Juni 2015
Liebe Leserinnen und Leser!
In der kommenden Woche findet in Düsseldorf der Deutsch-Österreichische AIDS-Kongress statt. Dabei handelt es sich um den größten deutschsprachigen Fachkongress rund um die Themen HIV und Aids. Über 1.000 Besucherinnen und Besucher werden erwartet. Auch die LAG Frauen und HIV/Aids in NRW ist hier vertreten. Zunächst im Rahmen der Veranstaltungen des so genannten Community Boards, das ist eine sechsköpfige Gruppe, die den DÖAK aus Sicht von Menschen mit HIV mit vorbereitet und ihn so mitgestaltet, dass auch und gerade Menschen mit HIV und Aids den größtmöglichen Nutzen daraus ziehen können. Wir wurden gemeinsam mit dem bundesweiten Netzwerk Frauen & Aids eingeladen, den interessierten Besucherinnen und Besuchern darzulegen, wie die Vernetzung zugunsten von Klientinnen im Klinik- und Aidshilfealltag funktioniert. Darüber hinaus stellen wir dar, welche HIV-Präventionsstrategien Frauen heute zur Verfügung stehen. Außerdem wird sich die LAG Frauen und HIV/Aids in NRW mit einem Poster der breiten Kongressöffentlichkeit vorstellen. Sowohl beim Workshop als auch während der Posterbesichtigung erhoffen wir uns zahlreiche Gespräche und angeregte Diskussionen sowie neue Kontaktmöglichkeiten mit Kolleginnen auch außerhalb von NRW.

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Bundesärztekammer setzt sich für Flüchtlingsrechte ein
Die Bundesärztekammer hat sich am Deutschen Ärztetag im Mai 2015 mit dem Thema Menschenrechte und Flüchtlinge auseinandergesetzt und einige Beschlüsse, Forderungen und Empfehlungen auf den Weg gebracht. Diese betreffen unter anderem die psychotherapeutische Versorgung von Asylsuchenden, ihren Zugang zur medizinischen Versorgung und präventiven Leistungen, zum Arbeitsmarkt und zur Bildung. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Landeskommission AIDS: Gegen Pflichtuntersuchungen - für niedrigschwellige Angebote
Die Mitglieder der Landeskommission AIDS sprechen sich gegen die Wiedereinführung einer verpflichtenden Gesundheitsuntersuchung von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern aus. Auch eine Kondompflicht für Freier lehnt die Kommission ab. Sie empfiehlt, Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern einen möglichst niedrigschwelligen Zugang zu Aufklärung, Beratung, Untersuchung und Behandlung von HIV/STI anzubieten. Außerdem sollten aufsuchende Angebote zur HIV/STI-Prävention eingerichtet werden, die sowohl Hilfen zur stärkeren Professionalisierung als auch zur Erleichterung des Ausstiegs aus der Sexarbeit umfassen. Weiteres lesen Sie unter aids-nrw.de.

Neue Flyer "HIV und AIDS kommt in den besten Familien vor"
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendliche im Umfeld von HIV/AIDS hat ihren Flyer aktualisiert. Diesen finden Sie hier (PDF-Datei).



2 0   J A H R E   L A G   F R A U E N   U N D   H I V / A I D S   -  
1 0   J A H R E   X X - E L L E


1995 - 2015 | 20 Jahre Frauen und HIV/Aids in NRW
Im Jubiläumsjahr sollen Frauen und auch Männern zu Wort kommen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation für die Interessen von Frauen mit HIV und Aids eingesetzt haben. Im Juni setzen wir unsere Interviewreihe mit Natalie Rudi von der Aidshilfe Oberhausen fort. Was sie motiviert und wofür sie sich einsetzt, wenn sie ihren Milchkaffee ausgetrunken hat, lesen Sie unter xxelle-nrw.de.


P O L I T I K

CSD Empfang im Kölner Gürzenich
Auch in diesem Jahr lädt die Aidshilfe NRW zusammen mit dem Schwulen Netzwerk NRW zum CSD Empfang mit Verleihung der Kompassnadel 2015 in den Kölner Gürzenich ein. Hierzu sind natürlich nicht nur schwule Männer eingeladen. Auch Interessierte aus allen Bereichen der Aidshilfearbeit und Kooperationspartnerinnen von XXelle sind herzlich willkommen! Inzwischen gilt die Veranstaltung bei vielen Kolleginnen und Kollegen als Geheimtipp DER Veranstaltung zum ColognePride. Politische Information, Vernetzung und gute Unterhaltung in Einem! Die Einladung finden Sie hier (PDF-Datei).

Alternativer Drogen- und Suchtbericht - BtMG grundlegend erneuern
"Das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) ist dringend reformbedürftig!" Darauf weisen zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter die Deutsche AIDS-Hilfe, und Fachleute aus Wissenschaft und Drogenhilfe im 2. Alternativen Drogen- und Suchtbericht hin, der gestern in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Längst sei offenkundig, Verbotspolitik und Repression seien gescheitert. Das BtMG verfehle nicht nur sein Ziel, Drogenkonsum und dessen schädliche Folgen für Individuen und Gesellschaft zu verhindern, sondern es bringe diese Schäden selbst mit hervor. Prävention, Schadensbegrenzung und Therapie behindere das Gesetz massiv und koste damit viele Menschen ihre Gesundheit, manche ihr Leben. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


S O Z I A L E S

Blicke erweitern
Wer inter*, trans* und queer* besser verstehen will und Sicherheit und Sensibilität im Umgang mit trans*, inter* und gender varianten Menschen entwickeln möchte, der kann sich ab sofort an Şefik_a Mai und Merit Kummer von INTER*TRANS*VIEW wenden. Sie bieten Workshops, Fortbildungen und Thementage an, die dazu dienen sollen, Sensibilität und Handlungskompetenzen in Schulen oder anderen Einrichtungen zu erweitern. Weiteres lesen Sie unter intertransview.org.

Mitarbeit am Forschungsprojekt "Positive Offenbarung?! Die Thematisierung der elterlichen HIV-Infektion gegenüber den eigenen Kindern"
Im Rahmen des Studienganges "Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik" an der Alice Salomon Hochschule Berlin schreibt die Sozialarbeiterin Peggy Heinz unter wissenschaftlicher Begleitung ihre Masterthesis zu oben genannter Thema. Da sie hierzu Erfahrungswerte von HIV-positiven Eltern bzw. Elternteilen benötigt, bittet sie um entsprechende Unterstützung. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).


G E S U N D H E I T

START-Studie: Alle Teilnehmer sollten ab sofort eine antriretrovirale Therapie bekommen
Auf einem Treffen des Data and Safety Monitoring Boards (DSMB) der START-Studie am 14. und 15. Mai 2015 konnte nach Auswertung der bisher vorliegenden Studienergebnisse festgestellt werden, dass es bereits jetzt einen statistisch signifikanten Unterschied zwischen den beiden Studienarmen - sofortiger (CD4>500 Zellen/µl) versus verzögerter (CD4<350 Zellen/µl) ART-Beginn - gibt. Dieser Unterschied bezieht sich sowohl auf AIDS-definierende als auch auf nicht-AIDS-definierende Ereignisse und die Anzahl der Todesfälle in beiden Armen. Lesen Sie weiteres unter daignet.de.

Erhöhtes Schlaganfallrisiko für ältere Menschen mit HIV
Zu diesem Ergebnis kam eine Auswertung der Veterans Aging Cohort Study, die HIV-positive und HIV-negative Veteranen umfasst, welche im Verhältnis 1 zu 2 nach Alter, Geschlecht, Ethnizität und Behandlungszentrum vergleichbar sind. Während der 5,9 Jahre währenden Beobachtungszeit in den Jahren 2003- 2009 traten 910 Schlaganfälle auf, 37,4 Prozent der Schlaganfallpatienten waren HIV-infiziert. Weiteres lesen Sie unter hivandmore.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N




24. bis 27. Juni 2015
7. Deutsch-Österreichischer Aids-Kongress in Düsseldorf (DÖAK)
Das vorläufige Programm des DÖAK in Düsseldorf finden Sie unter professionalabstracts.com.

25. bis 28. Juni 2015
Treffen HIV-positiver / Aids-kranker Frauen
Das Fortbildungsangebot der Akademie Waldschlösschen bietet Informationen über gesundheitliche und soziale Fragen und Workshops zu Themen an, die für HIV-positive / Aids-kranke Frauen von besonderer Bedeutung sind oder ihnen in der Aidshilfe-Arbeit begegnen. Details zum Inhalt sowie zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

10. bis 12. August 2015
HIV und Frauen: H.A.N.D. – HIV assoziierte neurokognitive Defizite
Das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids beschäftigt sich mit "H.A.N.D. – HIV assoziierte neurokognitive Defizite" und erläutert die einzelnen Stadien und Unterschiede neurokognitiver Defizite. Im Anschluss daran sollen die Teilnehmerinnen in einem sehr praxisorientierten Teil unter anderem anhand von Übungen lernen wie im Alltag mit den bestehenden Defiziten besser umgegangen werden kann und einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vermieden werden kann. Details zum Inhalt sowie zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

21. bis 23. August 2015
Fachtag Selbsthilfe
Das Treffen löst das bisher unter dem Namen "Treffen der Netzwerke und Themenwerkstätten" bekannte ab und kehrt in einem moderneren Outfit mit neuen Arbeitsformen zurück. An diesem Fachtag soll die Vernetzung untereinander befördert werden und wichtige Fragestellungen der eigenen Arbeit einem breiteren Publikum vorgestellt und gemeinsam diskutiert werden. Eingeladen sind neben den institutionalisierten Gruppen auch Einzelpersonen, die Interesse an einer aktiven Mitarbeit haben und das Treffen nutzen wollen, um die Möglichkeiten und das Spektrum der Selbsthilfearbeit kennen zu lernen. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

September 2015 bis Januar 2017
Weiterbildung Sexualberatung
Das Institut für Sexualpädagogik (isp) bildet seit über 25 Jahren sexualpädagogische Fachkräfte im deutschsprachigen Raum aus. Aufgrund des hohen Interesses hat das isp nun die Weiterbildung Sexualberatung entwickelt. Insgesamt werden acht Seminareinheiten von September 2015 bis Januar 2017 zu Grundlagen der Sexualberatung, Gestaltung von Erstkontakt, Körperarbeit und Selbstreflexion, Sexuelle Entwicklungen, Praxis der Einzel- und Paarberatung, Beratung zu Grenzerfahrungen angeboten. Eine Besonderheit bietet die parallele Begleitung durch ein Online-Beratungstraining. Detaillierte Informationen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Anmeldung finden Sie unter isp-dortmund.de.

9. bis 11. Oktober 2015
Streetwork für Frauen
Das Arbeitsfeld "Streetwork bei Sexarbeiterinnen" wird wesentlich dadurch bestimmt, in welchen Bereichen des Sexgeschäfts man unterwegs ist (in Clubs oder auf der Straße) und wer aufgesucht wird (professionelle Sexarbeiterinnen, Gelegenheits- oder Beschaffungsprostituierte, Frauen mit oder ohne deutschen Pass, Minderjährige oder Volljährige). Dabei ist zu berücksichtigen, dass die Zahl sehr junger Sexarbeiterinnen seit einigen Jahren zunimmt. Wie sich der Zugang zu den Frauen gestaltet, ist nicht zuletzt durch die Haltung der Streetworkerinnen und ihren Bezug zu Sexualität und Sexarbeit bestimmt. Nähere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

14. bis 18. Oktober 2015
Workshop + kompakt im Waldschlösschen
Menschen mit HIV, die den Umgang mit HIV für sich alltagstauglicher und zufriedenstellender gestalten wollen, die ihren individuellen Weg im Umgang mit der Infektion finden wollen und die Lust auf gemeinsames Arbeiten und Erfahrungsaustausch in einer Gruppe haben, sind zu diesem Workshop in der Akademie Waldschlösschen eingeladen. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

6. November 2015
XXelle LIVE
Zum vierten Mal findet XXelle LIVE, die Fachtagung Frauen und HIV, statt. Erneut lädt die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW in Kooperation mit der Aidshilfe NRW e. V. zu dieser Veranstaltung ein. Im Anschluss an die Tagung gibt es einen Jubiläumsempfang zum 20-jährigen Jubiläum der Landesarbeitsgemeinschaft, die sich im Dezember 1995 gründete.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Aktuelle Ausschreibungen der Aidshilfe NRW und ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen, beispielsweise für die Bereiche Personal, Dienstleistungen und Materialbeschaffung etc. finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint in einer Doppelnummer Juli/August 2015.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Ende Juli 2015 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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