Nr.1 | April 2015

Anschaffung von weiteren 12 Spritzenautomaten

Für den Ausbau des Spritzenautomaten-Projektes in NRW stellte das Gesundheitsministerium Ende des Jahres 2014 Gelder für die Anschaffung von weiteren 12 Spritzenautomaten zur Verfügung. Die Spritzenautomaten werden den Betreibern vor Ort kostenlos zur Verfügung gestellt. Aufstellungs-, Reparatur- und Portokosten werden von der Aidshilfe NRW übernommen. Die Automaten werden mit Spritzenpäckchen, Kondomen, Pflege- und Care Sets bestückt und enthalten eine Entsorgungsbox für gebrauchtes Spritzbesteck. Weitere Informationen zum Spritzenautomatenprojekt sowie alle Ausgaben des Newsletters finden Sie unter saferuse-nrw.de.

Lieferungen Präventionsmaterial an die Spritzenautomaten-Betreiber 2014
Im Rahmen des Spritzenaustauschprogramms per Automaten wurden im Jahr 2014 rund 121.142 Einmalspritzen für i.v. Drogen gebrauchende Menschen in NRW zielgerichtet abgegeben (Safer Use) und darüber hinaus 5.490 Kondome (Safer Sex) und rund 45.935 Pflege- und Caresets bereitgestellt. Das bedeutet bei der Abgabe der Einmalspritzen eine Steigerung von ca. 2,7% (3.227 Einmalspritzen). Von September bis Dezember 2014 wurden zusätzlich 4.236 Smoke-it-Sets an die Spritzenautomaten-Betreiber verschickt.

Abgabe von Einmalspritzen über die Drogenhilfe-Einrichtungen in NRW 2014
Die Menge der lose abgegebenen Einmalspritzen, die 2014 über die Drogenhilfe-Einrichtungen abgegeben bzw. getauscht wurden, lag bei 1.764.825 Stück. Das bedeutet einen Rückgang zum Vorjahr, und zwar um ca. 4,6 % ( 85.344 Einmalspritzen).

Die Gesamtübersicht "Abgabe von Einmalspritzen" für die Jahre 2012-2014 finden Sie hier.



Smoke-it-Sets                                                     
                             

Im Herbst 2014 wurden die Smoke-it-Sets in das Sortiment an Präventionsmaterialien der Aidshilfe NRW aufgenommen. Von September bis Dezember 2014 wurden 4.236 Smoke-it-Sets von den Spritzenautomaten-Betreiber bestellt. Aufkleber für die Automaten, die auf die Smoke-it-Sets hinweisen, können per Mail bei der Aidshilfe NRW bestellt werden.


Vision e.V. Köln -  3. Spritzenautomat in Betrieb

An der Olpener Str. 7 in Köln-Höhenberg wurde am 1. Februar der dritte Spritzenautomat von VISION e.V. in Betrieb genommen.





SMOKE-IT! Abschlussbericht zur SMOKE-IT-Studie

  
Das Spritzen von Heroin ist in Deutschland weit verbreitet, aber die mit Abstand risikoreichste Konsumform. In den letzten Jahren haben immer mehr Heroingebraucher die schonendere Konsumform des Rauchens von Heroin entdeckt: Hier besteht selbst bei unerwartet hoher Reinheit des Heroins keine Gefahr der Überdosierung  und keine Gefahr von HIV- oder Hepatitis-Infektionen, solange man das eigene Röhrchen benutzt. Der Abschlussbericht zur multizentrischen Studie „SMOKE- IT!“, die in Drogenkonsumräumen in Frankfurt, Berlin, Dortmund, Hamburg und Bielefeld durchgeführt wurde, zeigt: Mit neuartigen Präventionsinstrumenten sowie medialen und personalen Interventionen kann man einen Wechsel zum inhalativen Konsum unterstützen. Drogenkonsumenten haben trotz ihres aktuellen Drogenkonsums ein großes Interesse am Erhalt ihrer Gesundheit und nehmen Maßnahmen und Informationen mit risikomindernden Inhalten und Zielen an. Die Autoren empfehlen daher, dass Einrichtungen, die bisher ausschließlich den Spritzentausch anbieten, ihr Angebot um mediale Informationen zum inhalativen Konsum sowie um Rauchfolien ergänzen. Den Bericht finden Sie hier (PDF-Datei)

Jetzt auch in Deutschland: Retardiertes Morphin für die Substitutionstherapie

Die Einführung von oralem retardierten Morphin in der Substitutionsbehandlung hat mit dem Monat April 2015 begonnen! Mit Substitol® steht das erste zugelassene retardierte Morphin für die orale Substitutionstherapie bei Opioidabhängigkeit in Deutschland zur Verfügung. In Österreich wird es bereits seit längerem eingesetzt. Die OEGABS – Österreichische Gesellschaft für arzneimittelgestützte Behandlung von Suchtkranken hat Substitol® in ihren Substitutionsempfehlungen einen eigenen Abschnitt eingerichtet (s. hier). Die Vergleichsstudie zwischen Methadon und SROM (slow-release oral morphine) wurde für die Zulassung in der Schweiz und in Deutschland durchgeführt. In der Schweiz ist orales retardiertes Morphin (Sevre-Long®) bereits seit 2013 zugelassen. Die Schweizer Organisation FOSUMOS – Forum Suchtmedizin Ostschweiz hat ebenfalls eine Webpage mit ausführlichen Informationen eingerichtet (s. hier). Epidemiologische Daten zeigen, dass die „Haltequote“ unter retardiertem Morphin deutlich höher ist als unter anderen Substitutionsmitteln. Dies ist bedeutsam, um die Betroffenen langfristig vor den Gefahren des „Straßenheroins“, der Ansteckung mit Hepatitis/HIV oder anderen Erkrankungen zu schützen. Die Beipackzettel zum Medikament lesen Sie hier (PDF-Datei).

HIV-Report: Die Hepatitis-C-Revolution
Im vergangenen Jahr hat sich bei den Therapiemöglichkeiten der Hepatitis-C viel getan. Mit der Zulassung neuer direkt wirksamer antiretroviraler Medikamente nimmt die Bedeutung der Interferon-Therapie ab. Medizinisch wäre somit heute für viele HCV-Patientinnen und HCV-Patienten eine interferonfreie Therapie möglich. Die derzeit gültigen Behandlungsrichtlinien hinken jedoch der wissenschaftlichen Entwicklung hinterher. Zudem scheinen die hohen Preise der neuen Medikamente einen negativen Einfluss auf das Verschreibungsverhalten von Ärztinnen und Ärzten zu haben. Der neue HIV-Report der Deutschen AIDS-Hilfe stellt die neuen Substanzen zur HCV-Therapie vor und geht auf die aktuellen gesundheitspolitischen Entwicklungen ein. Lesen Sie mehr unter hivreport.de.

Der Preiskampf bei den Hepatitis-C-Medikamenten geht weiter
Krankenkassen und Hersteller haben sich nicht auf einen Erstattungspreis für das neue Hepatitis-C-Medikament Sovaldi® geeinigt. Bis zum 17. April soll nun ein Schiedsverfahren ein Ergebnis bringen. Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ist laut SPIEGEL online zuversichtlich, eine Einigung erreichen zu können. Sovaldi®-Hersteller Gilead dagegen habe sich nicht geäußert. Weitere Informationen finden Sie unter aidshilfe.de.

8. nordrhein-westfälischer Kooperationstag Sucht und Drogen am 29. April 2015 beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster
Mit dem Tagungsthema „(Über-)Leben auf der Überholspur“ widmet sich der 8. nordrhein-westfälische Kooperationstag Sucht und Drogen den Folgen unserer beschleunigten Gesellschaft und regt zum Austausch an. Über folgenden Link gelangen Sie direkt zum Internetauftritt der Veranstaltung. Hier besteht auch die Möglichkeit zur Online-Anmeldung. Anmeldungsfrist ist der 17.04.2015.

Warum das Betäubungsmittelgesetz aus suchtmedizinischer Sicht auf den Prüfstand gehört
Zur Diskussion gestellt vom Vorstand der DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin
"Ein Gesetz aus einer anderen Zeit. Als 1971 das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verabschiedet wurde, waren Gesetzgeber und Experten der Meinung, mit dem Strafrecht könne man der aufkommenden 'Drogenwelle' Herr werden. Ein furchtbarer Irrtum: Im folgenden Jahrzehnt verhinderte eben dieses BtMG eine rasche und pragmatische Antwort auf die rasante Ausbreitung des AIDS-Virus unter den Heroinabhängigen, weil Substitution verboten war und das Prinzip der Schadensminderung in Deutschland offiziell nicht anerkannt war." Mehr dazu lesen Sie unter dgsuchtmedizin.de.

Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen
Ziel des Wettbewerbs „Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen“ ist in diesem Jahr die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Menschen in prekären Lebensverhältnissen. Alle Verbände und Institutionen, Initiativen und Fachleute aus ganz Nordrhein-Westfalen sind dazu aufgerufen, sich mit ihren Projekten an dem Wettbewerb zu beteiligen. Bewerbungen sind bis zum 20. Mai 2015 möglich.
Mit dem „Gesundheitspreis Nordrhein-Westfalen“ zeichnet die „Landesinitiative Gesundes Land Nordrhein-Westfalen“ jährlich innovative Projekte im Gesundheitswesen aus.Der Gesundheitspreis ist mit insgesamt 15.000 € dotiert. Die Ausschreibungsbroschüre finden Sie hier (PDF-Datei)

Neue Broschüren und Materialien der Deutschen AIDS-Hilfe
Kostenlose neue Materialien für die Zielgruppe „Menschen in Haft“ erhalten Sie unter aidshilfe.de

              



Neue Standorte für Spritzenautomaten gesucht
Die Düsseldorfer Drogenhilfe e.V. sucht Gebäudeeigentümer im Stadtgebiet Düsseldorf, die die Installation weiterer Spritzenautomaten ermöglichen. Den gesamten Text lesen Sie hier.

In eigener Sache

Jahresempfang der Aidshilfe NRW 2015
Herzliche Einladung zum Jahresempfang der Aidshilfe NRW am 28. April 2015 im Düsseldorfer Maxhaus. Neben einer Diskussion zum Thema "Gesundheit. Menschen. Rechte" steht die Verleihung des Ehrenamtspreises "merk|würdig" im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zuvor tagen der Landesvorstand und das Kuratorium. Die Einladungskarte zum Jahresempfang finden Sie hier.

Positiven-Treffen in NRW
Seit über 20 Jahren gibt es die landesweiten Positiventreffen von POSITHIV HANDELN. Für Positive in NRW sind sie ein Ort für Austausch, Ermutigung und Information. Sie werden vorbereitet und moderiert von erfahrenen Referentinnen und Referenten. Weitere Infos finden Sie hier.

Ausschreibungen im Landesverband
Ausschreibungen der Aidshilfe NRW, ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.


Zeitungsberichte

Spritzenautomat 114 Mal frequentiert -  Eigene Nadel als trauriger Luxus
Westfälische Nachrichten – 12.03.2015
Telgte - Auf den ersten Blick sieht der Spritzenautomat am Knickenbergplatz aus wie ein alter Zigarettenautomat. Doch er enthält so genannte Carepackungen, bestehend aus Spritze, Kanüle und Alkoholtupfer für Drogenabhängige. 114 dieser Spritzen-Sets wurden im vergangenen Jahr gezogen. Den Artikel lesen Sie hier.

Der Spritzenautomat für Drogenkranke in Duisburg
RP-online – 25.03.2015
„Auf 20 Mann kommt eine Spritze". Wenn sich mehrere Drogenkonsumenten eine Nadel teilen, besteht die Gefahr, dass Krankheiten wie Aids oder Hepatitis C übertragen werden. Am Spritzenautomaten an der Bismarckstraße 67 können Betroffenen anonym sterile Spritzen ziehen. Er sieht aus und funktioniert wie ein alter Zigarettenautomat. Die Bilderstrecke sehen Sie hier.

Demirovs Ärger hat ein Ende
Berner Zeitung -10.02.2015
Der Spritzenautomat hinter dem Kebabstand von Kenan Demirov in Burgdorf wird versetzt. Der neue Standort befindet sich neben der WC-Anlage vor der SBB-Unterführung. Den Artikel lesen Sie hier.


Zum Schluss

Projekt „häkelhelden“
Die Idee des Projekts ist es, mit jeder verkauften Mütze den Weissen Ring zu unterstützen,
Seit Januar 2014 werden die Mützen im Rahmen der Arbeitstherapie in der JVA Düsseldorf hergestellt. Unter Anleitung fachkundiger Therapeuten sollen dabei Häftlinge an einen geregelten Arbeitstag herangeführt werden. Alle Projekt-Infos finden Sie unter haekelhelden.de


Impressum | Newsletter abmelden | Newsletter anmelden