Mai 2015
Liebe Leserinnen und Leser!
Am 2. Juni ist Internationaler Hurentag. In englischsprachigen Ländern International Sex Workers' Day genannt, ist er seit 1976 ein inoffizieller Gedenktag, der an die Diskriminierung von Prostituierten und deren oftmals ausbeuterischen Lebens- und Arbeitsbedingungen erinnert. Ausgangspunkt des Internationalen Hurentags als Gedenktag war der 2. Juni 1975, an dem mehr als 100 Prostituierte die Kirche Saint-Nizier in Lyon besetzten, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen. Knapp 20 Jahre später startete 1995 das Modellprojekt Gesundheitsförderung für drogenabhängige Frauen in der Beschaffungsprostitution in Trägerschaft der AIDS-Hilfe Bielefeld. Aus dem Modellprojekt entwickelte sich ein Angebot der aufsuchenden Sozialarbeit für Frauen in der Beschaffungs- und Armutsprostitution mit dem Schwerpunkt Beratung, Gesundheitsförderung, Überlebenshilfe und Hilfe bei Gewalt. Wir gratulieren unseren Kolleginnen und Kollegen der AIDS-Hilfe Bielefeld zu 20 Jahren erfolgreicher Arbeit und wiederholen gerne anlässlich des Hurentags noch einmal unsere Forderung nach mehr Mut in der Politik! Die Aidshilfe NRW forderte die Regierungsparteien auf, unsinnige Symbolpolitik zu unterlassen, stattdessen echte Hilfsangebote für Menschen in der Sexarbeit zu schaffen und auch für die entsprechende finanzielle Ausstattung der niedrigschwelligen Hilfe zu sorgen. Auch das Land NRW soll die Ergebnisse des "Runden Tischs Prostitution NRW" im Gesundheitsministerium nun auch umzusetzen. Mit den Worten unseres Landesvorsitzenden Arne Kayser: "Wir wollen mehr Mut, keine Stammtischlösungen, sondern mehr Rationalität in der Politik."

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Natalies Kolumne
Natalie Rudi gehört seit Oktober 2014 zum Vorstand der Aidshilfe NRW und ist zudem Geschäftsführerin der AIDS-Hilfe Oberhausen. Sprich: Sie kriegt viel mit, sie kommt viel rum und sie hat viel zu sagen. Dieses Potenzial wollten wir nicht ungenutzt lassen und starten nun mit dem Thema "HIV-Kontrovers 2015" Natalies Kolumne. Weitere Themen werden folgen. Die Kolumne lesen Sie unter xxelle-nrw.de.

"Wir wollen mehr!"
Mit dieser Forderung präsentierte unser Landesvorsitzender Arne Kayser die Positionen der Aidshilfe NRW anlässlich des 30-jährigen Bestehens unseres Verbands. Er forderte mehr Rechte für Menschen mit HIV im Kontext der immer noch bestehenden Kriminalisierung im Falle möglicher oder erfolgter Ansteckung bei einvernehmlichen Kontakten, mehr Fachwissen über HIV und Aids bei Ärztinnen und Ärzten, um mögliche Infektionen, insbesondere bei Frauen, rechtzeitig zu erkennen, mehr Mut bei der Stärkung der Rechte bei Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern. Er plädierte für eine Neuorientierung der Drogenpolitik und die Legalisierung von Drogenkonsum, mehr Gesundheitsvorsorge und bessere Behandlung im Strafvollzug und eine vollumfängliche medizinische Versorgung für Menschen ohne Papiere in Deutschland. Schließlich forderte Kayser für schwule Männer mehr Akzeptanz und auf sie zugeschnittene medizinische Angebote und mehr Flexibilität in der Kranken- und Altenpflege. Die Positionen der Aidshilfe NRW lesen Sie unter ahnrw.de. Die ersten Postkartenmotive zu der kleinen Kampagne sind erschienen: Wir wollen mehr Drogen!, Wir wollen mehr Geld!, Wir wollen mehr Sex!

Ausgezeichnet: Ulf Hentschke-Kristal und Marvin Deversi sind neue "merk|würdig"-Preisträger
Im Rahmen des Jahresempfangs 2015 der Aidshilfe NRW verlieh der Landesvorstand den Ehrenamtspreis merk|würdig an Marvin Deversi (Bochum) und Ulf Hentschke-Kristal (Bielefeld). Mit "merk|würdig" zeichnet die Aidshilfe NRW Mitstreiter aus, die durch ihr ehrenamtliches Engagement hervortreten und die Aidshilfearbeit in Nordrhein-Westfalen stark beeinflussen und prägen. Informationen zu den beiden Preisträgern und ihrem ehrenamtlichen Engagement finden Sie unter ahnrw.de.


2 0   J A H R E   L A G   F R A U E N   U N D   H I V / A I D S   -  
1 0   J A H R E   X X - E L L E


1995 - 2015 | 20 Jahre Frauen und HIV/Aids in NRW
Im Jubiläumsjahr sollen Frauen und auch Männern zu Wort kommen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation für die Interessen von Frauen mit HIV und Aids eingesetzt haben. Im Mai setzen wir unsere Interviewreihe mit Patrik Maas von der Aidshilfe NRW fort. Wo er am liebsten ist, wenn er einmal eine Stunde Zeit hat, lesen Sie unter xxelle-nrw.de.


P O L I T I K

Internationaler Hebammentag am 5. Mai
Das Motto des diesjährigen Internationalen Hebammentages lautete "Hebammen für eine bessere Zukunft". Leider sieht diese Zukunft jedoch düster aus, denn erschwerte Arbeitsbedingungen kombiniert mit einer zu niedrigen Vergütung sowie der nach wie vor unklaren Haftpflichtproblematik sorgen zunehmend für einen Hebammenmangel in Deutschland. Damit ist eine wohnortnahe und ausreichende Versorgung mit Hebammenhilfe nicht mehr gewährleistet. Weiteres lesen Sie unter ahnrw.de.

#meineGeburtmeineEntscheidung
Der Gesetzgeber hat Rahmenbedingungen für die Geburtsbetreuung festgelegt und den Hebammenverbänden und Krankenkassen anvertraut, sich über die Ausgestaltung zu einigen. Dies ist grundsätzlich sinnvoll – doch versuchen die GKV derzeit, diese Situation zu ihrem Vorteil auszunutzen. Fast alle betroffenen Frauen – rund 90 Prozent – sind gesetzlich versichert. Wenn die Gesetzlichen Krankenkassen beschließen, etwas nicht mehr zu bezahlen, können 90 Prozent der Frauen diese Leistungen nicht mehr bekommen. Eine Hausgeburt würde künftig nicht mehr bezahlt. Hinzu kommt, dass eine angemessene Beratung den Frauen ebenso wenig bezahlt wird. Das will der Hebammenverband nicht zulassen und bittet deshalb um Unterstützung. Weitere Informationen lesen Sie unter unsere-hebammen.de.


S O Z I A L E S

Bilanz nach einem Jahr Gesetz zum Ausbau der Hilfen für Schwangere und zur vertraulichen Geburt
"Keine schwangere Frau muss in Deutschland ihr Kind allein und heimlich zur Welt bringen. Die vertrauliche Geburt hilft Schwangeren in Not. Jede Frau hat das Recht bei den Schwangerschaftsberatungsstellen anonym und beschützt Hilfe zu suchen", sagte Manuela Schwesig, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Um den Schwangeren mit Wunsch nach Anonymität noch besser zu helfen, trat am 1. Mai 2014 das "Gesetz zum Ausbau der Hilfen und zur Regelung der vertraulichen Geburt" in Kraft. Weiteres lesen Sie unter bmfsfj.de.


G E S U N D H E I T

Menschen mit HIV drohen im Alter Sehstörungen
Der Augenhintergrund von Menschen mit HIV wies in einer US-Studie viermal häufiger erste Läsionen einer altersbedingten Makuladegeneration (AMD) auf als für das Alter der Patientinnen und Patienten zu erwarten war. Darüber berichtete das Deutsche Ärzteblatt in einem Artikel unter aerzteblatt.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


13. Juni 2015
Workshop "Komplementäre Therapien – Nebenwirkungen anders behandeln"
Die AIDS-Hilfe Wuppertal bietet zusammen mit der Hamburger Ärztin Dr. Helga Neugebauer (Fachärztin für Innere Medizin, Akupunktur und chinesische Medizin) den Workshop für Frauen mit HIV und AIDS, Angehörige, Ehrenamtliche und interessierte Fachkräfte an. Anmeldeschluss ist der 29. Mai 2015. Weitere Details und Anmeldeinformationen finden Sie hier (PDF-Datei).

19. bis 21. Juni 2015
Beratung HIV-positiver Frauen bei Kinderwunsch und Schwangerschaft
Das Angebot der Deutschen AIDS-Hilfe richtet sich vorrangig an Beraterinnen und Berater aus Aidshilfen, Migrantenorganisationen und Krankenhäusern mit Entbindungsstation, gynäkologische Praxen und Hebammen. Ziel ist der Ausbau und die Verbesserung der Beratungskompetenz. Details und Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).

24. bis 27. Juni 2015
7. Deutsch-Österreichischer Aids-Kongress in Düsseldorf (DÖAK)
Das vorläufige Programm des DÖAK in Düsseldorf finden Sie unter professionalabstracts.com.

25. bis 28. Juni 2015
Treffen HIV-positiver / Aids-kranker Frauen
Das Fortbildungsangebot der Akademie Waldschlösschen bietet Informationen über gesundheitliche und soziale Fragen und Workshops zu Themen an, die für HIV-positive / Aids-kranke Frauen von besonderer Bedeutung sind oder ihnen in der Aidshilfe-Arbeit begegnen. Details zum Inhalt sowie zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

10. bis 12. August 2015
HIV und Frauen: H.A.N.D. – HIV assoziierte neurokognitive Defizite
Das bundesweite Netzwerk Frauen und Aids beschäftigt sich mit "H.A.N.D. – HIV assoziierte neurokognitive Defizite" und erläutert die einzelnen Stadien und Unterschiede neurokognitiver Defizite. Im Anschluss daran sollen die Teilnehmerinnen in einem sehr praxisorientierten Teil unter anderem anhand von Übungen lernen wie im Alltag mit den bestehenden Defiziten besser umgegangen werden kann und einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes vermieden werden kann. Details zum Inhalt sowie zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

13. bis 16. August 2015
Bundesweites Treffen für HIV-positive Migrantinnen und ihre Kinder
Austausch, Vernetzung und Stärkung für den Alltag mit HIV – so lauten die Ziele der Veranstaltung der Deutschen AIDS-Hilfe in Kooperation mit dem Netzwerk Afro-Leben in Düsseldorf. Anmeldeschluss ist der 5. Juni, weitere Details und Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).

September 2015 bis Januar 2017
Weiterbildung Sexualberatung
Das Institut für Sexualpädagogik (isp) bildet seit über 25 Jahren sexualpädagogische Fachkräfte im deutschsprachigen Raum aus. Aufgrund des hohen Interesses hat das isp nun die Weiterbildung Sexualberatung entwickelt. Insgesamt werden acht Seminareinheiten von September 2015 bis Januar 2017 zu Grundlagen der Sexualberatung, Gestaltung von Erstkontakt, Körperarbeit und Selbstreflexion, Sexuelle Entwicklungen, Praxis der Einzel- und Paarberatung, Beratung zu Grenzerfahrungen angeboten. Eine Besonderheit bietet die parallele Begleitung durch ein Online-Beratungstraining. Detaillierte Informationen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Anmeldung finden Sie unter isp-dortmund.de.

14. bis 18. Oktober 2015
Workshop + kompakt im Waldschlösschen
Menschen mit HIV, die den Umgang mit HIV für sich alltagstauglicher und zufriedenstellender gestalten wollen, die ihren individuellen Weg im Umgang mit der Infektion finden wollen und die Lust auf gemeinsames Arbeiten und Erfahrungsaustausch in einer Gruppe haben, sind zu diesem Workshop in der Akademie Waldschlösschen eingeladen. Nähere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

6. November 2015
XXelle LIVE
Zum vierten Mal findet XXelle LIVE, die Fachtagung Frauen und HIV, statt. Erneut lädt die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW in Kooperation mit der Aidshilfe NRW e. V. zu dieser Veranstaltung ein. Im Anschluss an die Tagung gibt es einen Jubiläumsempfang zum 20-jährigen Jubiläum der Landesarbeitsgemeinschaft, die sich im Dezember 1995 gründete.


S O N S T I G E S

Der nächste Newsletter erscheint im Juni 2015.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis Mitte Juni 2015 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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