März 2015
Liebe Leserinnen und Leser!
Am 8. März war Internationaler Frauentag, der jährlich auf soziale Gerechtigkeit aufmerksam machen und auf die Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern hinwirken will. "Von sozialer Gerechtigkeit kann bei Frauen mit HIV bei uns leider keine Rede sein", sagte Natalie Rudi, Vorstandsmitglied der Aidshilfe NRW. Frauen mit HIV in Deutschland stehen sehr oft im sozialen Abseits. Der hohe Anteil der Anträge auf Einzelfallhilfe bei der Deutschen AIDS-Stiftung von Frauen und die Erfahrungen in der Beratungsarbeit der Aidshilfen belegen, dass sich Frauen mit HIV und Aids in Deutschland zunehmend in wirtschaftlich prekären Situationen befinden. Viele Frauen, die in die Aidshilfen kommen, sind alleinerziehende Mütter. Zudem ist ein Großteil nicht in Deutschland geboren und beherrscht unsere Sprache nur schlecht oder gar nicht. Diese Frauen finden in unseren Strukturen zwar Beratungsangebote und Selbsthilfegruppen. Doch wir können natürlich nicht alles. Vor allem die Politik muss einen Rahmen schaffen, Frauen einen besseren Zugang zu Bildungsangeboten zu ermöglichen, und ihnen ausreichende Kinderbetreuung und gegebenenfalls finanzielle Hilfe zur Verfügung stellen. Natalie Rudi: "Andernfalls werden wir es schwer haben, auch den Frauen zu einem guten Leben mit HIV zu verhelfen." An einigen Orten in NRW fanden anlässlich des 8. März gesonderte Angebote für Frauen statt, die von Kolleginnen aus der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW durchgeführt wurden. Für uns ist der Internationale Frauentag in jedem Jahr ein guter Anlass, auf die besondere Situation der Frauen mit HIV in unserem Land hinzuweisen.

Ihnen allen viel Spaß beim Lesen des Newsletters!
Petra Hielscher
Frauen und Aids
Aidshilfe NRW e.V.


A K T U E L L E S

Jahresempfang der Aidshilfe NRW 2015
Die Aidshilfe NRW lädt herzlich ein zum Jahresempfang am 28. April 2015 im Düsseldorfer Maxhaus. Neben einer Diskussion zum Thema "Gesundheit. Menschen. Rechte" steht die Verleihung des Ehrenamtspreises "merk|würdig" im Mittelpunkt der Veranstaltung. Zuvor tagen der Landesvorstand und das Kuratorium. Die Einladungskarte zum Jahresempfang finden Sie hier (PDF-Datei).

Bewerbung für das Community-Board für den Deutsch-Österreichischen AIDS-Kongresses 2017 (DÖAK)
Für die Vorbereitung des DÖAK 2017 soll es wie in den vergangenen Jahren ein Community-Board von Menschen mit HIV geben. Bis zum 7. April können sich interessierte Menschen aus der Positiven-Selbsthilfe aus Deutschland, der Schweiz und Österreich dafür bewerben. Gesucht werden Menschen, die Interesse und Zeit haben, die Perspektiven von Menschen mit HIV und Aids durch die Mitarbeit im Community Board und den Vorbereitungsstrukturen des DÖAK in die Kongressplanung und Durchführung einzubringen. Details zur Arbeit und zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).


2 0   J A H R E   L A G   F R A U E N   U N D   H I V / A I D S   -   1 0   J A H R E   X X - E L L E

1995 - 2015 | 20 Jahre Frauen und HIV/Aids in NRW
Im Jubiläumsjahr sollen Frauen und auch Männern zu Wort kommen, die sich in und für Aidshilfen in Nordrhein-Westfalen in der Prävention, Beratung und Begleitung, in der Vernetzung und Organisation für die Interessen von Frauen mit HIV und Aids eingesetzt haben. Im März stellen wir Andrea Hitzke vor, Leiterin der Dortmunder Mitternachtsmission e.V. Hier setzt man sich bereits seit fast 100 Jahren für Sexarbeiterinnen, ehemalige Prostituierte und Opfer von Menschenhandel ein. Andrea Hitzke ist eine der Gründerinnen der Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW. Ihre Antworten auf unsere Fragen finden Sie unter xxelle-nrw.de.

XXelle LIVE am 6. November 2015
Zum vierten Mal findet XXelle LIVE, die Fachtagung Frauen und HIV, statt. Erneut lädt die Landesarbeitsgemeinschaft Frauen und HIV/Aids in NRW in Kooperation mit der Aidshilfe NRW e. V. zu dieser Veranstaltung ein. Im Anschluss an die Tagung gibt es einen Jubiläumsempfang zum 20-jährigen Jubiläum der Landesarbeitsgemeinschaft, die im Dezember 1995 gegründet wurde.


P O L I T I K

Warum das Betäubungsmittelgesetz aus suchtmedizinischer Sicht auf den Prüfstand gehört
Am 15. Februar regte der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Suchtmedizin zu diesem Thema eine öffentliche Diskussion an. "Ein Gesetz aus einer anderen Zeit. Als 1971 das Betäubungsmittelgesetz (BtMG) verabschiedet wurde, waren Gesetzgeber und Experten der Meinung, mit dem Strafrecht könne man der aufkommenden 'Drogenwelle' Herr werden. Ein furchtbarer Irrtum: Im folgenden Jahrzehnt verhinderte eben dieses BtMG eine rasche und pragmatische Antwort auf die rasante Ausbreitung des AIDS-Virus unter den Heroinabhängigen, weil Substitution verboten war und das Prinzip der Schadensminderung in Deutschland offiziell nicht anerkannt war." Mehr dazu finden Sie unter dgsuchtmedizin.de.


S O Z I A L E S

Bessere Gesundheitsversorgung für Menschen in prekären Lebenslagen
Wohnungslose, Flüchtlinge, Langzeitarbeitslose oder auch Behinderte haben vielfach einen eingeschränkten oder keinen Zugang zur medizinischen Regelversorgung. Auf einer Fachtagung der Ärztekammern Nordrhein und Westfalen-Lippe in Zusammenarbeit mit der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen und dem Landesgesundheitsministerium hat sich die Ärzteschaft in Nordrhein-Westfalen für die Schaffung eines bedarfsgerechten und gleichberechtigten Zugangs zum Gesundheitswesen auch für Menschen in prekären Lebenslagen ausgesprochen. Details finden Sie unter aerzteblatt.de.

Urteil des Sozialgerichtes Aachen zu Vor- und Nachrangigkeit im Ambulant Betreuten Wohnen
Das Sozialgerichtes Aachen fällte am 10. Dezember 2013 ein Urteil zum Vorrang-Nachrang-Verhältnis im Ambulant Betreuten Wohnen, Therapie und gesetzlicher Betreuung. Strittig war ein Anspruch der Klägerin auf Eingliederungshilfe im Rahmen des Ambulant Betreuten Wohnens in Form von Fachleistungsstunden. Der Kostenträger hat in diesem Fall das Klageverfahren verloren. Das gesamte Urteil lesen Sie hier (PDF-Datei).

Ambulant Betreutes Wohnen: Die Erprobungsphasen der Leistungsmodule ist beendet
In der Rahmenvereinbarung "Zukunft der Eingliederungshilfe in NRW sichern" vom 18. Juli 2011 hatten die Landschaftsverbände und die Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege in NRW unter anderem die Erprobung von zwei neuen Leistungsmodulen vereinbart. Als Erprobungszeitraum waren die Jahre 2013 und 2014 festgelegt. Nach Abschluss der Erprobungsphase wird das Leistungsmodul Serviceorientiert (LM S) nicht weiter fortgeführt. Zum Leistungsmodul Hintergrundleistung (LM HD) werden nun einheitliche Vereinbarungen entwickelt. Mehr dazu lesen Sie hier (PDF-Datei).

Krankenkassen unterlaufen Willen des Gesetzgebers
Der Deutsche Hebammenverband kritisiert, dass die freie Wahl des Geburtsortes künftig durch die Krankenkassen massiv eingeschränkt werden soll. In den aktuellen Verhandlungen mit den Hebammenverbänden fordern sie Ausschlusskriterien für Hausgeburten und verweigern Frauen die Bezahlung der Hausgeburt, sobald diese vorliegen. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

Zugang von Frauen mit Behinderungen zu Opferschutz- und Unterstützungseinrichtungen bei Gewalterfahrungen
Ziel dieses Projektes war es, die Zugangsmöglichkeiten und die Qualität verschiedener Unterstützungsinstitutionen im Hinblick auf die Erreichbarkeit für Frauen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, die verschiedenen Formen von Gewalt ausgesetzt sind oder waren, zu untersuchen. Im letzten Monat wurden die Ergebnisse von den vier Country-Partnern (Deutschland, Österreich, Island und  England) auf der Abschlusskonferenz in Wien vorgestellt. Gedruckte Berichte (in schwerer und leichter Sprache), Broschüren für Opferschutz- und Unterstützungseinrichtungen sowie politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger, Broschüren für Frauen mit Behinderungen (in schwerer und leichter Sprache) sowie Daisy Hörbücher in Form von Audio CDs sind in begrenzter Anzahl erhältlich. Informationen zum Projekt finden Sie unter women-disabilities-violence.humanrights.at.


G E S U N D H E I T

Hepatitis und Koinfektion bei Frauen, die mit HIV leben
Die medizinischen Möglichkeiten bei einer Hepatitic-C-Infektion haben sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Heute sind Medikamente verfügbar, die viele Patientinnen und Patienten heilen können. Aber zu oft haben in vielen Ländern gerade Frauen mit einem besonders hohen Erkrankungsrisiko keinen Zugang zur Behandlung. Die neue Arbeitshilfe der Expertinnengruppe „Women for Positive Action“ leistet einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung koinfizierter Frauen. Sie gibt Informationen und praktische Anleitungen zu Themen wie zum Beispiel Behandlungsmöglichkeiten, psychische Gesundheit und Familienplanung. Die Informationsmaterialien verdeutlichen außerdem, wie wichtig es ist, auf die besonderen Bedürfnisse von Frauen einzugehen, sie besser in die Forschung einzubinden und ihnen den Zugang zur bestmöglichen Behandlung zu öffnen. Sie finden sie in englischer Sprache unter womenforpositiveaction.org. Weitere Informationen dazu finden Sie hier (PDF-Datei).

Studie zu Gebärmutterhalskrebs und HPV (Humane Papillomaviren)
Das Institut für Sozial- und Präventivmedizin Bern führt mit dem Bundesamt für Gesundheit bis 2016 eine Studie durch, bei der es um die Auswirkungen der HPV-Impfung auf Krebserkrankungen am Gebärmutterhals geht. Ziel ist es, die Prävention von Gebärmutterhalskrebs bei Frauen zu verbessern. Nähere Informationen finden Sie unter bag.admin.ch.


M E D I E N

life+ Magazin: Positive Begegnungen: Konferenz zum Leben mit HIV/Aids in Kassel 2014
Das Magazin mit Berichten über die Workshops, Diskussionen und Themen der Bundespositivenversammlung "Positive Begegnungen" vom 21. bis 24 August 2014 in Kassel ist erschienen. Das Magazin finden Sie unter aidshilfe.de.

"Endlich mal was Positives"
Das neue Buch "Endlich mal was Positives 2: Interessant & informativ: Wissenswertes zu HIV & AIDS" von Matthias Gerschwitz ist soeben erschienen. Es vermittelt in 20 Kapiteln Wissenswertes zu HIV und Aids und beleuchtet den aktuellen gesellschaftlichen Umgang mit der Infektion. Zu erhalten im Buchhandel. Weitere Informationen finden Sie unter endlich-mal-was-positives.de.


T E R M I N E  /  F O R T B I L D U N G E N


10. bis 12. April 2015
Landesweites Positiventreffen in Hattingen
Kam die Diagnose „HIV-positiv“ rechtzeitig oder viel zu spät? Es ist nicht unwichtig, ob man rechtzeitig einen Test macht, um zum richtigen Zeitpunkt mit der Therapie beginnen zu können. Um die 50 Prozent aller Positiven erfahren zu spät von ihrer Infektion oder haben zu spät Zugang zu Therapie. Was bedeutet „zu spät“? Welche Faktoren führen zum Phänomen der sogenannten Late - Presenter? Was muss getan werden, um die Situation zu verbessern? Gute Versorgung geht viele an. Daher nehmen dieses Mal auch Akteurinnen und Akteure aus Politik, Medizin und Aidshilfe teil. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

10. bis 12. April 2015
HIV/Aids und Familiensysteme (Positiv leben mit Kindern)
HIV beeinflusst nicht nur das Leben der Menschen mit HIV selbst, sondern auch das Leben ihrer Angehörigen und Familien. Unser Seminar ermöglicht den Austausch über den Alltag mit dem Virus in der Familie. Zugleich soll es dazu dienen, die Vernetzung zu fördern und Selbsthilfe-Ressourcen zu stärken. Weitere Informationen finden Sie hier (PDF-Datei).

26. April 2015
Familienbrunch für Familien mit HIV
Die Aidshilfe Köln veranstaltet 2015 an fünf Sonntagen einen Brunch für Familien mit HIV. Er dient dem gegenseitigen Austausch und der Vernetzung und findet in den Räumen der Aidshilfe statt. Weitere Termine und Details finden Sie hier (PDF-Datei).

29. April 2015
8. nordrhein-westfälischer Kooperationstag Sucht und Drogen
Mit dem Tagungsthema "(Über-)Leben auf der Überholspur" widmet sich der 8. nordrhein-westfälische Kooperationstag Sucht und Drogen beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe in Münster den Folgen unserer beschleunigten Gesellschaft und regt zum Austausch an. Das Ziel dieser zentralen, durch das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter geförderten Veranstaltung ist es, Expertinnen und Experten verschiedener Professionen und Institutionen zusammenzubringen. Eine konkrete Vernetzung spiegelt sich auch in den Institutionen wider, die den Kooperationstag organisatorisch und inhaltlich vorbereiten und tragen: die Ärztekammern Westfalen-Lippe und Nordrhein, beide Apothekerkammern, die Freien Wohlfahrtsverbände, beide Landschaftsverbände, die Landeskoordinierungsstellen Frauen und Sucht (Bella Donna), Glücksspielsucht NRW, Suchtvorbeugung NRW (ginko Stiftung für Prävention) sowie die Landesstelle Sucht NRW. Weitere Informationen finden Sie uner wissensuchtwege.de.

14. bis 17. Mai 2015
Bundestreffen von Jugendlichen mit HIV
In Kooperation mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendliche im Umfeld von HIV/AIDS veranstaltet die Deutsche AIDS-Hilfe 2015 wieder ein bundesweites Treffen für Jugendliche mit HIV. Auf Wunsch der Teilnehmenden der letzten Veranstaltung in 2013 wurde das Treffen 2015 sogar auf vier Tage verlängert. Für Rückfragen steht Kerstin Mörsch von der Deutschen AIDS-Hilfe gerne zur Verfügung.

19. bis 21. Juni 2015
Beratung HIV-positiver Frauen bei Kinderwunsch und Schwangerschaft
Das Angebot der Deutschen AIDS-Hilfe richtet sich vorrangig an Beraterinnen und Berater aus Aidshilfen, Migrantenorganisationen und Krankenhäusern mit Entbindungsstation, gynäkologische Praxen und Hebammen. Ziel ist der Ausbau und die Verbesserung der Beratungskompetenz. Details und Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei), Anmeldeschluss ist der 27. April.

25. bis 28. Juni 2015
Treffen HIV-positiver / Aids-kranker Frauen
Das Fortbildungsangebot der Akademie Waldschlösschen bietet Informationen über gesundheitliche und soziale Fragen und Workshops zu Themen an, die für HIV-positive / Aids-kranke Frauen von besonderer Bedeutung sind oder ihnen in der Aidshilfe-Arbeit begegnen. Details zum Inhalt sowie zur Anmeldung finden Sie hier (PDF-Datei).

13. bis 16. August 2015
Bundesweites Treffen für HIV-positive Migrantinnen und ihre Kinder
Austausch, Vernetzung und Stärkung für den Alltag mit HIV – so lauten die Ziele der Veranstaltung der Deutschen AIDS-Hilfe in Kooperation mit dem Netzwerk Afro-Leben in Düsseldorf. Anmeldeschluss ist der 5. Juni, weitere Details und Anmeldeunterlagen finden Sie hier (PDF-Datei).

September 2015 bis Januar 2017
Weiterbildung Sexualberatung
Das Institut für Sexualpädagogik (isp) bildet seit über 25 Jahren sexualpädagogische Fachkräfte im deutschsprachigen Raum aus. Aufgrund des hohen Interesses hat das isp nun die Weiterbildung Sexualberatung entwickelt. Insgesamt werden acht Seminareinheiten von September 2015 bis Januar 2017 zu Grundlagen der Sexualberatung, Gestaltung von Erstkontakt, Körperarbeit und Selbstreflexion, Sexuelle Entwicklungen, Praxis der Einzel- und Paarberatung, Beratung zu Grenzerfahrungen angeboten. Eine Besonderheit bietet die parallele Begleitung durch ein Online-Beratungstraining. Detaillierte Informationen sowie die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme und Anmeldung finden Sie unter isp-dortmund.de.


S O N S T I G E S

Ausschreibungen im Landesverband
Ausschreibungen der Aidshilfe NRW, ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.

Der nächste Newsletter erscheint im April 2015.
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise, etc. Bitte senden Sie diese bis zum 15. April 2015 per Mail an Petra Hielscher.
 
 
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