe NRW gemeinsam für Vielfalt - Kompassnadel für die Macher der "heute show" und für Michael Jähme
Die Pressemappe zum gemeinsamen CSD-Empfang des Schwulen Netzwerks und der Aidshilfe NRW finden Sie hier (PDF-Datei).
 
Jeder Drogentote ist einer zu viel!
Die Pressemeldung der Aidshilfe NRW zum 21. Juli, dem "Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige", finden Sie hier (PDF-Datei).


2 0   J A H R E   L A G   F R A U E N   U N D   H I V / A I D S   -  
1 0   J A H R E   X X - E L L E


1995 - 2015 | 20 Jahre Frauen und HIV/Aids in NRW
Im Jubiläumsjahr sollen Frauen und auch Männer zu Wort kommen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation für die Interessen von Frauen mit HIV und Aids eingesetzt haben. Im Juli und August setzen wir unsere Interviewreihe mit Harriet Langanke, Gründerin der gemeinnützigen Stiftung Sexualität und Gesundheit, und Kelly Cavalcanti, Mitglied des Nationalen AIDS-Beirats, fort. Die Interviews finden Sie unter xxelle-nrw.de.


P O L I T I K

Wir wollen mehr Gesicht zeigen!
Mit der diesjährigen Aktion WIR WOLLEN MEHR von POSITHIV HANDELN auf den CSDs und Straßenfesten in Nordrhein-Westfalen macht POSITHIV HANDELN darauf aufmerksam, dass immer noch Menschen mit HIV in unserem Land diskriminiert und stigmatisiert werden. Noch immer stehen nicht allen HIV-positiven Menschen grundlegende medizinische Versorgung und Therapie zur Verfügung. Noch immer sind Menschen mit HIV in ihren Rechten eingeschränkt. Deshalb der Slogan auch hier: Wir wollen mehr! Mehr Akzeptanz, mehr Recht, mehr Therapie und Versorgung, mehr Vielfalt ... Die Aktion startete zum ColognePride am ersten Juli-Wochenende in Köln. Die 80 Köpfe starke Gruppe von POSITHIV HANDELN beeindruckte das Publikum am Wegrand der CSD-Demonstration. Viele an der Zugstrecke zollten der orangefarbig gekleideten Gruppe großen Respekt für ihr mutiges Auftreten. Einmal mehr ist es gelungen, Menschen mit HIV zu aktivieren, selbstbewusst in der Öffentlichkeit für ihre Interessen zu demonstrieren. Mitglieder des Bundesvorstands der Deutschen AIDS-Hilfe und des NRW-Landesvorstands sowie der Patientenbeauftragte der Landesregierung unterstützten diese Gruppe mit ihrer Teilnahme. Weitere Infos zur Aktion finden Sie unter posithivhandeln.de.
 
Untersuchungspflicht für Sexarbeiterinnen und Sexarbeiter ist eine ungeeignete Maßnahme
Der Bundesverband der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes (BVÖGD) hat zusammen mit zahlreichen Leitungen deutscher Gesundheitsämter eine Stellungnahme zu den Vereinbarungen der Koalitionsfraktionen zum Prostituiertenschutzgesetz vom 3. Februar 2015 abgegeben. Eine ausführliche kritische Würdigung der im politischen Raum diskutierten Wiedereinführung der Pflichtuntersuchung auf sexuell übertragbare Infektionen (STI) für Prostituierte hatte der BVÖGD jedoch schon im September 2014 erarbeitet. Näheres dazu lesen Sie unter aids-nrw.de.
 
Berufsverband der Sexarbeiter_innen übt erneut scharfe Kritik am geplanten "Prostituiertenschutzgesetz"
Laut Presseberichten muss von einer erneuten Verschärfung der geplanten Maßnahmen zum "Prostituiertenschutzgesetz" ausgegangen werden. Der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen (BesD) lehnt insbesondere die geplante Registrierungspflicht ab. Als ausgesprochen unrealistisch empfindet er beispielsweise, dass der zuständige Beamte für die Erteilung der Genehmigung die Einsichtsfähigkeit der jeweiligen Prostituierten überprüfen soll. Weiteres lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O Z I A L E S

Paritätischer Wohlfahrtsverband NRW: Extranet für den Bereich Stiftungs- und Fördermittel überarbeitet
Der Bereich Stiftungs- und Fördermittel im Extranet des Paritätischen NRW wurde überarbeitet. Sie finden dort einen allgemeinen Überblick darüber, was förderfähig ist, was nicht förderfähig ist und was bei der Antragstellung zu beachten ist. Bei den jeweiligen Stiftungen sind Informationen zusammengestellt worden, die auf einen Blick die Fördermöglichkeiten aufzeigen. Nach den Sommerferien wird die Rubrik Stiftungs- und Fördermittel zudem um weitere Inhalte ergänzt (zum Beispiel Tipps und Termine, Dienstleistung und anderes). Weiteres zum Bereich Stiftungs- und Fördermittel finden Sie unter paritaet-nrw.org.
 
Frauenhauskoordinierung erweitert barrierefreien Service
Frauen mit Behinderung sind fast doppelt so oft von Gewalt betroffen wie nicht-behinderte Frauen und grundsätzlich einem höheren Risiko ausgesetzt, Gewalt zu erfahren. Gehörlose Frauen erfahren besonders häufig Gewalt, sowohl häusliche Gewalt in der Partnerschaft als auch sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend. Die Frauenhauskoordinierung erweiterte nun ihren Service: Seit dem 13. Juli 2015 bietet FHK einen Überblick über die Inhalte des Internet-Auftritts in Deutscher Gebärdensprache, zu finden unter frauenhauskoordinierung.de.


G E S U N D H E I T

Das Robert Koch-Institut meldet Anstieg der HIV-Neudiagnosen für das Jahr 2014
Für das Jahr 2014 wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) aus ganz Deutschland 3.525 HIV-Neudiagnosen gemeldet. Dieser im Vergleich zum Vorjahr siebenprozentige Anstieg sagt jedoch nichts über aktuelle Infektionszahlen in der Republik aus! Dies ist dem aktuellen Epidemiologischen Bulletin des RKI vom 6. Juli 2015 zu entnehmen. Die Zahl der Neudiagnosen darf nicht gleichgesetzt werden mit der Zahl der Neuinfektionen. Die Zahl der Neudiagnosen gibt lediglich die Zahl derjenigen Menschen an, die in 2014 erstmals positiv auf HIV getestet wurden. Bei den meisten liegt der Infektionszeitpunkt (mehrere) Jahre zurück. Von den insgesamt 3.525 HIV-Neudiagnosen entfallen 2.864 auf Männer (+ 6 Prozent) und 659 auf Frauen (+ 11 Prozent). Zwei Diagnosen lassen sich keinem Geschlecht zuordnen. Betrachtet man die unterschiedlichen Gruppen, so steigt die Zahl der Neudiagnosen bei Männern, die Sex mit Männern haben (MSM), um 8,6 Prozent auf 1.904, bei Heterosexuellen um 30,4 Prozent auf 780 und bei Drogen gebrauchenden Menschen um 10 Prozent auf 111 Neudiagnosen an. Die Anzahl der Neudiagnosen ohne Angabe zum Übertragungsweg ging um 13,6 Prozent auf 705 zurück. Weitere Informationen finden Sie unter nrw.aidshilfe.de.
 
SHE: Strong, HIV positive, Empowered Women
Expertinnen aus verschiedenen europäischen Ländern haben das SHE-Programm für Frauen entwickelt. Ziel des Programms ist es, Frauen mit HIV zu unterstützen und sie zu stärken, damit sie ihr Leben selbstbestimmt gestalten können. Dabei nutzt SHE den Peer-Ansatz: Frauen mit HIV vermitteln in Workshops anderen Frauen mit HIV ihr Wissen und bieten ihre Unterstützung an. Anlässlich des Deutsch-Österreichischen Aids-Kongresses 2015 hat die DHIVA eine Sonderausgabe zum SHE-Projekt veröffentlicht. Die Sonderausgabe finden Sie hier (PDF-Datei).
 
DRUCK-Studie: Erhebliche Defizite in der HIV/HCV-Prävention und -Behandlung für Drogen gebrauchende Menschen
Zu wenig Detailwissen zur Übertragung von HIV und Hepatitis, eine hohe Anzahl von Hepatitis-C-Infektionen, unentdeckte HIV-Infektionen, Infektionsgefahren in Haft, schlechter Zugang zu Therapie: So lassen sich die wenig erfreulichen Ergebnisse der DRUCK-Studie des Robert Koch-Institutes über intravenös Drogen gebrauchende Menschen in Deutschland zusammenfassen. Mehr zu den Ergebnissen der DRUCK-Studie lesen Sie unter aids-nrw.de.
 
Kuba (fast) ohne Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis
Das staatliche Gesundheitswesen in Kuba kann sich mit einer weiteren Medaille schmücken. Es ist weltweit das erste Land, dem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) per Zertifikat bescheinigt, die Mutter-Kind-Übertragung von HIV und Syphilis gestoppt zu haben. Dies bedeutet nicht, dass es keine konnatale Syphilis mehr auf Kuba gibt. In 2013 wurden fünf Fälle bekannt. Ebenso lässt sich eine HIV-Übertragung von der Mutter auf ihr Kind während der Geburt oder der Stillzeit auch bei einer optimalen Betreuung nicht verhindern. Weiteres lesen Sie unter aerzteblatt.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N



21. bis 23. August 2015
Letzter Aufruf: Fachtag Selbsthilfe
Das Treffen löst das bisher unter dem Namen "Treffen der Netzwerke und Themenwerkstätten" bekannte ab und kehrt in einem moderneren Outfit mit neuen Arbeitsformen zurück. An diesem Fachtag soll die Vernetzung untereinander befördert werden und wichtige Fragestellungen der eigenen Arbeit einem breiteren Publikum vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Eingeladen sind neben den institutionalisierten Gruppen auch Einzelpersonen, die Interesse an einer aktiven Mitarbeit haben und das Treffen nutzen wollen, um die Möglichkeiten und das Spektrum der Selbsthilfearbeit kennen zu lernen. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

26. August 2015
8. Fachforum QUAFFEL / Netzwerke W GE und RE
Das Fachforum der Qualifizierungs- und Ausbildungsinitiative für Frauen in Emscher-Lippe richtet sich an interessierte Entscheidungsträger sowie Akteurinnen und Akteure, die dazu beitragen wollen, die geschlechtsspezifischen Bedürfnisse von Frauen mit Handicap für den beruflichen Wiedereinstieg in den Fokus zu rücken und innerhalb der Beratungsarbeit als bedeutsamen Aspekt zu verankern. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).
 
29. August 2015
Offene Tür im Lore Agnes Haus in Essen
Herzlich Willkommen, sagt der Paritätische. Die Einladung finden Sie hier (PDF-Datei).
 
5. und 6. September 2015
DaMigra-Konferenz "Migrantinnenrechte sind Menschenrechte"
In diesem Jahr  findet in Köln die Konferenz unter dem Motto "Migrantinnenrechte sind Menschenrechte" statt. Der Dachverband der Migrantinnenorganisationen (DaMigra) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Menschenrechte für Migrantinnen zu erreichen, um eine gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen sowie politischen Leben in Deutschland zu verwirklichen. Hier finden Sie das Programm und den Anmeldebogen.

14. und 15. September 2015
Fachtag und Jubiläumsempfang anlässlich 25 Jahre JES, VISION und akzept
akzept  e.V., der Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik, der JES Bundesverband e.V., Junkies, Ehemalige und Substituierte und VISION e.V., der ehemalige Junkiebund Köln, als innovativer Träger der Drogenselbsthilfe, feiern ihr 25-jähriges Bestehen. Gemeinsam wollen sie die Erfolge von 25 Jahren respektvoller, akzeptierender Drogenarbeit mit einem Jubiläumsempfang gebührend feiern und mit einem Fachtag die Drogenpolitik in den Fokus nehmen. Details und Anmeldemöglichkeiten finden Sie unter vision-ev.de.

9. bis 11. Oktober 2015
Streetwork für Frauen II
Das Arbeitsfeld "Streetwork bei Sexarbeiterinnen" wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist (in Clubs oder auf der Straße) und wer aufgesucht wird (professionelle Sexarbeiterinnen, Gelegenheits- oder Beschaffungsprostituierte, Frauen mit oder ohne deutschen Pass, Minderjährige oder Volljährige). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

14. bis 18. Oktober 2015
Workshop + kompakt im Waldschlösschen
Menschen mit HIV, die den Umgang mit HIV für sich alltagstauglicher und zufriedenstellender gestalten wollen, die ihren individuellen Weg im Umgang mit der Infektion finden wollen und die Lust auf gemeinsames Arbeiten und Erfahrungsaustausch in einer Gruppe haben, sind zu diesem Workshop in der Akademie Waldschlösschen eingeladen. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

6. November 2015
XXelle LIVE
Zum vierten Mal findet XXelle LIVE, die Fachtagung Frauen und HIV, statt. Erneut lädt die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW in Kooperation mit der Aidshilfe NRW e. V. zu dieser Veranstaltung ein. Im Anschluss an die Tagung gibt es einen Jubiläumsempfang zum 20-jährigen Jubiläum der Landesarbeitsgemeinschaft, die sich im Dezember 1995 gründete.

20. November 2015
Umgangsrecht und häusliche Gewalt – Spannungsfelder und Grenzen
Die Fachtagung des Paritätischen Gesamtverbandes in Kooperation mit dem Verband Alleinerziehender Mütter und Väter e.V. möchte Spannungsfelder und Grenzen im Bereich der Umgangsrechte und –pflichten aus verschiedenen Perspektiven aufzeigen. Hierbei sollen rechtliche Aspekte, die Perspektive der Kinder sowie Fragen zu Kooperation und Beteiligung der verschiedenen Akteure in den Blick genommen und aktuelle Regelungsbedarfe und Handlungsempfehlungen in Vorträgen und Workshops herausgearbeitet werden. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen, beispielsweise für die Bereiche Personal, Dienstleistungen und Materialbeschaffung etc. finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint im September 2015.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Ende Juli 2015 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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