Nr. 09 | 19. Dezember 2014
photo: kallejipp | photocase.de


Liebe Leserinnen und Leser,


das Jahr geht zu Ende und die Aidshilfe NRW blickt zurück auf zwölf prall gefüllte Monate, in denen wir uns für die Akzeptanz von Menschen mit HIV und den selbstverständlichen Umgang mit den von HIV und Aids besonders betroffenen Gruppen, für Prävention und Strukturaufbau eingesetzt haben. Gerade in den zurückliegenden Monaten stoßen wir vermehrt auf Widerstände: etwa die neue Homophobie und die unreflektierten Vorbehalte gegen sexuelle Vielfalt, die strafrechtliche Ahndung einer HIV-Übertragung bei einvernehmlichen Sex und die einseitige Verantwortungszuweisung auf die Menschen mit HIV, immer noch Stigmatisierung am Arbeitsplatz und Forderungen nach Zwangsverordnungen für Menschen in der Sexarbeit. Da heißt es einen kühlen Kopf zu bewahren! Doch wir haben auch viel erreicht im Sinne einer erfolgreichen Prävention und der vollständigen gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit HIV in NRW. Wir danken allen, die uns im Jahr 2014 unterstützt und mit uns zusammen gearbeitet haben.
Ihnen allen frohe Feiertage und einen guten Start ins neue Jahr! Wir freuen uns auf viele Begegnungen und eine gute Zusammenarbeit im Jahr 2015!

Dr. Guido Schlimbach | Pressesprecher


VERBAND

Neuer Landesvorstand teilte Zuständigkeiten auf
Der Ende Oktober neu gewählte ehrenamtliche Vorstand der Aidshilfe NRW trat Ende November zu seiner konstituierenden Sitzung in Köln zusammen. Arne Kayser wurde von den Vorstandsmitgliedern erneut zum Vorsitzenden bestimmt. Sein Stellvertreter ist Peter Struck. Die Vorstandsmitglieder gaben nun die Themen bekannt, für die sie in den kommenden zwei Jahren zuständig sein werden. Zuständig für Frauen und HIV/Aids sowie Aids, Kinder und Jugendliche ist ab sofort die neue Vorstandsfrau Natalie Rudi. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

HIV-KONTROVERS am 7. Februar 2015 in Düsseldorf
Interdisziplinär - interaktiv - kontrovers! Die Aidshilfe NRW und die Deutsche AIDS-Gesellschaft laden in Kooperation mit der Uniklinik Düsseldorf am 7. Februar 2015 zur 4. Fachtagung HIV-KONTROVERS in das Hotel INTERCONTINENTAL in Düsseldorf ein. Die Veranstaltung steht allen Interessierten offen, die Teilnahme ist kostenlos. Zu acht aktuellen Themen treten jeweils zwei Referentinnen bzw. Referenten in eine moderierte Kontroverse ein. Sie vertreten pointiert gegensätzliche Positionen und bieten so den Einstieg für eine Diskussion. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter hiv-kontrovers.de.


FUNDRAISING

Mit Herzenslust auf Benefiz-Kreuzfahrt
Gern erinnern wir noch einmal an die Acht-Tage-Kreuzfahrt zu den Griechischen Inseln an Bord der "Norwegian Jade" im August 2015. Von Venedig aus geht die Reise über Korfu, Santorini und Mykonos nach Olympia und wieder zurück. Veranstalterin ist die Firma Budde Urlaubsreisen. Für jede gebuchte Reise spendet der Veranstalter zugunsten von Herzenslust. Weitere Informationen lesen Sie unter ahnrw.de.


PRESSE- UND ÖFFENTLICHKEITSARBEIT

Medienpreis der Deutschen AIDS-Stiftung 2013/2014
Die Deutsche AIDS-Stiftung lobt einen Zusatzpreis für Schülerinnen und Schüler und journalistischen Nachwuchs aus. Schülerinnen und Schüler und junge Medienschaffende bis 25 Jahren, die sich mit HIV und Aids auseinandergesetzt haben, sind eingeladen, sich zu bewerben. Alles aus den Jahren 2013 und 2014 ist zugelassen, zum Beispiel ein Projekt, ein Theaterstück, Videos, Reportagen, Zeitungsbeiträge. Die Ausschreibung finden Sie hier (PDF-Datei). Geben Sie diese Information gern an interessierte Jugendliche weiter. Die Ausschreibung des Medienpreises für die "Großen" finden Sie hier (PDF-Datei).


MENSCHEN MIT HIV/AIDS

Einbindung von Menschen mit HIV
Die Mitgliedsorganisationen der Deutschen AIDS-Hilfe haben sich verpflichtet, die Einbindung von Menschen mit HIV in ihre Arbeit künftig noch stärker zu fördern. Die Mitgliedsorganisationen streben an, Organe, Gremien und Arbeitsgruppen mindestens zur Hälfte mit HIV-Positiven zu besetzen. Ein neues Gremium zur Beteiligung und Vernetzung wurde als besonderes Verbandsorgan eingesetzt. Die Wahl des Gremiums erfolgte vorab auf "Positive Begegnungen" und wurde nun durch die Mitgliederversammlung legitimiert. Aus NRW sind Fuad Bruhn und Stephan Gellrich Teil des zwölfköpfigen Gremiums, welches sich Ende Januar 2015 zur konstituierenden Sitzung zusammenfinden wird.

Infoblatt klärt Zahnärzte über Umgang mit HIV-positiven Patientinnen und Patienten auf
Gemeinsam mit der Deutschen AIDS-Hilfe hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zum diesjährigen Welt-Aids-Tag ein Informationsblatt zur Behandlung HIV-positiver Patientinnen und Patienten in der Zahnarztpraxis veröffentlicht. Es weist explizit darauf hin, dass die Standardmaßnahmen der Behandlung  und Praxisorganisation auch für die Behandlung von HIV-positiven Patientinnen und Patienten unabhängig von der Viruslast völlig ausreichend sind. Weitere Informationen und Links finden Sie unter ahnrw.de.

10 JAHRE POSITHIV HANDELN: MUT GEHÖRT DAZU! am 6. Februar 2015 in Düsseldorf
Menschen mit HIV engagieren sich in politisch-gesellschaftlichen Zusammenhängen. In NRW ist das schon lange mit der Aidshilfe NRW verknüpft. Vor zehn Jahren bekam die Bewegung einen neuen Namen: POSTHIV HANDELN. Seitdem ist die Positivenselbsthilfe in NRW stetig gewachsen. Sie ist besonders mit den Aktionen zum Kölner CSD, aber auch verbandlich durch Haltungen und Impulse bekannt geworden. Wir sind stolz! Und wir feiern! Mit "alten Hasen" und "neuen Besen" möchten wir am Vortag von HIV-KONTROVERS einen Blick auf die letzten zehn Jahre werfen und wir wollen uns über die Zukunft von Menschen mit HIV in NRW austauschen und darüber, wie wir diese mitgestalten können. Daher laden wir interessierte HIV-positive Menschen am 6. Februar 2015 zum Fachtag "10 Jahre POSITHIV HANDELN: MUT GEHÖRT DAZU!" ein. Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Online-Anmeldung finden Sie unter positihvhandeln.de.


FRAUEN, HIV/AIDS

Multimediaprojekt "Lifeboat Deutschland" hält den Kurs
Dass Frauen mit HIV einen Kinderwunsch haben und gezielt schwanger werden, ist in Deutschland noch immer ein Reizthema. Auch im Jahr 2014 zeigte die mediale Berichterstattung, dass Frauen und Mütter mit HIV noch immer ausgegrenzt werden. Umso wichtiger ist das multimediale Aufklärungsprojekt "Lifeboat Deutschland Dock 2". Die Rettungsboote (englisch: "Lifeboat") des internationalen Medienprojekts verstehen sich als Wegweiser für HIV-positive Mutterschaft. Jetzt wurde das Projekt ausgezeichnet, Näheres lesen Sie hier (PDF-Datei).


SCHWULE PRÄVENTION

Offener Brief der Aidshilfe Essen zum Thema Sexsteuer
Die AIDS-Hilfe Essen befürchtet, dass die geplante Einführung einer "Steuer auf entgeltliche und gewerbsmäßige sexuelle Vergnügungen" (Sexsteuer) die Existenz der schwulen Szenelokalitäten gefährdet, die weder die Möglichkeit der Prostitution in ihren Räumlichkeiten erlauben noch fördern. Ein "Szenesterben" hätte dabei direkte negative Auswirkungen auf die seit vielen Jahren erfolgreich umgesetzte HIV/Aids-Prävention in der Hauptbetroffenengruppe der schwulen und bisexuellen Männer in Essen, da diese Zielgruppe von der Vor-Ort-Arbeit nur noch punktuell zu erreichen wäre. Weitere Informationen lesen Sie hier (PDF-Datei).

Fakten zur Antidiskriminierungsarbeit von SchLAu NRW
Gerade im Kontext von Verhaltens- und Verhältnisprävention stellt die Arbeit von SchLAu einen wichtigen Baustein in unserer Prävention dar. In der anhaltenden Debatte zu sexueller Vielfalt und Sexualaufklärung an Schulen werden viele Themen, insbesondere durch die Kritiker von Vielfalt und Aufklärung, vermischt. Um diesen Tendenzen und Bestrebungen entgegenzuwirken hat SchLAu NRW nun "Fakten zur Antidiskriminierungsarbeit von SchLAu NRW" veröffentlicht. Diese Fakten lesen Sie hier (PDF-Datei).


DROGEN

Ehrung von Dirk Schäffer mit dem Josh-von-Soer-Preis 2014
Dirk Schäffer, Referent der Deutschen AIDS-Hilfe für Drogen und Strafvollzug, wurde durch den Bundesverband für akzeptierende Drogenarbeit und humane Drogenpolitik (akzept e.V.) für die Weiterentwicklung der akzeptierenden Drogenarbeit und die Vernetzung von fachlicher Expertise und Betroffenenperspektive mit dem Josh-von-Soer-Preis 2014 geehrt. Josh van Soer setzte sich bereits Mitte der 1980er-Jahre gegen den Widerstand von Politik und Fachwelt für die Verschreibung von Substitutionsmedikamenten ein und baute zusammen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten in Hamburg ein Betreuungsangebot für substituierte Drogenabhängige auf. Das Projekt Palette e.V. wurde zur Anlaufstelle für viele verelendete und schwerkranke Drogenabhängige. Am Montag, den 24. November 2014 wurde Dirk Schäffer dort ausgezeichnet, weil er wie seine Vorgängerinnen und Vorgänger entscheidende Impulse setzte für die erfolgreiche Entwicklung akzeptierender Drogenarbeit. „Wie kaum ein anderer hat Dirk Schäffer die Weiterentwicklung akzeptierender Drogenarbeit in den letzten Jahren vorangetrieben und nimmermüde neue Ideen entwickelt und Ressourcen aufgetan, um die Vernetzung von fachlicher Expertise und Betroffenenperspektive zu ermöglichen. Hiermit haben er und seine Institution, für die er steht, sehr häufig den Boden dafür bereitet, eine kritische Bestandsaufnahme der bestehenden Drogenhilfe und Drogenpolitik zu ermöglichen und Best-Practice-Angebote zu entdecken bzw. zu entwickeln“, so Urs Köthner, stellvertretender Vorsitzender von akzept e.V. in seiner Lautatio. Dirk Schäffer ist ein erfolgreicher Vorreiter für die Teilhabe Drogengebrauchender Menschen in unserer Gesellschaft, hier in Deutschland und darüber hinaus. Die Aidshilfe NRW gratuliert zu dieser verdienten Auszeichnung und dankt für den langanhaltenden persönlichen Einsatz.

Anhörung im Landtag zu Cannabis - WDR-Sendung über Kiffen
Am 10. Dezember 2014 fand auf Antrag der Piratenpartei vom 1. April zu "Cannabis legalisieren – Drogenpolitik neu ausrichten" (Drucksache 16/5478) eine öffentliche Anhörung des der Rechtsausschusses statt. Die eingereichten Stellungnahmen lesen Sie unter landtag.nrw.de. Cannabis kann viel Leid verhindern, indem es Krankheitsbeschwerden oder Nebenwirkungen von Medikamenten mildert. Das gilt auch bei Aids. Die kontrollierte Freigabe und der Heimanbau könnte es erleichtern, vielen Schwerkranken ein würdevolles Leben trotz gravierender Einschränkungen zu ermöglichen. Eine ausführliche Recherche zum Thema leistete der WDR in seiner Sendung Quarks & Caspers unter dem Titel "Kiffen – 7 Dinge, die Sie wissen sollten". Ausstrahlungstermin war der 2. Dezember 2014, 21. Uhr. Bis auf weiteres ist der Beitrag noch einsehbar, auf der Homepage unter wdr.de weiterklicken bis Kiffen. Hintergrundinformationen auf PDF finden sie hier (PDF-Datei).

Neues DGS-Info erschienen
Der Dezember-Rundbrief der DGS – Deutsche Gesellschaft für Suchtmedizin ist erschienen. Interessant unter anderem die Diskussion um die enormen Kosten der neuen Medikamentenära bei Hepatitis C, ein Plädoyer zur Erleichterung des Einsatzes von Fertigarzneimitteln in der Substitution, Äußerungen der Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) zur Debatte um eine Überprüfung des BtMG ("Es wäre besser, den Konsum geringer Mengen von Cannabis nicht mehr verfolgen zu müssen"), die Empfehlung der WHO, Naloxon für die Verwendung bei Opiatüberdosierungen auch medizinischen Laien zur Verfügung zu stellen und die medialen Beiträge zur aktuellen Cannabisoffenheit in der Bevölkerung. Diese und weitere Informationen lesen Sie unter dgsuchtmedizin.de.


VERSCHIEDENES

Seminarhinweis: Wege zu einem erfolgreichen Stiftungsantrag
Frei gemeinnützige Anbieter von Sozialleistungen werden in NRW oftmals ehrenamtlich geführt. Sie unterstützen sozial benachteiligte Frauen und Männer und halten Wohn- und Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderung vor und vieles andere mehr. Zur Aufrechterhaltung der bestehenden, aber auch im Rahmen der Entwicklung neuer Projekte oder Angebote sind diese Organisationen oft auf die finanzielle Unterstützung angewiesen. In einer eintägigen Fortbildung am 12. März 2015 in Dortmund stellt der Paritätische NRW folgende Stiftungen schwerpunktmäßig vor: Kämpgen Stiftung, Stiftung Wohlfahrtspflege, Stiftung Wohnhilfe, Aktion Mensch, Stiftung Deutsches Hilfswerk, Kuratorium Deutsche Altershilfe, GlücksSpirale, Software AG Stiftung und lokale Stiftungen. Mehr Informationen und die Anmeldebedingungen dazu lesen sie unter paritaetische-akademie-nrw.de.

Ausschreibungen im Landesverband
Ausschreibungen der Aidshilfe NRW, ihrer Mitgliedsorganisationen sowie befreundeter Organisationen finden Sie unter ahnrw.de.


Der nächste Newsletter erscheint Mitte Januar 2015
Wir freuen uns über interessante Berichte, Veranstaltungshinweise etc. Bitte senden Sie diese möglichst bald per E-Mail an newsletter@nrw.aidshilfe.de.
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